Schlutup beseitigt alle Zweifel

Der Abstiegs-Favorit Nummer eins nimmt Abstand vom Abstiegsplatz

Mark Seemann (Trainer TSV Schlutup)

Lübeck – Vor der Saison waren sich alle sicher, dass der TSV Schlutup den Klassenerhalt in der Kreisliga Süd-Ost nicht packt. Doch nach der Hinrunde schaffte die Truppe von Mark Seemann die meisten Zweifel beiseite, denn am Palinger Weg ist man zurzeit ganze sechs Punkte vom Abstiegsplatz entfernt. In 12 Spielen erreichte der TSV 16 Punkte und überwintert somit auf Tabellenplatz sieben.

Geht nicht immer um „Hurra-Fußball“

Cheftrainer Mark Seemann ist sehr zufrieden mit der Hinrunde und zieht dabei nicht nur das Sportliche in Betracht. Seemann verweist darauf, dass man erstmal eine gewisse Grundordnung erreichen und mit den Mitteln arbeiten muss, welche zur Verfügung stehen: „Es geht nicht darum, dass man immer Hurra-Fußball spielt, sondern erstmal Basics und eine gewisse Grundordnung in die Mannschaft bekommt und mit den Mitteln so arbeitet, wie sie vorhanden sind. Das haben wir, glaube ich, vom Start bis jetzt schon ganz gut hinbekommen.“ Besonders die Entwicklung in der Defensive gefällt Seemann gut: „Wir haben uns defensiv sehr stabilisiert und stellten, bis zwei Spieltage vor der Winterpause, sogar die beste Abwehr der Liga. Wenn man sieht, wie desolat wir teilweise in der Vorbereitung und den ersten Pflichtspielen verteidigten, haben wir dort wirklich eine deutliche Verbesserung hinbekommen.“

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Ausnahmen bestätigen die Regel

Allerdings kann selbst Schlutup nicht immer glänzen. Zum Ende der Hinrunde schwächelte der TSV und verfiel, in Sachen Verteidigung, in alte Muster: „Die letzten beiden Spiele sind wir in alte Muster verfallen und konnten nicht immer den absoluten Teamspirit auf den Platz bekommen, den wir brauchten. Hier müssen sicher noch Spieler lernen, mit gewissen Sachen besser umzugehen. Wir hatten überwiegend eine sehr junge Truppe auf dem Platz, da sieht man über manches nochmal drüber hinweg, aber auch dort ist noch ein Stück mehr Einstellung sowie Selbsteinschätzung nötig.“ Der TSV-Coach sieht aber auch, was alles möglich ist, wenn man alles gibt: „Wir haben gesehen, was möglich ist, wenn wir alle alles investieren und das Ergebnis stimmt mich mutig, dass wir das Ziel Klassenerhalt schaffen, obwohl wir für fast ganz Lübeck Absteiger Nummer eins waren.“

Dankbar für Tee, Snacks und Wäsche

Auch wenn Seemann diplomatisch ist und keinen Spieler besonders hervorheben möchte, da „alle Höhen und Tiefen gehabt haben“, ist er dankbar für das drumherum. Mit Marlis Schmidtke hat Seemann immer eine Person mit „einem offenem Ohr zum Thema Wäsche und Trainingssachen“ und wird mit Getränken verwöhnt. Um alles drumherum kümmert sich Ligamanager Christian “ Mücke “ Clasen. Dieser „stattet die Jungs immer wieder mit tollen Sachen aus und zaubert immer wieder etwas aus dem Hut“. Torwart-Trainer und Betreuer Mathias Grallert gebührt ebenfalls großer Dank, da dieser immer wieder mit guter Laune, Getränken, Snacks und Tee vorbei kommt. Des Weiteren funktioniert die Arbeit mit den Keepern wunderbar. Für das komplette Umfeld im Verein ist Seemann sehr dankbar und „weiß aus eigener Erfahrung der Vergangenheit, dass solche Sachen nicht selbstverständlich sind“.

Der Meisterfavoriten-Bezwinger

Das beste Spiel der Hinrunde war für Seemann das Spiel gegen den Meisterfavoriten MTV Ahrensbök. Der TSV schaffte in dem Spiel einen 2:0-Sieg, bei dem die Schlutuper sogar 30 Minuten mit einem Mann weniger spielen mussten. Für Seemann war in dem Spiel sogar noch mehr drin: „Dort haben wir Leidenschaft sowie Teamgeist zu 100% auf den Platz bekommen und sogar noch ein bis zwei sehr gute Möglichkeiten liegen gelassen. Natürlich brauchten wir in dieser Partie auch Glück, aber das haben wir uns in dieser Partie absolut erarbeitet und verdient.“ Ein weiteres starkes Spiel hatte der TSV gegen den Türkischen SV, auch wenn man hier nach einer Führung bloß ein 2:2-Unentschieden herausholen konnte: „Wir haben lange, bis kurz vor Schluss, geführt und noch einige gute Möglichkeiten ausgelassen, um das Spiel zu entscheiden. So bekamen wir fünf Minuten vor Schluss einen Doppelschlag und lagen auf einmal hinten. Doch die Moral stimmte und wir kamen doch noch zum Ausgleich, was in so einer Situation sicher nicht selbstverständlich ist. Direkt nach dem Spiel fühlte es sich bei uns allen an wie eine Niederlage, trotzdem war es, glaube ich, ein wirklich guter Auftritt. Nicht so gut hat sich der TSV Schlutup gegen Liga-Schlusslicht TSV Kücknitz geschlagen: „Unser schlechtestes Spiel war definitiv der Heimauftritt gegen Kücknitz, als wir 0:0 spielten. Das man mit dieser Leistung tatsächlich einen Punkt holen kann, hätte ich niemals gedacht. Auch dass wir sogar die besseren Torchancen hatten war Wahnsinn und das habe ich so in meinen fünf Jahren als Herren-Trainer noch nie so erlebt. An diesem Tag fehlte einfach alles von Laufbereitschaft, Zweikampfführung, konzentriertem Passspiel, Ordnung und Spielwitz. Einfach alles was Fußball ausmacht. Dass solche Spiele mal vorkommen weiß jeder, der mal Fußball gespielt hat.“

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