
Oldenburg – Das war er also schon wieder. Der elfte Spieltag in der Kreisliga Südost steht in den Geschichtsbüchern und erneut war einiges geboten. Sei es ein spätes Remis in Kirchbarkau oder aber ein torloses Spiel in Cismar. In Dersau hatte Fehmarn gegen einen starken Gegner das Nachsehen. Zudem gab es zwei deutliche Heimsiege für die SG Göhl/Oldenburg und den TSV Lensahn.
SV Kirchbarkau – TuS Tensfeld 2:2 (1:1)
Der SV Kirchbarkau hatte zuletzt zwei spielfreie Wochenenden am Stück. Sowohl das Spiel gegen Preetz als auch auf Fehmarn wurden verlegt, sodass man nun nach längerer Pause wieder ein Ligaspiel vor der Brust hatte. Es sollte nach der Enttäuschung in Dannau, wo es nur zu einem späten 1:1-Remis reichte, nun eine Steigerung her. Mit nur einer Heimniederlage im Rücken war man auch klar favorisiert gegen den Tabellennachbarn TuS Tensfeld, der mit fünf sieglosen Spielen in Serie anreiste. Doch personell sollte es auf beiden Seiten dürftig aussehen. Tensfeld musste erneut auf Torge Broetzmann verzichten, der wohl erst zur Rückrunde wieder eine Option ist. Hinzu kamen einige weitere Ausfälle. Auf Seiten des SV Kirchbarkau sah es nochmals düsterer aus, denn es fehlten zahlreiche Stammspieler. Sascha Böttcher, Finn Busse, Jesse Schlüter, Theo und Luis Schröder sowie Julius Geller sollten allesamt ausfallen. Vor allem im Mittelfeld musste daher enorm improvisiert werden. Personell war man also weit von einer Top-Besetzung entfernt. Dennoch sollten die Hausherren richtig gut in die Partie starten. Nach zwei Minuten war es Felix Viehweger (2.), der zur Führung traf. Man nahm sich viel vor und setzte dies direkt um, sodass der TuS erneut ein frühes Gegentor hinnehmen musste. Es war im dritten Spiel in Folge ein früher Rückstand in der Anfangsviertelstunde. Dies muss man schnellstens abstellen.
Nach einer knappen halben Stunde gab es dann einen Schockmoment auf der Sportanlage an der Heinz-Storm-Straße. Christoph Herling blieb verletzt am Boden liegen. Es sah nicht gut aus, sodass sogar der Rettungswagen kommen musste. Die Patellasehne soll nach Informationen von HL-SPORTS gerissen sein. Herling musste raus und für ihn kam Robert Klingenberg aus der Altherren. Sieben Minuten später sollten die Gäste dann zum Ausgleich kommen. Nikolay Sinakovs (39.) traf zum 1:1-Pausenstand. Im zweiten Durchgang passierte lange Zeit wenig, doch in der Schlussphase ging der TuS dann doch noch in Führung. Luka-Noel Pietzsch (78.) brachte Tensfeld auf Kurs, sodass der erste Sieg nach fünf Spielen in der Luft lag. Doch erneut gelang es ihnen nicht, die vollen drei Punkte zu entführen. Tief in der Nachspielzeit hatte Nico Witthinrich (95.) das letzte Wort. Es war der späte Ausgleich für den SVK, der nicht zum ersten Mal in den Schlussminuten sich noch Punkte rettete. Gegen Cismar war dies der Fall, in Dannau und nun erneut. Trotz der personellen Sorgen hatte man den längeren Atem, sodass man die zweite Heimniederlage abwendete. Dennoch sollten die Gedanken bei Christoph Herling sein.
Tensfeld blieb erneut sieglos, was enorm bitter war. Man hätte den Deckel vorzeitig draufmachen können, doch stattdessen gab es mit der letzten Aktion des Spiels den Ausgleich. Trainer Christoph Hinz sagt: „Erstmal alles Gute an den verletzten Spieler von Kirchbarkau. Ich hoffe, dass es nichts Schlimmeres ist. Das Ergebnis ist für uns natürlich richtig bitter. Wir bekommen wieder früh ein Gegentor, bleiben aber ruhig und machen danach ein wirklich gutes Spiel. Wir bestimmen die Partie, erarbeiten uns gegen einen tief stehenden Gegner viele klare Möglichkeiten und hätten das Spiel eigentlich für uns entscheiden müssen. Wir vergeben einen Elfmeter, lassen weitere Chancen liegen und bekommen dann mit der letzten Aktion das 2:2. Das fühlt sich natürlich nicht gut an und für Kirchbarkau ist der Punkt am Ende sicherlich glücklich. Aber die Art und Weise, wie die Jungs heute gespielt haben, war gut. Wenn wir uns solche Chancen weiter erarbeiten, wird irgendwann auch der Knoten platzen. Davon bin ich überzeugt.“
HL-SPORTS wünscht Christoph Herling eine schnelle Genesung!
SG Dersau/Kalübbe – SG Insel Fehmarn 3:0 (1:0)
Nach der 1:7-Niederlage in Lensahn sollte die SG Insel Fehmarn erst einmal Pause haben. Das Heimspiel gegen den SV Kirchbarkau wurde verlegt, sodass diese Klatsche beim Top-Favoriten aufgearbeitet werden konnte. Die Fehler wurden klar angesprochen, sodass man sich im Dersauer Waldstadion eine Steigerung erhoffte. Doch die Aufgabe sollte keine einfache werden. Fehmarn sprach im Vorfeld von einem „sehr harten Brocken“, der gerne Fußball spielt und daher gestört werden sollte. Die SG Dersau/Kalübbe wartete und dass diese deutlich besser ist, als der Tabellenplatz vor dem elften Spieltag vermuten ließ, sollte sich in den vergangenen Wochen zeigen. Der Fehlstart war längst abgewendet, sodass es fünf ungeschlagene Spiele gab. Man ist hinten wieder stabiler und vorne erlebt Steffen Uhl den zweiten Frühling seiner Karriere. Vor diesem war Fehmarn gewarnt, das personell auf wichtige Spieler verzichten musste. Jannik Markmann fehlte in der Defensive und vorne sollte Fabian Plöger ausfallen. Das Fehlen des Torjägers schmerzte massiv, denn so sollte enorme Kaltschnäuzigkeit fehlen. Im ersten Durchgang machte die Elf von der Insel noch ein ordentliches Spiel. Zwar gab es hinten nach einer Ecke durch Keanu Brunswieck (30.) den Gegentreffer, doch im Anschluss blieben gleich mehrere gute Chancen der Ostholsteiner ungenutzt, sodass diese mit einem 0:1-Rückstand in die Pause gingen.
Nach dem Seitenwechsel wollte die SG Insel sich nun auch belohnen und auf den Rückstand antworten. Dazu brachte man mit Niklas Specht einen weiteren Offensivspieler. Doch so richtig viel Gefahr erzeugte Fehmarn nicht. Man konnte nicht an den ersten 45 Minuten anklopfen. Dersau brachte nach rund einer Stunde den besagten Torjäger Uhl, der die Offensive massiv belebte und dafür sorgte, dass es immer wieder gefährlich wurde. Die schnellen Vorstöße der Mannschaft von Holger Böttcher forderten Fehmarn massiv. In der 73. Minute sollte Uhl (73.) dann zum 2:0 nachlegen. Es war eigentlich schon die Vorentscheidung, denn die „Keiler“ waren eher auf dem Weg, das Ergebnis weiter auszubauen, als dass die Gäste hier noch mal ins Spiel finden würden. Mit dem 3:0 durch Dustin Riedel (82.) war die Messe dann endgültig gelesen. Für den Torschützen war dieses Tor die pure Erleichterung, denn seine persönliche Durststrecke fand ein Ende. Seit Ende August traf Riedel mal wieder. Vergangene Saison war es mit 21 Treffern noch die Torgarantie der Dersaus, doch zuletzt musste er lange Zeit auf sein viertes Saisontor warten. Er und seine Mannschaft feierten den Heimsieg, womit man mit dem Gegner in den Punkten gleichzog. Für diesen sollte es die zweite Niederlage in Folge sein. David Beljan sagte: „Absolute verdiente Niederlage, die erste Halbzeit machen wir es noch gut, und kassieren ein unfassbar dummes Gegentor nach einer Ecke, für uns unbegreiflich. Wir haben dann fünf super Großchancen, wo der Torwart Weltklasse hält. Zweite Halbzeit brechen wir komplett ein und müssen eigentlich froh sein, dass Dersau „nur“ drei Tore schießt. Am Ende eine verdiente Niederlage. Glückwunsch an Dersau, die haben wirklich eine tolle Leistung gezeigt.“
SC Cismar – SV Großenbrode 0:0 (0:0)
Wenig Gegentore, wenig Spektakel, doch viele Punkte – Das ist der neue SC Cismar. Nach einer Durststrecke Ende August bis Mitte September hat man an der Gildestraße Anpassungen vorgenommen und die taktische Herangehensweise verändert. Die Defensive sollte nun deutlich stabiler stehen. Viele Gegentore waren der eine Grund, doch auch die personellen Ausfälle vorne, insbesondere von Stürmer Lennard Siebrecht. Zwei Siege, beide jeweils ohne Gegentor, waren das Resultat, sodass man zuversichtlich war, dass die Marschroute sich auch gegen den SV Großenbrode wieder als erfolgreich herausstellen sollte. Dabei gab es personell allerdings einige Änderungen. Mit Linus Kluge, Hinrich Langbehn, Jamie Birkner und Stanko Novak sollten gleich vier Spieler in die Startelf rücken. Linus Munzel und Ben Nachbarschulte rückten auf die Bank, Florian Nothnagel-Valand und Tom Andres fehlten im Kader ebenfalls wie auch Paul Schröder. Trainer Sascha Pretzel musste also durchaus etwas umbauen. Dies galt allerdings auch für den Gegner, denn dort sollte nicht nur ein kleiner Kader anreisen, sondern mit Yannic Slowy, Tom Deiterding oder auch Noel Maas einiges an Qualität fehlen. Großenbrode reiste mit nur einem Sieg aus sieben Ligaspielen und einer 1:8-Klatsche aus der Vorwoche gegen die SG Göhl/Oldenburg an. Daher war das Selbstvertrauen etwas angeschlagen und man wählte die etwas passivere Herangehensweise.
Die Gäste standen tief hinten drin und wollten wenig Risiko gehen. Das Ziel war, möglichst lange die Null zu halten und bestenfalls Nadelstiche zu setzen. Dies sollte nur teilweise aufgehen, denn zwar war man hinten weitestgehend stabil, doch vorne gleichzeitig auch harmlos. So sollte die Null nach 45 Minuten auf beiden Seiten stehen. Cismar war klar spielbestimmend, hatte deutliche Ballvorteile und ließ vorne einfach zu viel liegen. Gleich dreimal prallte der Ball ans Aluminium, sei es Latte oder Pfosten. Man bekam ihn einfach nicht über die Linie. Das Fehlen eines Knipsers, wie es eben Siebrecht ist, machte sich bemerkbar. Schon gegen Rickling in der Vorwoche war es eine Geduldsprobe und dies sollte nun erneut der Fall sein. Durch eine Rote Karte für Großenbrodes Sebastian Fiedler agierten die Grömitzer sogar für knapp 25 Minuten mit einem Mann mehr, doch trotzdem sollte der Treffer nicht fallen. So stand am Ende ein torloses Remis auf der Anzeigetafel im Stadion der Sonnenseite. Für den SCC waren es sicherlich zwei verlorene Punkte aufgrund der Spielanteile und vielen Torchancen. Großenbrode nahm diesen Punkt gerne mit und hielt erstmals in dieser Saison die Null.
Cismar-Coach Sascha Pretzel sagte zum Remis: „Ärgerliches Unentschieden über 90 Minuten. Ein Spiel auf das gegnerische Tor. Leider fehlt uns im Moment das Glück und die Überzeugung in der Offensive, solche Spiele nach Hause zu bringen. Trotz 25 Minuten Überzahl konnten wir leidenschaftlich verteidigende Großenbroder nicht überwinden, da haben wir uns im letzten Drittel das Leben oft selber zu schwer gemacht.“ Gästetrainer Peter Thomm sah folgendes Spiel: „Eigentlich war es in der ersten Halbzeit ein absolut ausgeglichenes Spiel. Ich würde fast schon sagen, ein lauer Sommerkick. Wir hatten ein, zwei Chancen, durch Max Buschmann alleine vor dem Torwart. Wir waren bissig und von Beginn an da und haben unseren Matchplan komplett umgesetzt. Wir hatten einmal Glück mit einem Lattentreffer von Cismar, aber sie hatten auch erste Hälfte etwas Glück, das Ding von Max Buschmann kann auch anders ausgehen, wenn er sich vielleicht sogar fallen lässt, aber das fand ich sehr fair von ihm, dass er da durchzieht, aber leider vergibt er. Zweite Halbzeit nach der Roten Karte gegen Sebastian Fiedler, angeblich wegen Notbremse, die es aus meiner Sicht nicht war. Es war sehr kurios vom Schiedsrichter, dass er erst auf Elfmeter und Gelbe Karte entschied und nach Rücksprache mit seinem Assistenten dann auf einmal Freistoß und Rot. Ich sage: Freistoß war richtig, aber Rot auf keinen Fall. Es war ein Vierkampf, drei von mir und einer von Cismar, da hätten noch zwei eingreifen können. Die ganze Mannschaft hat eine komplette Mannschaftsleistung abgeliefert. Ich bin von einigen sogar überrascht gewesen, was sie läuferisch auf die Koppel gebracht haben. Von A bis Z war ich da zufrieden. Den Punkt haben wir uns hart erkämpft und als Mannschaft einen ordentlichen Fight abgeliefert.“
SG Göhl/Oldenburg – SG Bösdorf/Malente 9:0 (6:0)
Die SG Göhl/Oldenburg ist richtig gut drauf. Nach holprigem Start sollte es zuletzt drei Siege und 19:2 Tore geben. Es war genau das, was man sich vorgestellt hat, denn die Problematik im letzten Drittel, dass man dort zu unkreativ war, sollte abgestellt werden. Es wurde eine Lösung gefunden mit Kapitän Ben Ehrich, der eigentlich im Mittelfeld beheimatet ist. Dieser sollte in einer neuen Rolle spielen und bereits gegen Rickling und Großenbrode mit fünf Treffern glänzen. Nun wollte er daran anknüpfen und mit seinen Teamkollegen den vierten Sieg in Serie eintüten. Zu Gast war allerdings mit der SG Bösdorf/Malente ein Team, das vor dem Spieltag erst einmal verlor und sich unter Trainer Benjamin Berger nochmals zum Vorjahr gesteigert hat. Man hat mehr Stabilität reinbekommen und ist deutlich konstanter geworden. Dementsprechend war es ein Topspiel, das auf die beiden SGs am Sonnabend wartete. Oldenburg freute sich auf einen Gegner, der sich nicht nur hinten reinstellen würde, doch dieser sollte den Fokus ebenfalls auf die Arbeit gegen den Ball richten. Als Schwachstelle identifizierte B-Lizenz-Inhaber Berger im Vorfeld die hochstehende Dreierkette. Wenn die SGGO allerdings in dieser Saison eines gezeigt hat, dann, dass man nie weiß, wer wirklich auf dem Feld steht. Die Unterstützung aus dem Oberligakader ist massiv und nahm auch diesmal nicht ab. Im Kader fanden sich gleich sechs Spieler, die eigentlich zur Ersten gehören. Mit Jan Bollesen, Thorge Salke und Mika Wölk starteten drei. Leon Wellendorf, Mattis Markmann und Ricardo Sarau blieben zunächst auf der Bank. Eine enorme Qualität stand den Gästen also gegenüber.
In den ersten 20 Minuten sollte die defensiv ausgerichtete SG Bösdorf/Malente hinten noch sicher stehen. Man ließ noch nicht allzu viel zu, was sich dann allerdings zunehmend änderte. Der besagte Ben Ehrich (23./32./33.) brauchte zehn Minuten, um einen Dreierpack zu schnüren. Damit wurde die Aufgabe für die Gäste schon mal richtig schwer, doch was ab der 30. Minute am Schauenburger Platz passieren sollte, war für die Gastmannschaft kaum zu begreifen. In sechs Minuten erzielten die Gastgeber fünf Treffer. Es ging Schlag auf Schlag, denn der doppelte Mika Wölk (34./35.) sowie Thorge Salke (38.) stellten auf 6:0 zur Pause. Die eigentlich so defensivstarke SG Bösdorf/Malente ging unter und es drohte ein echtes Debakel. 14 Gegentore kassierte man vorher in zehn Spielen, nun sollten es schon fast die Hälfte davon in einer Halbzeit sein. Zur zweiten Halbzeit gab es personelle Veränderungen auf beiden Seiten. Berger wechselte gleich viermal, was zeigte, dass er alles andere als einverstanden war mit dem, was seine Mannschaft ablieferte. Mattis Boysen, Leo Korn, Jan-Ole Wiebcke und Jannes Radzuhn gingen allesamt raus. Es kamen Marek Saggau, Fabian Riemann, Niclas Timm und Ole Hoffmann. Die komplette Offensive wurde ausgetauscht. Oldenburg brachte nun Wellendorf und Markmann für Bollesen und Dreierpacker Ehrich.
Beide Mannschaften hatten einen klaren Plan für den zweiten Durchgang. Es dauerte keine 120 Sekunden, da war es bereits der siebte Treffer der SGGO. Adrian Zedleswski (47.) erhöhte und machte den Fehlstart für Bösdorf in den zweiten Durchgang perfekt. Im Anschluss verflachte das Spiel und dennoch sollten noch zwei weitere Treffer fallen. Mattis Markmann (76./82.) schnürte den Doppelpack und machte den 9:0-Sieg perfekt. Es war ein Kantersieg und Ausrufezeichen der jungen Mannschaft. Mario Markmann sagte zum Sieg seiner Mannschaft: „Das war heute ein überragender Auftritt unserer Mannschaft gegen einen guten Gegner. Die Jungs haben in allen Belangen überzeugt und über 90 Minuten eine Top-Leistung abgeliefert. In den ersten 20 Minuten haben wir von beiden Mannschaften ein kontrolliertes Spiel gesehen. Es war ein Abtasten, offensichtlich mit dem Ziel, defensive Fehler zu vermeiden. Nachdem das Spiel mehr Fahrt aufgenommen hatte, machen wir nach einer guten Pressing-Aktion das erste Tor. Nach einer halben Stunde haben wir dann knapp 10 Minuten wie im Rausch, in denen jeder Schuss ein Treffer war. So war das Spiel zur Halbzeit durch. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel dann komplett kontrolliert. Auch wenn die Intensität etwas raus war, haben die Jungs es sehr gut weitergespielt. Was die Jungs da heute spielerisch teilweise abgeliefert haben, ist schon richtig guter Fußball.“ Ganz anders war die Gefühlslage bei Gästetrainer Berger. Dieser sagte zur höchsten Niederlage in seiner Trainerkarriere: „Leider haben wir einen rabenschwarzen Tag erwischt und das Spiel, welches wir bis zur 32. Minute im Griff hatten, innerhalb von sechs Minuten verloren. Selbst hatten wir die Möglichkeit, in Führung zu gehen und haben diese leider nicht genutzt. Wie das passieren kann, arbeiten wir alle gemeinsam in der kommenden Woche auf, sodass uns so ein Spiel nicht noch mal passiert.“
TSV Lensahn – SV Rickling 6:0 (5:0)
Der TSV Lensahn wollte seine Heimserie fortsetzen und auch gegen Aufsteiger SV Rickling die vollen drei Punkte im Jahnstadion behalten. Man war klarer Favorit, doch unterschätzen wollte man den Gegner keineswegs. Schließlich sollte mit Haruna Jammeh der Torjäger und Unterschiedsspieler fehlen, zudem war der Gegner ein Unbekannter. Dementsprechend ging man mit Vorsicht ins Duell und dennoch wollten die Hausherren ihr Spiel klar durchziehen. Rickling verlor in der Vorwoche knapp mit 0:1 beim SC Cismar, doch nahm dort einige positive Erkenntnisse mit. Gerade in der Defensive war es ein Auftritt, der nicht schlecht war. Daran galt es anzuknüpfen und offensiv mehr Nadelstiche zu setzen. Diese waren beim besagten Spiel in Grömitz noch zu wenige. Personell sollte es in Lensahn schwierig aussehen. Stürmer Shafi Bakari stand erneut nicht zur Verfügung, doch nun sollte auch Dominik Lembke ausfallen. Der Verteidiger ist nicht nur ein enormer Stabilisator, sondern auch der erfolgreichste Torschütze des SV Rickling. Daher war der Aderlass, mit dem man bereits ins Spiel ging, schon nicht gerade klein und der Start hätte kaum schlechter sein können. Bereits nach drei Minuten war es Thorben Ratje (3.), der den Favoriten in Führung brachte. Wilhelm Gradert (11.) und Connor Prüss (15.) legten nach und stellten bereits früh auf 3:0.
Für die Gäste war die Partie somit früh gelaufen und Prüss (21.) legte sogar noch zum 4:0 vor der Halbstunden-Marke nach. Thorben Ratje (32.) sollte mit seinem zweiten Tor an diesem Tag sogar das fünfte Tor erzielen, sodass es mit einem 5:0 in die Pause ging. Es war eine deutliche Angelegenheit bereits zum Pausentee. Gästecoach Sebastian Latendorf sagte: „Wir haben absolut die erste Hälfte verpennt und sind nicht ins Spiel gekommen. Immer wieder haben wir den Gegner eingeladen, zu gefährlichen Kontern, die sie eiskalt ausgenutzt haben vor unserem Tor.“
Im zweiten Durchgang sollte Lensahn dann allerdings den Fuß vom Gaspedal nehmen und Rickling deutlich besser gegenhalten, sodass nur noch ein weiterer Treffer fiel. Linus Schröder (77.) erzielte sein erstes Tor als Herrenspieler und machte das halbe Dutzend voll. 6:0 hieß es am Ende, sodass der TSV wieder an die Tabellenspitze kletterte und zu Hause ohne Punktverlust bleibt. Vadim König sagte zum Sieg seines Teams: „Wir gewinnen heute verdient gegen den SV Rickling und holen uns damit die Tabellenspitze zurück. Wir haben heute von Beginn an unglaublich viel rotiert und unsere Startelf direkt auf vier Positionen verändert. Trotzdem brauchten wir nicht lange, um ins Spiel zu finden. Bereits zur Halbzeit war die Partie entschieden, sodass wir im Anschluss noch fünfmal wechseln konnten. Durch die vielen Wechsel haben wir danach etwas die Ordnung verloren und das Spiel nicht mehr ganz so konzentriert zu Ende gespielt, wie ich mir das gewünscht hätte. Insgesamt war es aber ein solider und souveräner Auftritt von uns. Der Sieg war zu keiner Zeit wirklich gefährdet. Man hat bei uns von der ersten Minute an den Willen gespürt, das Spiel zu gewinnen und die drei Punkte mitzunehmen. Ein großes Kompliment geht trotzdem an den SV Rickling. Eine unglaublich sympathische Mannschaft, der wir für die weitere Saison viel Erfolg wünschen.“ Rickling zeigte eine klare Steigerung nach der Pause, doch da war die Partie bereits entschieden. Trainer Latendorf sagte: „Die Halbzeitansprache hat gefruchtet, dass wir als Team dagegen anarbeiten und dass es eine Moralaufgabe werden würde. Dem sind sie sich bewusst geworden. Die zweite Halbzeit war deutlich besser als die erste. Es war eine verdiente Niederlage.“









