Mit „Überraschungseffekt“ zum Derbysieg gegen harmlosen Vizemeister

Eutin 08 II verzeichnete ersten Torschuss in der 77. Minute

Die Kreisliga Südost wurde am Freitagabend mit dem Derby zwischen Bösdorf/Malente und Eutin 08 II eröffnet. Foto: Lobeca/Niklas Runne
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Malente – Am Freitagabend wurde die Kreisliga Südost eröffnet. Im Ernst-Rüdiger-Sportzentrum sollte der erste Anpfiff der neuen Saison erfolgen, wenn die SG Bösdorf/Malente auf Eutin 08 II traf. Zwei ambitionierte Mannschaften, die sich bestens kennen, trafen somit aufeinander. Es sollte vor einer Top-Kulisse eine Überraschung geben, denn mit dem Endergebnis rechneten nicht allzu viele.

Derby als Opener

Die SG Bösdorf/Malente eröffnete mit dem Heimspiel gegen Eutin 08 II feierlich die neue Saison in der Kreisliga Südost. Es war direkt ein Spiel, das eine Menge versprach, denn beide Mannschaften gehörten in der vergangenen Saison bereits zu den Spitzenteams der Liga und kennen sich sehr gut. Denn es ist nicht nur ein Aufeinandertreffen zweier potenzieller Konkurrenten um die oberen Tabellenplätze, sondern auch ein Derby. Es liegen nicht viele Kilometer zwischen den beiden Sportanlagen und die Spieler kennen sich ebenfalls untereinander. So war es gerade erst in diesem Jahr der Fall, dass Spieler beispielsweise aus der U19 von Eutin 08 zur SG Bösdorf/Malente wechselten. Im vergangenen Jahr waren es zwei enge Duelle zwischen den beiden Mannschaften, wobei es in Bösdorf ein Unentschieden gab. Viele Spieler, die damals dabei waren, sind nun allerdings nicht mehr dabei gewesen, denn auf beiden Seiten kamen einige junge Neuzugänge dazu. Der Vizemeister setzte auf insgesamt vier Spieler, die aus der A-Jugend in die U23 hochgerückt sind. So startete Max Castells im Tor, Max Heusser als Innenverteidiger und Mika Maczey sowie Jelle Haas auf den Außen. Zudem gab es eine Überraschung im Sturm, denn Torschützenkönig Monty Gutzeit sollte nur auf der Bank Platz nehmen. Nico Kocks, Rückkehrer der Ersten, startete.

Berger sorgt für Überraschungseffekt

Die SG Bösdorf/Malente hätte man im Vorfeld als sehr abwartend und tiefstehend erwartet. So trat die Mannschaft unter der Leitung von Benjamin Berger gegen vermeintliche Favoriten oft an, doch diesmal nicht. Der B-Lizenz-Inhaber sagt dazu: „Ich hatte die Vermutung, dass Eutin davon ausgeht, dass wir abwartend sind, tiefstehen, und wir wollten mal etwas wagen und probieren. Wir haben es unter der Woche nochmal aufgegriffen, auch im 4-4-2, weil ich glaube, dass Eutin davon ausgegangen ist, dass wir wieder mit einer Fünferkette spielen und Fabian Riemann über das Zentrum und nicht als Stürmer kommt, und so wollten wir einen Überraschungseffekt kreieren.“ Neben Riemann agierte Thore Meyer als zweite Spitze. Zudem bildete der in der Vorbereitung überzeugende Neuzugang aus der Eutiner A-Jugend Falk Fricke-Kranz die Innenverteidigung gemeinsam mit Florian Bruckschlögl. Außenverteidiger Niklas Böhme fiel verletzt aus, sodass Niklas Brandtner (rechts) und Jonas Lüdtke (links) die Außenverteidigung bildeten.

Frühe Führung

Die Heimmannschaft legte vor einer beeindruckenden Kulisse von 305 Zuschauern gut los. Sie waren mutig und verzeichneten durch den 17-Jährigen Matti Radzuhn den ersten Abschluss. Es war durchaus intensiv, das Tempo hoch und nach nicht einmal 240 Sekunden war es soweit. Der erste Treffer der Saison fiel. Nach Ballgewinn der SG ging es über die rechte Außenbahn, wo Deven Klemp freie Bahn hatte und in die Mitte legte, wo Fabian Riemann (4.) traf. Florian Schumacher, Eutin-Coach, schilderte die Entstehung aus seiner Sicht: „Wir kriegen viel zu einfach und zu schnell aus eigenem Ballbesitz die Tore. Das 0:1 fällt daraus, dass wir in der Offensivbewegung einen mutigen Ball, den wir spielen wollen, nicht mit voller Überzeugung spielen und dadurch schaltet Malente schnell um und Riemann schiebt ihn ein.“

Eutin fehlen die Ideen

Der frühe Schock für die Zweitvertretung, die auch im Anschluss nicht richtig im Spiel war. Erneut ging es schnell über Rechts, Klemp lief in Richtung Tor, doch verpasste knapp das lange Eck. Es war einfach zu wenig, was Eutin gerade mit dem Ball bot. Sie hatten zu wenige Spielideen und entwickelten keine Gefahr. Hinzu kamen fahrlässige Fehler wie nach etwa einer Viertelstunde, als Tom Clausen einen katastrophalen Rückpass spielte. Dieser landete direkt beim Angreifer, sodass Riemann (14.) nur noch das Tor vor sich hatte und den Ball über 08-Keeper Castells zum 2:0 hob. Es war ein grober Fehler, der gnadenlos bestraft wurde. Nach 18 Minuten gab es dann mal einen Freistoß aus aussichtsreicher Position, doch Nico Kocks zog diesen deutlich über das Tor. Es war der einzige Abschluss in den ersten 45 Minuten, was zeigte, wie harmlos der Vizemeister war. Trainer Schumacher sagt über die fehlende Durchschlagskraft: „Wir hatten zu viele Lücken zwischen hinterster Kette und vorne, sodass wir die Bälle nicht rausspielen konnten, um den Zwischenraum zu überbrücken, und so kommst du dann auch nicht nach vorne.“

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bosdorfmalente eutin ii 2 @ Mit „Überraschungseffekt“ zum Derbysieg gegen harmlosen Vizemeister
Auf beiden Seiten liefen einige junge Spieler auf. Hier Jelle Haas (Eutin 08 II), im Duell mit Niklas Brandtner (SG Bösdorf/Malente). Foto: Lobeca/Niklas Runne

Aufmunternde Worte für Youngster

Wenn eine Mannschaft hier gefährlich wurde, dann sollte es die Heimelf sein, die durch Jonas Lüdtke nach 22 Minuten nur das Außennetz traf. Es folgten einige Halbchancen für Bösdorf/Malente, unter anderem durch Thies Theede. Sechs Minuten vor der Pause reagierte der Gästecoach und brachte Gutzeit für Lenn Isenberg. Kocks rückte auf die Zehn. Mit der Einwechslung des Torjägers schien man etwas zielstrebiger und dennoch gab es keinen einzigen Abschluss. Vier Minuten vor der Pause gab es dann eine Riesenchance der Platzherren, die das 3:0, was womöglich die endgültige Vorentscheidung bedeutet hätte, verpassten. Radzuhn zog aus der zweiten Reihe ab und Castells lenkte den Ball stark an den Pfosten. Mit Pausenpfiff gab es dann nochmal einen kleinen Aufreger, als Bösdorf/Malente Meyer suchte, der Verteidiger Heusser unter Druck setzte. Der Innenverteidiger ging zu Boden, doch griff dabei nach dem Ball, sodass dem Schiedsrichter keine andere Wahl blieb, als die Gelb-Rote Karte zu zeigen. Eine bittere Situation für den Youngster, für den der gegnerische Trainer aufmunternde Worte fand: „Mir tut natürlich Max Heusser extrem leid. Im ersten Spiel, dann als gebürtiger Malenter vom Platz zu fliegen. Er soll sich da bitte nicht so einen Kopf machen.“ Auch sein eigener Coach fand Worte für seinen Defensivmann: „Dann kam der unglückliche Platzverweis, wo wir ihm keinen Vorwurf machen. Er ist jung, das ist ein Reflex und in Ordnung.“

Erster Torschuss nach 77 Minuten

Zur Pause wechselte Eutin doppelt, denn es kamen Leon van den Eeckhaut und Lennard Klesny in die Partie. Die Heimmannschaft hatte zwar den Vorteil der Überzahl, doch so richtig gutgetan hat diese der SG nicht. Berger sagt: „Wir haben da den Faden verloren, deswegen haben wir auch eine Spitze runtergenommen, um mit Kim Kaun auf der Sechs mehr Ruhe auszustrahlen, was uns tatsächlich aber nicht so gelungen ist. Im Spiel mit dem Ball haben wir den Faden verloren.“ Das Spiel bot nicht mehr allzu viele Highlights und daher auch weniger Chancen. Wenn es allerdings gefährlich wurde, dann durch die Hausherren. Thore Meyer forderte Castells per Hinterkopf und Doppelpacker Riemann schob knapp vorbei. In der 77. Minute hatte das Warten der Rosenstädter dann ein Ende. Es kam zur ersten Torchance aus dem Spiel heraus, Jesper Görtz schloss ab, ein Verteidiger fälschte ab, sodass der Ball knapp über das Tor ging. Die anschließende Ecke war ebenfalls nicht ungefährlich, doch Klesny brachte das runde Leder nicht platziert genug in Richtung Tor. Die letzte Chance des Spiels hatte Bösdorf/Malente, denn Niclas Timm scheiterte an Castells. Es blieb beim 2:0, einem hochverdienten Sieg der SG gegen den Vizemeister.

Trainer schwärmt von seinem Team

Der siegreiche Coach zeigte sich nach Abpfiff hochzufrieden und verriet, was ihn zuversichtlich für die Saison macht: „Wir haben fußballerisch eines der besten Spiele gemacht, seitdem ich hier Trainer bin, und die Jungs haben es sich einfach verdient. Wir haben im Vergleich einen unheimlich breiten Kader und eine unheimlich gute Qualität in der Breite. Ich glaube, dass hier jeder weiß, welche Aufgabe er hat, und das haben sie heute top umgesetzt.“ Einzig in der zweiten Hälfte wurde etwas der Faden verloren.

Eutin lässt sich nicht vom Ziel abbringen

Eutin enttäuschte im Eröffnungsspiel. Vor allem die Offensive und fehlende Kreativität war sehr enttäuschend, sodass eine Aufarbeitung nötig ist. Trainer Schumacher sagt: „Malente hat jeden zweiten Ball und Zweikampf mehr angenommen als wir, da waren sie vom Derby reifer und wenn du dann in der 77. Minute das erste Mal auf das Tor schießt, dann ist es zu spät. Natürlich musst du mit zehn Mann etwas umstellen und mutiger werden, der Gegner stellt sich hintenrein und hat seine Konter dann. Da musst du dann aufpassen, dass du nicht noch das dritte schluckst. Man muss sagen, es war ein verdienter Sieg für Malente.“ Gleichzeitig muss man sagen, dass gerade durch die vielen A-Jugendlichen Geduld gefragt ist. Man gibt am Waldeck den Talenten Zeit, nicht nur in der Zweiten: „Sie brauchen Zeit und diese geben wir ihnen auch, das wollen wir als zweite Mannschaft auch machen. Genauso machen wir es auch in der Ersten, dass wir sie ranführen wollen. Es war natürlich eine mutige Formation, mit so vielen A-Jugendlichen in einer neuen Formation zu starten, gerade in so einem wichtigen Spiel, aber es wird uns nicht zurückwerfen bei unserem Ziel und dem Weg, den wir gehen wollen.“

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