Kinsombi, wie im Hinspiel, gegen Haraguchi (links) und Prib. Foto: Lobeca/Gettschat
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Hannover – Erstes Unentschieden für den Hamburger SV im neuen Jahr: Hannover 96 führte im Nordduell der 2. Bundesliga am Sonnabend zuhause mit 1:0 (0:0) – bis zur 96. Minute. Dann kam Pohjanpalo und traf zum Ausgleich.

Ausverkauftes Haus in Hannover. Das erste Mal in dieser Saison – und das zum Nordduell. Hamburgs Coach Dieter Hecking ließ, wie erwartet, Jung für Fein (Jochbeinbruch) spielen. Bei 96 gab es drei Veränderungen: Ochs ersetzte den verletzten Felipe, für den gelb-rot-gesperrten Elez durfte Bakalorz statt Ostrzolek ran und Albornoz erhielt den Vorzug vor Prib.

Hannover 96 mutig und körperbetont

Die ersten Minuten der Partie glich einer Kennenlernphase. Zwei Ecken von Kittel brachten nach zehn Minuten Gefahr. Bei van Drongelens Kopfball stand Hinterseer im Abseits. Hannover versuchte es mit Pressing und war bissig, unterband den Spielaufbau der Rothosen. Wenn es Mal schnell ging, wurde es vor dem Tor von 96-Keeper Zieler gefährlich. So war es in der 20. Minute, als Kittel eine Flanke von Leibold per Kopf auf das Netz beförderte. Der HSV legte zu. Eine Kombination von Jatta, Schaub und Dudziak (23.) stoppte Bakalorz am Fünfmeterraum in letzter Sekunde. Auf der anderen Seite versuchte es Haraguchi (24.) aus zweiter Reihe mit einem Schuss, der zur Ecke abgefälscht wurde. Die Hamburger bekamen diese nicht richtig weg und Bakalorzs Hammer aus zwölf Metern prallte an Beyer ab.

Maina mit der besten Chance

Nach einer halben Stunde sahen Hannovers Anton und Kaiser je den Gelbe Karton wegen Foulspielen. Die Härte der Niedersachsen flachte nicht ab. Erst musste Beyer einen Luftangriff von Albornoz über sich ergehen und kurz danach spürte Dudziak die Entschlossenheit von Bakalorz. Die größte Chance hatte Maina (36.). Er setzte sich am linken Strafraumeck gegen van Drongelen durch und schoss aus spitzem Winkel am langen Pfosten vorbei. Eine Minute später verpasste Hinterseer per Kopf das 1:0 nach einer Leibold-Flanke. Die 96er machten das richtig gut, zeigten Kampfeswille und Leidenschaft. Der HSV versuchte es mit einer Mischung aus Technik und Druck. Auffällig bei dem Tabellenzweiten war, dass Torwart Heuer Fernandes ganz viel für das Spiel von hinten heraus tat. Die Hausherren ließen mit dem Pressing nicht nach und gingen ein sehr hohes Tempo. Zur Pause blieb es torlos.

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Gepostet von HSV am Samstag, 15. Februar 2020

Teucherts Tor weckt HSV

Keine Veränderungen gab es zu Beginn der zweiten Hälfte. Mit dem ersten Angriff der Hannoveraner gab es das Tor. Maina setzte sich links durch und Teuchert ließ drei Hamburger stehen, traf aus Nahdistanz zur Führung flach ins linke Eck. Der HSV suchte nach einer schnellen Antwort. Eine Vorlage von Kittel schoss Leibold (55.) an die Hintertorstange. Eine Minute danach hatte Leibold Zieler umspielt, legte auf Jatta zurück, der über das leere Tor schoss. Das war die größte Möglichkeit der Hamburger. Die nächste folgte sofort, als Schaub in der Mitte Kittel (56.) anspielte. Der schoss sofort und traf Anton auf der Linie. Auch van Drongelen (63.) schaffte es nicht, das Leder im Netz unterzubringen. Sein Kopfball als Aufsetzer hatte Zieler.

Dudziak schwer verletzt

Harnik und Pohjanpalo kamen für Jatta und Hinterseer) in die Partie. Harnik versuchte es sofort mit einem Schuss aus dem Hinterhalt – zwei Meter daneben. Dudziak verletzte sich schwer am Knie, musste bandagiert und gestützt vom Platz gebracht werden. Kinsombi ersetzte ihn.

Schaub trifft Haraguchi

Hannover 96 erholte sich von dem kurzen Sturmlauf der Gäste, gestaltete die Partie wieder offener. Der ging allerdings wieder los. Eine Flanke von Kinsombi landete bei Schaub (73.), der aus acht Metern nur den hereinlaufenden Haraguchi traf. Der Nachschuss von Kittel landete über dem Gehäuse. Nächster Versuch von Beyer (75.) – ebenfalls drüber. Langsam lief dem HSV die Zeit davon.

Jung geht voran

Und sie lief weiter. Hamburgs Jung schien das als einziger begriffen zu haben. Er legte eine Schippe drauf und kämpfte um jeden Ball. Auf der linken Seite drehte Leibold auf, flankte in die Mitte, wo Pohjanpalo (86.) am Ball vorbeisegelte.

Nachspielzeit und Tor: Joker Pohjanpalo mit Ausgeich

Fünf Minuten gab es obendrauf. Die Hamburger hatten es nun sehr eilig und 96 verteidigte mit Mann und Maus, stellte den eigenen Strafraum zu. Es war kein durchkommen. Dazu kam Glück, denn Zieler kam an einen hohen Ball nicht heran. Kinsombi (95.) köpfte aufs Tor und Anton kratzte die Kugel von der Linie zur Ecke. Die kam von Kittel direkt auf Pohjanpalos Kopf (96.), der den Ball ins Netz hämmerte. Ausglich und Schluss. Hamburg rettete einen Zähler.

Bielefeld zieht trotzdem davon

Der Hamburger SV bleibt auf Rang zwei, selbst wenn der VfB Stuttgart am Montag in Bochum gewinnt. Arminia Bielefeld gewann und baute die Tabellenführung wieder auf drei Punkte aus vor den Rothosen aus.

Statistik:
Hannover 96 – Hamburger SV 1:1 (0:0)
Tore: 1:0 Teuchert (51.), 1:1 Pohjanpalo (96.)
Zuschauer: 49.200 (ausverkauft)
Hannover: Zieler, Albornoz, Bakalorz, Haraguchi, Maina, Kaiser, Ochs (66. Prib), Horn, Jung (77. Korb), Anton, Teuchert (72. Guidetti)
Hamburg: D Heuer Fernandes, van Drongelen, Dudziak (68. Kinsombi), Kittel, Beyer, Hinterseer (63. Pohjanpalo), Jatta (63. Harnik), Schaub, Leibold, Letschert, Jung

22.Spieltag:
Heidenheim – Nürnberg 2:2
St. Pauli – Dresden 0:0
Hannover – Hamburg 1:1
Regensburg – Wiesbaden 1:0
Fürth – Bielefeld 2:4
Darmstadt – Sandhausen (So.)
Aue – Kiel 
Karlsruhe – Osnabrück 
Bochum – Stuttgart (Mo.)

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