Spitzenspiel im Otto-Dechert-Stadion – Duell der sieglosen zwischen Azadi II und Viktoria

Holt Fortuna St. Jürgen den ersten Heimdreier?

Der SV Viktoria 08 gastiert beim SV Azadi Lübeck II. Beide Mannschaften wollen die Negativserie beenden. Foto: Lobeca/Niklas Runne
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Lübeck – In der Kreisliga Süd steht am Wochenende der neunte Spieltag an. Zwei Partien steigen bereits am Freitag, das Duell zwischen Schlutup und Kücknitz wurde ins nächste Jahr verlegt. So steigen am Sonntag fünf Partien, die dennoch einiges bieten. Es geht um einiges, denn so kommt es zu Duellen zwischen kriselnden Mannschaften, doch auch dem Spitzenspiel.

Fortuna St. Jürgen – SG Breitenfelde/Mölln (So., 13 Uhr)

Der SV Fortuna St. Jürgen nimmt am Sonntag den nächsten Anlauf, um den zweiten Saisonsieg einzufahren. Vier Punkte gab es gerade einmal in den ersten acht Spielen, sodass die bittere Realität derzeit der 15. Platz in der Tabelle ist. Zu Hause gab es noch keinen Dreier, dabei sollten die Leistungen oftmals nicht schlecht sein. Die Punkte blieben allerdings am Ende aus. Nach dem erlösenden 4:0-Sieg in Rethwisch folgten wieder zwei Niederlagen. Diese allerdings gegen Travemünde (0:1) und Eichholz II (2:5). In beiden Spielen stimmte die Leistung, was die Fortuna für das Spiel gegen die SG Breitenfelde/Mölln positiv stimmt. Nikolay Frech sagt vor diesem: „Am Sonntag treffen wir zu Hause auf die Spielgemeinschaft aus Breitenfelde und Mölln. Mit dem Sieg gegen Sandesneben am vergangenen Wochenende hat die Mannschaft ihre Qualität eindrucksvoll unter Beweis gestellt – wir sind also gewarnt. Gleichzeitig wollen wir unseren Heimvorteil nutzen. Wir stehen unter Zugzwang und brauchen die Punkte. Entsprechend werden wir alles daransetzen, die drei Punkte bei uns zu behalten.“

Die SG Breitenfelde/Mölln hat die zwischenzeitliche Krise von drei Niederlagen mittlerweile abgeschüttelt und zuletzt mit 5:2 gegen die SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg eine klare Leistungssteigerung geboten. Es war das, was sich Trainer Arne Riewe vorgestellt hat, doch nun soll es in der Fremde ebenfalls Punkte geben. Auswärts steht erst ein Punkt auf dem Konto, sodass die Ausbeute nicht nach dem Geschmack der SG ist. Einzig in Rethwisch wurde nicht verloren, sonst gab es drei Niederlagen auf fremdem Platz. Nun wird der erste Dreier angepeilt und dazu sagt Coach Riewe: „Wir müssen Sonntag nachlegen und den Sieg gegen Wentorf quasi bestätigen. Euphorie wird mit nach Lübeck genommen und dann heisst es feuer frei. Personell läuft, Stimmung Läuft, auf gehts.“ Vergangene Saison gab es zwei Heimsiege. In der Hinrunde feierten die Lauenburger einen 2:0-Sieg. In Lübeck sollte St. Jürgen durch zwei Tore in der Nachspielzeit mit 4:3 gewinnen.

TSV Zarpen – Eichholzer SV II (So., 13.30 Uhr)

Es ist das Topspiel am kommenden Wochenende. Der TSV Zarpen, die letzte ungeschlagene Mannschaft der Liga und Tabellenführer, empfängt den Eichholzer SV II. Es ist ein Duell, das eine Menge verspricht. Erster gegen Zweiter heißt es im Otto-Dechert-Stadion, wo der TSV seit 4. Mai 2025 nicht mehr verloren hat. Ausgerechnet der kommende Gegner feierte letztmals einen Dreier in Nordstormarn. Ansonsten gelang es keiner Mannschaft seitdem, in Zarpen zu punkten. Nun wartet auf den Tabellenführer eine ganz harte Aufgabe, doch davon gab es in dieser Saison bereits einige. Mit Travemünde und Siebenbäumen sowie Kücknitz, Schlutup und Lübeck 1876 hat der Aufsteiger bereits einige Duelle gegen Spitzenteams hinter sich. Keine dieser Teams schaffte es, den Meister der A-Klasse zu schlagen. Bis auf Kücknitz und Schlutup verloren auch alle diese Teams, sodass es bei Weitem nicht nur Glück ist, das man beim TSV Zarpen hat ist.

Nun vor dem Spitzenspiel gegen den Top-Favoriten der Liga sagte Trainer Tobias Clasen: „Gegen Travemünde waren es 15-20 sehr starke, spielbestimmende Minuten, dann 15-20 eher passivere, dennoch defensiv gute Minuten und eine dann wieder starke zweite Halbzeit, daran heißt es anknüpfen und versuchen, die Konzentration über 90+ Minuten oben zu halten. Mutig unser Spiel zu spielen und auf unsere Stärken zu vertrauen. Im Großen und Ganzen war das Spiel gegen Travemünde sehr stark. Noch so eine Leistung und auch der Eichholzer SV II wird seine Probleme mit uns bekommen können. Die Favoritenrolle liegt dennoch weiterhin klar auf Seiten der Eichholzer, wir erwarten eine clevere, robuste, erfahrene, fußballerisch überzeugende Mannschaft im Otto-Dechert-Stadion, es wird für die Zuschauer mit Sicherheit ein attraktives Spiel werden. Personell sieht es ähnlich aus wie vergangene Woche in Travemünde mit Bennett Böttger (Impingement in der Hüfte), Marcel Schinck (Rehabilitation nach Schulterluxation) und Maxi Müller (Arbeit) fehlen uns drei wichtige Akteure gerade wieder im defensiven Bereich. Alex Stein, Michael Tietz, Arnold Becker und Lucas Pohl sind dafür wieder dabei, sodass unser Kader gut und breit aufgestellt ist und wir sichtlich wöchentlich eine konkurrenzfähige Mannschaft aufstellen können. Wir freuen uns auf ein schönes Spiel und werden alles tun, die 3 Punkte gegen einen der größten Favoriten der Liga in Zarpen zu behalten.“

Für den Eichholzer SV II geht es um die Eroberung der Tabellenspitze. Mit 17 von 24 Punkten stehen die Lübecker einen Punkt hinter dem kommenden Gegner auf Platz Zwei. Nur ein Spiel wurde verloren, zweimal Remis gespielt, ansonsten gab es fünf Siege. Die Lübecker sind gut in die Saison gestartet und haben das schwierige Anfangsprogramm gemeistert. Nun gilt es zum Auftakt der „Aufsteiger-Wochen“, denn nach Zarpen folgen die anderen beiden Aufsteiger, weiter fleißig zu punkten und sich oben festzusetzen. Man ist das Team, das letztmals ein Auswärtsspiel im Otto-Dechert-Stadion gewann und dies soll nun über ein Jahr später wiederholt werden. ESV-Coach Stephan Lindhoff sagt: „Sonntag sind wir beim Tabellenführer TSV Zarpen zu Gast. Wir erwarten ein Spiel auf Augenhöhe, wo die Tagesform entscheidend sein wird. Der TSV präsentiert sich als eingeschworene Einheit, die aber auch über viele gute Fußballer verfügt. Wir müssen uns definitiv steigern, um dort zu punkten. Wir freuen uns auf das Spiel und werden gut vorbereitet nach Zarpen fahren. Personell müssen wir schauen, wer uns zur Verfügung stehen wird. Aktuell haben wir einige kranke sowie verletzte Spieler. Es bleibt das Abschlusstraining am Freitag abzuwarten.“

SV Grün-Weiß Siebenbäumen – Lübeck 1876 (So., 14 Uhr)

Es war ein kurzer Arbeitstag zuletzt für den SV Grün-Weiß Siebenbäumen. Das Heimspiel gegen den ATSV Stockelsdorf endete bereits zur Halbzeit beim Stand von 5:0, da der Gegner keine sieben einsatzbereiten Spieler mehr zur Verfügung hatte. So fand ein ohnehin merkwürdiges Spiel für den Verbandsligaabsteiger ein vorzeitiges Ende. So wurde von Beginn an in Überzahl gegen zehn Gäste gespielt. Das Spiel wird mit hoher Wahrscheinlichkeit am grünen Tisch für die Lauenburger mit 5:0 gewertet, doch der Blick geht nun auf eine schwierige Aufgabe am Sonntag. Zu Gast ist Lübeck 1876, das einen starken Saisonstart hingelegt hat. Dort wartet auf die Mannschaft von Marco Urban also ein defensivstarker Gegner, der erst 14 Gegentore kassierte. Siebenbäumen bekam sieben, sodass zwei defensivstarke Mannschaften aufeinandertreffen. Nach machbarem Anfangsprogramm wird dies allerdings ein echter Härtetest.

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Für Lübeck 1876 gilt es nach der Niederlage zuletzt gegen den TSV Schlutup, trotz 2:0-Führung, wieder dreifach zu punkten. Es gilt, sich oben weiter festzusetzen und den kommenden Gegner hinter sich zu lassen. Mit 15 Zählern aus acht Spielen belegen die Lübecker derzeit Platz Vier, womit vor der Saison wenige gerechnet haben. Die stabile Defensive, die bereits viermal zu Null spielte, soll nun erneut die gegnerische Offensive zum Verzweifeln bringen. Vorne sollen die Stärken wieder zu Toren führen. Zuletzt waren es Standards, über die man zum Erfolg kam. Dabei war Daniel Möllner mit drei Toren aus zwei Spielen der Faktor. Andreas Beyer, Trainer der Lübecker, sagt vor dem Spiel auf der Hufe: „Am Wochenende steht das Auswärtsspiel bei einem der Top-Favoriten um den Ausfstieg in Siebenbäumen an. Eine schwierige Aufgabe der wir uns aber stellen werden auch wenn die Ausfallliste seit dem letzten Wochenende leider noch länger geworden ist! Unsere Jungs haben bereits bewiesen das sie als Team funktionieren und werden sich der Herausforderung stellen.“

Krummesser SV – TSV Travemünde (So., 14 Uhr)

Der Aufsteiger Krummesser SV tut sich in der Kreisliga noch sehr schwer. Nach einem Sieg zum Auftakt zeigte der Trend steil nach unten. Es gab sechs Niederlagen, bei nun schon 32 Gegentoren. 26 Gegentreffer aus den vergangenen vier Spielen sprechen eine klare Sprache und zeigen ganz klar auf, dass die Lauenburger dringend mehr Stabilität benötigen. Derzeit ist der Aufsteiger nicht kreisligatauglich, sodass die Rote Laterne hochgehalten wird. Damit nicht genug, stehen nun richtig harte Wochen an. Das Programm hat es absolut in sich. Zunächst kommt Travemünde, anschließend geht es nach Eichholz, bevor Breitenfelde kommt und man nach Wentorf reist. Vier Teams, die in der oberen Tabellenhälfte beheimatet sind beziehungsweise dort mit hoher Wahrscheinlichkeit landen werden, warten nun. Gegen Travemünde braucht es eine klare Steigerung, sonst droht ein weiterer ganz bitterer Nachmittag.

Für den TSV Travemünde gilt es schnell wieder in die Spur zu kommen. Die vergangenen drei Pflichtspiele waren nicht nach dem Geschmack von Trainer Christian Jetz. So gab es gegen Fortuna St. Jürgen einen hart erarbeiteten 1:0-Sieg, wo die Chancenverwertung wieder einmal Fragen aufwarf. Gegen Zarpen gab es die erste Heimniederlage in der Liga, bevor nun das Pokalaus nach einem 1:8 gegen den Türkischen SV folgte. Es waren vor allem die vergangenen beiden Spiele, die nun schnell wieder abgeschüttelt werden müssen. Mit Krummesse wartet das Tabellenschlusslicht. Dieses darf keineswegs unterschätzt werden, doch haushoher Favorit sind die Monte-Kicker dennoch. Trainer Jetz sagt: „Wir wollen die Heimniederlage gegen Zarpen abhaken und mit neuer Energie in Krummesse durchstarten. Für uns ist es ein recht unbekannter Gegner, den wir keineswegs unterschätzen werden.“

SV Azadi Lübeck II – SV Viktoria 08 (So., 15.15 Uhr)

Der SV Azadi Lübeck II möchte am Wochenende zurück in die Spur finden. Zuletzt gab es vier Niederlagen in Serie und den Absturz auf einen zweistelligen Tabellenplatz. Es ist nicht das, was man sich vorgestellt hat in dieser Saison. Der Rückstand aufs obere Drittel, wo man gerne hinwollte, ist schon jetzt groß und dennoch nicht unerreichbar. Die Wende muss einfach her und dazu braucht es nun am Sonntag drei Punkte. Dort gilt es, offensiv wieder mehr Durchschlagskraft zu erzeugen und Chancen zu kreieren sowie hinten stabiler zu stehen. Gelingt dies, dann könnte die Niederlagenserie ein Ende finden. Gegner Viktoria protzt ebenfalls nicht vor Selbstvertrauen.

Für den SV Viktoria 08 gilt es am Sonntag endlich mal wieder zu punkten. Auf den überraschenden Heimsieg gegen Top-Favorit Eichholz II folgten fünf sieglose Spiele. Zwei Punkte gab es nur noch dazu, sodass es insgesamt fünf Zähler sind, die auf dem Konto der Mannen von der Falkenwiese stehen. Dies sind zu wenige, sodass man auf Rang 14 steht. Die Personalsituation sieht zu schlecht aus, sodass die Ausfälle nicht zu kompensieren sind. Mit Azadi II wartet nun ein Gegner, den man zuletzt zweimal bezwingen wollte. Sowohl ein Testspiel im Sommer als auch in der vergangenen Rückrunde kam der Sieger von der Falkenwiese. Vor dem kommenden Duell sagt Trainer Timur Akgün: „In dieser Woche können wir wieder einmal nur nach Anzahl der Spieler aufstellen, es ist zum Verzweifeln. Dennoch ist man gespannt und kann es nicht erwarten zu spielen, da es letztlich um den Sport geht. Wir werden gegen Azadi alles geben müssen, um nicht unterzugehen.“

Der 9. Spieltag im Überblick

ATSV Stockelsdorf – SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg (Fr., 19 Uhr)
Ratzeburger SV II – VfL Rethwisch (19.30 Uhr)
Fortuna St. Jürgen – SG Breitenfelde/Mölln (So., 13 Uhr)
TSV Zarpen – Eichholzer SV II (13.30 Uhr)
Grün-Weiß Siebenbäumen – Lübeck 1876 (14 Uhr)
Krummesser SV – TSV Travemünde
SV Azadi Lübeck II – SV Viktoria 08 (15.15 Uhr)

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