Nach zweigeteilter Sommervorbereitung: TSV Kücknitz hat die Top-Fünf im Visier

TSV Kücknitz möchte sich zur vergangenen Saison steigern.

Maurice Maletzki ist der Top-Transfer am Roten Hahn. Foto: Lobeca/Niklas Runne
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Lübeck – Der TSV Kücknitz belegte in der abgelaufenen Saison den siebten Tabellenplatz in der Kreisliga Südost. Insgesamt standen am Ende 49 Punkte auf dem Konto der Mannschaft vom Roten Hahn, doch die fehlende Konstanz sowie zu viele Spiele, in denen man sich selbst schwächte, verhinderten ein besseres Abschneiden. Nun geht der Blick nach vorne und man hat den Kader nochmals verstärken können. Zwar verließ ein wichtiger Spieler die Lübecker in Richtung Verbandsliga, doch dafür hat man vor allem mit der Neuverpflichtung eines erfahrenen Offensivspielers ein Ausrufezeichen gesetzt.

Platz Sieben, doch Potenzial für mehr

Im zweiten Kreisligajahr nach dem Aufstieg gab es für den TSV Kücknitz nach Rang acht im Vorjahr nun den siebten Platz. Mit 49 Punkten und somit genauso vielen wie der sechstplatzierte Breitenfelde/Mölln hat man eine Platzierung im oberen Drittel knapp verpasst. Dabei war die Qualität im Kader hoch und auch die Leistungen oftmals nicht schlecht. Dennoch haderte man zu oft mit der Konstanz und schaffte es nicht, sich für gute Auftritte zu belohnen. So kassierte man einfach zu viele Gegentreffer mit 69 Stück und schwächte sich zudem oftmals selbst. Die Fairnesstabelle zeigte dies klar auf, denn 78 Gelben Karten stehen je fünf Gelb-Rote sowie Rote Karten gegenüber. Ein Vorteil ist dies keineswegs, sodass man durchaus sagen kann, dass dies den ein oder anderen Punkt gekostet hatte. Hervorheben muss man klar, dass in der Offensive kaum Abhängigkeit von einem einzelnen Spieler bestand. So trafen drei Spieler zehnmal oder häufiger und auch Fatih Katran war achtmal erfolgreich. Die Offensive war daher auf allen Positionen torgefährlich.

Top-Transfer für die Offensive

Nun gab es personell mit Mika Gosch, einem der besagten drei Torschützen, die mindestens zehnfach trafen, einen bitteren Abgang. Den Außenspieler zog es zur SG Reinfeld/Kronsforde, dem Meister und Aufsteiger in die Verbandsliga. Ansonsten muss man kaum Abgänge hinnehmen. Dafür freut man sich allerdings auf personelle Verstärkungen. Dabei ist vor allem ein Neuzugang zu nennen, der als echter Transfercoup gilt. Maurice Maletzki bringt höherklassige Erfahrung mit, aus Stationen wie bei Phönix Lübeck, Sereetzer SV oder aber dem SV Preußen Reinfeld, wo er zuletzt aktiv war. Er pausierte allerdings, sodass er es etwas ruhiger angehen ließ, doch nun zurückkehrt. Für den TSV Kücknitz ist der Offensivspieler ein Glücksgriff, denn trotz seines Alters ist Maletzki ein Spieler, der den Unterschied machen kann. Seine Technik und vor allem sein Abschluss bringen nochmals mehr Qualität in den Angriff der Kücknitzer. Doch auch menschlich kann er helfen, denn mit seiner Erfahrung und Ruhe könnte er jüngeren Spielern helfen. Von diesen bekam man nämlich ebenfalls noch einige dazu, die für mehr Optionen im Kader sorgen.

Zweigeteilte Vorbereitung

Die Vorbereitung am Roten Hahn begann bereits sehr früh, denn man wollte die Urlaubsphase im Juli einkalkulieren. Daher traf man sich bewusst frühzeitig, noch vor Ferienbeginn, um sich intensiv vorzubereiten. Man absolvierte mehrere Testspiele, gewann dabei sowohl gegen den SC Rapid Lübeck II (7:3) als auch gegen AKM Lübeck (7:0). 14:0 Tore aus zwei Spielen zeigen, trotz unterklassiger Gegner, klar auf, wo die Stärken des TSV liegen. Die Offensive funktioniert und auch Neuzugang Maletzki brauchte keine lange Eingewöhnungszeit. Sechs der 14 Treffer gingen auf das Konto des neuen Offensivspielers. Im Anschluss wurde die Vorbereitung pausiert. Viele Urlauber waren der Grund, doch dies sollte keineswegs bedeuten, dass man sich nun komplett ausruht. Es gab Laufpläne mit, sodass sich individuell fit gehalten wurde. Die Pause ist nun seit zwei Wochen allerdings vorbei und es geht in die Schlussphase der Sommervorbereitung. In dieser setzte man mit einem 3:2-Testspielsieg bei Landesligist SVT Bad Oldesloe ein Ausrufezeichen. Zuletzt musste man sich in der Generalprobe vor dem Ligastart allerdings deutlich mit 0:5 geschlagen geben. Um diesen Test gegen Verbandsligist Eintracht Groß Grönau herum gab es zwei „Gemeinschaftstage“, in denen trainiert, doch auch das Kollektiv gestärkt wurde. Zur Vorbereitung sagte Trainer Mirco Groß: „Unsere Vorbereitung verlief insgesamt sehr positiv. Die Trainingsbeteiligung lag bei knapp 90 Prozent. Wir sind bewusst früh gestartet, um ausreichend Zeit zu haben, an unseren Defiziten zu arbeiten. Die Jungs haben für ihren Urlaub individuelle Laufpläne bekommen und sind nun seit anderthalb Wochen wieder voll im Training. Auch die Testspiele waren gut. Die Ergebnisse sind für mich dabei eher zweitrangig – wichtiger war, dass wir viele Dinge umsetzen konnten, die wir uns vorgenommen hatten. Leider mussten wir früh auf Colin und Sean verzichten, die sich beide eine Bänderverletzung zugezogen haben.“

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Der TSV Kücknitz hat die Vorbereitung in zwei Teile geteilt.. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Top-Fünf das Ziel

Durch die Verstärkungen, doch auch das Potenzial, das ohnehin im Team steckt, peilt man eine tabellarische Verbesserung in der kommenden Saison an. Man möchte das obere Drittel angreifen, wozu der Cheftrainer sagt: „Unser Ziel ist ein Platz unter den Top Fünf.“ Dies ist ein realistisches Ziel, das allerdings alles andere als ein Selbstgänger werden wird. Es könnte nochmals ausgeglichener in der oberen Tabellenhälfte werden, zudem gewann die Liga nochmal an Qualität dazu. Es gibt klare Punkte, die verbessert werden sollen beziehungsweise wo man sich zuversichtlich zeigt, dass diese Probleme in der kommenden Spielzeit abgestellt werden. Groß nennt diese: „Unser größtes Manko war in der vergangenen Saison die fehlende Kaderbreite (verletzungsbedingt) und die mangelnde Fitness nach einer katastrophalen Vorbereitung. Viele Spiele haben wir in der Schlussphase noch aus der Hand gegeben, weil uns einfach die Luft fehlte. Ich bin überzeugt, dass uns das in dieser Saison nicht noch einmal passieren wird.“ Man möchte fitter werden, um die Leistung konstant über mindestens 90 Minuten auf den Rasen zu bekommen.

Anfangsprogramm hat es in Sich

Die Liga startet für Kücknitz nicht einfach, denn zum Start trifft man auf den Titelfavoriten Eichholzer SV II. Es ist ein echter Hammer-Start, wo man direkt zu sehen bekommt, wie weit man ist. Die Generalprobe wurde verpatzt, doch ist auch nicht überzubewerten. Wichtig ist, dass man gut in die Saison startet. Vergangenes Jahr entschied man sich, die ersten Spiele allesamt zu verlegen. In diesem Jahr ist dies nicht der Fall, sodass es ab kommendem Sonnabend ernst wird. Nach dem Start an der Guerickestraße erfolgt der Heimspielauftakt gegen die SG Breitenfelde/Mölln. Anschließend geht es zur SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg. Gleich drei Mannschaften, die viele im oberen Drittel einschätzen, warten zum Start. Dieser hat es somit direkt in sich, bevor der SV Fortuna St. Jürgen kommt. In dieser Saison hat man wieder eine klare Vorstellung, wie man fußballerisch agieren möchte. Zu dieser sagte Groß: „Wir haben eine klare Idee, wie wir Fußball spielen wollen. Das hat in der vergangenen Saison phasenweise sehr gut funktioniert und uns auch erfolgreich gemacht. Manchmal ist uns dieser Spielstil aber auch um die Ohren geflogen. Das gehört dazu – aus solchen Situationen lernt man und kann sich weiterentwickeln. Hoch und weit ist nicht der Fußball, den ich mag.“

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