Tim Leibold (HSV)
Foto: Lobeca
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Hamburg – Noch vor zwei Wochen gab sich der Hamburger SV beim 2:5 in Lübeck mehr als erschöpft. Möglich, dass es mit dem Trainingslager zu tun hatte, was zuvor war. Mit dem 4:1-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg und dem nachfolgenden 3:1-Auswärtserfolg vom vergangenen Montagabend in der 2. Bundesliga beim VfL Bochum sind die Kritiker allerdings verstummt.

Boldt & Co. mit Auge

Insbesondere die drei Winterneuzugänge haben allesamt „eingeschlagen“ und die sportliche Führung bei den Rothosen hat ihr Auge unter Beweis gestellt. Louis Schaub, Jordan Beyer und Joel Pohjanpalo haben sich bisher als Verstärkung erwiesen. Insbesondere Pohjanpalo zeigte seine Klasse, die er aus der Bundesliga mitbringt. Gegen Nürnberg durfte er nur sieben Minuten ran, doch in Bochum waren es schon 19 Minuten, die der finnische Nationalspieler auf dem Feld stand. Ein Tor, ein Pfostentreffer – so die Ausbeute des 25-Jährigen. Dabei spielte er fast zwei Jahre nicht, verletzte sich im März 2018 am Sprunggelenk. In der kompletten vergangenen Spielzeit fiel er ganz aus. Erst vor sechs Monaten stand er für genau eine Minute für die Leverkusener gegen Werder Bremen auf dem Rasen. Danach wieder ein Rückschlag: Innenbandanriss im Knie – erneute Pause bis Weihnachten. Mit dem Wechsel zu den Hamburgern bringt er eine ganz neue Qualität mit und setzt damit Lukas Hinterseer im Sturmzentrum unter Druck. Cheftrainer Dieter Hecking wird das gefallen, denn beide wollen zur Europameisterschaft in diesem Sommer. Mit Toren haben sie klare Argumente dafür.

„Toller Pass von Leibe“

„Wir sind sehr zufrieden, dieses Spiel am Ende noch gewonnen zu haben, denn es war gegen diesen VfL absolut nicht leicht. Nach dem Rückstand sind wir aber gut zurückgekommen und haben das Spiel noch drehen können. Für mich ist es natürlich schön, dass ich der Mannschaft mit meinem Tor helfen konnte. Es war ein toller Pass von Leibe und ich musste den Ball am Ende nur noch am Torwart vorbeischieben. Der Start für mich beim HSV ist damit natürlich absolut positiv und ich freue mich schon auf die nächsten Spiele, denn wir haben noch viel vor“, sagte Pohjanpalo nach seinem ersten Tor für die Rothosen.

Top-Vorlagengeber Leibold lässt Santos vergessen

Ebenfalls einer, der für eine kontante Leistung sorgt ist Tim Leibold. Der Neuzugang aus Nürnberg (kam im Sommer) erzielte in Bochum sein erstes Tor für den HSV. Als Vorlagengeber heimste er sich weitere Punkte an der Castroper Straße ein. Davon hat er inzwischen elf – so viele, wie noch nie in seiner Profikarriere. Der Linksverteidiger lässt mit einer konstanten Leistung seinen Vorgänger Douglas Santos vergessen. Nach dem Bochum-Spiel sagte er: „Wir haben über weite Strecken der ersten Hälfte ein ordentliches Spiel gemacht, später aber fehlte uns der richtige Zug zum Tor. Auf den letzten 20 Metern haben wir nicht die entscheidende Lücke gefunden und so meist nur um den Strafraum herumgespielt. In der Phase haben wir dann auch das unnötige Gegentor kassiert, sind danach aber gut zurückgekommen. Super, dass mein Schuss reinging und dass wir direkt das zweite Tor nachlegen konnten. Danach waren dann die Räume da, so dass wir auch noch das dritte Tor gut herausspielen konnten. Es war insgesamt ein hartes Stück Arbeit, denn der VfL Bochum ist heimstark, hatte bislang zu Hause nur eine Partie verloren. Insofern freuen wir uns sehr über diesen Dreier.“

Cheftrainer einverstanden

Hecking fand danach trotzdem das Haar in der Suppe, denn über einzelne Szenen konnte er nicht hinweggucken. „Mit der ersten Halbzeit war ich einverstanden, aber nach der Pause haben wir den VfL mehr und mehr ins Spiel kommen lassen. Die Bochumer haben das dann auch gut gemacht, haben Druck aufgebaut und gehen in der Phase auch verdient in Führung. In dem Moment war mir klar, dass wir sofort eine Reaktion brauchen, wenn wir das Spiel noch zu unseren Gunsten ausgehen lassen wollen. Die kam glücklicherweise in Form des Ausgleichs, der bei uns dann die Ketten gelöst hat. In der Folge haben wir besser gespielt, sind verdient in Führung gegangen und haben dann auch die Räume nutzen können, die vorher nicht da waren. Da war es nur noch eine Frage der Zeit, wann der dritte Treffer fällt, so dass wir am Ende auch verdient dieses Spiel gewonnen haben. Aus meiner Sicht war das ein Knackpunkt-Spiel, in dem der VfL so gut wie selten zuvor gespielt hat, deshalb sollte dieser Erfolg unserer Mannschaft viel Vertrauen geben.“

„Wir können immer Spiele gewinnen“

Auch am Tag danach sprach der 55-Jährige noch einmal über die Partie: „Die Reise hat sich gelohnt. Die Mannschaft hat sich nicht in den Verwaltungsmodus zurückfallen lassen. Da hat sie nachgesetzt und das ist das, was die Mannschaft aus dem Spiel mitnehmen kann und muss. Es ist immer egal, wie der Spielstand ist – wir können immer Spiele gewinnen. Das muss jetzt 14 Mal genauso sein.“

Schwartz in Karlsruhe entlassen

Der nächste Gegner ist der Karlsruher SC. Die Badener entließen am Montag ihren Cheftrainer Alois Schwartz. Am Mittwoch geht es für den KSC zum 1. FC Saarbrücken im DFB-Pokal.

Liga erlaubt Pyro-Show

Am kommenden Sonnabend treffen beide Clubs im Volkspark aufeinander. Der HSV hat dazu eine Pyro-Show der legalen Art geplant. Die Stadt gab bereits zuvor ihr okay. Nach langem hin und her hat nun der Verband seine Bedenken ausgeräumt und zugestimmt. Mehr dazu morgen bei uns.

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