Lübeck – Die Zeit wird knapp. Nach der Verfügung des Landes Schleswig-Holstein bis zum 9. August weiterhin „auf Abstand“ zu gehen, hinterlässt nicht nur die Thematik Vorbereitung bei den Mannschaftssportlern ein Fragezeichen, sondern auch bei den Saisonplanern. An einen Punktspielstart bei den Fußballern ist womöglich nicht vor Oktober zu denken. Wenn sie erst Mitte des kommenden Monats wieder ins Kontakt-Training einsteigen dürfen (sofern es keine Veränderung durch das Land gibt), benötigen sie dann noch mindestens sechs Wochen Vorbereitungszeit. Ergo: Start kann vermutlich erst Mitte Oktober sein. Dann würden dem Schleswig-Holsteinischen Fußballverband (SHFV) knapp drei Monate Spielzeit fehlen.

Mittwochspiele mit Anpfiff um 16 Uhr?

Durch die Erhöhung der Mannschaften (nur Aufsteiger und keine Absteiger) stellt sich zusätzlich die Problematik, dass es mehr Partien pro Staffel gibt. Eine Hinserie bis kurz vor Weihnachten durchzuziehen ist im Amateursport unmöglich. Rund neun Wochen wäre dafür Zeit. Durchgängige Englische Wochen wären die einzige Möglichkeit. Durch fehlendes Flutlicht müssten Begegnungen teilweise schon um 16 Uhr angepfiffen werden. Ob die Arbeitgeber der Freizeitkicker da mitspielen? Wohl eher nicht.

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Quali-, Auf- und Abstiegsrunden als goldener Weg

Die Regionalliga Nord macht es bereits vor und hat sich für zwei Elfer-Staffeln entschieden. Gespielt werden soll Jeder gegen Jeden in der jeweiligen Gruppe mit Hin- und Rückspiel. Nach Abschluss dieser „Qualifikationsstaffeln“ erfolgt eine Aufteilung in eine „Meisterrunde“ der punktbesten zehn Mannschaften und einer „Abstiegsrunde“ mit zwölf Vereinen. Dort sollen Meister und Absteiger in einer einfachen Punktrunde ermittelt werden. Hintergrund der zahlenmäßig ungleichen Staffeln ist, dass der Meister der Regionalliga Nord zum Ende der Spielzeit 2020/2021 Aufstiegsspiele zur 3. Liga gegen den Meister der Regionalliga Bayern zu absolvieren hat und eine zeitliche Flexibilität, anders als in der „Abstiegsrunde“, nicht gegeben ist.

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Mehr Staffeln in Schleswig-Holstein?

Im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern hat man schon auf die erhöhte Anzahl der Mannschaften pro Staffel bereits reagiert und machte beispielsweise aus zwei Landesligen kurzerhand drei Staffeln: Nord, Ost und West – frei nach dem Beispiel der Regionalliga Nord. Möglich, dass das in Schleswig-Holstein ebenfalls Befürworter findet. Meldeschluss der Mannschaften zur neuen Saison ist der 13. Juli. Danach weiß man, wie viele Mannschaften pro Staffel einzuteilen sind. Eine andere Spielform oder mehr Staffeln bleiben wohl nicht aus. SHFV-Präsident Uwe Döring sprach bereits im vergangenen April in einem Interview mit HL-SPORTS über solche Gedanken (hier nachzulesen).

SHFV-Präsident Uwe Döring
Foto: Lobeca/Raasch

Bayern spielt Saison 2019/20 einfach weiter

Im Bayerischen Fußballverband (BFV) hat man sich schnell für einen anderen Weg entschieden. Dort setzte man die Saison 2019/20 einfach auf Pausenmodus und will im September dort weitermachen, wo man aufhörte. Dort unterbrach man Mitte März, als man sich rund um den 19./20. Spieltag befand. Hier ist also etwas weniger als die Hälfte noch zu spielen. Ab September oder Oktober hat man dort viel Zeit alle ausstehenden Begegnungen über die Bühne zu bekommen. Die Struktur der Ligen bleiben erhalten und es gibt nicht das Problem, dass mehr Aufsteiger in den Folgejahren auch mehr Absteiger erfordern. Das ist in vielen anderen Landesverbänden nun anders.