Patzer-Festival und 6 Tore in Braunschweig: HSV beißt sich durch zum „Halbzeit“-Titel

David Kinsombi und Simon Terodde (beide HSV). Foto: Lobeca/Norbert Gettschat

Braunschweig – Der Hamburger SV ist nach 17 Spieltagen in der 2. Liga weiterhin an der Tabellenspitze. Bei Eintracht Braunschweig drehte man einen 0:2-Rückstand in einen 4:2-Erfolg. Dabei gab es auf beiden Seiten eine Menge Patzer…

Premiere in 2. Liga – Eintracht mit Sperren zum Wechsel gezwungen

In der 2. Bundesliga trafen beide Nordclubs noch nie aufeinander. Zuletzt gab es die Partie im Oberhaus im Februar 2014. Dabei gewann die Eintracht 4:2. Insgesamt kamen die Niedersachsen vor der heutigen Partie auf 16 Siege. 27 Mal gewannen zuvor die Rothosen. Und elf Begegnungen endeten bis zuletzt Unentschieden. Bei der Premiere in der aktuellen Spielklasse verbesserten die Hamburger somit ihre Siegesstatistik. Änderungen in der Startelf gab es bei den Gästen wieder nicht. Daniel Thioune hat vermutlich endlich seine Lieblingsformation gefunden. Bei den Braunschweigern musste Coach Daniel Meyer dreimal tauschen. Wydra (Gelb-Rot) und Schwenk (Rot) sind gesperrt und Kobylanski blieb vorerst auf der Bank. Dafür waren Ben Balla, Bär und Diakhite von Anfang an dabei.

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Zweifacher Schock für Spitzenreiter und Hoffnungsschimmer kurz vor der Pause

Die Gäste starteten mit Vollgas und wollten früh für klare Verhältnisse sorgen. Bei einer Dudziak-Flanke in der 3. Minute stand Terodde einschussbereit am zweiten Pfosten, doch die Hausherren klärten in höchster Not. Kittel (8.) versuchte es mit einem Schuss, der abgefälscht wurde und Dudziak in der Strafraummitte überrascht war. Die Braunschweiger antworten mit der Führung bei ihrem ersten Angriff. Kroos (10.) nutzte ein Durcheinander in der HSV-Abwehr und ballerte das Leder aus Nahdistanz ins Netz. Fortan war der BTSV in der Begegnung angekommen und der Spitzenreiter der Liga suchte nach Lösungen. Die gab es vorerst nicht. Dafür legten die Niedersachsen noch einmal nach. Leistner verkalkulierte sich bei einem Kopfball-Rückpass auf Ulreich. Bär (42.) bedankte sich und machte mit der zweiten Chance das 2:0. Das war ein Schock für das Thioune-Team, doch Kittel sorgte mit einem Solo im Braunschweiger Strafraum und eineer schlauen Abgabe auf Kinsombi (45.), der den Anschlusstreffer erzielte, für Hoffnung. 1:2 aus Hamburger Sicht zur Pause.

Braunschweiger Fehler-Festival ausgenutzt

Mit Hunt und Onana (für Jatta und Vagnoman) änderte Thioune die Möglichkeiten im Mittelfeld zur zweiten Halbzeit. Das schien zu funktionieren, denn der Ausgleich viel in der 51. Minute. Allerdings ebenfalls etwas spektakulär, denn bei einem Fehlpass von Dudziak in die Spitze legte Braunschweigs Behrendt die Kugel Terodde direkt vor die Füße. Der beste Liga-Torschütze ließ sich das Geschenk nicht nehmen und erzielte das 2:2. Die Patzer blieben beiden Teams treu. Bei einem Rückpass auf Ulreich verstolperte der Gäste-Torhüter etwas und sorgte für eine weitere Ecke der Hausherren. Die brachte allerdings nichts ein. Und weiter ging es mit den Pannen. Dieses Mal wieder bei der Eintracht. Kittel erlief einen Pass aus dem Mittelfeld, spielte auf Hunt (59.), der direkt aus acht Metern abzog. BTSV-Keeper Fejzic kullerte der Ball unter dem Körper durch – 3:2 für den HSV, Spiel gedreht. Schlüter sorgte für den nächsten Fehler. Heyer erkämpfte sich am gegnerischen Strafraum den Ball von ihm, legte ab auf Kinsombi (65.), der keine Probleme hatte, das 4:2 zu markieren. Trotzdem blieb es spannend, denn Proschwitz (74.) rutschte knapp am Ball im Hamburger Strafraum vorbei. Die Eintracht versuchte alles, um noch einmal heranzukommen, kämpfte und kam zu einigen Möglichkeiten. Die Rothosen-Defensive hielt dem stand und sicherte sich die inoffizielle Saison-Halbzeit-Meisterschaft mit vier Zählern Vorsprung vor dem VfL Bochum, der am Sonntag in Sandhausen antritt.

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Eintracht Braunschweig – Hamburger SV 2:4 (2:1)
Tore: 1:0 Kroos (10.), 2:0 Bär (42.), 2:1 Kinsombi (45.), 2:2 Terodde (51.), 2:3 Hunt (59.), 2:4 Kinsombi (65.)
Zuschauer: keine

Braunschweig: Fejzic, Schlüter, Nikolaou, Kaufmann, Bär, Kroos, Diakhite, Ben Balla, Behrendt, Proschwitz, Kammerbauer
Hamburg: Ulreich, Heyer, Kinsombi, Dudziak, Terodde, Kittel, Jatta, Leibold, Vagnoman, Ambrosius, Leistner

Der 17. Spieltag (22. – 24.01.2021)

Düsseldorf – Fürth 3:3
Osnabrück – Aue 0:1
Paderborn – Würzburg 1:0
Karlsruhe – Heidenheim 1:1
Braunschweig – Hamburg 2:4
Darmstadt – Kiel (So.)
Sandhausen – Bochum
St. Pauli – Regensburg
Nürnberg – Hannover

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