Phönix Lübeck: „Wenn wir weiter im Licht stehen wollen, müssen wir dafür Vollgas geben“

Sportdirektor zur aktuellen Situation und dem Auswärtsspiel in Havelse

Phönix-Sportdirektor Frank Salomon. Foto: Lobeca

Lübeck – Die Tabelle in der Regionalliga Nord ist nach dem “rechtskräftigen“ Urteil gegen den 1. FC Phönix Lübeck erst einmal offiziell bereinigt, wobei noch immer nicht geklärt ist, ob es zu einer Berufungsverhandlung kommt. Die Adlerträger wollen die verlorenen Punkte gegen den FC St. Pauli II nicht hinnehmen. Ungereimtheiten gibt es bei der Zustellung einer Email. Noch ist also alles offen und möglich, so dass die Tabelle wieder korrigiert werden könnte. Zudem haben noch vier Vereine je ein Spiel weniger. Gerade ist das Tableau also noch nicht, das Bild somit noch leicht schief.

Lübecker oben dabei

Für die Phönixer sieht es nach acht Saisonspielen sehr gut aus. Selbst nach dem Punkteabzug stehen sie auf Rang drei, zwei Zähler hinter Spitzenreiter Holstein Kiel. Die Tendenz zeigt in diesem Jahr, dass man mit dem Abstieg nichts zu tun haben sollte. Und das Thema Aufstieg, wie sieht es damit aus? Dazu hat HL-SPORTS mit Sportdirektor Frank Salomon in einem kurzen Interview gesprochen.

HL-SPORTS: Hallo Frank, ist der 1. FC Phönix Lübeck aktuell die beste Mannschaft in der Regionalliga Nord?

Frank Salomon: „Nein, das wäre jetzt nicht mein Sprachgebrauch. Wir sind sehr gut gestartet, arbeiten hervorragend und Christiano Adigo hat einen außergewöhnlichen Zugang zu dieser Mannschaft. Der ganz Staff zieht an einem Strang und wir arbeiten fleißig. Diese Leistung haben wir uns also ein Stückweit erarbeitet. Ich bin aber auch lange genug im Fußball, um zu wissen, wie schnell sich ein Blatt wenden kann und hoffe, dass das auch die Spieler wissen. Wenn wir weiter im Licht stehen wollen, müssen wir dafür Vollgas geben.“

HL-SPORTS: Nur eine sportliche Niederlage gab es, wenn man das Spiel gegen St. Pauli II und dessen Ausgang in einer Berufung herausnimmt, sowie ein Unentschieden in Lohne. Kann man über das Thema Meisterschaft und Aufstieg nachdenken?

Frank Salomon: „Nachdenken ist immer erlaubt. Man soll im Sport Visionen und Ziele haben, das haben wir in der Vergangenheit schon häufiger betont. Jetzt ist die Situation besonders gut und wir bemühen uns lange ganz oben mitzumischen. Aber das ist kein 400 Meterlauf, eher ein Halbmarathon und deswegen sind wir gut beraten, wenn wir uns weiter in Demut üben. Dann kann man immer noch weitersehen, wohin welcher Weg führt. Meine Aussage, dass wir ein guter Regionalligist sein möchten, steht. Wir haben aber auch keine Angst vor anderen Fragen. Dabei wird es immer die Stimmen geben, die uns andere Dinge vorhalten, die vielleicht noch nicht so gut bei uns funktionieren. Wir arbeiten hart und es geht in dieser Frage ja erstmal um die sportliche Ausrichtung. Und diese ist immer das Bestmögliche zu erreichen.“

HL-SPORTS: Und dann sind namhafte Spieler verletzt, wie geht ihr damit um?

Anzeige
AOK

Frank Salomon: „Nach acht Spielen haben wir gezeigt, dass wir ein gutes Team haben, das bestimmt mit den besten Teams mithalten kann. Ausfälle wie die von Haris Hyseni, Michael Kobert oder Vladyslav Kraev haben wir gut kompensiert, aber wir werden nicht nervös. Die nachrückenden Spieler haben ihre Sache gut gemacht und wie lange uns das oben in der Tabelle hält werden uns die nächsten Wochen zeigen.“

HL-SPORTS: Jetzt geht es nach Havelse. Wie sieht es da aus?

Frank Salomon: „Havelse ist immer ein bisschen wie eine Wundertüte, obwohl wir es mit einer erfahrenen Mannschaft zu tun haben werden. Wir müssen wieder zu einer Topform finden, um weiter zu punkten. Das gilt auch für die weiteren Gegner.“

HL-SPORTS: Danke für das kurze Interview und viel Erfolg weiterhin.

Knudsen fällt aus

Am Sonntag geht es um 14 Uhr zum TSV Havelse. Die Garbsener flogen unter der Woche zuhause gegen den VfB Oldenburg im Elfmeterschießen mit 4:5 aus dem Landespokal und warten damit seit sechs Spielen auf einen Sieg, darunter dreimal 1:1-Unentschieden. In der Tabelle steht man vor den drei Aufsteigern auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. Für die Lübecker wird es in der Startelf Umstellungen geben, denn Morten Knudsen fällt wegen einer Zerrung aus. Ebenfalls nichts dabei: Michael Kobert, Jayden Bennetts (beide muskuläre Probleme). Kevin Ntikia (Knieprobleme) machte das Abschlusstraining mit, genauso wie Haris Hyseni und könnten zum Einsatz kommen.

Der 9. Spieltag (22.-24.9.)

Hamburger SV II – Hannover 96 II 2:1 (Di., Nachholspiel)
SV Meppen – BW Lohne 3:2 (Fr.)
Hamburger SV II – Eimsbütteler TV (Sa., 13 Uhr)
Weiche Flensburg II – FC St. Pauli II (13.30 Uhr)
Holstein Kiel II – Bremer SV (15 Uhr)
SV Drochtersen/Assel – VfB Oldenburg (17 Uhr)
TSV Havelse – Phönix Lübeck (So., 14 Uhr)
Teutonia Ottensen – Hannover 96 II
Eintracht Norderstedt – SSV Jeddeloh
SC Spelle-Venhaus – Kilia Kiel (15 Uhr)

Die Tabelle

1.Holstein Kiel II720 : 1018
2.BW Lohne810 : 517
3.1. FC Phönix Lübeck823 : 916
4.FC Teutonia 05823 : 1116
5.Eintracht Norderstedt826 : 1415
6.SV Meppen814 : 1115
7.Hannover 96 II818 : 1813
8.FC St. Pauli II821 : 1012
9.Bremer SV816 : 1512
10.SSV Jeddeloh79 : 1310
11.VfB Oldenburg811 : 169
12.SV Drochtersen/​Assel88 : 149
13.Weiche Flensburg 08812 : 138
14.Hamburger SV II87 : 178
15.TSV Havelse810 : 156
16.FC Kilia Kiel810 : 196
17.Eimsbütteler TV87 : 203
18.SC Spelle-Venhaus87 : 223
Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.

- Anzeige -