Rot-Flut im Nord-Derby – HSV verliert bei Werder: „Enttäuschung, Unzufriedenheit und Wut“

Hamburg bangt wieder um den Klassenerhalt

Philip Otele (HSV) steigt Bremens Cameron Puertas auf das Schienbein. Foto: Lobeca/Henning Rohlfs

Bremen – Der Hamburger SV hat das Nord-Derby in der Bundesliga bei Werder Bremen mit 1:3 (1:1) verloren. In einer lange offenen Partie setzten sich die Gastgeber vor allem dank einer stärkeren zweiten Halbzeit durch. Überschattet wurde das Spiel von einer chaotischen Schlussphase mit mehreren Platzverweisen und umstrittenen Entscheidungen des Schiedsrichters.

Die 1. Halbzeit: Glatzel trifft zum Ausgleich

Werder kam besser in die Partie und hatte zunächst mehr Spielanteile, während der HSV auf Umschaltmomente lauerte. Die erste Phase gehörte den Bremern, die immer wieder gefährlich in den Strafraum kamen. Nach rund 20 Minuten fanden die Hamburger besser ins Spiel. In der 37. Minute ging der Hausherr in Führung: Jens Stage traf per Kopf nach einer Flanke von Yukinari Sugawara zum 1:0. Die Rothosen zeigten sich davon aber unbeeindruckt und schlugen noch vor der Pause zurück. Robert Glatzel (41.) setzte sich nach einem schnellen Gegenstoß durch und traf aus spitzem Winkel sehenswert zum 1:1-Ausgleich. Nach kurzer VAR-Prüfung wurde der Treffer anerkannt. Mit einem insgesamt gerechten Remis ging es in die Kabinen.

Werder-Torwart Mio Backhaus gegen Robert Glatzel (HSV). Foto: Lobeca/Henning Rohlfs

Nach der Pause: Schiri ohne VAR aufgeschmissen

Auch im zweiten Durchgang erwischten die Gastgeber den besseren Start und erhöhten den Druck. Das zahlte sich aus: Erneut war es Jens Stage (57.), der mit einem Distanzschuss zur erneuten Führung traf. Der HSV bemühte sich in der Folge um den Ausgleich, kam aber nur selten zu klaren Chancen. Stattdessen rückte die Partie zunehmend in den Hintergrund, da mehrere strittige Schiedsrichterentscheidungen für Diskussionen sorgten. In der Schlussphase sah Philip Otele (79.) nach VAR-Eingriff die Rote Karte wegen groben Foulspiels – eine sehr harte Entscheidung. Wenig später wurde auch Bakery Jatta zunächst mit Rot vom Platz gestellt, diese Entscheidung jedoch nach Videostudium zurückgenommen und in eine Gelbe Karte umgewandelt. Die Partie wurde immer hektischer. Nach einem Fehler im HSV-Aufbau sorgte schließlich Cameron Puertas (91.) für die Entscheidung zum 3:1. In der langen Nachspielzeit kam es zudem zu Rangeleien an der Seitenlinie, in deren Folge beide Co-Trainer jeweils eine Rote Karte sahen. Für Bremen musste Jan Hoepner runter, bei Hamburg Loic Fave.

Unterm Strich gewann Werder aufgrund der besseren zweiten Halbzeit nicht unverdient – die Spielleitung sorgte jedoch insbesondere bei den Platzverweisen für reichlich Diskussionen.

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Dr. Florian Exner zeigt Loic Fave (nicht im Bild) die Rote Karte. Foto: Lobeca/Henning Rohlfs

Polzin gratuliert Thioune  

HSV-Coach Merlin Polzin nach dem Spiel: „Glückwunsch an Daniel Thioune und Werder Bremen zum Derbysieg. Es ist für uns ein sehr emotionaler Nachmittag mit einer Mischung aus Enttäuschung, Unzufriedenheit und Wut. Es wird ein paar Tage nachwirken. Wir wollten mit aller Macht alles investieren, um der Bedeutung dieses Spiel gerecht zu werden. Das hat man gespürt. Es war ein intensives Spiel mit einem leistungsgerechten Unentschieden zur Halbzeit. Danach haben wir es leider nicht geschafft, in den entscheidenden Momenten da zu sein: Uns haben die Galligkeit und das Verständnis fürs Verteidigen im richtigen Moment gefehlt. Wir fangen bei uns an: Wir nehmen es, wie es heute passiert ist. Es ist heute ein harter Moment, aber wir werden uns für die letzten vier Spiele wieder aufrichten.“

Bedeutung für den HSV

Für den Hamburger SV ist die Niederlage ein deutlicher Rückschlag im Abstiegskampf. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nun nur noch fünf Punkte – die Rothosen stecken damit wieder mitten im Kampf um den Klassenerhalt und haben ein schweres Rest-Programm mit Hoffenheim (H), Frankfurt (A), Freiburg (H) und Leverkusen (A).

Irgendwann verlor Schiri Dr. Florian Exner die Kontrolle. Foto: Lobeca/Henning Rohlfs

Die Konkurrenz

Bereits am Freitag trennten sich Stadt-Rivale FC St. Pauli vom 1. FC Köln 1:1-Unentschieden (HL-SPORTS berichtete). Der VfL Wolfsburg gewann beim 1. FC Union Berlin 2:1. Und: Der FC Bayern München kann am Sonntag zum 35. Mal Deutscher Meister werden.

Der 30. Spieltag (17.–19.4.2026)

St. Pauli – Köln 1:1
Leverkusen – Augsburg 1:2
Bremen – Hamburg 3:1
Berlin – Wolfsburg 1:2
Hoffenheim – Dortmund 2:1
Frankfurt – Leipzig 1:3
Freiburg – Heidenheim (So., 15.30 Uhr)
München – Stuttgart (17.30 Uhr)
Mönchengladbach – Mainz (19.30 Uhr)

Die Tabelle

1.FC Bayern München29105 : 2776
2.Borussia Dortmund3061 : 3164
3.RB Leipzig3059 : 3759Live
4.VfB Stuttgart2960 : 3856
5.TSG Hoffenheim3059 : 4454
6.Bayer 04 Leverkusen3060 : 4152
7.Eintracht Frankfurt3055 : 5742Live
8.Sport-Club Freiburg2942 : 4740
9.FC Augsburg3038 : 5436
10.1. FSV Mainz 052935 : 4433
11.1. FC Union Berlin3034 : 5232
12.1. FC Köln3044 : 5131
13.Hamburger SV3033 : 4831
14.SV Werder Bremen3035 : 5331
15.Bor. Mönchengladbach2935 : 4930
16.FC St. Pauli3026 : 5126
17.VfL Wolfsburg3041 : 6624
18.1. FC Heidenheim2932 : 6419
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