Schlechte Nachrichten beim VfB Lübeck reißen nicht ab: Stadionchef Peter Behncke wirft hin

“Mr. Lohmühle“ rechnet mit Aufsichtsrat ab

Peter Behncke und "seine Lohmühle": Jetzt ist Schluss. Foto: lobeca

Lübeck – Die personelle Kernsanierung beim VfB Lübeck nimmt dramatische Formen an. Nachdem bereits feststeht, dass wichtige sportliche und administrative Säulen den Verein verlassen, geht nun die nächste Institution von Bord. Der langjährige Stadionmanager Dipl.-Ing. Peter Behncke beendet mit Wirkung zum 30. Juni 2026 seine aktive Tätigkeit auf der Lohmühle. In einer persönlichen und emotionalen Mail an Partner und Sponsoren des Vereins, die HL-SPORTS vorliegt, rechnet Behncke unmissverständlich mit der Vereinsführung ab.

Der Schritt kommt Blitz und Donner gleich. Behncke, der über Jahre hinweg die kleinteilige, hoch zeitintensive Arbeit rund um die Infrastruktur und das Stadionmanagement der Lohmühle quasi rund um die Uhr koordinierte, geht bewusst im tiefen Groll. Als Hauptgrund für seinen Rückzug nennt er den Umgang mit dem scheidenden Vorstandsvorsitzenden Dieter Gudel, dessen Tätigkeit zum 30. Juni endet.

„Grundlage zur vertrauensvollen Zusammenarbeit entzogen“

„Aufgrund der Tatsache, dass Dieter Gudel am 30.6.2026 seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender nicht mehr weiter ausführen darf, wird auch mir die Grundlage zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Vorstand und jetzigen Aufsichtsrat entzogen“, schreibt Behncke in aller Deutlichkeit. Er ziehe daraus die Konsequenzen und scheide zum 1. Juli aus der aktiven Mitarbeit aus.

Dass hinter den Kulissen auf der Lohmühle tiefe Gräben herrschen, macht Behncke auch bei den Gründen für sein Ausscheiden klar. Auf die sonst im Profigeschäft üblichen, weichgespülten Formulierungen verzichtet er ganz bewusst: „Ich verzichte in diesem Zusammenhang auf die sonst üblichen Floskeln, wie ‚das Ausscheiden erfolgt einvernehmlich, aus gesundheitlichen Gründen oder aus familiären Gründen…‘, weil sie einfach unehrlich sind und so nicht stimmen.“ Seine Lebensphilosophie sei immer von gegenseitiger Wertschätzung, Ehrlichkeit, Gradlinigkeit, Empathie und Vertrauen geprägt gewesen – Werte, die er im aktuellen Umfeld offenbar vermisst.

Behncke hatte bei den Grün-Weißen in der Vergangenheit Gewicht. Selbst war er im Aufsichtsrat, brachte den Verein durch die erste Insolvenz vor fast 20 Jahren. Für die Stadiontauglichkeit in der Drittliga-Saison 2020/2021 war der heute 71-Jährige komplett verantwortlich. Die Rasenheizung sowie die LED-Anzeigentafel und die überdachte Pappelkurve sind sein Bauwerk. Und auch bei Kleinigkeiten fand der Bauingenieur stets kreative Lösungen, damit der Betrieb weiterlief.

Nachfolger braucht „frühes Aufstehen“

Seinem noch unbekannten Nachfolger gibt Behncke noch einen süffisanten Rat mit auf den Weg: Er wünsche ihm „eine glückliche Hand und frühes Aufstehen, um diese kleinteilige, hoch zeitintensive Tätigkeit ab den frühen Morgenstunden bis spät abends auszuüben.“

Für den VfB Lübeck bedeutet dieser Abgang einen weiteren, herben Verlust an Identität und verlässlichem Know-how im Hintergrund. Behncke bedankte sich bei den jahrelangen Weggefährten und Firmen, die den Verein durch dick und dünn unterstützt haben. Der Abschied falle ihm unendlich schwer: „Es hat mit Euch Spaß gemacht und mein Ausscheiden schmerzt mich am allermeisten. Im Herzen immer nur der VfB. Meine Flagge bei mir zu Hause wird nun eingeholt.“ Für eine Nachfrage von HL-SPORTS war Behncke nicht zu erreichen.

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Während der neue Vorstand rund um Hanno Behrens versucht, eine sportliche Aufbruchstimmung zu erzeugen, zeigt dieser Abschied deutlich: Die Wunden im inneren Zirkel der Lohmühle sind tief. Wer die Mammutaufgabe des Stadionmanagements in Zukunft übernehmen soll, ist derzeit noch völlig offen.

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