Lukas Raeder zum Start in die Wintervorbereitung
Foto: Lobeca/Kaben
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Barmenia Roland Kahl

Lübeck – Seit einem halben Jahr ist Lukas Raeder beim VfB Lübeck. Der Torhüter hat Erfahrung mitgebracht und vor allem weiß er, worauf es ankommt, wenn man Meisterschaften erringen möchte. Beim FC Bayern München war er der Ersatzmann für Nationalkeeper Manuel Neuer. Ins kalte Wasser wurde er beim Top-Spiel gegen Borussia Dortmund geworfen, als sich Neuer an der Wade verletzte. Nun steht er für die Grün-Weißen von der Lohmühle im Kasten. HL-SPORTS traf ihn zum Interview.

HL-SPORTS: Hallo Lukas, seit einem halben Jahr bist du nun in Lübeck. Welche Qualitäten schätzt du an der Stadt?

Lukas Raeder: Hallo, super Altstadt, schöne Cafés und Restaurants, offene und hilfsbereite Leute und dazu ist alles relativ nah beieinander, deswegen bin ich auch so gut wie immer mit dem Fahrrad unterwegs.

HL-SPORTS: Essen, Duisburg, Schalke und zuletzt München. Was hat der Norden, was die anderen Städte nicht haben?

Lukas Raeder: Das Meer, den Strand wo wir auch gerne im Sommer mit den Jungs aus der Mannschaft hingefahren sind und der Fisch schmeckt hier auch eindeutig besser.

„Dinge, die mir gefallen…“

HL-SPORTS: Und dann waren da noch Kariere-Abschnitte in Portugal und England. Was hast du aus dieser Zeit für dich mitgenommen?

Lukas Raeder: Die Art und Weise wie dort Fußball gespielt wird und auch das Training ist sowohl in England als auch in Portugal schon etwas anders. Das hat auf jeden Fall meinen Horizont erweitert und ich habe versucht die Dinge, die mir gefallen haben in mein Spiel und Training einzubauen. Außerhalb vom Fußballerischen nehme ich eine Menge Lebenserfahrung aus diesen Stationen mit, konnte mein Englisch aufbessern und portugiesisch lernen. Zudem habe ich viele Leute kennengelernt, zu denen ich heute immer noch Kontakt habe.

HL-SPORTS: Wie kannst du diese Erfahrungen beim VfB Lübeck einbringen?

Lukas Raeder: Bei all meinen Stationen, ob im In- oder Ausland, war die Kommunikation miteinander immer mit das wichtigste. Deswegen versuche ich auf dem Platz durch lautstarkes Coaching den Jungs von hinten zu helfen und auch außerhalb des Platzes viel mit den Jungs über Fußball, aber auch über alltägliche Dinge zu sprechen. Das klappt hier beim VfB hervorragend. Wir unternehmen auch außerhalb vom Training viel miteinander.

Lukas Raeder, Torhüter beim VfB Lübeck seit Sommer 2019
Foto: Lobeca/Raasch

HL-SPORTS: Mit Meisterschaften kennst du dich aus. Club-Weltmeister, UEFA-Cup-Sieger, Champions League-Gewinner, zwei Deutsche Meisterschaften mit dem FC Bayern, DFB-Pokal geholt und Regionalliga-Meister… Der letzte Titel soll nun in Lübeck wiederholt werden. Wie schätzt du eure Chancen ein und was müsst ihr dafür tun?

Lukas Raeder: Wir haben alles in der eigenen Hand. Von daher müssen wir uns auf uns selbst und unsere Stärken konzentrieren.

„Ich bin keiner, der alle zwei Tage auf die Tabelle schaut“

HL-SPORTS: Wie sehr beobachtest du die Konkurrenz und in welcher Form?

Lukas Raeder: Die Stärken und Schwächen der Konkurrenz zeigt uns der Trainer vor den Spielen in der Videoanalyse. Ansonsten bin ich keiner, der alle zwei Tage auf die Tabelle schaut.

HL-SPORTS: Ihr seid nun schon in der Vorbereitung und habt das erste Testspiel gewonnen. Du hast beim 1:0-Sieg bei Hansa Rostock die erste Halbzeit im Tor gestanden. Warst du mit der Leistung zufrieden und woran müsst ihr noch arbeiten?

Lukas Raeder: Sieg und zu Null ist immer super. Wir haben in beiden Halbzeiten vernünftig gespielt, können natürlich noch das ein oder andere verbessern, aber genau dafür sind die nächsten Wochen ja da.

Raeder oder Gommert?

HL-SPORTS: Benny Gommert ist zurück auf dem Platz. Ist der große Konkurrenzkampf um die Nummer 1 entbrannt und wie geht ihr miteinander um?

Lukas Raeder: Ich habe mich in der Hinrunde als Stammtorwart durchgesetzt und gute Leistungen gezeigt. Für mich geht es jetzt darum diese Leistungen zu bestätigen und noch die ein oder andere Sache in meinen Spiel Schritt für Schritt zu verbessern. Mit Benny verstehe ich mich gut.

Lukas Raeder beim Punktspiel gegen FC St. Pauli II
Foto: Lobeca/Raasch

HL-SPORTS: Jetzt kommt am Donnerstag der HSV. Wie ist dein persönliches Ziel?

Lukas Raeder: Im Fußball kann man Ziele nur gemeinsam erreichen. Unser Ziel als Mannschaft ist es in jedem Spiel alles zu geben und es dann am Ende auch erfolgreich zu gestalten. Als Torwart ist mir ein Spiel zu Null natürlich immer am liebsten.

HL-SPORTS: Dann drücken wir die Daumen, dass die Null so oft wie möglich steht. Dankeschön für das schöne Interview und viel Erfolg für die kommenden Wochen und Monate.