
Lensahn – Gleich dreimal rollte der Ball am Ostermontag in der Kreisliga Ost. Dabei spielten gleich drei formstarke Mannschaften aus dem Kreis Ostholstein. Während der SC Cismar weiterhin ungeschlagen bleiben und sich in Laboe für die einzige Saisonheimniederlage revanchieren wollte, ging es für die SG Bösdorf/Malente darum, eine Serie zu starten. Außerdem war das aktuelle Team der Stunde, der TSV Lensahn, gefordert. Dieser bezwang auch den Tabellendritten und sorgt weiterhin für Furore.
VfR Laboe – SC Cismar 1:1 (1:0)
Der SC Cismar hat in den vergangenen Monaten eine starke Entwicklung hingelegt. Von einem Team, das in der Hinrunde der Saison 2024/25 noch tief im Tabellenkeller steckte, hin zu einer Spitzenmannschaft. Dort ist der Aufsteiger von 2024 nun angekommen, denn man stand vor Beginn des Osterwochenendes auf dem dritten Platz. Dort wurde man von der SG Dersau/Kalübbe am Ostersamstag zwar verdrängt, dennoch darf man sehr zufrieden sein. Vor dem Spiel in Laboe am Montagnachmittag standen bereits 38 Punkte aus 21 Partien auf dem Konto der Grömitzer. Einen großen Anteil daran haben die 29 Zähler aus den zwölf Partien an der heimischen Gildestraße. Dort fühlt man sich richtig wohl, denn es wurde nur ein Heimspiel verloren. Dieses war nicht gegen Eutin und auch nicht Dobersdorf, beide wurden geschlagen, sondern gegen Laboe. Ein bitteres Spiel, in dem man gleich mehrere Platzverweise sah, wurde trotz 2:1-Führung bis kurz vor Schluss noch verloren. Dementsprechend war die Mannschaft von Sascha Pretzel am Ostermontag hochmotiviert, denn man wollte die Revanche gegen den Tabellenneunten. Dieser kam schleppend ins Jahr 2026 und gewann nur eine der fünf Partien. Die Folge ist, dass man nun doch noch etwas in Richtung Abstiegskampf gucken muss, denn der 14. Platz ist nicht weit entfernt. Ein Heimsieg gegen den SCC wäre daher immens wichtig gewesen, gerade nach der 0:2-Niederlage zwei Tage zuvor gegen Bösdorf/Malente.
Das Fußballspiel war durch den starken Wind geprägt, sodass die Mannschaften sich darauf einstellen mussten. Zudem war der Platz in keinem guten Zustand. Auf Seiten der Grömitzer standen neben dem langzeitverletzten Bennet Kern auch Lennard Siebrecht, Ranko und Stanko Novak sowie Andre Metzech nicht zur Verfügung. So musste Sascha Pretzel im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen Raisdorf etwas rotieren. Paul Schröder, Vincent Kern und Timo Groth starteten. Beim jüngsten Heimspiel startete man furios mit einem Treffer nach 45 Sekunden, doch am Ostermontag sollte es anders aussehen. Es war keine gute erste Hälfte des Tabellenvierten. Laboe versuchte es immer wieder lang auf die schnellen Außen, was durchaus erfolgreich war. Janek Geisbauer (30.) brachte die Heimmannschaft in Führung. Der zweite Treffer blieb aus, sodass der SCC mit dem 0:1-Pausenrückstand gut bedient war. In der Pause schien das Trainerteam allerdings die richtigen Worte gefunden zu haben. Es war eine verbesserte zweite Hälfte, in der man schnell ausglich. Paul Schröder (51.) traf. Die Gäste waren besser drin und kamen zu weiteren Chancen, dennoch gab es insgesamt noch viel Luft nach oben. Am Ende gab es einen Punkt auf dem Stoschplatz, sodass es dabei bleibt, dass sich die Mannschaft von der Gildestraße in der Fremde schwertut.
Daniel Temme (SC Cismar): „Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht und nach dem Spielverlauf können und müssen wir mit dem 1:1 zufrieden sein. Die erste Halbzeit haben wir komplett verpennt und waren mit einem 0:1 noch gut bedient. Die Halbzeitansprache war deutlich, sodass wir in der zweiten Hälfte deutlich griffiger waren und mehr vom Spiel hatten. Aber auch dort waren viele unglückliche Situationen, wo wir heute sagen müssen, dass nicht mehr drin war. Am Ende wissen wir, dass unsere Leistung nicht ausgereicht hat, um drei Punkte zu holen. Diese Erkenntnis nehmen wir mit, lernen daraus und machen es am kommenden Wochenende besser.“
Raisdorfer TSV – SG Bösdorf/Malente 0:2 (0:1)
Die SG Bösdorf/Malente wollte nach zwei Siegen gegen Schönkirchen (3:1) und den VfR Laboe (2:0) am Ostermontag den dritten Dreier in Serie holen. Es ging nach Raisdorf zum Tabellenvorletzten, der am Dienstagabend den Negativtrend mit einem 3:0-Auswärtssieg bei der SpVgg Putlos beendete. Tabellarisch war Bösdorf/Malente der haushohe Favorit, doch in der Fremde tat sich die Mannschaft von Benjamin Berger oftmals schwer. Man war also gewarnt vor einer unbequemen Aufgabe. Dabei fehlte Leo Korn aufgrund seiner fünften Gelben Karte. Dennoch war man offensiv in guter Besetzung. Lucas Paulauskas und Niklas Brandtner agierten als Doppelspitze vor Thore Meyer. Die Anfangsphase auf dem schmalen Rasenplatz an der Schwentine war sehr durchwachsen. Es spielte sich viel im Mittelfeld ab, wobei es teils hektisch war. Kein einziger Abschluss kam in der Anfangsphase zustande – von beiden Mannschaften. Nach 16 Minuten tauchte RTSV-Stürmer Marvin Braun mal vor Jesko Saggau auf, scheiterte an diesem, doch die Fahne ging aufgrund einer Abseitsposition hoch.
Zwei Minuten später kam die SG zum ersten Mal in Richtung des Tores. Kim Kaun schlug den Ball lang raus zu Brandtner, der Paulauskas suchte, doch Raisdorf klärte vor dem ehemaligen Eutiner. Das Spiel wurde nach der Anfangsphase, die sehr zerfahren war, zwingender. Oliver Volk zog für Raisdorf über den Querbalken aus 18 Metern. Vier Minuten später gab es dann die erste Großchance der Partie. Es wurde im Strafraum unübersichtlich, doch irgendwie prallte der Ball an den Pfosten des Gästetores. Da fehlte nicht viel zur Führung der Heimelf, die sehr mutig auftrat. Raisdorf hatte etwas mehr Offensivaktionen, ohne mit Ausnahme des Pfostentreffers so richtig gefährlich zu werden. Mirko Feierabend schlug einen Freistoß vors Tor, doch Dragan Mitrovic bekam den Ball nicht aufs Tor. Das Kellerkind war engagiert und nicht die schlechtere Mannschaft in der ersten halben Stunde, doch zu selten richtig zwingend.
Bösdorf/Malente kam bis dahin kaum zu klaren Chancen, doch zeigte sich nach einer halben Stunde brutal effizient. Auf links setzte sich Meyer durch, spielte den Ball dann in die Mitte, wo der Verteidiger wegrutschte und nicht mehr an den Ball kam, sodass Lucas Paulauskas (32.) eiskalt zur Führung der Gäste einschob. Bitter für Raisdorf, die bis dahin gut im Spiel waren, doch eine Mannschaft mit solch einer Qualität bestraft einen solchen Fehler gnadenlos. Der Führungstreffer zeigte definitiv Wirkung, denn die Berger-Elf war nun deutlich besser im Spiel. Ein langer Ball von Jesko Saggau zu Meyer leitete den nächsten Angriff ein, doch der Verteidiger der Platzherren klärte per Kopf vor dem Torschützen der SG. Raisdorf war der Stecker gezogen und die letzten Annäherungen vor dem Pausentee gingen allesamt von Bösdorf/Malente aus. Schröder verpasste aus vielversprechender Position den Abschluss, sodass es beim 1:0 nach 45 Minuten blieb.
Nach dem Seitenwechsel nahm Raisdorf sich viel vor und versuchte, schnell den Ausgleich zu erzielen. Über halblinks ging es in Person von Mitrovic nach vorne, doch der Abschluss blieb aus. Sechs Minuten später wurde es bei einer Ecke unübersichtlich, doch der Gast klärte. Erneut kam die Mannschaft von Dennis Schmidt besser raus, doch klare Chancen blieben aus. Stattdessen ging es in die andere Richtung, wo Jonas Lüdtke (58.) sich gegen mehrere Verteidiger durchtankte und eiskalt traf. Es war das 2:0, das den Gastgebern endgültig den Stecker zog. Die gnadenlose Effizienz machte bis hierhin den Unterschied, sodass die Führung auch nicht unverdient war. Nun ging der Gast klar auf das dritte Tor und nur wenige Momente später hatte dieser viel Platz. In höchster Not rettete Raisdorf vor dem völlig blanken Lüdtke. Das Spiel wurde hitziger und es gab immer wieder Szenen, in denen es zu Wortgefechten oder Fouls kam, doch dies beruhigte sich schnell. In den letzten 20 Minuten verpasste Bösdorf/Malente noch mehrfach, den dritten Treffer nachzulegen, so setzte Meyer den Ball freistehend knapp am Tor vorbei. Lüdtke erzielte mit Anbruch der Nachspielzeit das 3:0, doch eine Abseitsposition lag vor. Die letzte Szene des Spiels gehörte dem kurz zuvor eingewechselten Lukas Buck, der allein aufs Tor zulief, doch den Ball vorbeisetzte. So blieb es beim 2:0, das am Ende leistungsgerecht war.
Benjamin Berger (SG Bösdorf/Malente): „Auf einem echt schwierigen Geläuf, wo man nicht wirklich hätte Fußball spielen können, haben wir das Beste daraus gemacht und definitiv nicht unverdient mit 2:0 gewonnen. Ich habe mich sehr gefreut, dass es heute mal wieder ein Zu-null gab, weil dies bisher sehr rar gesät war und ich aus Putlos das Zu-null hinten kenne. Ich weiß gar nicht, das wievielte Mal es diese Saison war, aber jetzt das zweite hintereinander lässt mich auf ein richtig tolles Wochenende in Dobersdorf hoffen, dass wir da vielleicht nahtlos dranbleiben können und dort vielleicht wieder zu null spielen können.“
TSV Lensahn – SG Dersau/Kalübbe 2:0 (0:0)
Das Topspiel am Ostermontag stieg im Jahnstadion. Der TSV Lensahn empfing die SG Dersau/Kalübbe und somit eine Spitzenmannschaft der Kreisliga Ost. Vor allem die Defensive ist die große Stärke der Mannschaft von Holger Böttcher, denn vor dem Spiel kassierte man mit 24 Gegentreffern die wenigsten der Liga. Gegner Lensahn sollte allerdings eine echte Aufgabe für die Hintermannschaft der SG werden, denn mit 14 Treffern aus den drei Spielen in 2026 sind die Ostholsteiner derzeit enorm torhungrig. Dies liegt vor allem an dem Trio aus den Ratje-Brüdern Thorben und Finn-Ole sowie Haruna Jammeh. Die drei sorgten nämlich für elf Tore nach dem Winter. Doch auch Dersau hat eine Menge Torgefahr in seinen Reihen. Namentlich sind dies Marten Biss und Dustin Riedel. Es war also ein Duell zweier Mannschaften, die vor allem nach der Winterpause sehr torhungrig waren, insgesamt aber die Defensive auch nicht vernachlässigen. Neben dem Offensivtrio sollten am Montag allerdings noch weitere Spieler im Fokus stehen. Daniel Safadi setzte nämlich auf zwei Debütanten. „Wir freuen uns auf die nächsten beiden Pflichtspiel-Debütanten“, hieß es von Vadim König. Namentlich sind dies zum einen Alae Naji, der im Winter von der SpVgg Putlos kam und die ersten Wochen noch verletzt fehlte. Der zweite ist mit Ayoub Jamaa ein Spieler aus der A-Jugend. Dieser sollte direkt in der Startelf stehen. Nicht dabei war Thorben Ratje, der von Max Rosenthal in der Startelf ersetzt wurde.
Die SG Dersau/Kalübbe war sehr vorsichtig und hatte großen Respekt vor dem formstarken TSV. Nach einer halben Stunde wechselte Trainer Holger Böttcher bereits doppelt, Paul Timmermann und Marvin Tolksdorf kamen rein. Die Ostholsteiner hatten deutlich mehr Ballbesitz und das Chancenplus, dennoch ging es ohne Tore in die Pause. Nach dem Seitenwechsel sollte es allerdings den ersten Treffer geben. Haruna Jammeh (51.) setzte seinen Lauf fort und erzielte im vierten Spiel sein sechstes Tor. Nun wurde Dersau mutiger, doch die Gastgeber standen stabil. Neben den starken Offensivleistungen in den vergangenen Wochen war es diesmal die Defensive, die überzeugte. Jonas Müller als Kapitän im Abwehrzentrum strahlte wie seine Mitspieler in der Hintermannschaft eine enorme Sicherheit aus. Ein kurioser Platzverweis für Lasse Köppen zwölf Minuten vor dem Ende sollte die Keiler noch einmal hoffen lassen, doch kurz vor Schluss wurde der Stecker gezogen. Das Tempo von Finn-Ole Ratje (89.) war nicht aufzuhalten, sodass es am Ende einen 2:0-Heimsieg gab. Die Serie der Mannschaft von Daniel Safadi setzt sich weiter fort und steht auf dem achten Platz.
Vadim König (TSV Lensahn): „In einem von beiden Seiten zunächst nicht besonders ansehnlichen Fußballspiel konnten wir uns im Laufe der Partie leichte Vorteile erarbeiten und insgesamt etwas mehr Torchancen herausspielen als unser Gegner. Mit dem etwas glücklichen 1:0 durch Haruna haben wir uns ein Stück weit die nötige Sicherheit geholt. Danach war spürbar, dass die Mannschaft auch in diesem Spiel erneut gezeigt hat, wie positiv sie sich weiterentwickelt. Besonders erfreulich war heute unsere Defensivleistung. Wir haben die offensiven Stärken des Gegners über weite Strecken sehr gut kontrolliert und nur wenig zugelassen. Am Ende war es ein verdienter Arbeitssieg, auf dem wir weiter aufbauen können.“







