
München – Acht Spiele in Serie verloren, Vereins-Negativrekord – und dann geht es zum in der Bundesliga ungeschlagenen und angestachelten Rekordmeister nach München. Es deutete alles auf eine klare Angelegenheit hin, doch das war es bei Weitem nicht. Der FC St. Pauli bewies beim FC Bayern am Sonnabend ein unglaubliches Kämpferherz und hielt über 90 Minuten einen Punkt fest – doch dann folgte die Nachspielzeit, in der die Hamburger das Unentschieden schließlich doch noch aus der Hand gaben und mit 1:3 (1:1) unterlagen.
Fehlerkette eiskalt bestraft
Der Start in die Begegnung hätte aus Pauli-Sicht nicht besser verlaufen können: Lage eroberte die Kugel gegen Laimer und steckte anschließend direkt durch auf Andreas Hountondji (6.) alleine vor Neuer im kurzen Eck zur Führung vollstreckte. In der Folge verteidigten die Kiezkicker kompakt und erfolgreich, die Bayern taten sich schwer, gefährlich vor das Tor zu kommen – und hatte dann auch noch Pech im Abschluss: Erst war es Karl (23.) und später Bischof (35.), die mit ihren Versuchen jeweils am Aluminium scheiterten. Kurz vor der Pause gelang doch noch der Durchbruch. Ein starker langer Ball von Kim hinter die Kette fand Diaz. Der kam zwar zu Fall, legte im Liegen jedoch artistisch das Leder noch auf den lauernden Raphael Guerreiro (44.) zurück. Der Portugiese schloss aus elf Metern wuchtig ab – und markierte den Ausgleich für die Hausherren.
Knockout in der Nachspielzeit
Im zweiten Durchgang blieb es ein Duell in eine Richtung. Erneut zeigten die Gastgeber aber Probleme in der Chancenkreation. Die größte Gelegenheit gehörte Star-Stürmer Kane (81.) – doch auch er verzweifelte nach einem Eckball aus spitzem Winkel am Pfosten. Es lief die letzte Minute, als plötzlich der Gast aus Hamburg kurz vor dem Unvorstellbaren stand. Oppie (90.) kam nach einem Konter aus guter Position zum Abschluss, verzog jedoch deutlich. Das sollte sich rächen. 93 Minuten auf der Uhr, bekam Kimmich auf rechts zu viel Platz und hob das Leder in den Sechzehner. Dort lief Luis Diaz (93.) passend ein, seine Schulter drückte das Spielgerät letztlich über die Linie. Ein Stich ins Hamburger Herz. Zu allem Überfluss schickte Smith kurz darauf Nicolas Jackson (96.) unfreiwillig vor den eigenen Kasten, der alleine vor Vasilj zum 3:1-Endstand einschob.
„Dann kommt so ein Schultertreffer“
St. Pauli-Coach Alexander Blessin spürte im Anschluss der Partie „ein schlechtes Gefühl und ein gutes Gefühl. Ich muss auch die positiven Dinge sehen, davon waren viele da. Wir haben uns als Team präsentiert und es dem Gegner schwer gemacht. 96 Minuten kann man Bayern München dann nicht weghalten. Da haben wir schon auch Glück gehabt mit den drei Pfostenschüssen. Aber das brauchst du halt, um was mitzunehmen. Je länger das Spiel dauert, desto eher bekommt man das Gefühl: „Es ist möglich“. Und dann kommt so ein Schultertreffer, der sehr wehtut.“
Der 12. Spieltag (28. – 30.11.)
Mönchengladbach – Leipzig 0:0
Bayern München – St. Pauli 3:1
Bremen – Köln 1:1
Berlin – Heidenheim 1:2
Hoffenheim – Augsburg 3:0
Leverkusen – Dortmund 1:2
Hamburg – Stuttgart (So., 15.30 Uhr)
Frankfurt – Wolfsburg (17.30 Uhr)
Freiburg – Mainz (19.30 Uhr)
Die Tabelle
| 1. | FC Bayern München | 12 | 44 : 9 | 34 |
| 2. | RB Leipzig | 12 | 22 : 13 | 26 |
| 3. | Borussia Dortmund | 12 | 21 : 11 | 25 |
| 4. | Bayer 04 Leverkusen | 12 | 28 : 17 | 23 |
| 5. | TSG Hoffenheim | 12 | 25 : 17 | 23 |
| 6. | VfB Stuttgart | 11 | 20 : 15 | 22 |
| 7. | Eintracht Frankfurt | 11 | 27 : 22 | 20 |
| 8. | SV Werder Bremen | 12 | 16 : 21 | 16 |
| 9. | 1. FC Köln | 12 | 21 : 20 | 15 |
| 10. | 1. FC Union Berlin | 12 | 15 : 19 | 15 |
| 11. | Mönchengladbach | 12 | 16 : 19 | 13 |
| 12. | Sport-Club Freiburg | 11 | 15 : 20 | 13 |
| 13. | FC Augsburg | 12 | 15 : 27 | 10 |
| 14. | Hamburger SV | 11 | 9 : 17 | 9 |
| 15. | VfL Wolfsburg | 11 | 13 : 21 | 8 |
| 16. | 1. FC Heidenheim 1846 | 12 | 10 : 27 | 8 |
| 17. | FC St. Pauli | 12 | 10 : 24 | 7 |
| 18. | 1. FSV Mainz 05 | 11 | 11 : 19 | 6 |
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