Reinfeld/Kronsforde krönt sich zum Meister – Vorwerk siegt trotz doppelter Unterzahl

Pansdorf vergrößert Vorsprung

Der Meister der Kreisliga Südost steht seit dem vergangenen Sonnabend fest Foto: SG Reinfeld/Kronsforde
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Lübeck – Der viertletzte Spieltag der Saison in der Kreisliga Südost ist Geschichte und die erste Entscheidung ist gefallen. Mit der SG Reinfeld/Kronsforde wurde nun der Meister gefunden und das offiziell, was sich in den vergangenen Monaten bereits angekündigt hat. Zudem war der Blick mit Spannung auf den Kampf um Platz Zwei gerichtet, denn es gab ein direktes Duell sowie eine schwierige Aufgabe für den TSV Pansdorf II gegen eine Mannschaft, die im neuen Jahr bereits eine Menge gepunktet hat. Der Abstiegskampf kommt ebenfalls nicht zu kurz, denn dort herrscht enorme Spannung. Für den TSV Gudow und VfL Vorwerk galt es, an der formschwachen Eintracht aus Groß Grönau vorbeizuziehen. Dafür benötigte es allerdings selbst Punkte, jeweils gegen Mannschaften, die in der Vorwoche sieglos blieben.

Lübeck 1876 – SG Reinfeld/Kronsforde 2:6 (0:5)

Der erste Matchball lag bereit für die SG Reinfeld/Kronsforde. Ein Sieg gegen Lübeck 1876 würde den Meistertitel in der Kreisliga Südost sowie den Aufstieg in die Verbandsliga perfekt machen. Man war hochmotiviert und wollte unbedingt diese große Chance nutzen, bevor es zum Duell mit den Verfolgern in den kommenden Wochen kommen würde. Am Karlshof wartete ein Team, das im neuen Jahr viele Höhen und Tiefen durchlebt hat. Nach gutem Start aus der Winterpause gab es schnell wieder Dämpfer. Der Tiefpunkt war dabei sicherlich die 2:10-Klatsche auf dem heimischen Platz gegen den Eichholzer SV II. Es war ein Nachmittag zum Vergessen, trotz guter Anfangsphase. Damit es ein solches Debakel nicht auch gegen den Ligaprimus geben würde, wollte man mit einem anderen Gesicht auftreten. Personell sah es allerdings wieder einmal ziemlich durchwachsen aus, sodass die Vorzeichen hätten deutlich besser sein können. Gegenüber standen den Lübeckern eine hochkarätig besetzte Truppe von Cheftrainer Jan Fischer, in der mit Marcel Dankert, Dennis Lie, Luis Mickeleit und Ben Bäßler eine Menge Offensivpower in der Startelf stand. Die Richtung war klar zu erkennen, in die es gehen sollte, und man brachte es direkt auf den Platz. Ein früher Doppelschlag durch Dennis Lie (6./8.) öffnete die Tür zur Verbandsliga bereits früh um ein weites Stück. Es war der Traumstart für die Stormarner, die in den ersten 26 Spielen nur zweimal verloren und ansonsten jede Partie für sich entschieden. Bengt Schulz (23.) erhöhte auf 3:0, sodass die Partie eigentlich früh bereits entschieden schien. Man musste allerdings kurz darauf wechseln, denn für Verteidiger Arian Krimpenfort ging es nicht mehr weiter. Fabian Meyer kam für ihn. Aus dem Konzept brachte dieser Wechsel die SG allerdings keineswegs, denn nur acht Minuten später traf Luis Mickeleit (36.) zum 4:0.

Der Primus spielte sich in einen echten Rausch und kurz vor der Pause fiel sogar noch das fünfte Tor. Lie (44.) schnürte den lupenreinen Hattrick. Die Gastmannschaft zeigte eindrucksvoll, dass sie die mit Abstand stärkste Mannschaft der Liga ist und sich völlig verdient mit Abpfiff dieser Partie als Meister krönen darf. Sie zeigte sich überhaupt nicht nervös, spielte ihr Spiel gnadenlos runter, sodass bereits nach 45 Minuten klar war, dass der erste Matchball direkt verwandelt werden würde. Im zweiten Durchgang verlor man allerdings etwas die Spannung und so kamen die Lübecker durch einen verwandelten Elfmeter von Torben Beyer (58.) zum 1:5. Julian Wenzel (74.), sechs Minuten zuvor eingewechselt, stellte allerdings den alten Abstand wieder her. Das letzte Wort des Tages hatte dennoch die Mannschaft von Uwe Buchholz, die durch Jelle Engel (80.) nochmal auf 2:6 verkürzte. Spannung kam allerdings keine mehr auf, sodass gegen 16 Uhr klar war, dass der Meistertitel der Kreisliga Südost in dieser Spielzeit hochverdient an die SG Reinfeld/Kronsforde gehen würde. Nachdem man die vergangenen Jahre es knapp verpasste, hat man es nun geschafft. 75 von möglichen 81 Punkten, über 100 erzielte Tore, kein einziger abgegebener Punkt auf dem eigenen Platz sowie eine unglaubliche Konstanz fassen zusammen, dass dieser Erfolg eine bemerkenswerte Leistung ist. Nun stehen drei Spiele noch auf dem Programm und in diesen möchte man sicherlich nochmal gegen die Verfolger zeigen, was sie in diesem Jahr zum Ligaprimus gemacht hat.

Uwe Buchholz (Lübeck 1876): „Wir mussten wie so oft in dieser Saison wieder ein bisschen improvisieren. Im Tor stand heute nach über einem Jahr Thorge Claussen. Vielen Dank an Thorge, dass er sich kurzfristig bereit erklärt hat, uns zu unterstützen. In der ersten Halbzeit hat Reinfeld/Kronsforde gezeigt, warum sie in dieser Saison ganz oben stehen. Wir haben allerdings bei den Gegentoren mächtig mitgeholfen. Die 2. Hz ging dann wenigstens nach Toren mit 2:1 an uns. Wir brauchen mal wieder eine konstante Leistung über 90 Min, wenn wir in den verbleibenden Spielen noch punkten wollen. Glückwunsch an Reinfeld zur verdienten Meisterschaft.“

Jakob Finnern (Reinfeld/Kronsforde): „Wir sind Meister. Wir haben es geschafft und das nächste Spiel gewonnen. Der Jubel war groß und die Freude riesig. Wir wollen uns bei allen bedanken, die uns auf diesem Weg begleitet haben, die uns unterstützt haben und mit uns gemeinsam dieses Ziel erreicht haben.“

TSV Pansdorf II – Eichholzer SV II 3:1 (2:1)

Eine Woche nach dem hochklassigen Topspiel beim Eichholzer SV II, in dem man sich mit einem 1:1 die Punkte teilte, stand für den TSV Pansdorf II die nächste knifflige Aufgabe an. Der TSV Kücknitz reiste in den Kreis Ostholstein, doch nicht an den Techauer Weg. Zahlreiche Jugendspielansetzungen ermöglichten es der Zweitvertretung nicht, am Sonnabend auf der heimischen Sportanlage zu spielen, sodass man nach Gleschendorf auswich. Es war also kein richtiges Heimspiel, das die Mannschaft von Steven Tion bestreiten würde. Der Gegner kam mit Rückenwind, denn in der Vorwoche setzte sich die Mannschaft vom Roten Hahn mit 3:1 gegen Lübeck 1876 durch. Es war eine gute Reaktion auf die 1:6-Pleite zuvor bei der SG Reinfeld/Kronsforde. Insgesamt zeigten sich die Lübecker in dieser Saison bereits als ein sehr unangenehmer Gegner, denn die Truppe von Mirco Groß verfügt über eine hohe Qualität. Vor allem die Offensive ist schwer in Schach zu halten, denn man hat viele Spieler, die enorm torgefährlich sind. Sei es ein Alexander Birkholz, Fatih Katran oder aber Luis Burow, der beim besagten Sieg in der Vorwoche einen Doppelpack schnürte. Die beste Defensive der Liga war also durchaus gefordert. Personell kehrten mit Nephew Hinze und Kyle Hohmann zwei Winterneuzugänge zurück in die Startelf. Hinze glänzte vor zwei Wochen mit einem Dreierpack und bringt eine Menge Tempo mit. Dieses sollte ein Faktor sein.

Der TSV Pansdorf II, der in der Vorwoche mit der Chancenverwertung haderte, legte früh mit Schwung los. Man wollte direkt zeigen, dass man diesen zweiten Platz im Fernduell mit Schlutup und Eichholz II unbedingt verteidigen möchte. Kyle Hohmann (6.) machte den Blitzstart perfekt, sodass man früh in Führung ging. Diese hielt allerdings nicht lange, denn nur sechs Minuten später war es Julian Müller (12.), der für die Gäste ausglich. Im Anschluss verflachte die Partie ein wenig, doch nach etwas mehr als einer halben Stunde fiel der erneute Führungstreffer. Alexander Witt (33.) traf zum 2:1 und zeigte damit erneut, wie sehr er die Offensive des Tabellenzweiten belebt. In der Vorwoche holte er den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:0 am Pöbelberg heraus und nun glänzte er selbst als Torschütze. Die knappe Führung sollte bis in die Schlussphase gehalten werden. Die Ostholsteiner waren kompakt, ließen den erneuten Ausgleich nicht zu. Stattdessen war es erneut Witt (90.), der kurz vor dem Ende den Sack zumachte. Die nächsten drei Punkte waren im Gepäck, sodass die Tion-Elf auf Kurs in Richtung Aufstiegsspiele bleibt. Letztmals verloren hat man im Herbst, vor 14 Spielen, damals war der Gegner die SG Reinfeld/Kronsforde. Auf diesen trifft man nun am kommenden Sonnabend, wo man gegen den feststehenden Meister einen großen Schritt machen möchte.

Steven Tion (TSV Pansdorf II): „Wichtiger Sieg in einem schweren „Heimspiel“. Wir machen den nächsten Schritt Richtung Ziel. In einem sehr hitzigen Spiel mit merkwürdigen Entscheidungen vom Gespann bringen wir einen verdienten Sieg über die Ziellinie. Wir sind in einem durchschnittlichen Spiel über 90 min die bessere Mannschaft und gewinnen verdient. Vielen Dank nochmal an die SG für die Gastfreundschaft und die tolle Unterstützung, das ist nicht selbstverständlich.“

Oliver Krause (TSV Kücknitz): „In Gleschendorf trafen wir am Samstag auf den Tabellenzweiten TSV Pansdorf. Die Anfangsphase gehörte dem Favoriten aus Pansdorf, in der sie auch gleich einen Fehler unsererseits im Aufbauspiel zur Führung nutzten. Danach kamen wir besser ins Spiel und das Spiel wurde ausgeglichener. Wir konnten in dieser Phase den verdienten Ausgleich erzielen und waren fortan ebenbürtig. Nach einer Ecke viel dann plötzlich aus dem Gewühl heraus der Führungstreffer für Pansdorf. So ging es auch in die Pause. Nach der Halbzeit waren beide Mannschaften bemüht aber richtig gefährlich wurde es nicht in den Strafräumen. Es wurde ein wenig hitziger zwischen den Mannschaften. Zum Ende hin riskieren wir mehr und laufen in der Nachspielzeit in einen Konter den Pansdorf zum 3:1 Endstand nutzte. Glückwunsch nach Pansdorf zum Sieg und noch viel Erfolg im Aufstiegsrennen. Vielen Dank wieder an die reichlich mit gereiste Fangemeinde und die Unterstützung. Einfach grandios..“

SV Fortuna St. Jürgen – SV Viktoria 08 0:1 (0:0)

Am Kalkbrenner ging es am Sonntagmittag um nicht mehr viel. Beide Mannschaften werden diese Saison, die von Höhen und Tiefen geprägt war, im Tabellenmittelfeld abschließen, sodass es um die berühmte „Goldene Ananas“ ging. Der SV Fortuna St. Jürgen hat sich in dieser Spielzeit nach schwierigem Start immer mehr stabilisieren und daher frühzeitig das Ticket für eine weitere Kreisligasaison buchen können. Neben einigen Tiefen, in denen man personelle Ausfälle nicht kompensieren konnte, gab es für die Elf von Andre Meese auch Spiele, in denen sie zeigte, welche hohe Qualität in ihr steckt. Man setzte Ausrufezeichen durch Siege wie gegen Lübeck 1876 oder Breitenfelde/Mölln und auch ein Punktgewinn gegen die starke Zweitvertretung aus Eichholz, trotz 1:3-Rückstand, war sehr bemerkenswert. Auf Seiten des jüngsten Gegners waren personelle Sorgen ebenfalls ein ganz entscheidendes Thema, das eine womöglich bessere Endplatzierung verhinderte. Der SV Viktoria 08 galt vor der Saison als einer der Geheimfavoriten, denn die Mannschaft von Timur Akgün verfügt über Einzelspieler, die durchaus den Unterschied machen können. Fehlen diese allerdings, dann wird es schwer für die Mannen von der Falkenwiese. Dies trat ein, sodass man vor allem im Herbst zu viele Punkte liegen ließ. Seitdem Spieler wie Lönne Christiansen oder auch Verteidiger Wilhelm Citea zurückgekehrt sind, hat man sich allerdings wieder stabilisiert und punkten können. Zuletzt blieb man mehrere Spiele ungeschlagen. Viktoria hatte beim SV Fortuna St. Jürgen insgesamt mehr Zugriff und kam zu einem Chancenplus. Der Treffer blieb dabei allerdings aus. Bis in die Nachspielzeit dauerte es, dann fiel allerdings doch noch der Treffer. Wilhelm Citea (90.) erzielte das Siegtor und setzte somit die Serie seiner Mannschaft fort. Für Fortuna war es die zweite knappe Niederlage in Folge.

Nikolay Frech (Fortuna): „In der ersten Halbzeit hat Viktoria leichte Spielvorteile und hat gute Aktionen meist über ihren starken Spieler Christiansen. Jedoch können sie diese nicht gut ausspielen und so geht es in der ersten Halbzeit ohne eine größere Chance mit 0:0 in die Pause. In der zweiten Halbzeit ist es dann ein deutlich ausgeglicheneres Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Viktoria nutzt aus unserer Sicht leider eine dieser Chancen zum Lucky Punch und gewinnt das Spiel.“

Timur Akgün (SV Viktoria 08): „In der ersten Halbzeit lassen wir keine wirkliche Torgefahr zu, haben mehr Spiel und Ballanteile. Haben bis zum letzten Drittel die Partie im Griff, lassen aber vor dem Tor der Gastgeber zu viel unnötig liegen. In der zweiten Halbzeit das selbe Spiel, nur dass wir Fortuna zwischendurch kommen lassen. Sie kreieren gute Chancen, sind aber auch im letzten Drittel zu ungefährlich. Zum Ende hin machen wir dann den verdienten und hart erarbeiteten Siegtreffer, auch wenn ein wenig mit Dusel.“

TSV Travemünde – ATSV Stockelsdorf 5:2 (4:2)

Die Erleichterung war zuletzt sowohl beim TSV Travemünde als auch dem ATSV Stockelsdorf sehr groß. Beide konnten ihren Sieglosserien ein Ende bereiten und wichtige Punkte einsammeln. Travemünde startete daraus sogar direkt eine Serie und feierte am gestrigen Sonntag seinen dritten Sieg in Folge. Für den ATSV war ein 3:2-Erfolg gegen Rethwisch von enormer Bedeutung, denn so behauptete man sich in einem klassischen Sechs-Punkte-Spiel und verschaffte sich Luft im Abstiegskampf. Aus diesem war man trotz guter Ausgangslage nämlich noch keineswegs raus. Die Konkurrenz, vor allem Gudow, näherte sich immer mehr, doch mit dem ersten Sieg in 2026 sollte man auch ab Sommer für die Kreisliga planen können. Dennoch kann der ATSV mit dieser Saison nicht zufrieden sein. Vor der Saison hatte man andere Ziele, als den Klassenerhalt im Endspurt erst einzutüten. Verspielte Führungen waren dabei ein klarer Punkt, der angesprochen werden muss, denn allein nach dem Winter wurden bereits zahlreiche Zähler nach 1:0-Führung aus der Hand gegeben. Dies war auch im Hinspiel gegen den TSV Travemünde der Fall, als man bis in die Schlussphase mit 2:0 vorne war, doch am Ende nur einen Punkt zu Hause behielt. Nun gab es das Wiedersehen mit „Monte“ und die Elf von Christian Jetz ist nach der zwischenzeitlichen Ergebniskrise wieder in guter Form. Der Cheftrainer hat deutlich mehr Optionen als in den Vorwochen, kann auf wichtige Leistungsträger wieder setzen. Hinzu kommen zahlreiche Zusagen für die neue Saison sowie erste Neuverpflichtungen.

Mit dem positiven Gefühl ging man ins Heimspiel, doch früh gab es einen Dämpfer. Ivan Dervejanko, den es im Sommer nach Sereetz zieht, brachte Stockelsdorf in Führung. Beeindruckt zeigte sich Travemünde davon allerdings nicht wirklich, denn keine 180 Sekunden später war der Rückstand schon wieder egalisiert. Lennard Prüßmann (6.) war erfolgreich. Die Platzherren hatten hier das Spiel komplett im Griff und drehten dieses folgerichtig durch Felix Rockrohr (11.) zum 2:1. Erneut Prüßmann (17.) machte sechs Minuten später das 3:1. Wieder war es eine Führung, die der Gast aus der Hand gab und erneut gab es binnen weniger Minuten gleich mehrere Gegentore. Es waren zu einfache Fehler, die dem ATSV unterliefen und eiskalt bestraft wurden. Lubecco Behrens (38.) verkürzte zwar auf 2:3, doch noch vor dem Pausenpfiff sollte Jan Luca Behnke (44.) erhöhen. Mit 4:2 ging es also in die Pause, sodass die Monte-Kicker auf Kurs in Richtung drittem Dreier in Folge waren. Nach dem Seitenwechsel traf Alexander Kanehl (60.) noch zum fünften Treffer, sodass die Partie entschieden war. Die Jetz-Elf bleibt somit in der Erfolgsspur, während der ATSV nochmal minimal zittern muss.

Christian Jetz (TSV Travemünde): „Völlig verdienter Heimsieg gegen individuell starke Stockelsdorfer, die wir mit einer Kompaktheit aus Offensive und Defensive verdient geschlagen haben. Wir haben zum dritten Mal in Folge fünf Tore erzielt, defensiv in der zweiten Hälfte gut gearbeitet und den dritten Sieg in Folge eingefahren. Wir freuen uns auf den Saisonendspurt.“

Jan Mehlfeld (ATSV Stockelsdorf): „Verdiente Niederlage. Heute war leider die schlechteste Leistung in 2026. Nach der frühen Führung war es leider Bild-Note Sechs, dazu zählen wir uns als Trainerteam ebenfalls. Wir arbeiten es aber gemeinsam auf und werden gegen Gudow am Samstag wieder ein anderes Gesicht zeigen.“

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VfB Lübeck

TSV Gudow – SV Azadi Lübeck II 2:2 (0:2)

Der TSV Gudow wollte am Sonntag den Trend fortsetzen und nach einem 3:0-Heimsieg nun auch gegen den SV Azadi Lübeck II punkten. Dieser kam mit wenig Selbstvertrauen, denn nach der Winterpause gab es erst einen Sieg. Man tut sich enorm schwer, macht vorne zu wenig aus den Chancen und kassiert hinten derzeit viele einfache Gegentore. Die Rückwärtsbewegung ist ein großes Manko, das gegen Gudow dringend bereinigt werden musste. Schnelles Umschalten ist nämlich die große Stärke der Lauenburger, die über Hendrik und Lennart Burmeister für Gefahr sorgen. Personell sah es bei den Lübeckern erneut nicht gut aus. Die Bank war sehr dünn, doch mit der Rückkehr von Torjäger Ramezan Hassan kam ein wichtiger Spieler zurück. Dieser fehlte am Donnerstagabend gegen den VfL Vorwerk noch. Dort gab es einen glücklichen Punkt. Gegen das nächste Team aus dem Tabellenkeller sollte es besser werden, doch erneut tat man sich schwer. Bereits im Vorfeld sprach Awar Rashid an, dass der Rasenplatz eine Schwierigkeit für seine Mannschaft darstellen würde, was sich bewahrheitete. Man trainiert und spielt kaum auf diesem Geläuf. Gleichzeitig kündigte der Coach allerdings auch einen verbesserten Auftritt seiner Truppe an.

Azadi machte das Spiel, während die Heimmannschaft gewohnt kompakt verteidigte. Nach einer Viertelstunde war diese allerdings schon geknackt, nachdem Cesur Kaya (15.) zur Gästeführung traf. Der gute Start für die Lübecker, die 20 Minuten später bereits nachlegten. Ramezan Hassan (36.) erzielte das 2:0. Für den TSV war es nun eine ganz harte Aufgabe, doch die Mannschaft hat in den vergangenen Wochen gezeigt, dass sie lebt. Sie kam gut aus der Halbzeit und kam durch Joker Lorenz Prolingheuer (55.) zum Anschlusstreffer. Nun hatte man das Momentum auf seiner Seite und nur drei Minuten später war es Hendrik Burmeister (58.), der ausglich. Alles war wieder auf Null und Gudow versuchte es, doch schaffte es nicht mehr, sich zu belohnen. Dennoch nimmt man den Punkt mit und zieht an Groß Grönau II vorbei. Beim SV Azadi II nimmt die Ergebniskrise kein Ende.

Marcel Schaper (TSV Gudow): „Super Leistung nach 0:2, so zurückzukommen, sau ärgerlich, das Ding nicht zu gewinnen. Erste Halbzeit kommen wir gut rein, haben zwei Chancen auf die Führung. Danach geraten wir durch einen Eckball in Rückstand, anschließend spielt Azadi nochmal ihre individuelle Klasse aus und es steht 0:2. Kurz vor der Halbzeit haben wir durch Bommel die Chance zum Anschluss, der Torwart hält das erste Mal Weltklasse. Nach der Halbzeit wollen wir vorne raufgehen. Lorenz erzielt das 1:2 nach schönem Pass von Els. Gleich danach gleicht Bommel per Kopf nach Ecke aus. Abschließend haben wir diverse Chancen, nur der Ball will einfach nicht rein. Höhepunkt, der unsere heutige Ausbeute sehr gut beschreibt: ein Schuss aus 25 Metern von Julian, der beide Innenpfosten berührt und dann rausspringt. Die Leistung in Halbzeit zwei war sehr stark und im Normalfall muss man das komplett drehen. Auf der anderen Seite sind wir nach 0:2-Rückstand zurückgekommen. Wir treffen jetzt auf die drei untersten Mannschaften, werfen alles für den Relegationsplatz rein!“

SG Breitenfelde/Mölln – Eintracht Groß Grönau II 7:3 (4:2)

Die SG Breitenfelde/Mölln wird die Saison im gesicherten Mittelfeld der Kreisliga Südost beenden. Zu wenig Konstanz hat zur Folge, dass die Mannschaft von Arne Riewe nicht noch weiter oben in der Tabelle steht. Zuletzt musste man sich zweimal geschlagen geben, sodass man am „magischen“ Uhlenbusch, wie der Trainer der SG im Vorfeld sagte, wieder ein anderes Gesicht zeigen wollte. Man kam gegen den in 2026 noch sieglosen TSV Eintracht Groß Grönau II allerdings sehr schleppend in die Partie. Bereits früh lief man einem Rückstand (8.) hinterher, doch die Antwort von Marvin Edler (13.) per Kopfball folgte prompt. Groß Grönau zeigte ein verbessertes Gesicht zur Vorwoche, als man mit 0:3 in Gudow verlor. Der Ausgleich beeindruckte das Team von Alexander Wollmer wenig, denn es ging erneut in Führung (26.). Es war bemerkenswert, wie die Eintracht trotz der Sieglosserie und den ganzen Widerständen in den vergangenen Wochen in Breitenfelde auftrat. Das Heimteam fand allerdings erneut eine schnelle Antwort. Der junge Leif Wolff (33.) traf zum 2:2 und nur acht Minuten später brachte er seine Mannschaft sogar in Führung.

Der Doppelschlag kippte das Spiel, sodass Breitenfelde nun immer mehr das Spiel in die Hand nahm. Keine 120 Sekunden nach dem Führungstreffer erhöhte Philipp Reimann (43.) zum 4:2-Pausenstand. Trotz einer guten ersten Hälfte lief man in der zweiten Halbzeit einem Rückstand hinterher. Coach Wollmer schien allerdings die richtigen Worte gefunden zu haben, denn seine Elf verkürzte schnell (51.). Es war ein Schlagabtausch zwischen den beiden Mannschaften, der allerdings durch drei schnelle Treffer innerhalb von fünf Minuten entschieden wurde. Benedikt Weissleder (63.), erneut Reimann (66.) sowie Henrik Timm (68.) schraubten den Spielstand auf 7:3 hoch. Darauf hatten die Gäste keine Antwort mehr, sodass die jahresübergreifend zwölfte Niederlage in Folge perfekt war. Es wird nun ein ganz hartes Stück Arbeit für die Mannschaft vom Torfmoor, denn der aktuelle Trend spricht klar gegen die U23. Man fiel nun sogar auf den letzten Platz ab.

Arne Riewe (Breitenfelde/Mölln): „Heute hatten wir einen schwierigen Start auf einem auch für uns nach nur zwei Einheiten ungewohnten Geläuf. Grönau hat unsere Fehler im Aufbau zweimal stark bestraft. Durch individuelle Klasse kommen wir jedoch dreimal zurück und machen kurz vor der Pause sogar das 4:2. In der zweiten Halbzeit hatte Grönau noch etwa sechs gute Minuten und kommt auf 4:3 heran. Danach hatten wir sie jedoch geknackt und erzielen folgerichtig die nächsten Treffer. Für den einen oder anderen war es heute das letzte Heimspiel am Uhlenbusch, dazu demnächst mehr. Umso schöner, das Ganze mit einem Dreier lachend abzurunden. Ich freue mich für meine Jungs über starke 70 Minuten Teamfight und wünsche Grönau weiterhin viel Erfolg im Abstiegskampf. Danke an das Gespann.“

Alexander Wollmer (Groß Grönau II): „Glückwunsch der SG zum Sieg! Keine Sorge, wir machen weiter. Nächste Woche sind wir wieder da.“

VfL Rethwisch – VfL Vorwerk 0:1 (0:1)

Beim VfL Vorwerk war man nach dem 1:1 gegen den SV Azadi Lübeck II nur begrenzt zufrieden. Man lieferte ein richtig gutes Spiel ab, war über weite Strecken die bessere Mannschaft, doch belohnte sich nicht. Die Chancenverwertung betitelte Trainer Benjamin Schramm als „grausam“, denn zahlreiche Hochkaräter wurden nicht im Tor untergebracht. Es war bitter für das Kellerkind, das dennoch positiv auf das Nachholspiel blickte und die Niederlagenserie beendete. Nun sollte allerdings dieser Punkt vergoldet und der erste Auswärtssieg in dieser Saison eingefahren werden. Man reiste an den Buchrader Weg, wo eine der undankbarsten Auswärtsaufgaben wartete. Beim VfL Rethwisch haben sich schon einige Teams schwergetan, sowohl aus der oberen als auch unteren Tabellenhälfte. Die Stormarner hatten nach einer 2:3-Pleite in Stockelsdorf noch etwas gutzumachen, auch wenn man mit Blick auf den Klassenerhalt nicht mehr groß zittern muss.

Beim VfL Vorwerk gab es bereits vor dem Spiel schlechte Nachrichten. Mehrere kurzfristige Absagen erreichten Trainer Schramm, sodass der Kader ausgedünnt war. Dennoch kamen die Lübecker gut ins Spiel. Sie ließen nichts anbrennen und hatten diesmal vor dem Tor das nötige Spielglück, sodass ein Eigentor von Hennrik Finnern (25.) für die Gästeführung sorgte. Dies galt es nun zu verteidigen, doch in den vergangenen Wochen tat man sich schwer damit. Es gab immer wieder späte Gegentreffer, sodass man doch noch mit leeren Händen dastand. Diesmal sollte es anders laufen, doch kurz vor der Pause kam es zu zwei Szenen, die die Aufgabe für die Mannschaft aus dem Teichstadion enorm erschweren sollten. Zunächst sah Ramadan Al Selaivany für ein Wegstoßen des Gegenspielers die Rote Karte und nur wenige Sekunden später wurde auch Ali Maazoune vom Feld verwiesen, nachdem der Verteidiger die Gelb-Rote Karte für ein auf den Fuß des Gegenspielers Treten sah. Mit neun Mann musste man nun in die zweite Hälfte gehen und es war allen klar, dass dies eine absolute Mammutaufgabe werden würde. Die dezimierten Vorwerker zeigten allerdings einen grandiosen Kampf, warfen sich überall rein und belohnten sich mit dem Dreier. Das 1:0 wurde über die Zeit gebracht, wodurch man nun auf den 16. Platz klettert. Der Traum vom Klassenerhalt lebt und am Dienstagabend hat man die nächste Chance. Dann begrüßt man den SV Viktoria 08.

Malte Gerich (VfL Rethwisch): „Glückwunsch an Vorwerk. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“

Benjamin Schramm (VfL Vorwerk): „Wow, was soll ich sagen… der Tag begann sehr bescheiden, nachdem kurz vor dem Spiel noch Absagen eingetrudelt sind und wir mit nur 13 Spielern besetzt waren. Zum Spiel… bis zur 43. Minute ist erstmal alles gut, wir führen verdient 1:0, haben eine eigene Ecke und bevor wir diese ausführen können, bekommen wir Gelb-Rot und Rot… so gehen wir mit 9 Mann in die Kabine. Was dann passiert, ist kaum in Worte zu fassen, so stolz bin ich. Mit zwei Mann weniger verteidigen wir die Führung bis zum Ende und holen nicht unverdient drei wichtige Punkte. Meine Jungs haben alles reingeworfen, sich ordentlich gequält und wurden belohnt.“

TSV Schlutup – Eichholzer SV II 2:2 (1:2)

Ein echtes Topspiel stand am Sonntagnachmittag am Palinger Weg statt. Der TSV Schlutup empfing den Eichholzer SV II und somit einen direkten Tabellennachbarn. Der TSV steckt in der Rolle des Jägers und muss auf Patzer des TSV Pansdorf II lauern, wenn der zweite Platz noch irgendwie erreicht werden soll. Bei einem Spiel weniger stand man vor dem Spiel sechs Zähler hinter den Ostholsteinern. Selbst darf man allerdings nicht federn lassen, denn dies war in diesem Jahr bereits zweimal der Fall. Ein Punkt aus den beiden Spielen gegen Azadi II und Lübeck 1876 brachte den Tabellendritten ins Hintertreffen. Da Pansdorf allerdings gegen Eichholz nicht über ein Remis hinauskam, konnte die Mannschaft von Christian Clasen den Rückstand um zwei Punkte verkleinern. Nun war man allerdings selbst gegen den starken Aufsteiger gefordert, der in 2026 noch kein einziges Mal verlor. Mit elf ungeschlagenen Spielen im Rücken reiste die Mannschaft von Stephan Lindhoff an, doch personell fehlte der ein oder andere Spieler. Die Bank war leerer und einige hatten sowohl für die Erste am Vortag als auch in der Altherren bereits an diesem Wochenende gespielt. Mit dezimierten Kräften ging man also ins Spiel. Auf der Gegenseite saßen mit Manuel Homfeld und Mert Büyükdemir zwei Spieler, die über eine außergewöhnliche Qualität in dieser Liga verfügen, zunächst draußen.

Die Anfangsphase ging klar an die Gäste, die erneut das Zepter in die Hand nahmen und ihr gewohntes Spiel abliefern wollten. Es dauerte keine zehn Minuten, bis der Aufsteiger bereits in Führung ging. Muhammed Özkaya (8.), der in die Startelf rückte, brachte seine Mannschaft verdient in Führung. Sechs Minuten später war es dann allerdings ein langer Ball, den Alexander Lage (14.) zum Ausgleich einköpfte. Im Anschluss flachte die Partie etwas ab. Die Gastgeber hatten mehr Spielanteile, doch die besseren Chancen gehörten dem ESV. Nach einer Vorlage von Maik Germann war es dann Magnus Breitung (40.), der plötzlich vor dem Tor auftauchte und die Mannen von der Guerickestraße in Führung brachte. Zur zweiten Hälfte erhöhte die Heimmannschaft den Druck. Sie brachten nun Homfeld und Büyükdemir und drängten den Aufsteiger ordentlich hinten rein. Lars Steinhauer (60.) traf zum Ausgleich, was sich in den Minuten zuvor andeutete. In der letzten halben Stunde war der Mannschaft vom Pöbelberg klar anzumerken, dass die Kräfte schwanden. Man war platt und so hatte Schlutup Vorteile. Die große Chance auf den Sieg gehörte dennoch den Gästen, doch diese blieb ungenutzt. So war es am Ende eine Punkteteilung, wodurch der Rückstand für die Mannschaft vom Palinger Weg nun bei einem Spiel weniger auf acht Punkte wächst.

Christian Clasen (TSV Schlutup): „Wir starten unterirdisch in die Partie und gehen verdient in Rückstand und haben riesiges Glück, dass wir nicht das zweite kassieren. Nach unserem Ausgleich durch Lage sind wir voll da und nehmen nach und nach das Heft in die Hand, belohnen uns aber nicht und kassieren dann durch einen gut ausgespielten Konter den Rückstand. Von Anfang an der zweiten Halbzeit beherrschen wir das Geschehen und machen verdient den Ausgleich. Im weiteren Verlauf sind wir jedoch viel zu schwach im Abschluss und lassen dadurch Eichholz weiter im Spiel. Eichholz setzt immer wieder Nadelstiche und kontert diverse Male stark. Am Ende ein verdientes Unentschieden, welches auch gut und gerne 5:5 hätte enden können. Herzlichen Glückwunsch an Reinfeld zur Meisterschaft.“

Stephan Lindhoff (Eichholzer SV II): „Die ersten 15 Minuten legen wir los wie die Feuerwehr und gehen verdient mit 0:1 in Führung. Mit einem langen Ball über 50 Meter und dem Kopfball von Lage gleicht Schlutup mit der ersten Chance im Spiel aus. Anschließend neutralisieren sich beide Mannschaften, wobei Schlutup ein wenig mehr vom Spiel hatte, wir aber die besseren Chancen. Kurz vor der Pause ein Geniestreich von Maiki und Magnus läuft alleine aufs Tor zu. Das 2:1 zur Halbzeit war zu diesem Zeitpunkt gerecht. Nach der Pause erhöht Schlutup den Druck und schnürt uns hinten ein. Das 2:2 in der 60. Minute war folgerichtig. Die Kräfte schwinden bei uns, aber wir fighten bis zum Umfallen. Die letzten fünf Minuten haben wir noch zwei Hochkaräter auf dem Fuß, aber der starke Draguhn ist zur Stelle. Hut ab vor jedem Einzelnen, der heute alles gegeben hat. Der Punkt war absolut verdient. Schlutup und Mücke weiterhin viel Erfolg. Jetzt heißt es, Wunden lecken und nächsten Samstag in Rethwisch wieder Vollgas geben.“

Der 27. Spieltag

Lübeck 1876 – SG Reinfeld/Kronsforde 2:6
TSV Pansdorf II – TSV Kücknitz 3:1
Fortuna St. Jürgen – Viktoria 08 0:1
TSV Travemünde – ATSV Stockelsdorf 5:2
VfL Rethwisch – VfL Vorwerk 0:1
TSV Gudow – SV Azadi Lübeck II 2:2
SG Breitenfelde/Mölln – Groß Grönau II 7:3
TSV Schlutup – Eichholzer SV II

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