In Bad Oldesloe gab es einen Paukenschlag. Der VfL Oldesloe musste sich einen neuen Trainer suchen, denn David Elke steht nicht mehr zur Verfügung. Foto: Lobeca/Niklas Runne
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Bad Oldesloe – In diesem Sommer hat sich in der Kreisstadt Stormarns einiges getan. Die erste Herren des VfL Oldesloe stieg aus der Verbandsliga ab und zahlreiche Spieler verließen den Verein, der in der jüngeren Vergangenheit immer wieder mit Unruhen zu kämpfen hatte. Nun hatte man sich erhofft, dass es mit einem Neuanfang wieder ruhiger an der Trave wird. Doch die Saison hat gerade erst begonnen, da kamen wieder neue Probleme auf. Es gibt eine Veränderung auf der Trainerposition.

Neuanfang im Travestadion

Im vergangenen Jahr schickte der Stormarner Traditionsverein VfL Oldesloe zwei Herrenmannschaften ins Rennen. Eine Truppe ging in der Verbandsliga an den Start und die Zweite in der Kreisklasse B. Während letztere den fünften Platz belegte, sollte für die Ligamannschaft nach einem unruhigen Jahr mit vielen Trainerveränderungen der Gang in die Kreisliga angegangen werden. In dieser erhoffte Oldesloe sich nun einen Neustart, denn es hat sich vieles getan. Aus den beiden Herrenmannschaften wurde nur noch eine, diese in der Kreisliga. Dabei plante der VfL eigentlich mit zwei Teams, denn mit David Elke wurde ein neuer Coach für die eigentlich geplante Zweite geholt, damit Lennart Gossow die Rolle des Cheftrainers in der Ersten übernimmt. Dies war der ursprüngliche Plan, doch es kam anders. Gossow übernahm die Funktion des Sportlichen Leiters, während Elke als Cheftrainer die Erste in der Kreisliga betreuen sollte. Der Kader besteht aus größtenteils Spielern der letztjährigen Zweiten, also B-Klasse-Kickern. Diese sind allerdings allesamt sehr jung, denn viele kamen gerade erst aus der A-Jugend.

Niederlagen zum Start

Schon vor dem Saisonstart war den Verantwortlichen klar, dass es Geduld benötigen würde, bis die junge Truppe sich in der Kreisliga zurechtfinden würde. Dies machten auch schon die Testspiele deutlich, wo es eine 6:7-Niederlage nach 5:1-Führung gegen die SG Dynamo Schwerin II gab. Zudem unterlag der VfL bei der Generalprobe wenige Tage vor dem Ligastart einem Aufsteiger aus der A-Klasse mit 0:3. Das erste Pflichtspiel im Pokal gegen Kreisligaaufsteiger TSV Zarpen endete mit 0:5, sodass sich abzeichnete, dass es kein einfaches Jahr werden würde. Zum Start in die Liga traf der Verbandsligaabsteiger auf den SSV Großensee, wo es eine 1:7-Niederlage gab. Von der ersten bis zur letzten Minute war Oldesloe unterlegen, auch wenn offensiv über die schnellen Angreifer Nadelstiche gesetzt werden konnte. Ganz anders sah es zwei Tage später aus, als die Stormarner mit 2:4 bei der SG Bargteheide/Hammoor verloren. Gegen einen voraussichtlichen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf war man im ersten Durchgang gefährlicher und verpasste nach der 1:0-Führung, das Ergebnis weiter auszubauen. Erst als Torschütze Michel Falkus verletzt rausmusste, sollte das Spiel komplett auf Seiten der SG kippen. Es wurde mit dem Spiel gehadert, in dem es durchaus einige positive Erkenntnisse gab, die der VfL ins kommende Heimspiel gegen Möhnsen mitnehmen wollte.

david elke vfl @ Paukenschlag in Bad Oldesloe: David Elke ist kein Trainer mehr des VfL - Nachfolger steht bereits fest
VfL-Coach David Elke äußert sich zu seinem Abschied. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Das sagt David Elke

Knapp 24 Stunden nach der zweiten Niederlage sollte es allerdings einen Paukenschlag in Bad Oldesloe geben. David Elke ist nicht mehr Cheftrainer des VfL, sodass es nur drei Tage nach dem Ligastart bereits einen Trainerwechsel gab. Doch hinter diesem Trainerwechsel stehen mehrere Fragezeichen. War es ein Rücktritt? Wurde er freigestellt? Was waren die Gründe? Sowohl Elke als auch der Verein gaben ein Statement ab, die allerdings sehr verschieden sind. Der ehemalige Coach sagt: „Ich möchte mich zu meiner Trennung vom Verein äußern und einige Dinge aus meiner Sicht klarstellen. Ich habe dem Verein frühzeitig deutlich gemacht, dass es Veränderungen geben muss, da ich andernfalls meine Konsequenzen ziehen und den Verein verlassen würde. Daraufhin wurde mir von Alex Starmer mitgeteilt, dass man sich ohnehin von mir trennen wollte. Auf meine angesprochenen Punkte und die notwendigen Veränderungen wurde letztlich nicht eingegangen. Von Beginn an war es für mich schwierig, einen wirklichen Zugang zur Mannschaft zu finden. Ein Großteil der Spieler kam gemeinsam mit dem Co-Trainer zum Verein. Zusätzlich gab es im Hintergrund WhatsApp-Gruppen und dadurch immer wieder Unruhe innerhalb der Mannschaft. Aus meiner Sicht wurde mir als Trainer vom Verein nicht ausreichend der Rücken freigehalten. Viele Themen wurden nicht konsequent angegangen und bei zahlreichen organisatorischen Dingen musste man selbst immer wieder nachhaken – angefangen beim Gehalt bis hin zur Ausstattung. Zudem wurden im Vorfeld Dinge zugesagt, die anschließend nicht oder nicht vollständig umgesetzt wurden. Ich denke, dass es wichtig ist, diese Punkte offen anzusprechen. Die wiederholten Trainerwechsel in den vergangenen Jahren kommen nicht von ungefähr und sollten aus meiner Sicht Anlass sein, die internen Strukturen und Abläufe kritisch zu hinterfragen. Ich wünsche dem Verein und der Mannschaft für die Zukunft trotzdem alles Gute.“

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Das Statement vom Verein

Von Vereinsseite, in Person von Lennart Gossow, heißt es: „Es ist so, dass der Trainer auf uns zugekommen ist und gesagt hat, dass er aktuell nicht mehr in der Lage sei, die nötige Energie, Ideen und Impulse einzubringen. Zudem hat er nach eigener Aussage gemerkt, dass er sich in der aktuellen Situation nicht mehr wohlfühlt. Auch wir haben dies in den vergangenen Wochen bereits so vernommen und denken, dass wir ebenfalls aus rein sportlicher Sicht zu dem Schluss gekommen wären, dass es so nicht weitergehen kann. Gerade bei unseren vielen jungen Spielern hatten wir zuletzt das Gefühl, dass es an klaren Vorgaben, Orientierung und den nötigen Impulsen gefehlt hat. Im Spiel gegen Hammoor hat man beispielsweise gesehen, dass die Mannschaft unbedingt wollte und Moral bewiesen hat, aus unserer Sicht aber dennoch die letzten Prozente gefehlt haben. Hinzu kam, dass es innerhalb der Mannschaft seit Beginn der Vorbereitung punktuell Unruhe gab, die bis zuletzt nicht aufgearbeitet bzw. geklärt werden konnte. Insgesamt hatten wir daher den Eindruck, dass die aktuelle Situation sportlich nicht die Entwicklung genommen hat, die wir uns für die Mannschaft vorgestellt hatten. Trotzdem wissen wir, dass es für David alles andere als leicht war, in dieser Konstellation in seine erste Station in der Kreisliga zu starten. Wir danken ihm für sein Engagement und die Zeit, die er in die Mannschaft investiert hat, und wünschen ihm für seinen weiteren Weg alles Gute.“

Nachfolger gefunden

Es gibt also durchaus Widersprüche zwischen den beiden Stellungnahmen, doch eines ist klar, es brauchte einen neuen Cheftrainer im Travestadion. Vor dem zweiten Heimspiel der Saison gegen Möhnsen sollte dieser bereits gefunden werden und dieser ist kein Unbekannter im Verein. Jan Vogelsang, der als Spieler und Trainer beim VfL Oldesloe tätig war, ist nun zurück. Seit seinem Abschied damals hat er sich als Coach weiterentwickelt und nach seiner Amtszeit als Cheftrainer beim SC Rönnau in der Landesliga zuletzt der Aufgabe als Co-Trainer des TuS Hartenholm gewidmet. Zu seinem Comeback sagt Gossow: „Mit Jan bekommen wir genau den Typ Trainer, aber auch Typ Mensch, welchen wir in dieser Situation einfach brauchen. Er lebt den Fußball, aber vor allem auch den VfL. Dass wir ihn zurück zu seinem Heimatverein holen können, macht mich überaus glücklich. Lediglich ein kurzes Telefonat und schon war für beide Seiten klar, wir machen es! Jan hat direkt gezeigt, wo der Weg hinführen soll und sich bereits am Donnerstag kurzerhand der Mannschaft vorgestellt und sofort das Training zusammen mit unserem Co-Trainer Hasan Lokaj geleitet. Die Jungs waren begeistert und haben direkt vollkommen durchgezogen und die neue Situation super aufgenommen. Das Feedback war durchweg positiv. Ich bin mir sicher, dass Jan mit seinem Fußballwissen, mit seiner zwischenmenschlichen Art und seinem persönlichen Ehrgeiz nun genau die richtige Wahl für uns als Mannschaft und für den Verein sein wird!“ Am Donnerstagabend stellte er sich der Mannschaft beim Trainer vor und diese begrüßte ihn mit großer Vorfreude. Gemeinsam mit Hasan Lokaj wird er am Sonntag an der Seitenlinie stehen, wenn man einen neuen Anlauf nimmt, die ersten Punkte der Saison einzufahren.

jan vogelsang @ Paukenschlag in Bad Oldesloe: David Elke ist kein Trainer mehr des VfL - Nachfolger steht bereits fest
Jan Vogelsang kehrt zurück nach Bad Oldesloe und wird dort die Nachfolge von David Elke antreten. Foto: Lobeca/Niklas Runne

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