
Hamburg – Der FC St. Pauli hat auf den personellen Umbruch im zentralen Mittelfeld reagiert und sich mit Gísli Thórdarson verstärkt. Der 21-jährige Isländer kommt auf Leihbasis mit Kaufoption vom polnischen Meister Lech Posen ans Millerntor. Nach den Abgängen von Jackson Irvine und James Sands sowie der unklaren Zukunft von Eric Smith und Joel Fujita soll der Nationalspieler eine wichtige Rolle im Zentrum übernehmen.
Erfolgreicher Weg über Island, Italien und Polen
Thórdarson wurde bei Breidablik in Island ausgebildet, wechselte bereits als Jugendlicher zum FC Bologna und kehrte anschließend in seine Heimat zu Vikingur Reykjavik zurück. Dort gewann er die isländische Meisterschaft sowie zweimal den Pokal. Anfang 2025 folgte der Wechsel zum polnischen Spitzenclub Lech Posen, mit dem er die Meisterschaft gewann und zudem internationale Erfahrung in der UEFA Conference League sammelte. Für die isländische A-Nationalmannschaft absolvierte der 21-Jährige bereits vier Länderspiele.
Stärken liegen in Technik und Dynamik
Der 1,91 Meter große Mittelfeldspieler gilt als technisch sauber ausgebildeter und laufstarker Sechser. Besonders seine Dynamik, sein erster Kontakt und seine Fähigkeit, auch unter Druck Lösungen zu finden, werden hervorgehoben. Gleichzeitig besitzt er einen starken Vorwärtsdrang und überzeugt im Eins-gegen-Eins sowie durch eine außergewöhnlich hohe Zweikampfquote. Trotz seiner Größe ist Thórdarson agil und beweglich, was ihn zu einem modernen zentralen Mittelfeldspieler macht. Verbesserungspotenzial gibt es allerdings noch. Vor allem das Stellungsspiel und die Entscheidungsfindung gegen den Ball gelten als ausbaufähig.
Bornemann und Rapp überzeugt
Sportchef Andreas Bornemann sieht in dem Isländer einen Spieler mit großem Potenzial: „Gisli hat bereits in jungen Jahren einige Erfahrung gesammelt, auch international. Er ist ein körperlich robuster Mittelfeldspieler, der klug Räume erkennt und sowohl mit als auch gegen den Ball strukturiert agiert. Zudem sehen wir bei ihm weiteres Entwicklungspotenzial.“
Cheftrainer Marcel Rapp ergänzt: „Gisli orientiert sich sehr gut, schirmt den Ball mit seinem Körper ab und findet auch unter Gegnerdruck gute Lösungen. Gegen den Ball verteidigt er aggressiv nach vorne, läuft viele Räume zu und schaltet nach Ballverlust schnell um. Zudem bringt er bei Standards zusätzliche Präsenz mit.“
Bildquellen
- Irvine: Lobeca/Henning Rohlfs
Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?
Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.







