
Norderstedt – Was für ein Pokalfight: Der FC Eintracht Norderstedt setzte sich am gestrigen Donnerstag im Landespokal nach einer intensiven Partie gegen den FC Alsterbrüder durch und zog in die nächste Runde ein. Nach einem 3:3 in der regulären Spielzeit fiel die Entscheidung vom Punkt. Für Trainer Özden Kocadal war es vor allem ein Beweis für die Mentalität seiner Mannschaft.
Dreifach-Comeback und irre Schlussphase
Die Eintracht übernahm von Beginn an die Spielkontrolle, doch auch der FCA setzte immer wieder Akzente. Nach etwas mehr als 20 Minuten mündete eine Standardsituation in der Norderstedter Führung durch Melvin Zimmer (24.). Darauf fanden die Hausherren allerdings schnell eine Antwort – und was für eine: Konrad Janta (32.) sah Ceesay im Tor der Gäste weit vor seinem eigenen Kasten stehen und fasste sich aus der eigenen Hälfte ein Herz. Die Kugel flog tatsächlich über Ceesay hinweg ins Netz. Das 1:1 markierte den Halbzeitstand.
Eine Stunde war gespielt, als die Segeberger erneut in Führung gingen. Diesmal war es Josh Görtzen (62.), der einen Abstauber verwertete. Die Führung hatte länger Bestand, doch fünf Minuten vor Ende der Partie traf Alexander Hartmann (85.) zum 2:2. Doch damit noch lange nicht genug: Lucas Camacho (89.) erzielte in vorletzter Spielminute doch noch den Lucky Punch für die Eintracht – dachte man. Denn an diesem Abend waren die Comeback-Qualitäten des FCA von einem anderen Stern. In der dritten Minute der Nachspielzeit verwandelte Janta (93.) noch einen Strafstoß zum abermaligen Ausgleich. 3:3, es ging ins Elfmeterschießen.
Dort bewies Norderstedt die besseren Nerven. Dank zwei gehaltener Elfmeter von Keeper Ceesay zitterte sich die Eintracht am Ende mit etwas Glück, aber auch verdient in die nächste Runde.
Tor aus der eigenen Hälfte
„In der Woche bei Alsterbrüder ist wirklich kein Geschenk“, ordnete Kocadal die Partie ein. Die Bedingungen und der Gegner seien bekannt gewesen, entsprechend habe man sich bereits im Vorfeld auf eine enge Begegnung eingestellt. Nach einer ordentlichen ersten Halbzeit übernahm Eintracht Norderstedt nach dem Seitenwechsel zunehmend die Kontrolle. Kocadal sah seine Mannschaft deutlich dominanter und betonte, dass man insgesamt nur sehr wenige Torschüsse zugelassen habe.
Für besondere Schlagzeilen sorgte allerdings ein Gegentreffer aus großer Distanz. „Wir kassieren sogar ein Tor von der Mittellinie, sogar hinter der Mittellinie, mit dem Prädikat Tor des Jahres oder zumindest das Tor des Monats“, sagte der Trainer mit einem Augenzwinkern.
Kocadal lobt die Reaktion
Trotz der schwierigen Umstände zeigte Norderstedt laut Kocadal die richtige Reaktion. Besonders nach taktischen Anpassungen zur Halbzeit habe die Mannschaft deutlich besser ins Spiel gefunden und über weite Strecken Dominanz entwickelt. Verbesserungspotenzial sieht der Trainer allerdings beim Verhalten nach Ballverlusten. Vor allem bei den Gegentoren zum 2:2 und 3:3 müsse die Mannschaft noch einmal genauer hinschauen.
Am Ende ging es für Kocadal jedoch vor allem um das Weiterkommen. „Im Endeffekt geht es in diesem Pokal nur darum, eine Runde weiterzukommen. Das haben wir geschafft und wir sind stolz auf die Truppe, dass sie am Ende dieses Spiel gezogen hat und an sich geglaubt hat.“
Positive Energie für Schöningen
Aus dem Pokalerfolg möchte die Eintracht nun Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben mitnehmen. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen, vieler Unterbrechungen und einer intensiven Atmosphäre habe die Mannschaft Charakter gezeigt.
„Wir wollen eben halt diese positive Energie nutzen, dass wir in diesem Pokal weitergekommen sind, dass wir an uns glauben können“, blickt Kocadal bereits auf die nächste Aufgabe gegen Schöningen am kommenden Sonntag (15 Uhr).







