
Lübeck – Am Freitagabend wurde der elfte Spieltag in der Kreisliga Süd eröffnet. Dabei wurde der Blick genau in den Tabellenkeller gerichtet. Der ATSV Stockelsdorf empfing den SV Fortuna St. Jürgen und für beide Teams war dieses Spiel enorm wichtig. Die Gefühlslage vor dem Duell hätte allerdings kaum unterschiedlicher sein können. Dennoch standen nach dem Spiel beim Tabellenschlusslicht drei Punkte mehr, das nun vorerst die Rote Laterne abgab.
Zwei unterschiedliche Gefühlslagen
Der SV Fortuna St. Jürgen ist das Sorgenkind der ersten zehn Spieltage gewesen. Nur ein Spiel gewann der letztjährige Tabellenelfte. Es war ein Auswärtsspiel in Rethwisch, ansonsten folgten nur zwei weitere Punkte. Man hat einen klassischen Fehlstart hingelegt, doch so langsam nahm der Druck zu. Man braucht Punkte und diese sollten am besten schon diesen Freitag her. Zu Gast war die Mannschaft von Andre Meese beim ATSV Stockelsdorf, der nicht weit entfernt lag. Auf Rang zwölf stand dieser vor dem Spieltag, doch schon bereits mit fünf Punkten mehr auf dem Konto. Dementsprechend wichtig war dieses Duell, das St. Jürgens Co-Trainer Nikolay Frech als Sechs-Punkte-Spiel einordnete. Nach zuletzt einem Punkt aus vier Spielen, diese allerdings allesamt gegen Anwärter auf die Top-Fünf, sollte das Selbstvertrauen nicht gerade groß sein. Anders sah es beim Gegner aus, der mit einem 2:0-Sieg im Rücken ins Spiel ging. Nach Fehlstart fand man besser in die Saison und steht daher bereits bei zehn Punkten. Nun sollte man etwas favorisiert in dieses Duell gehen.
Früher Elfmeter bringt Fortuna nicht aus der Spur
Fortuna nahm sich viel vor, doch erwischte einen bitteren Start. Es gab früh den Elfmeter für die Heimelf, den Selim Sarikoc (9.) zur Führung verwandelte. Davon sollte man sich allerdings nicht aus dem Konzept bringen lassen, sodass noch vor der Halbzeit die Partie vor 70 Zuschauern durch Dominik Schaarschmidt (29.) und Henrik Berentzen (30.) gedreht wurde. Frech sagte dazu: „Wir sind äußerst nervös in die Partie gestartet und lagen nach einem frühen Elfmeter zunächst mit 0:1 hinten. Nach einer gewissen Anlaufzeit haben wir aber immer besser ins Spiel gefunden und konnten durch einen Doppelschlag innerhalb von 60 Sekunden die Partie drehen.
Bis zur Halbzeit haben wir anschließend richtig guten Fußball gespielt und uns zahlreiche hochkarätige Chancen herausgespielt, leider aber zu viele davon liegen gelassen.“ So ging es mit einer Führung für St. Jürgen in die Pause. Nach dem Wiederbeginn machte der Gast munter weiter und sollte nachlegen. Sie stellten durch erneut Berentzen (53.) sowie Paul Grewecke (59.) auf 4:1 und waren somit auf Kurs in Richtung lang ersehntem zweiten Saisonsieg.
Chancenverwertung das Manko
Stockelsdorf, das durch eine Rote Karte für Felix Reder, der eine Notbremse sah, nur noch zu zehnt agierte, sollte durch David Iwuoha (84.) noch einmal verkürzen, doch Bent Peterat (91.) machte in der Nachspielzeit mit dem 5:2 der Fortuna alles klar. Es war der lang ersehnte zweite Saisonsieg. Dazu sagt Nikolay Frech: „Auch nach der Pause hatten wir das Spiel weitgehend im Griff und konnten nach dem Platzverweis für den Gegner auf 3:1 und 4:1 erhöhen. Mit dem 4:2 haben wir den Gegner zwar noch einmal unnötig ins Spiel kommen lassen, mit dem 5:2 aber letztlich den Deckel draufgemacht. Insgesamt sind wir mit der Leistung und natürlich mit den drei Punkten zufrieden. An der Chancenverwertung müssen wir noch arbeiten, denn nächste Woche werden wir gegen einen stärkeren Gegner vermutlich nicht so viele Möglichkeiten bekommen. Der Sieg gibt uns aber Auftrieb und darauf wollen wir jetzt aufbauen.“
Stockelsdorf lässt vieles vermissen
Für den ATSV Stockelsdorf gab es nach den Big-Points in der Vorwoche nun den Dämpfer. Man hat das wichtige Duell verloren und muss nun doch wieder nach unten schauen. Gegen die Fortuna sollte es über weite Strecken ein enttäuschender Auftritt sein. Trainer Yannik Biemann sagt: „Das war ein gebrauchter Tag. Wir gehen mit 1:0 in Führung und lassen danach alles vermissen, was es braucht, um Spiele zu gewinnen. Wir können glücklich sein, dass es zur Pause nur 1:2 steht. In der zweiten Halbzeit wollten wir eine Reaktion zeigen, bekommen dann aber ziemlich zügig eine Rote Karte, die uns das Genick bricht. Wir verlieren absolut verdient. Glückwunsch an Fortuna St. Jürgen.“








