Der VfB Lübeck trauert.
Foto: VfB Lübeck

Lübeck – Der VfB Lübeck trauert um Hans-Heinrich Otte, der am Sonnabend im Alter von 94 Jahren verstarb. 86 Jahre lang war Otte VfBer.

Im November 1934 meldete ihn Vater Paul Otte bei der SV Polizei an – und weil er nie aus dem Verein austrat, gilt er als der VfBer mit der längsten ununterbrochenen Vereinszugehörigkeit.

In diesen mehr als acht Jahrzehnten erlebte er auch sportliche Höhepunkte. Erfolgreich war Otte als Tischtennis-Spieler und erwarb sich nach dem Krieg auch große Verdienste um den Neuaufbau der Abteilung. In erster Linie war er aber Fußballer, durchlief die Jugendmannschaften und half in den Kriegsjahren auch schon als Jugendlicher in der Liga-Mannschaft aus, als die meisten älteren bereits im Kriegsdienst standen. In den Krieg musste auch Otte noch, schlug sich nach Kriegsende aber aus einem Lager in Heide schnell wieder auf Umwegen nach Lübeck durch, wo die Familie in der Marlesgrube lebte.

Anschließend spielte er auch beim VfB wieder Fußball, meist in der Reserve, half aber auch in der Oberliga-Mannschaft aus. Als nach dem Abstieg 1950 Spieler gesucht wurden, kam Otte zu jedem Spiel von seinem Studienort Göttingen nach Lübeck. Nach Ende des Studiums 1951 beendete er seine sportliche Laufbahn, blieb dem VfB aber durchweg treu.

Karriere machte er als Wirtschaftsprüfer. In der Firma (heute BDO), in der er als 25-Jähriger seine Laufbahn begonnen hatte, wurde er schon 1969 Vorstandschef und war auch im Ruhestand noch im Aufsichtsrat aktiv und ist Ehrenvorsitzender. Seit 2007 ist er Ehrenprofessor des Landes Schleswig-Holstein.

Im VfB ist er mit allen Auszeichnungen, die es gibt, dekoriert worden. Als bislang einziger VfBer wurde er vom damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Dietmar Scholze für seine 80-jährige Mitgliedschaft mit der Brilliantnadel ausgezeichnet.

„Wir gedenken ihm in Dankbarkeit. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie“, hieß es in der Mitteilung des VfB.

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