„Nur“ Gelb für Wendt? – Erinnerungen an die Rote Karte von VfB Lübecks Ryan Malone… und mehr…

Schiedsrichter Dr. Max Burda zeigt Ryan Malone (VfB Lübeck) die rote Karte. Foto: Fishing4/Marcel Krause

Ein Kommentar von Karl-Heinz Tiedemann:

Die Bundesliga-Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig hatte aus Sicht der Gladbacher gerade etwas Fahrt aufgenommen, da passierte es in der 51. Minute: Der  gerade eingewechselte Schwede Oscar Wendt ging mit (zu) hohem Bein in einen Zweikampf mit dem Leipziger Spanier Angelino, eine Szene, die mich sofort an den VfBer Ryan Malone im Spiel der 3. Liga gegen Dynamo Dresden erinnerte, als er den Sachsen Paul Will unabsichtlich im Gesicht traf. Also Rot für den Gladbacher – oder? Denkste. Schiedsrichter Siebert aus Berlin zeigte Wendt „nur“ Gelb: vielleicht weil Angelino – im Gegensatz zu Will – nicht zu Boden ging? 

Schiris sollen entscheiden

Das DFB-Sportgericht sperrte Malone für drei Spiele – mit der nachvollziehbaren Begründung, dass Kopftreffer für die Gesundheit der betroffenen Gegenspieler besonders gefährlich sind. Gilt das aber nur dann, wenn der Verursacher vom Platz gestellt worden ist? Gar nicht oder nur mit Gelb geahndete Kopftreffer sind dagegen harmlos? Ich finde diese Argumentation nicht überzeugend. Der Schiedsrichter soll (muss) entscheiden, wie schwerwiegend oder gesundheitsgefährdend der jeweilige Tritt war? Es sind schon ganz andere Vergehen nachträglich geahndet worden…

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Armer Rolf-Martin Landerl!

Möchtet ihr in der Haut von VfB-Trainer Rolf-Martin Landerl stecken? Ein alter Fußball-Grundsatz sagt „never change a winning team“ – aber es sei daran erinnert, dass der 2:0-Sieg bei Viktoria Köln „ohne Vier“ zustande kam. Malone fehlte letztmalig rotgesperrt, Nico Rieble, Marvin Thiel und Patrick Hobsch allesamt verletzungsbedingt. Vier bisherige Stammspieler! Nein, in der Haut von Rolf-Martin Landerl möchte ich jetzt nicht stecken. Alle „Helden aus Köln“ hätten es verdient eine neue Chance zu bekommen. Da kann man dem VfB-Trainer, den wir selten so gelöst wie nach dem Schlusspfiff in Köln gesehen haben, wirklich nur ein glückliches Händchen wünschen.

Meppen monatelang ohne Plogmann

Eine schwere Entscheidung hatte Meppens Trainer Torsten Frings im Sommer zu treffen. Sollte er dem langjährigen Stammtorhüter Erik Domaschke weiterhin vertrauen oder Neuzugang Luca Plogmann ins Tor stellen? Frings entschied sich für den von Werder Bremen ausgeliehenen Plogmann, den es jetzt beim 0:3 in Dresden böse erwischte: Der Riss der Patellasehne wird Plogmann für viele Monate auf Eis legen. Ab sofort steht wieder Domaschke im Meppener Tor.

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Kallnik wurde abgelöst

Eine ungewöhnliche Konsequenz zog der 1. FC Magdeburg aus dem bisherigen Abschneiden. Nicht Trainer Thomas Hoßmang musste gehen, sondern Mario Kallnik, der Sportliche Leiter, wurde abgelöst. Kallnik, der eine Doppelfunktion ausübte, bleibt aber Geschäftsführer des Klubs. Man denkt immer, man kennt schon alles…

Zwei Rote Karten

Corona hat am vergangenen Wochenende auch wieder zugeschlagen. Die Spiele Verl gegen Zwickau und Halle gegen Unterhaching fielen aus. Nichts Neues dagegen in der Torschützenliste. Es führt weiter Sliskovic von Türkgücü München mit jetzt sechs Toren vor Boyamba (Mannheim) und Janjic (Verl), die je fünf Treffer erzielten. Rote Karten sahen Magdeburgs Tobias Müller und Marius Kleinsorge vom 1. FC Kaiserslautern.

Rostock weiter auf Platz 1.

Hansa Rostock verteidigte die Tabellenführung mit dem 0:0 auf dem Betzenberg. Einmal mehr war die Abwehr der Garant für den Punktgewinn, während nach vorne nicht viel ging. Hansa ist nun alleiniger Spitzenreiter.