
Lübeck – Der vorletzte Spieltag der Kreisliga Südost ist Geschichte und es gab mit der Vizemeisterschaft des TSV Pansdorf II bereits am Sonnabend eine weitere Entscheidung. Somit sollte es nur noch im Tabellenkeller spannend werden. Dort gab es in Gudow ein direktes Duell, in dem es mit dem Sieg der Lauenburger nochmal richtig eng im Keller geworden ist. Ansonsten gab es spannende Duelle in Schlutup und Travemünde, die jeweils keinen Sieger fanden, sowie zwei deutliche Auswärtssiege.
SV Azadi Lübeck II – SV Viktoria 08 1:5 (0:1)
Der SV Viktoria 08 wollte nach der 0:1-Niederlage gegen den TSV Eintracht Groß Grönau II beim SV Azadi Lübeck II ein anderes Gesicht zeigen. Die Mannschaft vom Koggenweg blieb vor dem Spiel siebenmal in Serie sieglos, sodass diese ebenfalls motiviert war. Personell sah es auf beiden Seiten nicht gerade gut aus. Die Ersatzbänke waren sehr leer, denn es fehlten die Alternativen. Viktoria machte das Spiel und kam bereits nach nicht einmal 120 Sekunden zur ersten Riesenchance. Lönne Christiansen lief allein auf das Tor zu, doch scheiterte am Keeper. Anschließend passierte relativ wenig, doch in der 18. Minute verpasste der Stürmer des SVV knapp. Azadi war zwar ebenfalls gefährlich, wobei die klaren Chancen noch ausblieben. Diese hatte eher der Gast, so war es immer wieder Christiansen, der für Gefahr sorgte. Noch fehlte ihm allerdings die Genauigkeit und das Glück im Abschluss, ein Problem, das sie bereits häufiger in dieser Saison begleitete. Die Führung der Gastmannschaft war längst überfällig, denn die Defensive des SV Azadi machte keine gute Figur. Ein katastrophaler Fehler in der Azadi-Abwehr bescherte Christiansen die vierte Riesenchance, doch wieder brachte der Unterschiedsspieler die Kugel nicht im Kasten unter.
Drei Minuten nach dieser Riesenchance sollte es allerdings klappen. Auf halblinks klärten die Platzherren nicht konsequent genug, sodass Lönne Christiansen (37.) den Ball nur noch einschieben musste. In der 45. Minute verpasste Moritz Mente nachzulegen. Mit dem Pausenpfiff wurde es dann allerdings auch mal auf der anderen Seite brandgefährlich. Nach einer Ecke köpfte der eigene Mann den Ball ans Lattenkreuz. So ging es mit 0:1 in die Pause, womit das Team von Awar Rashid sehr gut bedient war. Zur zweiten Hälfte sollte es aber deutlich gefährlicher werden. Alican Kaya belebte das Spiel auf der Außenbahn und auch Ramezan Hassan, der an diesem Sonntagmittag allerdings in mehreren vielversprechenden Situationen den Abschluss verpasste, sorgte immer wieder für Gefahr. Die erste Chance nach dem Seitenwechsel gehörte allerdings der Elf von Trainer Timur Akgün, doch Mente zog knapp am langen Eck vorbei. Zwei Minuten später tankte sich Christiansen dann stark auf außen durch, war zu schnell für Azad Baran, legte rüber, wo Adrian Heinz (54.) nur noch einschieben musste. Die Defensive des Aufsteigers war in der zweiten Hälfte überhaupt nicht mehr auf der Höhe, sodass nun nahezu im Minutentakt Gefahr im Sechzehner aufkam. Ein fahrlässiger Ballverlust sorgte dafür, dass Christiansen (58.) leichtes Spiel hatte. Im Anschluss blieben zwei weitere gute Gelegenheiten ungenutzt für das Team von der Falkenwiese.
19 Minuten vor dem Ende sollte Azadi zum Ehrentreffer kommen. Über links in Person von Alican Kaya ging es in die Box, dann kam der Ball in die Mitte zu Cüdie Cibrail (71.), der zunächst am Torhüter scheiterte, doch der zweite Versuch landete im Netz. Kurz darauf wurde es noch zwei weitere Male gefährlich, so traf die Zweitvertretung die Latte und auch 08-Keeper Gerlach musste einschreiten. Der zweite Treffer hätte hier fallen können, wenn nicht sogar müssen. Stattdessen schalteten die Gäste schnell um, doch Christiansen scheiterte. Immer wieder war es der Mittelstürmer, der für Gefahr sorgte. Zweimal sollte dieser noch treffen (74./87.), sodass der 5:1-Auswärtssieg perfekt war. Azadi konnte mit diesem Auftritt insgesamt nicht zufrieden sein. Erneut gab es nichts zu holen, diesmal sogar eine Niederlage, die noch hätte höher ausfallen können. Es war eine Partie, die bei etwas mehr Kaltschnäuzigkeit auch mit 3:8 oder 4:9 hätte enden können. Mann des Tages war trotz mehrerer vergebener Hundertprozentiger Lönne Christiansen, der dennoch mit vier Toren seine außergewöhnliche Qualität in dieser Liga unterstrich.
Awar Rashid (SV Azadi II): „Es hat heute einfach von vorne bis hinten nichts gestimmt. Schon am Anfang, dass der Torwart ausgewechselt werden musste und wir einen verletzten Spieler rein tun mussten. Zwei, drei angeschlagene Spieler, die heute gespielt haben. Wir arbeiten dran, für die neue Saison gucken wir, was für neue Spieler ranholen können, aber im Großen und Ganzen haben wir die Saison schon vorher abgeschlossen, weil wir nicht mehr absteigen oder aufsteigen können. Deswegen haben wir gesagt, bringen wir diese Saison jetzt zu Ende und gucken was ist.“
Timur Akgün (SV Viktoria 08):„Über 90 Minuten dominieren wir prinzipiell das Spiel und haben ganz klar mehr Ball,- und Spielanteile. Auch mehr Chancen, machen nur zu leichtsinnig zu wenig daraus. In der zweiten Halbzeit, im Gegensatz zur ersten, war Azadi viel gefährlicher. Da kamen sie über die Außen, haben drei, vier Chancen, aber machen einen rein. Wir hatten ins Gesamt betrachtet Hochkaräter dabei, müssen deutlich mehr Tore schießen und stehen defensiv über die 90 Minuten gut. Glückwunsch an meine Mannschaft, die auch in der Höhe, verdient gewinnt.
TSV Travemünde – Eichholzer SV II 2:2 (0:1)
Zwei formstarke Mannschaften duellierten sich am Sonntagmittag an der Ivendorfer Landstraße. Der TSV Travemünde empfing mit fünf Siegen in Serie, in denen jeweils auch fünf Treffer erzielt wurden, den seit 13 Spielen ungeschlagenen Eichholzer SV II. Es war ein spannendes Spiel zu erwarten zweier Tabellennachbarn. Der Fünfte empfing den Vierten, doch beide Teams trennen zehn Punkte. Travemünde vertraute auf das gewohnte System, in dem die beiden Brüder Lennard und Louis Prüßmann die Doppelspitze bildeten. Bevor der Ball allerdings rollte, sollte es die ein oder andere Verabschiedung geben. Gleich drei Spieler verlassen den TSV, doch ein anderer sollte an diesem Tag zum letzten Mal in seiner langen Karriere ein Spiel begleiten. August-Wilhelm Geißelbrecht begann mit 49 Jahren seine Laufbahn als aktiver Schiedsrichter und stand nun nach 25 Jahren im Alter von 74 Jahren zum letzten Mal an der Seitenlinie. Eine echte Legende wurde daher verabschiedet und erhielt seinen verdienten, tobenden Applaus von den Mannschaften und Spielern.
Dann rollte der Ball und es sollte nicht lange dauern, bis der erste Treffer fiel. Tobias Lüth unterlief ein schwerwiegender Fehlpass, den Ole Rüdiger gut abfing. Anschließend bediente er den in der Mitte freistehenden Maik Germann (3.), der mit dem ersten Schuss im Spiel zur Führung der Gäste traf. Früh gab es den Schock für die Monte-Kicker, die im Anschluss allerdings das Spiel bestimmten. Mit Ballbesitzvorteilen, doch vielen langen Bällen, sollte es gefährlich ins letzte Drittel gehen. Trainer Christian Jetz forderte nach den ersten Minuten mehr Bissigkeit von seinen Jungs und diese bekam er. In der achten Minute zog Furkan Dogan mal ab, doch Marco Hentschel kratzte diesen Abschluss sehenswert heraus. Es war die beste Chance der ersten Hälfte, denn ansonsten gab es viele Halbchancen, wie die Abschlüsse von Kanehl oder aber Rockrohr. Auf der Gegenseite gab es Abschlüsse des Torschützen sowie von Caspar Stark, der ein herausragendes Spiel ablieferte. Zur Pause stand es dennoch 0:1. Travemünde hatte minimal ein Chancenplus, doch verzeichnete bis auf die Dogan-Chance wenig Zwingendes. Eichholz nahm das Geschenk in der dritten Minute dankend an und hatte anschließend Halbchancen.
Im zweiten Durchgang blieb es dabei, dass Travemünde mehr vom Spiel hatte und nun auch die etwas klareren Chancen. So verpasste Kanehl fünf Minuten nach Wiederbeginn. Auf der anderen Seite sollte es dann allerdings einmal brandgefährlich werden. Caspar Stark erlief einen Rückpass, spitzelte den Ball an Robin Fehrs vorbei, doch bekam die Kugel nicht auf das Tor. Der Winkel wurde zu spitz. Im Anschluss rettete Gästekeeper Hentschel sowohl gegen Schönknecht als auch Rockrohr. Der Ausgleich lag durchaus in der Luft, doch stattdessen klingelte es auf der anderen Seite. Eine starke Aktion von Stark wurde mit dem 2:0 belohnt (61.). Dies kam relativ aus dem Nichts, doch der Aufsteiger war einfach effizienter bis hierhin. Im Anschluss gab es dann einen Aufreger im Strafraum der Hausherren, als der Ball an die Hand eines Travemünders ging. Der Schiedsrichter entschied sich allerdings gegen einen Handelfmeter. Glück für die Monte-Kicker, die im Anschluss wieder zu Abschlüssen kamen. Man wollte unbedingt den Anschlusstreffer, doch man nutzte die Gelegenheiten nicht. So musste ein Standard her, den letztlich Jan Luca Behnke (77.) in seinem letzten Heimspiel für den TSV über die Linie drückte. Der verdiente Anschluss fiel und nun warf man alles nach vorne. Dogan scheiterte per Freistoß an Hentschel und auch der völlig blanke Prüßmann verpasste. Die Zeit lief runter und von den fünf Minuten Nachspielzeit waren erst drei rum. Eichholz sehnte sich nach Kräften, verteidigte einen Ball zunächst, doch dann kam der Ball zu Felix Rockrohr (93.), der die Kugel aus über 20 Metern direkt nahm und sehenswert versenkte. Es war ein Traumtor, das die Monte-Kicker zum Toben brachte. Der Ausgleich war durchaus verdient und sie wollten mehr. Louis Prüßmann köpfte den Ball in der 96. Minute nochmal auf Hentschel, doch ohne dabei gefährlich zu werden. So war kurz danach Schluss und die Mannschaften teilten sich die Punkte. Nach Abpfiff wurde es nochmals hitzig, nachdem ESV-Spieler Dominik Rudnik die Rote Karte sah. Eine Beleidigung gegenüber des Unparteiischen sollte der Grund sein. Man haderte insgesamt mit einigen Schiedsrichterentscheidungen, vor allem in den letzten 30 Minuten.
Christian Jetz (TSV Travemünde): „Der Spielverlauf ist für uns ein bisschen unglücklich. Wieder einmal müssen wir im gesamten Verlauf des Spiels deutlich mehr treffen als zweimal. Es ist der entscheidende Grund, warum wir Unentschieden gespielt haben. Die beiden Tore am Ende waren natürlich sehr sehenswert, schön und haben auch die richtigen Personen getroffen, das haben sie sich verdient. Ich freue mich vor allem für Janni, der nach dieser Saison zu Lübeck 1876 geht. Grundsätzlich haben wir gegen eine Top-Mannschaft gespielt und waren die bessere.“
Stephan Lindhoff (Eichholzer SV II): „Ich glaube, es ist nachher auch ein gerechtes Unentschieden. Ich fand, in der ersten Halbzeit hatte Travemünde eine richtige Torchance, die sie nicht machen. Wir machen das Tor, glücklich auch nach einem individuellen Fehler von denen. Dann haben wir auch zwei, drei gute Chancen, um mit 2:0 in die Pause zu gehen. Zweite Halbzeit machen wir mehr oder weniger aus dem Nichts das zweite Tor. Dann war Travemünde auch am Drücker, das ist natürlich auch eine gute Mannschaft. Man merkt, es ist überall so ein bisschen die Luft raus, die Saison ist lang gewesen. Hier einen Punkt mitgenommen, im Vorfeld wäre das absolut okay gewesen, jetzt vom Spielverlauf können wir von einem glücklichen Punkt sprechen, aber den nehmen wir gerne mit.“
TSV Schlutup – SG Reinfeld/Kronsforde 2:2 (0:1)
Der TSV Schlutup musste sich noch vor dem Anpfiff von den letzten kleinen Aufstiegsträumen verabschieden. Durch den Sieg des TSV Pansdorf II am Sonnabend war der zweite Platz nicht mehr erreichbar, sodass feststand, dass die Mannschaft von Christian Clasen die Spielzeit auf Rang Drei beenden würde. Das große Ziel wurde somit verpasst, wodurch das Heimspiel gegen den Meister SG Reinfeld/Kronsforde nur noch eines um die goldene Ananas war. Reinfeld wollte nach der Heimniederlage gegen Pansdorf wieder punkten, doch wusste auch, dass eine offensivstarke Mannschaft ihnen gegenübersteht. Dementsprechend agierte Reinfeld deutlich tiefstehender als gewohnt. Man wollte kein großes Risiko gehen, doch brauchte etwas, um sich an diese ungewohnten Abläufe zu gewöhnen. Defensiv ließ Reinfeld/Kronsforde wenig zu und nach vorne waren es mehrere gute Umschaltmomente. Einen davon nutzte Marcel Dankert (30.), der in die Startelf zurückkehrte. Zudem scheiterte man einmal an Marian Draguhn im Eins-gegen-Eins sowie zweimal flog die Kugel am Tor vorbei.
Nach dem Seitenwechsel tat sich der Gast schwerer, denn man verlor etwas den Faden. Die gewohnt gefährlichen langen Bälle des TSV Schlutup führten zunächst zum Ausgleich durch Philip Stellmacher (55.) und acht Minuten später sogar zur Führung durch Alexander Lage (63.). Kurz darauf verpasste man gegen den stark reagierenden Linus Thümen sogar den dritten Treffer. Reinfeld schüttelte sich anschließend und fand zurück ins Spiel. Dabei half auch eine Gelb-Rote Karte für Lars Steinhauer wegen eines Offensivfouls am Gästekeeper durchaus. Joker Luis Mickeleit (84.) traf und im Anschluss ließ die SG noch zwei gute Gelegenheiten auf den Sieg liegen. In Unterzahl kam allerdings auch die Heimelf, die ein richtig starkes Spiel ablieferte, nochmal zu zwei Chancen, wo man die Umschaltmomente allerdings nicht mit dem dritten Treffer krönte. So gab es nach 90 Minuten ein 2:2-Unentschieden. Für den Meister war es das erste Remis in dieser Saison. Beide Mannschaften werden die Saison auf dem aktuellen Platz beenden.
Christian Clasen (TSV Schlutup): „Überragende Mannschaftsleistung!! Dass wir heute nicht als Sieger den Platz verlassen, liegt einzig an der Chancenverwertung. Wir haben das Spiel nahezu 90 Minuten im Griff und machen wieder die einfachen Tore nicht. Selbst als wir in Unterzahl spielen, laufen wir noch zwei Mal mit drei gegen eins auf das Tor zu und machen leider beide Male das Tor nicht. Trotz allem war es die absolut beste Saisonleistung. Wir gratulieren Reinfeld zur Meisterschaft und Pansdorf zum 2ten Platz. Nächste Woche Abschluss in 76, wir haben eine sehr gute Saison gespielt, auch wenn es nicht zum Aufstieg gereicht hat. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und freue mich bereits heute auf die neue Saison. NUR DER TSV!!!“
Jakob Finnern (Reinfeld/Kronsforde): „Wir standen in der ersten Halbzeit ein wenig tiefer als gewohnt, es hat gut zehn Minuten gedauert, bis wir in die Abläufe kamen, dann haben wir das aber sehr gut gemacht. Wir haben wenig zugelassen und kamen zu vier sehr guten Umschaltaktionen. Eine haben wir genutzt, einmal hält der Torwart im 1vs1 und zwei Mal kriegen wir den Ball leider nur neben das Tor. In der zweiten Halbzeit verlieren wir ein wenig die Kontrolle und kassieren nach zwei langen Bällen zwei Gegentore, in dieser Phase hält Linus uns einmal auch sehr gut im Spiel. Danach kommen wir wieder besser rein und spätestens durch die rote Karte kippt das Spiel komplett zu uns. Wir machen den verdienten Ausgleich und haben noch zwei Hochkaräter, die wir nicht nutzen. Schlutup hat auch noch zwei Kontersituationen, die sie nicht sauber ausspielen. Am Ende ein Unentschieden, wo mehr drin gewesen wäre.“
TSV Gudow – VfL Vorwerk 1:0 (0:0)
Mehr Abstiegskampf geht wohl kaum als am gestrigen Sonntagnachmittag am Segrahner Berg. Der TSV Gudow empfing als Tabellenschlusslicht den VfL Vorwerk. Beide Mannschaften haben nach der Winterpause mehr als nur Lebenszeichen gesetzt und sich aus einer für viele bereits aussichtslosen Lage befreit. So können beide in den letzten Spielen noch vom Klassenerhalt träumen. Damit dieser Traum allerdings nicht zwei Spiele vor Schluss platzen würde, brauchte die Heimelf dringend einen Dreier. Alles andere würde den Abstieg bedeuten. Die Bedeutung dieser Partie war also klar. Im Hinspiel setzte sich Vorwerk spät mit 2:1 zu Hause durch, doch die Heimstärke Gudows ist in dieser Liga mittlerweile bekannt. Personell stand zwar nicht unbedingt ein breiter, doch dennoch gut besetzter Kader zur Verfügung. Vor allem das Comeback von Lennart Burmeister, der in den vergangenen Wochen pausieren musste, sollte enorm wichtig für das Team von Marcel Schaper sein.
Vorwerk kam mit einer deutlichen 0:5-Pleite aus der Vorwoche gegen den TSV Travemünde im Gepäck. Dort schwanden die Kräfte nach der Pause, sodass man dem Gegner kaum noch etwas entgegensetzen konnte. Nun wollte man den zweiten Auswärtssieg einfahren und an das Spiel in Rethwisch anknüpfen. Den Kampf in doppelter Unterzahl brauchte es, um in diesem wichtigen Kellerduell zu bestehen. Früh gab es die erste gute Chance für die Lübecker, nachdem ein Kopfball über den herauseilenden Keeper Jan Ulrich an den Pfosten prallte. Da fehlte nicht viel. Im Anschluss sollte es allerdings ein Spiel werden, in dem die Hausherren die Kontrolle hatten. Ab der Mittellinie eroberte man die Bälle, doch Ungenauigkeiten verhinderten, dass man aus diesen klare Chancen kreierte. Dennoch gab es Möglichkeiten für den TSV, die beste war dabei sicherlich ein Tiefenball zu Lennart Burmeister, der im Eins-gegen-Eins am Torhüter scheiterte. So ging es torlos in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel war es das gleiche Bild. Gudow war griffiger, war besser im Spiel, doch traf nun auch. Hendrik Burmeister bediente Lennart Burmeister (51.) mit einem Tiefenball und anschließend umkurvte der Stürmer David Pioro und traf zur Führung. Großer Jubel brach beim Schlusslicht aus, das in der Live-Tabelle nur noch einen Punkt vom Gegner entfernt war. Der Klassenerhalt war plötzlich einen großen Schritt näher gekommen, doch es blieben noch über 35 Minuten. In diesen änderte sich das Bild nicht mehr, sodass Gudow das Spiel im Griff hatte, doch es auf beiden Seiten wenig Gefahr gab. Erst kurz vor dem Ende gab es nochmal die Möglichkeit, den Segrahner Berg zum Toben zu bringen, doch Joker Niko Kröger traf aufgrund eines Lochs im Rasen den Ball nicht. So blieb es beim 1:0, denn die Mannschaft von Marcel Schaper ließ nichts anbrennen. Somit wurden die wichtigen drei Punkte eingefahren. Man steht nun mit einem Punkt weniger direkt hinter dem jüngsten Gegner, doch beide haben noch zwei Spiele vor der Brust. Am Dienstagabend spielt Vorwerk zu Hause gegen den formstarken ATSV Stockelsdorf. Am Folgetag gastieren die Lauenburger bei Groß Grönau II, die im neuen Jahr nur drei Punkte holten. Es wird also nochmal richtig spannend im Keller.
Marcel Schaper (TSV Gudow): „Glückwunsch an meine Jungs und danke an Vorwerk für das faire Spiel. Die drei Punkte bleiben völlig verdient in Gudow. Zu Beginn laden wir Vorwerk nach einem Kopfball beim Rauslaufen von Ulle einmal ein, zu unserem Glück wird die Einladung an den Außenpfosten gesetzt. Anschließend bestimmen wir das Spiel, nutzen unsere Ballgewinne an der Mittellinie aber zu inkonsequent mit ungenauen Pässen. Einmal haben wir vor der Pause einen tiefen Ball auf Lennart, den der Torwart im 1:1 hält. Zweite Hälfte ein ähnliches Bild, nach schönem Pass von Bommel nutzt Lennart diesmal die Chance und umkurvt eiskalt den Torwart.
Im weiteren Verlauf ähnliches Bild wie in Halbzeit eins, wenig Torgefahr auf beiden Seiten. Kurz vor Schluss legt Julian noch scharf auf Niko quer, der den Ball durch ein Loch im Platz nicht trifft.
Am Ende brennt nichts mehr an und wir gewinnen verdient 1:0.“
Michael Weiss (VfL Vorwerk): „Heute brauchen wir nichts schönreden. Es war ein Endspiel und das haben wir nicht angenommen und uns einfach nie in richtige Positionen gebracht, um heute was Zählbares mitzunehmen. Wir müssen Gudow schnell aus den Köpfen bekommen und Dienstag haben wir die nächste Chance, Punkte auf der Habenseite zu bekommen.“
VfL Rethwisch – TSV Kücknitz 1:4 (1:4)
Es ging um nicht mehr viel am Buchrader Weg. Der VfL Rethwisch empfing den TSV Kücknitz und beide werden die Saison ohne Sorgen, doch auch ohne Ambitionen beenden. Dennoch wollten die Stormarner eine enttäuschende Rückrunde mit einem guten Gefühl beenden. Die Anfangsphase ging allerdings an die Gastmannschaft aus Lübeck, die nach einer Viertelstunde durch Kevin Bohnsack (16.) in Führung ging. Kurz darauf verpasste Fatih Katran knapp, doch nur eine Minute später köpfte dieser (21.) ein. Es ging nun Schlag auf Schlag, denn nur kurz danach kam ein Chip-Ball von Julian Müller, den Sean Cekim (24.) über die Linie drückte. So stand es früh 3:0 und es deutete sich eine weitere Niederlage des VfL Rethwisch an. Die Heimmannschaft kam durch Rene Bossert (40.) allerdings zurück ins Spiel, doch nur wenige Minuten später sollte Tyler Groß (43.) zunächst an Chylla scheitern, doch den zweiten Ball im Tor unterbringen. So stand es zur Pause bereits 1:4, sodass die Partie entschieden schien. Kücknitz schaltete nach dem Seitenwechsel mehrere Gänge zurück, doch ließ auch nichts anbrennen. So gab es erneut eine Niederlage für die Mannschaft von Malte Gerich, die sich glücklich schätzen kann, dass die Saison am kommenden Wochenende beendet wird.
Malte Gerich (VfL Rethwisch): „Ein Spiel, wo wir es dem Gegner zu leicht gemacht haben, Tore zu schießen und wir machen zu wenig aus unseren Chancen.“
Oliver Krause (TSV Kücknitz): „Wir waren zu Gast in Rethwisch und wollten von Beginn an Druck auf den Gegner ausüben, was uns richtig gut gelungen ist. Nach 15 Minuten gehen wir nach guter Kombination verdient in Führung. Bis zur Pause konnten wir eine 4:1-Führung herausspielen. In der ersten Halbzeit haben wir ein richtig gutes Spiel gezeigt und Rethwisch kaum Ruhephasen gegönnt. Nach der Pause schalten wir zwei Gänge zurück, ohne jedoch in Gefahr zu geraten. So fahren wir einen ungefährdeten Auswärtssieg ein und bereiten uns nun auf das letzte Spiel der Saison vor. Denn das letzte Spiel hat es mit dem TSV Travemünde nochmal in sich. Vielen Dank wieder für die zahlreiche Unterstützung unserer Fangemeinde.“
Der 29. Spieltag
SG Breitenfelde/Mölln – ATSV Stockelsdorf 3:4
Groß Grönau II – Fortuna St. Jürgen 1:5
TSV Pansdorf II – Lübeck 1876 2:1
SV Azadi II – SV Viktoria 08 1:5
TSV Travemünde – Eichholzer SV II 2:2
TSV Schlutup – SG Reinfeld/Kronsforde 2:2
TSV Gudow – VfL Vorwerk 1:0
VfL Rethwisch – TSV Kücknitz 1:4






