Landespokalsieger 2019 VfB Lübeck
Foto: Lobeca/Raasch

Lübeck – Ob das Landespokalfinale von Schleswig-Holstein zwischen dem VfB Lübeck und SV Todesfelde wie geplant am 23. Mai ausgetragen wird, ist seit der Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) das Pokalfinale für den gleichen Tag zu verschieben – und der aktuellen Corona-Krise, nur noch eine förmliche Angelegenheit. Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) dürfte in den kommenden Tagen eine entsprechende Info herausgeben. Laut Informationen des SR Fernsehens haben sich die 21 Landesverbände des DFB bereits darauf geeinigt, den „Finaltag der Amateure“ zu verlegen.

Finale ohne Zuschauer

DFB-Präsident Fritz Keller sagt auf der Verbandsseite: „Gerade das DFB-Pokalfinale als glanzvoller Schluss- und Höhepunkt einer jeden Saison lebt von der einzigartigen Stimmung im Stadion und vom Flair in Berlin, und beides wird durch die Fans vor Ort entscheidend geprägt. Insofern ist es überaus bedauerlich, dass auch dieses besondere Spiel aller Voraussicht nach ohne Zuschauer im Stadion stattfinden muss, wobei wir selbstverständlich zunächst die generellen behördlichen Entscheidungen und Vorgaben abzuwarten haben. Unter der Voraussetzung, dass das Spiel genehmigt wird, blicken wir dann erstmals in der Geschichte des DFB-Pokals sozusagen einem Wohnzimmer-Finale entgegen. Denn immerhin wird das Spiel ja im frei empfangbaren Fernsehen für jedermann zu sehen sein.“

Halbfinale noch nicht gespielt

Dabei stehen die Finalteilnehmer noch nicht einmal fest. In den Halbfinals empfängt Bayern München Liga-Konkurrenten Eintracht Frankfurt und Viertligist 1. FC Saarbrücken hat es mit Bayer Leverkusen zu tun. Derzeit gibt es aufgrund der behördlichen Verordnungen keine Möglichkeit diese Partien auszutragen.

Geisterspiele bis März 2021 möglich

Einen ersten Vorstoß wagte am Donnerstag die Deutsche Fußball-Liga (DFL), die ihre „Saison möglichst bis zum 30. Juni beenden will“ – ohne Zuschauer. Eine „normaler“ Start ist für den Herbst angedacht. Allerdings könnte es hier weiterhin zu Geisterspielen (und das sogar bis März 2021) kommen. In Anbetracht, dass der Berliner Senat alle Großveranstaltungen ab 5.000 Besuchern bis zum 24. Oktober verbot, steht somit das DFB-Pokalfinale und eine Hoffnung für Fans von Hertha BSC und Union Berlin im Stadion dabei zu sein, unter schlechten Sternen.

Außerordentlicher DFB-Bundestag kommt

Der DFB hat am Freitag zusätzlich bekanntgegeben, dass ein Außerordentlicher Verbands-Bundestag einberufen werden soll. Dazu heißt es: „Mit Blick auf die laufenden Diskussionen bezüglich einer Fortsetzung des Spielbetriebs in der Frauen-Bundesliga und der 3. Liga sowie die möglichen Entscheidungen in den kommenden Wochen wurde die formelle Einberufung noch nicht vollzogen. Dies wird zu gegebener Zeit im schriftlichen Umlaufverfahren erfolgen. Angesichts der aktuellen Situation wird den Delegierten die Möglichkeit eröffnet, Teilnahme- und Stimmrechte in digitaler Form auszuüben.“

DFL unterstützt mit 7,5 Millionen Euro

Die DFL schnürte für die Frauen-Bundesliga und die 3. Liga ein Hilfspaket. 7,5 Millionen Euro gehen zu gleichen Teilen an die Vereine beider Ligen. Dabei verzichten die DFL-Clubs darauf, die in diesen beiden Ligen Mannschaften stellen. Zu Beginn der Krise hatten die vier Champions League-Teilnehmer FC Bayern, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen 20 Millionen Euro für bedrohte Clubs zur Verfügung gestellt.

Spielklassen mit 30 Mannschaften?

Was auf dem DFB-Bundestag beschlossen werden soll, ist noch nicht öffentlich. Es könnte beispielsweise einen Abbruch der 3. Liga nach sich ziehen, um Auf- und Abstiegsszenarien zu forcieren. Das wäre allerdings vermutlich das Aus der Amateure für die derzeitige Saison. Wie dann in den verschiedenen Regional- und Landesverbänden eine Wertung aussehen könnte, ist offen. Eine Aufstockung der verschiedenen Spielklassen nur durch Aufsteiger und ohne Absteiger dürfte teilweise Spielklassen mit 30 Mannschaften mit sich bringen. Eine Klagewelle der „benachteiligten“ Vereine, die durch einen Saisonabbruch nicht aufsteigen dürfte, ist zu vermuten. Wie dann ein Spielplan aussehen soll, ist fraglich…