Ein Kommentar von Karl-Heinz Tiedemann:

Die drei Vorlagen, die der VfB Lübeck vor dem Auswärtsspiel beim MSV Duisburg bekam, waren vom Feinsten. Unterhaching gegen Ingolstadt 0:1, Kaiserslautern unterliegt Wehen Wiesbaden 0:1 und Verl besiegt Meppen mit 3:1. Besser hätte es aus Sicht der Grün-Weißen nicht laufen können, denn so hätte man schon mit einem Punkt aus Duisburg den 1. FC Magdeburg (das Spiel bei Viktoria Köln fiel wegen Unbespielbarkeit des Platzes aus), Unterhaching und Kaiserslautern überholen und sich auf Platz 16 verbessern können. Im Falle eines Sieges wäre der VfB auch wieder am SV Meppen vorbeigezogen, hätte sich sogar auf dem 15. Tabellenplatz wiederfinden können. Aber auch der (erneute) Absturz auf den Platz am Tabellenende war – für den Fall einer Niederlage – in der Verlosung. Und diese Niete zog der VfB mit der 1:3-Pleite dann leider auch…

Anders als noch im Dezember

Als die Lübecker im Dezember nach der deprimierenden Heim-Schlappe gegen Meppen in die Abstiegsränge rutschte, kam erschwerend hinzu, dass die Konkurrenten teils mehrere Nachholspiele zu absolvieren hatten. Jetzt ist die Situation ganz anders, denn während die Landerl-Schützlinge noch das – zugegeben sehr schwere – Nachholspiel gegen Hansa Rostock (am 9. Februar) als „Plus“ im Gepäck haben, bestritten Unterhaching, Kaiserslautern und Duisburg schon 22 Begegnungen. Nur der KFC Uerdingen (Corona-bedingte Absage der Partie gegen Rostock), Bayern München II (die Platzverhältnisse sorgten für den Ausfall in Dresden) und der FSV Zwickau haben von den mitbedrohten Mannschaften ein, zwei Spiele weniger ausgetragen.

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In Duisburg hätte man übrigens nach dem 0:2-Rückstand ganz gerne einen Elsamed Ramaj, Soufian Benyamina oder auch Patrick Hobsch gesehen, aber diese drei waren gar nicht im Kader, was zumindest im Fall Ramaj verwundert. Schließlich hat man monatelang sehnsüchtig auf die Rückkehr des Ex-Rostockers gewartet. In der 2. Halbzeit wurden die im Angriff harmlosen VfBer dann ausgekontert. Dazu passte, es, dass den Lübeckern nach einem klaren Foul von Schmidt an Deichmann beim Stande von 0:2 ein sonnenklarer Elfmeter von Schiri Stegemann verweigert wurde. Wer das nicht erkennt, sollte sich einen neuen Job suchen. Ein Augenarzt hilft da wohl auch nicht mehr.     

Jetzt kommt es für den VfB übrigens ganz dick: Am Sonnabend ist erst 1860 München und danach Rostock zum Nachholspiel auf der Lohmühle zu Gast und dann geht es zu Dynamo Dresden…

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Froh über die Corono-Absage?

In Uerdingen wird man dem Virus sogar womöglich dankbar sein, denn da die Miete für das (Ausweich-)Stadion in Düsseldorf nicht bezahlt werden konnte, sperrte der Vermieter den Platz. Es wäre also ohnehin fraglich gewesen, wo das Spiel hätte stattfinden können.

Alle drei Tage fliegt einer…

Doch nicht nur (fehlende) Finanzen sind in diesen Tagen ein Thema – auch die Trainer leben gefährlich. Alle drei Tage „fliegt einer“. Gleich dreimal zogen Klubs die Reißleine. Etwas überraschend setzte zunächst Viktoria Köln am 24. Januar das Karussell in Gang. Dort musste Pavel Dotchev nach dem 1:2 gegen Waldhof Mannheim gehen. Übergangsweise steht Daniel Zillken an der Außenlinie. Am 27. Januar traf es Gino Lettieri, der beim MSV Duisburg nach nur zwölf Spielen gehen musste. Zwei Siege und vier Unentschieden waren zu wenig. Der Name Pavel Dotchev wurde beim MSV als Nachfolger vor dem VfB-Spiel heiß gehandelt. Aber auch Peter Neururer soll Chancen haben. Und am 30. Januar war dann Jeff Saibene an der Reihe. Bei ihm war in Kaiserslautern nach 20 Spielen Feierabend. Seine Bilanz: Drei Siege (darunter leider auch das 1:0 über den VfB), zwölf (!) Unentschieden und fünf Niederlagen.

Hoßmang, Enochs, van Lent?

Die Roten Teufel und der MSV wechseln damit schon zum zweiten Mal in dieser Saison ihren Trainer. Lautern hatte Boris Schommers schon nach zwei Spielen gefeuert und durch Saibene ersetzt, der MSV hatte sich am 10. November des vergangenen Jahres von Torsten Lieberknecht getrennt und dafür Lettieri verpflichtet. Wen wird es als Nächsten erwischen? Namen gefällig? Thomas Hoßmang (Magdeburg), Joe Enochs (Zwickau, das 2:1 über den VfB bewahrte ihn vor dem Rauswurf) oder Arie van Lent (Unterhaching).

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Ich glaube Joe Enochs hat auf der Liste nichts (mehr) zu suchen … im Januar aus 6 Spielen mit 4 Siegen und 1 Unentschieden 13 Punkte geholt. Der sitzt fest auf seinem Stuhl.