Rassismus-Vorwurf in der Kreisliga: „Ihr Türken seid nur in der Gruppe stark“

Türkischer SV beschuldigt Schiedsrichter

Szene aus dem Hinspiel: Hasan Tetik (Türkischer SV) im Zweikampf mit Bent Knobbe (TSV Pansdorf II). Foto: Lobeca/Michael Raasch
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Pansdorf – 2:2 zwischen TSV Pansdorf II und Türkischer SV in der Kreisliga Süd-Ost. Das hatten sich die Lübecker vermutlich anders vorgestellt. Doch für sie war das Resultat am „Ende nur zweitrangig“, wie sie öffentlich und gegenüber HL-SPORTS mitteilten. Stein des Anstoßes war für sie der 23. Mann.

Schiri soll Spieler weggeschubst haben

„Es ist ganz normal das es zu Emotionen auf dem Feld kommt. Das passiert sowohl bei Profis als auch bei unterklassigen Mannschaften. Wie kann es aber sein, dass der Schiedsrichter mehrere von unseren Spielern am Trikot packt und wegschubst? So etwas wird doch mit rot bestraft, wenn ein Spieler das gleiche beim Schiedsrichter macht? Auch die Rote Karte, die gezeigt wurde, ist fragwürdig, für einen Spieler, der nur seine eigenen Spieler zurückhielt und zum schlichten da war? Einfach nur eine Bodenlose Frechheit. Vom Sport abgesehen sind die Handlungen des (un)Parteiischen einfach nur menschliches Versagen. Das ist alles was ich zum Spiel sagen möchte“, so TüSV-Cheftrainer Mustafa Bayrak nach der Begegnung.

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„Hier ist kein Basar“

Allerdings erzählte er noch, was auf dem Feld abgelaufen sein soll: „Auch die Aussage wie „hier ist kein Basar“ oder „ihr Türken seid nur in der Gruppe stark“, die wir uns vom (Un)parteiischen anhören mussten, sind unterste Schublade gewesen und gehören weder auf den Fußballplatz noch woanders hin. Was möchte uns der Schiedsrichter damit sagen? Nichtsdestotrotz bin ich froh darüber, dass meine Spieler nach solchen Aussagen ruhig bleiben konnten und die Situation nicht ausgeartet ist.“

KFV Ostholstein reagiert sofort

Nachgefragt beim zuständigen Kreisfußballverband Ostholstein (KFV), der für die Schiedsrichteransetzung bei dieser Begegnung zuständig war, sagte Paulo Chaves zu HL-SPORTS: „Ich habe sofort mit dem Schiedsrichter gesprochen, da die Vorwürfe, die in den Sozialen Medien auftauchten, sehr hart sind. Das Ganze hat sich im Gespräch schon relativiert und wird sicherlich in den nächsten Tagen aufgeklärt.“ Dabei verurteilte er Rassismus jeglicher Art.

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Extra-Arbeit für das Kreisgericht

Wegen der Roten Karte ist schon jetzt klar, dass das Spiel vor dem Kreisgericht landet – und zwar in Lübeck, denn dort steht die Kreisliga Süd-Ost unter Verantwortung. Dabei dürfte es nicht bei einem Sonderbericht bleiben, denn wer wen geschubst oder attackiert haben soll, muss genau noch geklärt werden. Gästespieler sollen den Schiedsrichter sehr stark bedrängt haben. Nach Informationen von HL-SPORTS war es auf jeden Fall ein hitziges Spiel. Alle Beteiligten können wohl von Glück sprechen, dass es nicht, wie in der jüngsten Vergangenheit, zu einem Spielabbruch gekommen ist.

Erfahrung mit brenzligen Situationen

Chaves, der als Spielausschussobmann des Kreises die Probleme auf dem Platz in der Region sehr gut kennt, hat sogar angekündigt, schnellstmöglich Kontakt zum Türkischen SV aufzunehmen, um die Situation schnell aufzuklären. Wie man mit brenzligen Situationen umgeht, hat der KFV Ostholstein erst vor kurzem mit Bravour gezeigt. Nach einem Gewaltausbruch zweier Spieler in der Kreisliga Ost in der Partie zwischen SV Heringsdorf und SG Insel Fehrmarn setzte der Kreisverband vorerst die Begegnungen des SVH ab, um die Sachlage in Ruhe zu klären. Dafür ernteten die Ostholsteiner Verbandsverantwortlichen viel Lob. Mehr zur Kreisliga am Montag bei HL-SPORTS.

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