Meister, Abstieg, neuer Kurs: Der VfB Lübeck und Sebastian Harms gehen getrennte Weg

Ein Eigentor oder ein Blick in die Zukunft?

Sebastian Harms, Sportvorstand VfB Lübeck. Foto: Lobeca

Lübeck – Sebastian Harms ist ab übermorgen, dem 1. Mai, nicht mehr Sportvorstand des VfB Lübeck. Ein Satz, den man erst einmal sacken lassen muss. Der Verein gab am Mittwochnachmittag ein Statement ab, dass viele Menschen in der Hansestadt überraschen dürfte. Der 47-Jährige ist nämlich in nicht einmal drei Tagen kein Teil mehr der Grün-Weißen Familie.

Arbeit endet bereits übermorgen

Seit Ende der Corona-Zeit war Harms Sportvorstand des VfB, machte Drittliga-Zeiten und zuletzt schwierige Phasen in der Regionalliga Nord mit dem Verein durch, ging mit dem VfB durch dick und dünn. Die neue Ära, rund um eine mögliche Ausgliederung, wird der A-Lizenz-Inhaber nicht mehr erleben – zumindest nicht mehr als Teil des VfB Lübeck. Offiziell heißt es: „Der VfB Lübeck und Sportvorstand Sebastian Harms haben sich darauf verständigt, ihre Zusammenarbeit zu beenden. Sein Vertrag endet zum 30. Juni 2026. Ab dem 1. Mai 2026 wird Sebastian Harms von seinen Aufgaben freigestellt.“

Grundlegende Veränderungen

Eine Begründung lieferte der Verein aus der Hansestadt auf der Homepage gleich mit: „Mit der laufenden Ausgliederung des Profibereichs in eine GmbH richtet der VfB Lübeck seine sportliche Führungsstruktur neu aus. In der neuen Aufstellung verändert sich der Zuschnitt der sportlichen Leitung grundlegend – mit einer engeren Verzahnung von sportlicher und betriebswirtschaftlicher Verantwortung. Vor diesem Hintergrund haben sich beide Seiten darauf verständigt, die Zusammenarbeit zum Ende der Saison zu beenden, sodass die neue Position von Beginn an aus der GmbH heraus aufgebaut werden kann.“

Schwere Entscheidung

Paul Manthey, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, führt aus: „Wir danken Sebastian Harms im Namen des gesamten Aufsichtsrats ausdrücklich für seine Arbeit seit 2022 und für seinen Einsatz in einer für den VfB Lübeck bewegten Phase. Die Trennung ist uns nicht leichtgefallen. Wir haben sie gemeinsam in gegenseitigem Respekt mit Sebastian Harms vereinbart und wünschen ihm für seinen weiteren Weg persönlich wie beruflich alles Gute.“

Eine Teil des Aufsichtsrats des VfB Lübeck: Jens Burchardt (v.l.), Paul Manthey, Eckhard Evers und Carsten Abbe. Foto: Lobeca

„Es war mir stets eine Ehre“

Der gebürtige Hamburger richtete sich direkt an alle, die es mit dem VfB halten. Das komplette Statement ließt sich wie folgt: „Liebe VfBerinnen, liebe VfBer, mit dem morgigen Heimspiel gegen Drochtersen endet mein Weg in unserem Verein. Viereinhalb Jahre voller Emotionen, vieler Höhen und einiger Tiefen auf die ich mit Demut und Dankbarkeit zurück schaue. Insbesondere die drei Pokalsiege, der Aufstieg in unserer Meistersaison, aber auch die finanzielle Rettungsaktion werden mir immer in lebhafter, positiver Erinnerung bleiben. Ebenso die vielen Begegnungen und tollen, leidenschaftlichen Menschen, denen ich begegnen durfte und die unseren VfB täglich mit Leben füllen und prägen. Besonders danken möchte ich an dieser Stelle allen Wegbegleitern der letzten Jahre im Vorstand, allen Trainern, Staff-Mitgliedern und Spielern, mit denen ich arbeiten durfte, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle, des Nachwuchses und des Scoutings. Ebenso natürlich allen Mitgliedern der Vereinsgremien, insbesondere des Aufsichtsrats, welche mir in der Vergangenheit viel Vertrauen geschenkt haben sowie allen Ehrenamtlichen und Mitgliedern, sowie natürlich unseren treuen Fans und Sponsoren. Es war mir stets eine große Ehre, für den VfB und Euch tätig zu sein und die Zeit hier wird immer einen großen Teil meines Lebenswegs darstellen, der mich mit Stolz füllt. Ich wünsche Euch allen und unserem Verein, dass sich die positive Entwicklung, sowohl sportlich als auch wirtschaftlich, fortsetzt und nachhaltig weiter stabilisiert. Getragen von den Menschen, die den Verein ausmachen und mit maximaler Geschlossenheit hinter dem VfB stehen, um alle Herausforderungen auch in Zukunft gemeinsam zu meistern und wieder ambitioniertere Ziele auf gesunden Füßen in Angriff nehmen zu können. Dabei wünsche ich Euch allen nur das Beste. Ich würde mich freuen, wenn wir viele von Euch morgen auf der Lohmühle begrüßen können, um mich auch in dem Rahmen noch einmal von Euch zu verabschieden. Als gebürtiger Hamburger sage ich Tschüss. Was das bedeutet, wisst Ihr ja.“

Kapitel zu

Sein großes Finale bekommt Harms also am kommenden Donnerstag beim Heimspiel gegen Drochtersen/Assel. Wer seine Tätigkeiten in Zukunft übernimmt, bleibt offen. Eins ist allerdings sicher: Sebastian Harms hat den VfB Lübeck in den vergangenen Jahren geprägt und hielt dem Verein in jeder Zeit seine Treue. Nun ist das Kapitel abgeschlossen.

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Bildquellen

  • VfB Lübeck Aufsichtsrat: Lobeca
  • Sebastian Harms: Lobeca
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