
Hamburg – Der Start in die neue Zweitliga-Saison läuft für den FC St. Pauli und Holstein Kiel bislang nicht nach Plan. Die Kiezkicker warten inzwischen seit 183 Tagen auf einen Dreier, bei den Störchen sind es 120 Tage. Am 3. Spieltag kassierten beide die nächste Niederlage. Die Hamburger verloren am Millerntor gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 1:2, die Störche unterlag beim 1. FC Magdeburg mit 0:2. Beide bleiben damit in der Liga sieglos.
St. Pauli wartet weiter auf den Befreiungsschlag
Nach dem Abstieg aus der Bundesliga war St. Pauli mit zwei Unentschieden gegen Fürth (1:1) und in Kiel (2:2) in die Saison gestartet. Im DFB-Pokal folgte das 0:2 beim Drittligisten Rot-Weiss Essen (HL-SPORTS berichtete). Gegen Kaiserslautern sollte nun endlich der erste Sieg gelingen.
Die Kiezkicker begannen schwungvoll, pressten früh und bestimmten zunächst das Geschehen. Die erste größere Gelegenheit hatte Oppie (17.), doch FCK-Torhüter Krahl parierte seinen Flachschuss. Die Roten Teufel schlugen dagegen mit seinem ersten Torschuss zu. Nach einem Ballgewinn bekam Sahin im Mittelfeld viel Raum. Sein Abschluss wäre am Tor vorbeigegangen, doch Erencan Yardimci (29.) hielt den Fuß hinein, legte sich den Ball damit selbst vor und traf zur Gäste-Führung. Braun-Weiß fand danach nur noch selten gefährlich den Weg vor das Tor. Hrgota sorgte kurz vor der Pause noch einmal für Gefahr, Krahl wehrte seinen Abschluss ab.
Zwei Joker treffen unmittelbar nach ihrer Einwechslung
Die zweite Hälfte begann für die Hamburger denkbar schlecht. Kaiserslautern wechselte Thierry Tazemeta ein und der traf mit seiner ersten Aktion. Thierry Fidjeu-Tazemeta (46.) setzte sich am rechten Flügel durch und schoss zum 2:0 ins kurze Eck. Doch auch St. Paulis Trainer Marcel Rapp bewies mit seinen Wechseln ein glückliches Händchen. Abdoulie Ceesay kam in der 55. Minute ins Spiel und erzielte nur eine Minute später den Anschlusstreffer. Nach Hrgotas Zuspiel brachte Taichi Hara den Ball in die Mitte, Ceesay grätschte ihn zum 1:2 ins Tor. Danach drängten die Gastgeber auf den Ausgleich. Der FCK wurde weit in die eigene Hälfte gedrängt, doch die Kiezkicker erspielten sich zu wenige klare Möglichkeiten. Hrgota (77.) zwang Krahl mit einem direkten Freistoß zu einer Fußabwehr, Oppie (84.) setzte einen Abschluss knapp neben das Tor. Der FCK brachte den Vorsprung über die Zeit und feierte seinen ersten Ligasieg der Saison. St. Pauli wartet dagegen seit inzwischen 183 Tagen auf einen Sieg. Saisonübergreifend sind die Kiezkicker seit 13 Ligaspielen ohne Erfolg.
Kiel macht das Spiel, Magdeburg die Tore
Auch Holstein Kiel wollte nach zwei 2:2-Unentschieden zum Saisonstart den ersten Dreier einfahren. Beim 1. FC Magdeburg waren die Störche über weite Strecken das gefährlichere Team.
Harres (24.) versuchte den herausgeeilten Magdeburger Torhüter Reimann zu überlupfen, verfehlte einen Jubel jedoch knapp. Wenig später zeigte Schiedsrichter Jarno Wienefeld zunächst auf den Elfmeterpunkt. Nach Ansicht der Bilder nahm er die Entscheidung wieder zurück.Kiel blieb am Drücker. Harres (32.) köpfte über das Tor und scheiterte nach einem Fehler von Nadjombe kurz vor der Pause an Reimann. Auf der anderen Seite hatte Zukowski die beste Magdeburger Gelegenheit, doch Weiner hielt seinen Abschluss.
Zwei Treffer binnen neun Minuten
Auch nach dem Seitenwechsel waren zunächst die Kieler gefährlicher. Therkelsen flankte auf Kapralik, der den Ball nicht auf das Tor bekam. Sekine setzte anschließend einen Schlenzer knapp daneben. Mitten in die Kieler Bemühungen fiel die Magdeburger Führung. Atik bediente Zukowski (72.), der zum 1:0 traf. Neun Minuten später erhöhte der FCM. Nach einer kurz ausgeführten Ecke flankte Nollenberger auf Hyryläinen (81.), der per Kopf zum 2:0 traf. Die Schleswig-Holsteiner fanden darauf keine Antwort mehr. Harres köpfte in der Schlussminute noch einmal auf das Magdeburger Tor, Reimann hielt. Trotz eines Chancenplus gingen die Störche leer aus. Damit wartet auch Holstein weiter auf den ersten Sieg der neuen Saison – und inzwischen seit 120 Tagen auf einen Erfolg.
Monate ohne Sieg im Norden
Bei beiden Clubs sind drei Spieltage der neuen Saison in der 2. Bundesliga absolviert, bei beiden steht noch kein Sieg. Die Ausgangslagen unterscheiden sich allerdings: St. Pauli muss nach dem Bundesliga-Abstieg einen Neustart bewältigen und ist zusätzlich bereits im DFB-Pokal ausgeschieden. Kiel startete mit zwei Unentschieden in die Saison und kassierte in Magdeburg die erste Ligapleite. Die langen Serien verbinden die beiden Nordclubs dennoch: 183 Tage ohne Sieg beim FC St. Pauli, 120 Tage bei Holstein Kiel. Der Druck, den ersten Dreier einzufahren, dürfte damit bei beiden weiter steigen.
Der 3. Spieltag (28. – 30.8.)
VfL Bochum 1848 – VfL Osnabrück 0:1
Eintracht Braunschweig – Hertha BSC 3:5
1.FC Heidenheim 1846 – SG Dynamo Dresden 5:3
Karlsruher SC – VfL Wolfsburg 2:5
FC Energie Cottbus – SpVgg Greuther Fürth 3:4
1.FC Nürnberg – DSC Arminia Bielefeld 4:1
FC St. Pauli – 1. FC Kaiserslautern 1:2
SV Darmstadt 98 – Hannover 96 0:1
1.FC Magdeburg – Holstein Kiel 2:0
Die Tabelle
| 1. | 1. FC Nürnberg | 3 | 11 : 3 | 9 |
| 2. | Hertha BSC | 3 | 10 : 4 | 9 |
| 3. | VfL Wolfsburg | 3 | 6 : 2 | 7 |
| 4. | 1. FC Heidenheim | 3 | 10 : 10 | 6 |
| 5. | 1. FC Magdeburg | 3 | 6 : 6 | 6 |
| 6. | 1. FC Kaiserslautern | 3 | 2 : 1 | 5 |
| 7. | Greuther Fürth | 3 | 7 : 8 | 4 |
| 8. | Karlsruher SC | 3 | 4 : 6 | 4 |
| 9. | Eint. Braunschweig | 3 | 9 : 7 | 3 |
| 10. | Arminia Bielefeld | 3 | 5 : 6 | 3 |
| 11. | VfL Bochum 1848 | 3 | 1 : 2 | 3 |
| 12. | FC Energie Cottbus | 3 | 6 : 8 | 3 |
| 13. | Hannover 96 | 3 | 2 : 4 | 3 |
| 14. | VfL Osnabrück | 3 | 4 : 7 | 3 |
| 15. | Dynamo Dresden | 3 | 4 : 8 | 3 |
| 16. | FC St. Pauli | 3 | 4 : 5 | 2 |
| 17. | Holstein Kiel | 3 | 4 : 6 | 2 |
| 18. | SV Darmstadt 98 | 3 | 2 : 4 | 1 |







