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OH-Aktuell

Lübeck – Wenn man den Aufstieg vor Augen, dafür alles in die Wege geleitet hat und am Ende unverschuldet mit leeren Händen dasteht… dann ist die Laune absolut im Keller. Der Saisonabbruch in Schleswig-Holstein hat in der annullierten Spielzeit 2020/2021 Verlierer und Gewinner hervorgebracht, nämlich die anderen, die fast schon mit dem Abstieg rechnen hätten können.  

Gekniffene am Grünen Redder und in der Löwenstadt

Zu den Verlierern gehören die Tabellenführer der jeweiligen Spielklassen, wie in der Kreisliga der MTV Ahrensbök und Ratzeburger SV. Die Ratzeburger waren in der Staffel Lauenburg/Stormarn mit fünf Siegen aus fünf Spielen auf dem besten Weg nach drei Jahren in die Verbandsliga zurückzukehren. Bitter für die Löwen, die dazu ihrem scheidenden Trainer Marc Fischer (wechselt in die U19-Auswahl des VfB Lübeck) kein Abschiedsgeschenk machen können. Enttäuschte Gesichter gab es auch am Grünen Redder in Ahrensbök. Die Ostholsteiner führten sogar mit einem Sieg mehr als der RSV die Tabelle in Lübeck an. Da musste man erst einmal schlucken. Alles war vorbereitet nach 20 Jahren wieder die normalen Kreisgrenzen zu verlassen. Nun wird das nichts. „Wir sind bedient“, sagte Shorty Bohnsack nur kurz auf Nachfrage von HL-SPORTS.

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Phönix II verpasst Aufstieg schon wieder unverschuldet

Ähnlich erging es auch den Ahrensböker Nachbarn bei der SG Sarau/Bosau. Sie führten zur Zeit des Lockdowns die Tabelle in der Verbandsliga an. Für sie und den SC Rapid Lübeck, der nah an den Ostholsteinern dran war, wird es also ein weiteres Jahr in der 7. Liga werden. Besonders bitter dürfte es die Phönix-Reserve treffen. Sie müssen als Unterbau des Regionalliga-Ensembles hoch in die Landesliga. Mit drei Punkten Rückstand hatten sie als Dritter noch alle Chancen. Schon im Vorjahr war man schuldlos auf den Rängen geblieben.

Nur zwei Spiele absolviert…

In der Landesliga herrschte dafür ein heilloses Durcheinander. Hinter Tabellenführer SV Eichede (10 Punkte aus vier Spielen) kam direkt schon der TSV Travemünde mit einer weißen Weste und daraus resultierenden neun Zählern. TuS Hartenholm dagegen, mit fünf gespielten Partien hatte in der Klasse die meistabsolvierten Begegnungen. Die Segeberger dürften allerdings eher von einem Abbruch profitiert haben, denn ein Umbruch und eine mögliche Quotientenregel hätte vielleicht am Ende ein Abstieg bedeutet. Der Breitenfelder SV und Grün-Weiß Siebenbäumen haben dagegen nur zwei Spiele hinter sich gebracht. Der BSV verlor beide und GWS stand mit drei Zählern auch nicht besser da. Sie gehören eher zu den Gewinnern in der Landesliga.

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Glück gehabt am Teichstadion

Blickt man wieder eine Klasse tiefer, ist man beim SV Schackendorf und dem VfL Vorwerk mit einem blauen Auge aus der Saison gekommen. Am Teichstadion hat man nun schon zweimal von einem vorzeitigen Saisonende profitiert. In der Spielzeit 2019/2020 stieg man durch 0,5 Punkte Vorsprung im Quotienten auf. Nun hält man die Klasse. Der VfL sorgte damit mit zwei Aufstiegen und einem Klassenerhalt innerhalb von drei Jahren für ein Novum im Verein. Eine kleine Feier wird es sicherlich irgendwann geben.

LSC spart Geld

Zurück in der Kreisliga ist man gerade beim TSV Schlutup nicht ganz undankbar. Gerade der Umbruch im Trainerteam zu einem verlässlichen Chefcoach Mark Seemann hätte vielleicht die Wende für den Tabellenletzten (sechs Niederlagen aus sechs Spielen) gebracht, doch nun hat man genügend Zeit sich auf eine neue Saison vorzubereiten. Am schlauesten hat es vermutlich der Lübecker SC gemacht. Da Seemann und große Teile seines Teams den Club im vergangenen Herbst verließen und sich am Palinger Weg neuzusammenfanden, hat man sich am Thomas-Mann-Platz so die Strafe für die vorzeitige Abmeldung der 1. Mannschaft gespart. Für die gebeutelte Fußballabteilung vielleicht nicht die schlechteste Nachricht. Dort setzt man zukünftig auf die Damen.

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