Hamburg – Das Datum ist wie gemalt für das 103. Stadtderby an der Elbe. Dabei ist Aberglaube für Tim Walter (Cheftrainer des HSV), kein Thema. „Wer selbstbewusst ist, glaubt an seine eigene Stärke und nicht an Aberglauben“, sagt er. Am kommenden Freitag, den 13. kommt Duell zwischen FC St. Pauli und Hamburger SV (Anpfiff: 18.30 Uhr) am Millerntor.

Die Ausstrahlung der Trainer vor dem Spiel

Kollege Timo Schultz wirkte bei der Pressekonferenz am Donnerstag sehr konzentriert, teilweise möglicherweise etwas angespannt. Das hing wohl damit zusammen, da es für ihn ein besonderes Spiel ist. Bei der Zuspielung der Favoritenrolle musste er dafür etwas schmunzeln. „Es geht wieder von vorne los und wir können uns für die alten Spiele nichts mehr kaufen. Wir wollen das maximale investieren, das wiedererleben zu dürfen.“ Damit spielte er auf den 1:0-Sieg im vergangenen Aufeinandertreffen an. Sein Gegenüber Walter war sachlich und eher gelöster in den Gesprächen mit den Journalisten, dazu wie immer schlagfertig und ruhig in seinen Antworten. Er meinte: „Das was in der Vergangenheit war interessiert uns nicht. Das Spiel beginnt bei 0:0.“

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Die Personalsituation auf dem Kiez und im Volkspark

Die Hausherren werden mit einem ähnlichen Kader, wie zuletzt auftreten. Mit Marcel Hartel kommt eine weitere Alternative hinzu. Alle sind so weit fit. Auch bei den Gästen sind bis auf Tom Mickel, Stephan Ambrosius und Robin Meißner alle Mann dabei. Klaus Gjasula hat den HSV verlassen und wechselt per sofort zu Darmstadt 98. Dafür wurde Marko Johansson von Malmö FF als weiterer Torhüter. Der 22-jährige Schwede unterschrieb am Mittwoch einen Vierjahresvertrag.

Sturmlauf gegen Defensive?

Die Kiezkicker haben in den ersten beiden Spielen noch kein Gegentor kassiert. Beim Gegner war es bisher eines. Schultz: „Im Ballbesitz ist der HSV schwer auszumachen und von daher konzentrieren wir uns auf das, was wir selbst beeinflussen können und unser Spielsystem.“ Das Walter-System wird auch als „Harakiri“ bezeichnet. Der 45-Jähirge HSV-Coach sieht das entspannt. „Wir sind der HSV und schauen mehr auf uns, unsere Abläufe, unsere Bereitschaft und unseren Mut. Das wird es am Freitagabend ausmachen, denn wer keinen Mut an den Tag legt, wird den Kürzeren ziehen“, so der Coach der Rothosen.

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Derby-Erfahrung spricht für Schultz

Schultz weiß, wie es ist, ein Hamburger Stadtderby als Sieger vom Platz zu verlassen. Für Walter ist dieses Erlebnis Neuland. Er kennt allerdings Derbys mit den „kleinen“ Bayern und dem VfB Stuttgart. Vergleichbar mit einem Hamburger Derby ist das allerdings sicherlich nicht. Der HSV-Trainer hofft darauf, dass die eigenen Anhänger im Stadion lauter sind…

Rivalität ist enorm

St. Paulis Chefcoach sind „Kabbeleien“ zwischen den Fans im Vorfeld lieber, als wenn im Stadion Raketen in den Gästeblock fliegen. Die Fans der Rothosen malten Anfang der Woche eine stadtbekannte Treppe zum Fischmarkt in schwarz-weiß-blau an, die bis dato immer in braun-weiß-rot erstrahlte. „Natürlich kann man da von Sachbeschädigung sprechen. Es wurde aber auch schon mal der Fuß von Uwe Seeler braun gemacht und unsere Tore waren mal blau-weiß. Das muss man alles einordnen. Klar ist es ein Stadtderby und beide können gut in dieser Stadt nebeneinander leben. Wir wollen diese sportliche Rivalität auf dem Platz ausleben, ich hoffe in einer aufgeheizten Atmosphäre, aber es muss alles im Rahmen bleiben.“ 10.003 Tickets sind für die Neuauflage verkauft, darunter dürfen 700 HSV-Fans dabei sein – unter Flutlicht, neben dem aufgebauten Sommer-Dom auf dem Heiligengeistfeld. Beide Trainer sind sich aber einig: Für sie ist es auch Fußball-Romantik.

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