Monster-Comeback wird nicht belohnt – Späte Treffer en masse und „VAR“ in der Landesliga

Rönnau und Kisdorf mit Big-Steps

Thore Dohm (SCR) klärt vor Julian Holz (SVT II). Foto: Martin Bläsing/oH

Lübeck – Was für ein Derby zwischen dem FC Dornbreite und dem VfB Lübeck II. In der ersten Halbzeit sah alles nach einer Machtdemonstration der Grün-Weißen aus, der FCD hatte nach einer unglücklochen ersten Hälfte, allerdings etwas dagegen. Aus 0:3 machten die Rot-Gelben ein 3:3, nur um in der letzten Minute das 3:4 zu kassieren. Ein Sinnbild der Saison der beiden Teams. Der VfB kam also mit einem Schrecken davon und hält den Abstand auf Spitzenreiter SC Rapid klein. Dieser siegte zuhause souverän mit 3:0 (3:0) gegen den TSV Lägerdorf. Weniger souverän aber auch erfolgreich war der Eichholzer SV, der mit einem blauen Auge davon kam und den Ratzeburger SV 3:2 (2:1) schlug. Im Abstiegsrennen sammelte der SC Rönnau Big-Points gegen den TSV Bargteheide – Endstand 3:2 (2:2), inklusive Siegtor in der Nachspielzeit und FC Fetih-Kisdorf hält dank eines 2:0 (0:0) gegen den SV Todesfelde II Anschluss ans rettende Ufer. Julius Schult traf binnen neun Minuten doppelt. Das einzige Remis des Tages lieferten der TSV Pansdorf und TuS Hartenholm. Das 2:2 (1:1) für die Ostholsteiner fiel ebenfalls extrem spät.

Die Stimmen zu den Spielen

TSV Pansdorf – TuS Hartenholm 2:2 (1:1)

Hendrik Block (TSVP): „Wir wissen, dass wir es besser können und glücklicherweise konnten wir am Ende noch den Punkt mitnehmen, aber da haben wir noch deutlich Luft nach oben.“

Jörg Zenker (Hartenholm): „Wir haben in einem umkämpften Spiel in Unterzahl in der 101 Minute den Ausgleichstreffer durch einen unberechtigten Freistoß hinnehmen müssen. Daher fühlt sich das Unentschieden momentan noch wie eine Niederlage an. Leider haben in der Endphase des Spiels die Emotionen überhand genommen. Ob und in welcher Form der Schiedsrichter mit seinen Entscheidungen seinen Beitrag dazu geleistet hat, mögen bitte andere beurteilen. Wir hatten im Vorwege, auch in Unterzahl, mehrere Möglichkeiten, um das Spiel für uns zu entscheiden. Da wir diese nicht genutzt und obendrein Pansdorf noch einen Elfmeter verschossen hat, muss man mit dem Unentschieden am Ende des Tages zufrieden sein. Meine Jungs haben Einsatz und Moral bewiesen, was für unsere nächsten Aufgaben das richtige Signal ist.“

SC Rönnau – TSV Bargteheide 3:2 (2:2)

Pascal Lorenz (SCR): „Eine absolute Achterbahn der Gefühle liegt hinter uns – kein schönes Landesligaspiel, aber ein höchst emotionales und am Ende geiles Spiel! Wir haben nach dem schnellen 0:2 absolut Moral bewiesen und uns aus der Situation herausgearbeitet. Zusätzlich haben wir das – letzte Woche bereits zitierte – Spielglück heute absolut auf unsere Seite gearbeitet. Eine absolut geile Leistung des gesamten Teams. Wir freuen uns für den Moment über die drei Punkte und werden ab morgen schon den Blick aufs nächste Wochenende richten.“

Michel Wohlert (Bargteheide): „Uns fehlen ein bisschen die Worte. Wir spielen auf einem katastrophalen Platz ein extrem uncleveres Spiel. Wir gehen 2:0 in Führung, machen eigentlich das 3:0 aber dann hatten wir offensichtlich einen VAR und nach gut 30 Sekunden wurde angeblich ein Handspiel gesehen. Danach schlafen wir zehn Minuten und holen Rönnau zurück ins Spiel. Im zweiten Durchgang wird uns das nächste reguläre Tor genommen. Wir verpassen im Anschluss mehrfach die Führung und bekommen mit dem Schlusspfiff ein sehr abseitsverdächtiges Tor. Insgesamt war unsere eigene Dummheit gepaart mit der zweiten schwachen Schiri Leistung in Folge zu viel für uns. Persönlich möchte ich gerne die Worte an den ersten Assistenten richten, der sich mir gegenüber respektlos geäußert hat. Mir ins Gesicht zu sagen, dass ich „das ganze Spiel keine Ahnung hätte, wovon ich spreche“ war der Tenor über die 90 Minuten. Es ist schade, dass die Schiris oft die Hauptdarsteller sein wollen und von oben herab mit uns sprechen.“

FC Fetih-Kisdorf – SV Todesfelde II 2:0 (0:0)

Nico Brehm (Fetih): „Wir gewinnen das Derby gegen die U23 aus Todesfelde mit 2:0. Nach einer torlosen ersten Hälfte sorgt Julius Schult in der zweiten Halbzeit mit einem Doppelpack für den verdienten Sieg und sichert uns drei wichtige Punkte.
Überschattet wurde die Partie von der Verletzung von Jonas Kainzinger. Bis zu diesem Zeitpunkt brachte er unsere Offensive mit starken Paraden immer wieder zur Verzweiflung. Wir wünschen ihm eine schnelle und vollständige Genesung.“

Sebastian Fojcik (SVT II): „Ein bitterer Nachmittag. Wir mussten in der ersten Halbzeit bereits zweimal wechseln, was die Statik schon verändert hat. Zudem verletzt sich unsere Keeper ohne Gegnereinwirkung auch noch schwer. Aus der ersten halbwegs gefährlichen Situation kriegen wir das 0:1 und das macht etwas in den Köpfen. Erst nach dem 0:2 konnten wir wieder bessere Akzente setzen, da war das Spiel aber schon gelaufen. Wir müssen die Köpfe frei bekommen und die Situation, wie sie ist annehmen.“

SC Rapid Lübeck – TSV Lägerdorf 3:0 (3:0)

Christian Arp (SCR): „Wir sind gut und gierig in die Partie gekommen. Die Vorgaben wurden erfüllt und die schnelle Führung war nicht unverdient. Im Allgemeinen haben wir in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel gemacht. Wenn sie uns mit ihren zwei Stürmern zugestellt haben, haben wir auch da gute Lösungen gefunden. Zur Halbzeit hätte die Führung auch höher ausfallen können. In der zweiten Halbzeit haben wir uns leider zu sehr auf der Führung ausgeruht, wodurch Lägerdorf besser ins Spiel fand und unser Torwart zwei Mal glänzend pariert hat. Unterm Strich war es ein auch in der Höhe verdienter Sieg, wir müssen allerdings da hinkommen, auch über 90 Minuten eine konstant gute Leistung zu bringen.“

FC Dornbreite – VfB Lübeck II 3:4 (0:3)

Sascha Strehlau (FCD): „Wir liegen zur Halbzeit mit 0: 3 zurück, spielen dann ein sehr erwachsene und tolle zweite Hälfte, machen verdient das 3:3. Danach sind wir bei einer Standard nicht aufmerksam und verlieren 3:4. Kompliment an meine Jungs. Wir werden genau darauf aufbauen und uns in den nächsten Spielen mit Punkten belohnen.“

Oliver Stutzky (VfB II): „Die erste Halbzeit spielen wir sehr gut und effizient und lassen nichts zu. In der zweiten Halbzeit verlieren wir mit dem Elfmeter komplett den Faden und agieren etwas ängstlich. Das Tor zum 4:3 ist am Ende glücklich für uns.“

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Eichholzer SV – Ratzeburger SV 3:2 (2:1)

Kevin Berens (ESV): „Es war ein gelungener Auftakt gegen den Ratzeburger SV. Man hat beiden Teams noch angemerkt, dass die „spezielle“ Vorbereitung gerade erst vorbei ist – auf beiden Seiten war noch ordentlich Sand im Getriebe. Trotzdem haben wir uns einige gute Chancen herausgespielt, müssen vor dem Tor aber noch konsequenter werden. Wir wissen, dass noch Luft nach oben ist, daran werden wir in der Trainingswoche arbeiten. Auch wenn ich es eigentlich ungern anspreche: Beim Schiedsrichtergespann hatte man heute ebenfalls das Gefühl, dass Zweidrittel noch nicht wieder komplett aus der Winterpause zurück sind. Am Ende zählt aber der erste Heimdreier im Jahr 2026. Nächste Woche wollen wir gegen den FC Dornbreite, vor einem hoffentlich erneut gut gefülltem Pöbelberg, direkt nachlegen.“

Fabian Löchel (RSV): „Wir haben den Start ins Spiel ein wenig verschlafen, sind nach dem frühen Gegentor aber aufgewacht und haben gute offensive Akzente setzen können. Mit viel Leidenschaft und Aufwand haben wir uns ins Spiel zurück gearbeitet und uns gute Chancen erspielt. Mit mehr Konsequenz können wir ein, zwei Tore mehr machen. Haben andererseits aber auch in einigen Moment Glück gehabt, dass Eichholz das Tor nicht trifft. Ein Unentschieden wäre nicht unverdient gewesen.“

Der 21. Spieltag (7.-11.3.)

TSV Pansdorf – TuS Hartenholm 2:2
SC Rönnau – TSV Bargteheide 3:2
FC Fetih-Kisdorf – SV Todesfelde II 2:0
SC Rapid Lübeck – TSV Lägerdorf 3:0
FC Dornbreite – VfB Lübeck II 3:4
Eichholzer SV – Ratzeburger SV 3:2
SVT Bad Oldesloe – SV Eichede (So., 14 Uhr)
SSC Hagen Ahrensburg – VfR Horst (15 Uhr)

Schafft die VSG Lübeck den Doppel-Klassenerhalt?

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Bildquellen

  • Rönnau – Todesfelde II: Martin Bläsing/oH
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