Massive Ausschreitungen auf der Lohmühle: Verletzte nach Freundschaftsduell – das sagt die Polizei

Schlägereien zwischen verschiedenen Fangruppierungen des VfB Lübeck und HSV

Polizei und Rettungskräfte an der Lohmühle. Foto: LOBECA

Lübeck – Das Regionalliga-Duell der beiden Hansestädte lief am Freitagabend sportlich überschaubar ab. Der Hamburger SV II gewann mit 2:0 beim VfB Lübeck und freute sich über drei Punkte (HL-SPORTS berichtete). Was in der “dritten Halbzeit“ passierte, war für einige überraschend und unschön. Verschiedene Fangruppierungen beider Vereine lieferten sich schwere Auseinandersetzungen – dabei sind diese eigentlich seit Jahren eng miteinander befreundet.

Schlägereien nach Abpfiff

Erstaunlich war bereits, dass HSV-Ultras nicht wie gewöhnlich bei den Freunden in der Pappelkurve standen, sondern sich nach Anpfiff im Gästebereich einfanden. Die Pyro-Show der Grün-Weißen verpassten sie so. Support gab es für ihre eigenen Amateure nicht. Rund eine halbe Stunde nach dem Abpfiff dann lautes Geschrei rund um das Stadion. Schlägereien zwischen Anhängern beider Clubs mit Verletzten.

Die Hamburger hatten sich mit Freunden des „Ultra Kollektiv Lübeck (UKL)“ im Contidorf zusammengefunden. Dabei kam es zu körperlichen Auseinandersetzungen mit den „Halunken Lübeck“. HSVer und VfBer gegen VfBer! Die Polizei war zeitnah vor Ort und ging dazwischen. Der Stadionordnungsdienst verbarrikadierte indessen den Zugang zur Haupttribüne, um eine Ausweitung der Randale zu verhindern.

Polizei beendet Prügelei

Stefan Muhtz, Pressesprecher der Polizeidirektion Lübeck, erklärte die Geschehnisse gegenüber HL-SPORTS wie folgt: „Kurz vor 22 Uhr kam es aus noch unbekannten Gründen zu einer Auseinandersetzung zwischen Fangruppierungen im Zugangsbereich des Lübecker Fandorfes. Nach einer ersten Einschätzung waren deutlich mehr als 50 Personen daran beteiligt.“ Drei Verletzte gab es, die vor Ort von Rettungskräften behandelt wurden.

Der Ordnungsdienst des VfB Lübeck schloss die Stadionzufahrtstore wegen der Ausschreitungen. Foto: LOBECA

Lübecker griffen Hamburger in Hannover an

Grund für die Eskalation soll ein Angriff der „Halunken“ vor zwei Wochen beim Auswärtsspiel des VfB Lübeck bei Hannover 96 II auf Mitglieder der HSV-Ultragruppierung „Castaways“ gewesen sein. Am Freitag folgte nun die Rache der Hamburger gegen die größte Lübecker Ultra-Bewegung. Die „Halunken“ zählen derzeit etwa 100 Mitglieder in der aktiven Fanszene von der Lohmühle.

Streit im eigenen Verein

Die Lübecker Fan-Gruppierungen sind anscheinend schon länger zerstritten. Es geht womöglich um die Machtposition bei den Grün-Weißen. Durch die Verbindung zwischen „UKL“ und „Castaways“ könnte es am kommenden Wochenende beim Auswärtsspiel des VfB beim FSV Schöningen untereinander zu Streit kommen.

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Choreo auf der Pappelkurve zum 20. Jubiläum der „Vitalienbrüder“. Foto: Lobeca/Vivian Pfaff

Geburtstag der „Vitalienbrüder“ gerät in den Hintergrund

Erst in den kommenden Tagen wird die Polizei alle Auswertungen vornehmen und die Ermittlungen nach weiteren Erkenntnissen fortführen. Freitag, der 13. März, war zudem noch der 20. Geburtstag der „Vitalienbrüder“, ebenfalls einer Fangruppierung des VfB Lübeck. Dieser wurde mit einer gigantischen Pyro- und Rauchshow vor Anpfiff gefeiert. Muhtz: „Durch die Rauchgase wurden nach jetzigem Stand drei Personen leicht verletzt und mussten vor Ort durch den Rettungsdienst behandelt werden.“ Dass der Abend dann im späteren Verlauf so endete, hätte man da noch nicht ahnen können.

Hält sich der JFV Lübeck in der DFB-Nachwuchsliga?

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