
Lübeck – Der SV Viktoria 08 hatte in diesem Sommer einige schmerzliche Abgänge zu verkraften. Gleich mehrere Leistungsträger haben den Verein verlassen, sodass man nachlegen musste. Vor allem auf Spielern der Zweiten liegt die Hoffnung, doch klar ist auch, dass die Unterschiedsspieler der vergangenen Saison nicht so einfach zu ersetzen sind. Dass dies eins zu eins nicht möglich ist, weiß man auch an der Falkenwiese, dennoch ist man zuversichtlich.
Personelle Ausfälle plagen Viktoria
In der vergangenen Saison war das große Problem des SV Viktoria 08 die Konstanz. Man hatte zu viele Schwankungen in den Ergebnissen, sodass auf Siege zu oft wieder Niederlagen folgten. Vor allem die Ausfälle von Leistungsträgern wie Lönne Christiansen machten sich bemerkbar und auch die Kaderbreite stellte das Trainerteam mehrfach vor Herausforderungen. Am Ende der Saison stand ein achter Tabellenplatz mit 43 Punkten auf der Abrechnung, doch Potenzial für mehr war sicherlich da. Der ungeliebte Herbst, in dem viele Studenten fehlen, machte auch in der abgelaufenen Spielzeit keinen Halt vor Viktoria, sodass sich die Ausfälle häuften. Nach gutem Start zeigte daher der Trend stark nach unten, sodass man zwischenzeitlich sogar auf Rang elf abrutschte. Das große Problem war dabei die Anzahl an Gegentoren, denn 49 Stück waren einfach zu viele.
Leistungsträger verlassen 08
Nun geht der Blick auf die neue Saison, doch in dieser wird es wohl alles andere als einfach. Mit Lönne Christiansen, Wilhelm Citea, Daniel Scheuermann und Moritz Mente haben gleich vier Stamm- und Schlüsselspieler die 08er verlassen. Das Quartett war unumstritten gesetzt in der ersten Elf. Ob man es eins zu eins ersetzen kann, ist fraglich, denn vor allem Christiansen, der mit seinen Fähigkeiten nicht nur für 20 Tore sorgte, sondern schon fast im Alleingang die Offensive des SVV belebte, wird man nicht ersetzen können. Die Hoffnung dabei liegt dennoch auf einem Stürmer, der genau weiß, wo das Tor steht. Tilo Karsten ist aus der Zweiten aufgerückt und soll mit einer Bilanz von 19 Treffern in der Kreisklasse A der neue Torjäger der Ersten werden. In der Vorbereitung lief es bei ihm allerdings noch sehr schleppend. Hinzu kamen einige weitere Spieler aus der Zweiten, wie Lukas Rauch, der sich bereits als Ersatz für den nach Travemünde gewechselten Wilhelm Citea herauskristallisierte. Auch aus der A-Jugend begrüßte man neue, frische Kräfte, sodass der Kader nochmals enorm verjüngt wurde. Externe Neue gab es zwei, wobei vor allem Franz Mastall bereits auf sich aufmerksam machte.
Luft nach oben in der Offensive
Die Vorbereitung an der Falkenwiese umfasste neben einigen Einheiten auch zwei Testspiele, die sehr unterschiedlich liefen. Zum Start traf man auf den Ligakonkurrenten SV Azadi Lübeck II, gegen den man sich dank zweier später Treffer mit 3:1 durchsetzte. Über die 90 Minuten war Viktoria dabei die aktivere Mannschaft, sodass der Sieg in Ordnung ging. Dennoch sah das Trainerteam auch bei diesem Spiel noch viel Luft nach oben. Im zweiten und bis dato letzten Test musste sich der Kreisligist mit 1:2 geschlagen geben. Gegen AKM Lübeck kassierte Viktoria ein Gegentor vor sowie eines nach der Pause, sodass man einem 0:2-Rückstand hinterherlief. Die Offensive konnte sich nicht wie erhofft entfalten, auch nicht der pfeilschnelle Louis Ibellow, auf dem große Hoffnungen im Offensivspiel liegen. Es lief noch nicht alles perfekt in den Testspielen und dennoch war die Vorbereitung für Trainer Timur Akgün zufriedenstellend. Dies lag vor allem daran, dass man die Schwerpunkte auf etwas ganz Bestimmtes legte: „Die Vorbereitung läuft nach Plan, Schwerpunkt dieses Jahr ist das Verständnis füreinander auf und neben dem Platz.“
Es braucht Geduld
Bei vielen Neuzugängen, auch wenn ein großer Teil schon aus dem Verein kam, wird das Verständnis definitiv brauchen. Die fußballerischen Fähigkeiten sind ohne Frage vorhanden, doch nun müssen die Abläufe noch mehr passen. Daher muss man an der Falkenwiese geduldig sein. Dennoch nimmt man sich einiges vor: „Unser Ziel wird es sein, viele Mannschaften zu ärgern und dabei uns selbst nicht zu vernachlässigen.“ Tabellarisch hofft man auf eine Verbesserung, sodass man insbesondere Rang sechs anvisiert. Dies soll weiterhin mit aktivem Fußball gelingen, denn auch in der kommenden Spielzeit möchte die Akgün-Elf mit Begeisterung am Ball glänzen.
Kreisligist möchte nicht mehr unterbesetzt antreten
Für die neue Saison hofft man vor allem darauf, dass es personell besser aussieht als oft in den vergangenen Monaten. Dazu sagt Akgün: „Klar ist in diesem Jahr, dass wir auch wenn einige Spieler immer mal fehlen werden, wir aus der Breite der Mannschaft Kraft und Stärke schöpfen, um kein Spiel unterbesetzt zu bestreiten.“ Dies war vergangenes Jahr immer mal wieder der Fall. Nun soll der Start in die Saison bereits positiv gestaltet werden. Zum Auftakt gastiert man beim TSV Travemünde, bevor die Duelle mit Eichholz II (H), Breitenfelde/Mölln (A), SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg (H) und Fortuna St. Jürgen (A) warten. Der Start hat es absolut in sich, denn man trifft zum Start auf gleich vier Mannschaften, die potenziell in Richtung Top Fünf schauen. Zudem wartet eine eingespielte Mannschaft von Fortuna St. Jürgen, gegen die Viktoria in der vergangenen Saison keine gute Figur machte.










