
Hamburg – Dienstag war vermutlich für den Hamburger SV der teuerste Tag der Vereinsgeschichte. Achtmal gab es Post vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und einmal wurde eine Strafe gegen einen Profi ausgesprochen. Vorstand Dr. Eric Huwer war vielleicht sogar schwindelig. Doch es gab auch glückliche Gesichter… doch alles der Reihe nach
Dompe muss zahlen
Nach der Verpflichtung von Philip Otele (HL-SPORTS berichtete) war klar, dass Jean-Luc Dompe nach seiner Alkoholfahrt vor einer Woche erst einmal nicht so schnell wieder aus der Suspendierung herauskommt. Der Franzose war mit 1,4 Promille hinter dem Steuer seines Fahrzeugs von der Polizei erwischt und stieg danach auf einen E-Scooter (zweite Strafanzeige wegen Trunkenheit). Nun hat der HSV reagiert und eine drakonische Geldstrafe gegen den Linksaußen verhängt: mindestens 100.000 Euro muss der 30-Jährige zahlen. Der Bundesligist selbst spricht von einer „Rekordstrafe“. Hinzu kommt der Einsatz im sozialen Engagement durch den Sünder.
Dompes Statement: „Mir ist bewusst, dass es mit einer einfachen Entschuldigung nicht getan ist. Meiner Vorbildfunktion bin ich absolut nicht gerecht geworden. Ich habe schwerwiegende Fehler begangen und trage selbstverständlich die vollen Konsequenzen dafür. Ich kann die Enttäuschung des Clubs, des Trainerteams und all der Fans, die mich bis hierhin immer unterstützt haben, verstehen. Es tut mir wahnsinnig leid. Auch, dass ich das Team in dieser Phase, den so wichtigen Wochen, im Stich gelassen habe.“
Die Suspendierung soll in dieser Woche wieder gelockert werden. Der Flügelstürmer darf ins Training einsteigen. Dompe steht dabei unter Beobachtung. Wann er wieder in den Kader darf, steht noch nicht fest.
Über eine halbe Million Euro Geldstrafe
Ein Mega-Minus auf dem Club-Konto entstand am gleichen Tag. Das DFB-Sportgericht hat die Rothosen wegen mehrerer Fanvorfälle mit einer Gesamtgeldstrafe von 503.400 Euro belegt. Grundlage sind acht verschiedene Spiele, bei denen Anhänger des HSV pyrotechnische Gegenstände einsetzten oder andere sicherheitsrelevante Vorfälle verursachten.
Den größten Anteil der Strafe macht das Nord-Derby gegen Werder Bremen aus. Rund um die Partie wurden nach Angaben des DFB mindestens 78 Bengalische Feuer, 51 Blinker und fünf Rauchtöpfe gezündet. Zudem feuerten HSV-Fans kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit vier Batterien mit mindestens 80 Rauchraketen ab. Dabei flogen Plastikkappen auf das Spielfeld, was zu einer Verzögerung des Wiederanpfiffs von fast acht Minuten führte. Allein für diesen Vorfall setzte das Sportgericht eine Strafe von 300.000 Euro fest.
Auch beim Auswärtsspiel in Köln kam es zu massiven Vorkommnissen. Dort wurden mindestens 24 Bengalische Feuer, elf Blinker, zehn Rauchtöpfe sowie zwölf Raketen gezündet, von denen einige auf dem Spielfeld landeten. Der Spielbeginn der zweiten Halbzeit verzögerte sich um knapp vier Minuten.
Weitere Strafen resultieren aus dem Gastspiel bei Union Berlin, wo im Hamburger Block 28 Bengalische Feuer, sieben Blinker und eine Rakete gezündet wurden, sowie aus dem DFB-Pokalspiel gegen Holstein Kiel. In diesem Fall brannten auf der Nordtribüne 16 Bengalische Feuer, vier Blinker und zwei Rauchtöpfe.
Hinzu kommen Vorfälle bei den Auswärtsspielen in Heidenheim, Augsburg und Dortmund, bei denen zusammen 24 pyrotechnische Gegenstände registriert wurden.
Der Bundesligist hat die Möglichkeit, einen Teil der Gesamtsumme in präventive Maßnahmen zu investieren. Bis zu 167.500 Euro dürfen für sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Projekte verwendet werden, sofern entsprechende Nachweise fristgerecht beim DFB eingereicht werden.
HSV an der “Tabellenspitze“
Damit ist der HSV in Deutschland auf Platz eins in der Strafen-Tabelle. Insgesamt gab es in dieser Saison bereits Geldstrafen in Höhe von 629.400 Euro. Der Vorsprung vor “Verfolger“ Union Berlin (242.000 Euro) knapp 400.000 Euro. Auf Platz drei liegt der FC St. Pauli (140.600 Euro).
Kaufoption bei Omari gezogen
Gute Nachrichten gab es beim Aufsteiger, denn er zog vorzeitig die Kauoption bei Warmed Omari und ihn fest verpflichtet. Der 25-jährige Innenverteidiger war vom Stade Rennes ausgeliehen und wird nun langfristig an die Rothosen gebunden. Sportdirektor Claus Costa hob hervor: „Mit seiner Art, offensiv und mutig nach vorne zu verteidigen, und seiner Ruhe am Ball gibt Warmed unserem Spiel entscheidende Impulse.“ Omari kam bislang in sieben Pflichtspielen für den HSV zum Einsatz. Am Sonnabend feierte er beim 2:2 gegen den FC Bayern München sein Comeback nach 125 Tagen Verletzungspause. Der elffache Nationalspieler der Komoren fühlt sich in Hamburg gut aufgehoben. „Ich freue mich sehr, dass ich langfristig beim HSV bleiben kann. Das möchte ich mit guten Leistungen zurückzahlen – weiterhin mit der Raute auf der Brust.“, sagte Omari. Er habe während seiner Verletzung viel Vertrauen gespürt.
Bildquellen
- Omari: Lobeca/Henning Rohlfs
- Pyro: Lobeca/Henning Rohlfs
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