
Lübeck – Das Osterwochenende steht ganz im Zeichen der Nachholspiele in den Ligen Schleswig-Holsteins. Bereits am Ostersamstag rollte fleißig der Ball, so auch in der Kreisliga Südost. Auf gleich zwei Plätzen ging es zur Sache, wobei es ein Duell sogar zum ersten Mal in dieser Spielzeit gab. Beide Spiele boten einiges, doch bis zu den nächsten Partien muss man sich nicht lange gedulden. Denn der Blick geht bereits auf den Ostermontag.
Fortuna St. Jürgen – SG Reinfeld/Kronsforde 1:3 (0:1)
Heimspiele liegen dem SV Fortuna St. Jürgen scheinbar besonders gut, wenn man auf die vergangenen Monate in der Kreisliga schaut. Man ist seit einigen Wochen zu Hause ungeschlagen gewesen, dabei feierte man erst vor zwei Wochen die Rückkehr in die Heimat. Man wich nämlich aus und so wurde der Sportplatz Holstentor-Süd zur Ersatzheimat der Fortuna. Die Bilanz dort ließ sich wirklich sehen, denn man blieb ungeschlagen und verschaffte sich dort Luft im Kampf gegen den Abstieg. Die Rückkehr an den heimischen Kalkbrenner feierte man vor zwei Wochen gegen den TSV Gudow, wo man nach Monaten Sperrung endlich wieder ein echtes Spiel auf der eigenen Sportanlage hatte. Dieses wurde erfolgreich gestaltet, denn mit 4:1 setzte sich die Elf von Andre Meese durch. Nach einem bitteren Nachmittag in Kücknitz, wo man mit 1:2 verlor, doch selbst genügend Chancen auf den Sieg hatte, sollte es nun wieder zu Hause drei Punkte geben. Der Gegner war allerdings niemand Geringeres als der Tabellenführer. Die SG Reinfeld/Kronsforde reiste an, und dies mit Wut im Bauch. Zuletzt mussten die Stormarner nämlich in Eichholz ihre zweite Saisonniederlage verkraften. Zudem flogen gleich zwei Spieler vom Feld, die jeweils am Ostersamstag fehlten. Dennoch stellte das Trainerteam um Jakob Finnern eine schlagkräftige Truppe auf, die motiviert war, ein anderes Gesicht als in der Vorwoche zu zeigen. Man bestimmte klar das Spiel, doch tat sich schwer, so richtig zwingend zu werden. Dennoch fiel nach etwa einer halben Stunde der Führungstreffer durch Oberliga-Leihgabe Mark Heinze (29.). Dies war auch gleichzeitig der Pausenstand. Fortuna kam durch Konter zu Chancen, die allerdings durch einen an diesem Tag starken Torhüter der Gäste vereitelt wurden. Mit dem 2:0 zehn Minuten nach Wiederbeginn durch Dennis Lie (55.) war man auf Kurs in Richtung Auswärtssieg. Es sollte allerdings noch einmal spannend werden, denn Paul Grewecke (67.) ließ die Lübecker noch einmal hoffen. Man versuchte es, doch in der Nachspielzeit wurde der Sack zugemacht. Kapitän Max Wittig (91.) verwandelte zum 3:1. Kurz darauf wurde es dann emotional, denn der Torschütze wurde unter Applaus ausgewechselt. Es zieht ihn nach Süddeutschland aus beruflichen Gründen. Es war sein letztes Spiel für die SG, das wohl kaum schöner hätte enden können für den Spielführer.
Andre Meese (Fortuna): „Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben die Vorgaben sehr gut umgesetzt. Aufgrund einiger Ausfälle und tatkräftiger Unterstützung aus unserer Zweiten haben wir in der ersten Halbzeit den Gegner weitestgehend von unserem Tor weggehalten, sodass sie kaum gefährliche Torschüsse auf den Kasten bringen konnten. Selber waren wir leider in den entscheidenden Umschaltmomenten zu ungenau, sodass wir mit einem knappen Rückstand in die Pause gegangen sind. Nach der Halbzeit haben wir dann ein anderes Gesicht gezeigt und sofort die größte Chance im Spiel bis dahin gehabt, die der Torwart super pariert. Danach waren wir gut im Spiel und konnten uns mehrere Chancen erspielen, jedoch waren wir zu oft im Abschluss zu ungenau. Eine Unachtsamkeit und ein abgefälschter Ball landeten dann vom Gegner unhaltbar bei uns im Tor. Davon brauchten wir dann einige Zeit, um uns zu erholen. Doch nach einem perfekt herausgespielten Konter konnten wir das Spiel noch einmal spannend machen und den Gegner vor einige Aufgaben stellen, jedoch leider ohne weiteren Torerfolg. Kurz vor Schluss machen wir dann komplett auf, wodurch der Gegner dann zu einem Konter und berechtigten Elfmeter kommt und das Spiel entscheidet. Dennoch gehen wir mit erhobenem Kopf vom Platz und freuen uns schon jetzt auf das Rückspiel in zwei Wochen.“
Jakob Finnern (Reinfeld/Kronsforde): „Wir gewinnen am Ende verdient mit 3:1 in einem eher schwächeren Spiel. Wir hatten viel Ballbesitz und Kontrolle, kommen immer wieder zu Chancen, werden aber nicht zwingend genug. So nutzen wir diese zu wenig und haben mit zwei Lattentreffern auch ein wenig Pech. St. Jürgen blieb immer wieder durch Konter gefährlich, hier müssen wir uns bei Tim Schulz bedanken, der da auch gut hält. Am Ende dann noch einmal sehr emotionale Minuten: Wir bekommen einen Elfmeter und unser Kapitän Max Wittig versenkt diesen zum 3:1 und wird kurz danach unter Applaus ausgewechselt. Das war leider sein letztes Spiel für uns, da es ihn beruflich in den Süden zieht. Am Ende des Tages ein verdienter Sieg gegen einen fairen Gegner, den wir in zwei Wochen bereits wiedersehen.“
SG Breitenfelde/Mölln – TSV Kücknitz 4:1 (2:0)
Bereits zum dritten Mal in dieser Saison trafen sich am Sonnabend die SG Breitenfelde/Mölln und der TSV Kücknitz. Das erste Duell in Lübeck sollte für die SG ein bitterer Nachmittag werden, denn nach neun ungeschlagenen Spielen endete die Erfolgsserie durch eine 1:2-Pleite in einem überschaubaren Kreisligaspiel am Roten Hahn. Das Rückspiel sollte im Herbst stattfinden und es war eigentlich alles angerichtet, doch der Ball rollte nicht. Ein kurzfristiger Platzwechsel sorgte für Aufregung und einen Nichtantritt der Lübecker. So schien es zumindest am Spieltag laut Fußball.de. Das passende Schuhwerk fehlte dem TSV und so hatte die ohnehin personell ausgedünnte Elf vom Roten Hahn zu wenige Spieler. Der Verband setzte dieses Spiel allerdings neu an und so trafen sich die beiden Mannschaften zu einem neuen Versuch am Ostersamstag im Kreis Herzogtum-Lauenburg. Erneut sah es personell allerdings nicht gut aus beim Team von Mirco Groß, denn einige Spieler fielen aus. Sportlich war die Ausgangslage vielversprechend, denn beide kamen gut ins neue Jahr. Breitenfelde ist nach zwei Niederlagen zum Auftakt vor dem Spiel vier Partien ungeschlagen gewesen, während der TSV nur eine Partie verlor. Sportlich war ein Favorit kaum auszumachen, doch der dünne Kader der Gäste ließ diese Rolle der SG zuschieben. Diese startete furios, denn nach bereits vier Minuten fiel der erste Treffer. Marvin Edler (4.) traf und nach etwas mehr als einer halben Stunde schnürte er den Doppelpack. Breitenfelde war zur Pause auf Kurs, doch nach nicht ganz einer Stunde verkürzte Kücknitz. Julian Müller (57.) traf bereits zum zehnten Mal in dieser Saison und ließ neue Hoffnung für die Elf vom Roten Hahn aufkommen. Diese hielt allerdings nicht allzu lange, denn Sercan Cengiz (70.) sowie Finn Patzer (85.) machten den Deckel drauf. 4:1 gewann die SG Breitenfelde/Mölln, dennoch stand dieses Aufeinandertreffen in keinem guten Licht.
Arne Riewe (Breitenfelde/Mölln): „In der ersten Halbzeit gehen wir früh in Führung, was uns Luft gibt, und belohnen uns mit dem 2:0. Wir dürfen uns aber auch nicht beschweren, wenn wir das 2:1 bekommen, da wir vorher zu viel zugelassen haben. In der zweiten Halbzeit dann die erwarteten schweren zehn Minuten, in denen Kücknitz verkürzt. Dadurch wurden wir aber wieder wach. Danach spielen wir die Konter klassisch besser aus und belohnen uns dafür. Am Ende ist es in meinen Augen ein verdienter Sieg. Allerdings finde ich es schwierig, dass erst am Dienstag entschieden wurde, ob das Spiel am langen Osterwochenende stattfindet. Trotzdem war es ein super faires Spiel von beiden Seiten und auch vielen Dank an das Gespann, das eine super Arbeit gemacht hat. Alles in allem ein gelungenes langes Wochenende für uns.“
Oliver Krause (TSV Kücknitz): „Mit nur einem Zwölf-Mann Kader mussten wir Aufgrund der toll geplanten Anlegung wo der schriftliche Bescheid vom Verband uns erst am Dienstag erreichte, da es von der Möller Seite noch eine Einspruch gab nach Mölln fahren. Wir brauchten 15 Minuten um ins Spiel zu kommen. In dieser Zeit nutzte Mölln einen Fehler in der Hintermannschaft zur 1:0 Führung. Danach übernahmen wir das Geschehen und erspielten uns recht gute Möglichkeiten. Ein aus unserer Sicht reguläres Tor wird uns wegen einer angeblichen Abseitsstellung weggepfiffen. In dieser Phase nutze Mölln einen Konter eiskalt aus und so ging es mit einem 0:2-Rückstand für uns in die Pause. Nach der Halbzeit sind wir fortan am Drücker und Mölln fand fast gar nicht mehr statt. Endlich fiel auch der verdiente Anschlusstreffer und wir wollten unbedingt noch den Ausgleich. Möglichkeiten waren genug vorhanden. Genau in dieser Drangphase verlieren wir den Ball unnötig im Aufbau und Mölln nutzt dies wieder eiskalt aus zum 3:1. Danach machen wir auf und Mölln konnte noch einen Konter zum Endstand erfolgreich abschließen. Heute war die Effizienz von Mölln ausschlaggebend für ihren am Ende dann verdienten Sieg, obwohl wir ein gutes Auswärtsspiel gemacht haben. Am Ende fehlte dann wohl auch die Frische von der Bank. Arne und seinem Team wünschen wir für den Rest der Saison noch alles gute und viel Erfolg. Danke an die mitgereiste Fangemeinde.“
Ausblick auf Ostermontag
ATSV Stockelsdorf – Eichholzer SV II (Mo., 13 Uhr)
Der Eichholzer SV II erinnert sich sicherlich nicht gerne an das Hinspiel gegen den ATSV Stockelsdorf zurück. Mit 0:4 unterlag der Aufsteiger dem Team von Jan Mehlfeld, wodurch man die erste Niederlage am heimischen Pöbelberg seit über einem Jahr hinnehmen musste. Es war ein bitteres Ergebnis, das man sich nur schwer erklären konnte, denn die klar schlechtere Mannschaft war man damals keineswegs. Es gab genügend Chancen, die Partie selbst auf seine Seite zu ziehen, doch wenn du vorne die Dinger nicht machst, dann klingelt es halt hinten. Dieses berühmte Motto traf klar zu, sodass der zu diesem Zeitpunkt formschwache Gast aus Stockelsdorf an diesem Sonnabend gnadenlos die mangelhafte Chancenverwertung bestrafte. Seitdem hat sich bei beiden Mannschaften viel getan. Die Tabelle lässt den ESV II als klaren Favoriten ins Duell gehen, doch es warten harte Wochen. Gleich drei Spiele in wenigen Tagen warten auf den aktuellen Tabellenvierten, der sogar noch eine kleine Chance hat, im Rennen um die Aufstiegsspiele mitzureden. Für Stockelsdorf geht es darum, so schnell wie möglich den Klassenerhalt rechnerisch einzutüten, denn durch ist man noch nicht.
Jan Mehlfeld (ATSV Stockelsdorf): „Vorab noch mal danke an Eichholz, dass sie der damaligen Verschiebung zugestimmt haben. Wir erwarten eine Mannschaft, die sich als Einheit UND fußballerisch gut präsentiert in ihrer ersten Saison in der Kreisliga. Was sie können, haben sie oft genug gezeigt und stehen somit auch verdient im oberen Mittelfeld. Wir bauen auf die letzten Wochen auf, die nicht schlecht waren, und müssen nun mal über 90 Minuten die Leistung abrufen.
Wir freuen uns auf eine spannende Partie.“
Stephan Lindhoff (Eichholz): „Wir treffen im ersten Spiel von dreien innerhalb von 6 Tagen am Montag auf Stockelsdorf. Der Gastgeber steht im unteren Tabellendrittel, verfügt vom Potenzial aber über sehr viel Qualität und zählte vor der Saison zum Favoritenkreis. Wir wollen weiterhin ungeschlagen bleiben, werden jedoch auf einige Spieler verzichten müssen. Zudem werden wir auf die Belastungssteuerung achten müssen, um die drei Spiele erfolgreich bestreiten zu können. Im Hinspiel haben wir 0:4 verloren. Das wollen wir natürlich definitiv korrigieren. Es wird aber nur funktionieren, wenn wir wieder alles reinhauen.“
TSV Schlutup – TSV Travemünde (Mo., 14 Uhr)
Das neue Jahr lief für den TSV Travemünde bisher noch nicht wirklich gut. Auf den Sieg zum Auftakt gegen Rethwisch folgte zuletzt eine Negativserie von … Spielen ohne Dreier. Diese soll nun am Ostermontag reißen. Es geht an den Palinger Weg zum TSV Schlutup, der aktuell etwas ins Taumeln im Kampf um den Aufstieg kam. Ein Punkt aus zwei Spielen sowie zwei verspielte 2:0-Führungen waren heftige Dämpfer. Der zweite Platz liegt nicht mehr in der eigenen Hand und so muss man nun auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Gleichzeitig braucht es selbst Siege, womit gegen die Monte-Kicker begonnen werden soll. Im Hinspiel gab es keine Tore in einem spannenden Duell. Nun spricht die Tabelle klar für die Heimmannschaft, doch ein Selbstgänger wird es nicht. Travemünde ist eine unbequeme Mannschaft, die oftmals bewiesen hat, dass sie jeden Gegner schlagen kann.
Christian Clasen (TSV Schlutup): „Derbytime gegen Travemünde. Wir wollen was gutmachen. Der Donnerstagabend war sehr enttäuschend. Wieder 2:0 geführt, wieder das Dritte nicht gemacht und dann völlig verdient verloren. Wir müssen dringend das Ruder wieder rumreißen. Um das zu schaffen, werden wir uns am Montag deutlich steigern müssen. Es ist Derby, da heißt es kämpfen, ackern, zusammenhalten und siegen.“
Christian Jetz (TSV Travemünde): „Schlutup ist nach wie vor ein Aufstiegsanwärter. Bei uns läuft es in den letzten Spielen überhupt nicht gut. Wir haben Ausfälle zu verkraften über die gesamte Saison, die Personalsituation ist sehr angespannt und wird es die nächsten Wochen auch erst einmal bleiben. Trotzdem sollte man sich immer auf Fußball freuen und gerade auf so ein „Trave-Derby“. Das weckt extra Motivation und wir freuen uns, Ostern mit diesem Spiel abzuschließen.“







