SGWSS entscheidet wildes Spiel in Stockelsdorf – Ratzeburg feiert ersten Heimsieg

Viele Chancen am Rensefelder Weg

Der ATSV Stockelsdorf empfing am Freitagabend die SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg. Foto: Lobeca/Niklas Runne
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Lübeck – Der neunte Spieltag in der Kreisliga Süd wurde bereits am Freitagabend eröffnet. Auf zwei Plätzen rollte der Ball, wobei der Blick ins Mittelfeld beziehungsweise dem Tabellenkeller der Liga gerichtet war. Es gab einen Auswärtssieg in Stockelsdorf, wo es zahlreiche Chancen auf beiden Seiten gab. In Ratzeburg ließ der Sieger nichts anbrennen und gewann mit 4:0.

ATSV Stockelsdorf – SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg 2:4 (1:2)

Nach einem Spielabbruch am vergangenen Wochenende, da nicht mehr genügend spielfähige Spieler zur Verfügung standen, sollte nun das nächste Spiel für den ATSV Stockelsdorf anstehen. Gegen die SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg wurde ein neuer Anlauf genommen und personell sah es erneut nicht gut aus. Diesmal bekam Trainer Yannik Biemann zwar elf Spieler zusammen, doch von einer Bestbesetzung war man dennoch meilenweit entfernt. So sollte die Aufgabe erneut sehr schwer werden, denn die Lauenburger sind schließlich vor der Saison mit zum erweiterten Favoritenkreis auserkoren worden. Dieser Rolle wurde man bisher allerdings nicht gerecht. In der Vorwoche unterlag die Elf von Niklas Oelrichs und Dennis Hadler bei der SG Breitenfelde/Mölln. Es war am Ende ein 2:5, doch das Spiel war nicht ganz so deutlich, wie das Ergebnis vermuten lässt. So fielen erst spät, als Wentorf aufmachte und alles vorne reinwarf, die letzten beiden Treffer. Nun sollte es beim ATSV auch mal wieder einen Dreier geben, denn aus den ersten sieben Partien gewann die SGWSS gerade einmal zwei.

In der Startelf der Lauenburger sollten einige Stammspieler fehlen. Vor allem in der Defensive musste das Trainerteam umbauen. Doch nicht nur da, denn mit Marcel Gevert und Lennart Krüger nahmen auch zwei wichtige Schlüsselspieler angeschlagen nur auf der Bank Platz. Vorne war es Lasse Löffler, der im Sturm agierte. Bereits in den ersten Minuten nahm die SGWSS das Zepter in die Hand. Mit mehr Ballbesitz kontrollierte der Gast die Anfangsphase. Dabei gab es erste Annäherungen beziehungsweise Halbchancen. Nach nicht ganz einer Viertelstunde ging es dann mal ganz schnell. Einen ungenauen Pass fing Luis Zak im Mittelfeld ab, anschließend kam der Tiefenball, den Fritz Witten (14.) zur Führung verwandelte. Fünf Minuten später war es ein ähnliches Bild, als erneut ein Fehlpass der Hausherren im Mittelfeld abgefangen wurde, der Ball rechts durch zu Allner gesteckt wurde, welcher seinen Gegenspieler aussteigen ließ und für Lasse Löffler (19.) ablegte, der zum 2:0 erhöhte. Es war das verdiente zweite Tor, doch für den Torschützen endete der Arbeitstag vorzeitig. Löffler war angeschlagen aufgrund einer Erkältung und musste vorzeitig raus. So kam Krüger früher als erwartet.

Das Spiel sollte sich durch die Auswechslung des Angreifers stark verändern. Wentorf verlor den Faden und die Hausherren kamen immer besser in die Partie. Sie hatten immer mehr Kontrolle und schnürten die SGWSS im eigenen Drittel ein. Zunächst blieben die klaren Chancen allerdings noch aus, denn zu oft wurde entweder die falsche Entscheidung getroffen oder aber der Schuss abgeblockt. In der 22. Minute verzeichnete die Heimelf dann die beste Möglichkeit in den ersten 45 Minuten. Der auffällige Sajad Barbari nahm Fahrt auf und zog mal ab, doch ein stark reagierender Malte Müller-Krumwiede kratzte den Ball aus dem Winkel. Kurz darauf sollte Tim Seeger einen Kopfball aus kurzer Distanz zu zentral aufs Tor bringen, sodass der Keeper nicht wirklich vor Herausforderungen gestellt wurde. Vor der Pause gab es dennoch noch den Anschlusstreffer. David Iwuoha (35.) brachte den Ball über die Linie und ließ das Spiel wieder spannend werden.

sgwss jubel @ SGWSS entscheidet wildes Spiel in Stockelsdorf - Ratzeburg feiert ersten Heimsieg
Die SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg hatte Grund zum Jubeln. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Nach dem Seitenwechsel war es allerdings erst einmal Wentorf, das gleich zwei gute Chancen bekam. Zunächst zog Zak rüber und kurz danach bot sich die XXL-Gelegenheit, als man in Überzahl aufs Tor zulief, rübergelegt wurde, doch dieses Zuspiel nicht beim Empfänger ankam. Dies hätte das 3:1 sein müssen. Stattdessen rettete der Keeper der Gäste erneut mehrfach. In der 55. Minute sollte der dritte Treffer der Lauenburger dann doch fallen. Ein langer Ball fand Lennart Krüger (55.), der eiskalt blieb. Es war das 3:1, doch dieses sollte immer noch nicht die erhoffte Sicherheit bringen. Stockelsdorf blieb weiterhin am Drücker, kam nun zu immer besseren Chancen. So forderte man erst einen Handelfmeter, bevor es kurz darauf ein Schuss war, der an die Unterkante der Latte prallte und dann wohl wieder raus. Der Schiedsrichter entschied auf kein Tor, was schwer aufzuklären war. Auf beiden Seiten gab es Möglichkeiten, denn während der ATSV den Ball nicht über die Linie bekam, spielte der Gast die Umschaltmomente oftmals nicht gut aus. So musste dieser noch mal richtig zittern, als Max Groos (87.) auf 2:3 verkürzte. Der Gegner lief an, doch schaffte es nicht mehr, so richtig zwingend zu werden, sodass mit dem Tor von Mats Pecher (93.) der Sack zu war.

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Die SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg feierte einen 4:2-Auswärtssieg, den ersten überhaupt in dieser Spielzeit. Es war ein guter Auftritt der personell geschwächten Lauenburger, die aus ihren Chancen zu wenig machten und hinten am Ende Glück hatten, dass die Hausherren sie nicht dafür bestraften, das Spiel offengelassen zu haben. Dennis Hadler sagte zum Sieg seiner Mannschaft: „Wir mussten heute gewinnen egal wie und das haben wir getan. Insgesamt war es ein sehr wildes Spiel. Die Jungs haben bis zum Ende gekämpft und sich am Ende belohnt. Überragender Spieler für mich war heute Luis Zak, welcher sich im Mittelfeld komplett aufgeopfert hat fürs Team. Wir danken Stodo für das faire Spiel und wünschen viel Erfolg für den Rest der Saison.“ Stockelsdorfs Jan Mehlfeld sagte: „Glückwunsch an Wentorf-Sandesneben/Schönberg zu den drei Punkten. Die schwachen ersten 30 Minuten bringen uns auf die Verlierersraße, verdienter Rückstand in der Anfangsphase. Nach dem Anschluss müssen wir ausgleichen vor der Pause. Nach der Pause haben wir gute Möglichkeiten und wie es so ist im Fußball bekommst du dann das 1:3. Das 2:3 fällt leider zu spät, um noch mehr Druck aufzubauen, das 2:4 fällt mit dem Schlusspfiff. Am Ende wissen wir, dass wir uns steigern müssen und über 90 Minuten auf dem Platz Leistung bringen müssen.“

Ratzeburger SV II – VfL Rethwisch 4:0 (3:0)

Vor dem Spieltag war der Ratzeburger SV II nur eine von zwei Mannschaften in der Liga, die noch ohne Heimdreier war. Gerade einmal zwei von möglichen zwölf Punkten holte die Mannschaft von Paul Dietz am „Riemann“, was eine ungewohnte Situation war. Vergangene Saison gab es noch 34 von möglichen 36 Punkten, als man Meister in der A-Klasse wurde und nun sollte es zu Hause einfach nicht klappen. So wurde am Freitagabend ein neuer Anlauf genommen. Zu Gast war der VfL Rethwisch, der mit einem 6:1-Heimsieg im Rücken startete. Es war ein starker Auftritt gegen einen schwachen Aufsteiger aus Krummesse, sodass es einen auch in der Höhe verdienten Sieg gab. Die Stormarner waren mit drei Punkten mehr auf dem Konto als Ratzeburg leicht favorisiert, doch das vergangene Wochenende brachte dem in den ersten Wochen der Saison noch oft glücklosen Aufsteiger etwas Selbstvertrauen. Trotz einiger Leistungsträger, die fehlten, war es am Ende ein 3:0-Auswärtssieg beim SV Viktoria 08. Mann des Tages war dabei Patrick Wulf, der einen Dreierpack schnürte. Dieser sollte nun am Freitagabend allerdings fehlen. Mit Jan-Hendrik Braasch und Pelle Vogel kehrten dafür allerdings zwei Spieler zurück.

Zunächst war es noch ein Duell auf Augenhöhe. RSV-Coach Paul Dietz sagte: „In den ersten 10-15 min neutralisieren sich beide Teams und es kommt zu keinen nennenswerten Szenen.“ Danach bekam Ratzeburg immer mehr ein Übergewicht und bot ein dominantes Bild: „Danach lassen wir Rethwisch keine Luft zum Atmen und kommen mehrfach perfekt ins hohe Pressing, wodurch es folgerichtig mit 3:0 in die Halbzeit geht.“ Pelle Vogel (20./40.) und Alex Claudius Müller (23.) brachten den Aufsteiger ein großes Stück in Richtung Heimsieg. Es lief genau nach Plan für die Zweitvertretung, bei der nun endlich der Knoten geplatzt schien. Erst das 3:0 bei Viktoria und nun war der Sieg gegen Rethwisch zur Halbzeit bereits ebenfalls zum Greifen nah. Gegner Rethwisch erzeugte wenig Torgefahr aus dem Spiel heraus. Dietz sagte: „Die Diagonalbälle von Rethwisch verteidigen wir super und gewinnen die 2. Bälle, wodurch Rethwisch offensiv zu keiner gefährlichen Aktion in den 90 Minuten kommt und wir lediglich Probleme mit den gut getretenen Standards bekommen.“ Daran änderte auch eine Gelb-Rote Karte für Ratzeburg nichts. Müller (97.) zum Zweiten machte den 4:0-Heimsieg perfekt, sodass der Aufsteiger mit einem guten Gefühl ins Wochenende geht. Der siegreiche Coach sagte: „Wir fahren einen nie gefährdeten Heimsieg ein und spielen zweimal in Folge zu Null. Darauf lässt sich aufbauen. Viel Erfolg an Rethwisch für den Rest der Saison.“ Man überholte nun sogar den Gegner und belegt Platz neun. Nach schwierigem Start kann man mittlerweile davon sprechen, dass der RSV II in der Liga angekommen ist.

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