Sportstadt Lübeck sieht kein Derby zwischen Phönix und VfB auf dem Buniamshof – was nun?

„Adlerträger“ sehen sich bei Umzug zur Lohmühle benachteiligt

Frank Salomon (1. FC Phönix Lübeck). Foto: sr

Lübeck – Fast 6.000 Fans sahen im vergangenen Oktober ein Stadtderby zwischen VfB und Phönix in der Regionalliga auf der Lohmühle. Ein Fußballfest, das friedlich auf und um den Platz herum mit einem 2:2-Unentschieden endete. Die Stadtmeisterschaft wurde auf den 12. Februar 2022 vertagt, denn dann wollte der 1. FC Phönix die Grün-Weißen in ihrem „Heimstadion“ Buniamshof empfangen. Die Vorfreude ist bei beiden Clubs groß, denn es geht nicht nur um die Krone der Hansestadt, sondern für beide um wichtige Punkte. Der VfB Lübeck will noch den Zug in die Meisterrunde erreichen und die „Adlerträger“ könnten mit einem Sieg den Nachbarn in die Abstiegsrunde hinunterziehen. Doch die „Sportstadt Lübeck“ hat Bedenken, scheint die Begegnung auf keinen Fall auf dem „Buni“ austragen lassen zu wollen.

5.877 Fans kamen zum Hinspiel zwischen VfB Lübeck und 1. FC Phönix zur Lohmühle. Foto: Lobeca/Andreas Knothe

Stadt hat Angst vor großen Menschenmengen am „Buni“

In einem Schreiben an den 1. FC Phönix Lübeck zählt der zuständige Mitarbeiter der Stadt für den Bereich Schule und Sport diverse Gründe auf, das Spiel zur Lohmühle zu verlegen. Darunter zählen beispielsweise die geringere Kapazität von maximal 2.300 Zuschauern, die unter den aktuellen Corona-Bedingungen nur noch 1.150 beträgt. Auch ist das Stadion von außen sehr viel besser einsehbar und man befürchtet „größere Fanansammlungen“. „Diese zu verhindern, dürfte bei dem weitläufigen Außengelände kaum möglich sein, inklusive der dortigen Verhinderung von eventuellen Verstößen gegen Corona-Bestimmungen oder unkontrollierten Pyroaktionen“, heißt es in dem Schreiben, das HL-SPORTS vorliegt. Und weiter: „Eine Austragung des Spiels im Stadion Lohmühle erscheint somit alternativlos.“ Im Klartext: Spielorttausch Lohmühle!

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Cemal Sezer erzielte das 1:0 für den VfB Lübeck gegen Phönix-Torwart Kevin Tittel. Foto: Lobeca/Michael Raasch

Salomon: „Wir haben nicht zu verschenken, schon gar keinen Heimvorteil“

Am „Adlerhorst“ ist man enttäuscht. Sportdirektor Frank Salomon gab auf Nachfrage zu den Ideen der Stadtverwaltung klar zu verstehen: „Wir wollen erstmal in aller Deutlichkeit betonen, dass wir den VfB nicht ärgern wollen. Für uns geht es um den sportlich fairen Aspekt und hier sehen wir einen klaren Nachteil für uns als Verein, der in der gleichen Liga spielt und die Punkte genauso braucht. Ein Heimvorteil wäre für uns auf der Lohmühle nicht gegeben.“ Er kann nicht nachvollziehen, dass ein Spiel abgesagt würde, nur weil es ausverkauft sei und draußen noch Zuschauer hineinwollen. „Man kann das Thema Fanaufkommen ganz leicht in den Griff bekommen, indem man die Tickets im Vorverkauf abgibt und wenn das Spiel ausverkauft ist, dann ist es ausverkauft. Die Angst zu haben, dass dann trotzdem so viele Leute kommen und irgendwo durch den Zaun gucken wollen, dürfte ja so ein Spiel nicht verhindern.“ Salomon unterstreicht: „Es scheint einzementiert zu sein, dass der VfB unangefochten in Lübeck regiert. Das sehen wir natürlich nicht so. Nochmal: Wir spielen in der gleichen Liga und wir haben nichts zu verschenken und schon gar keinen Heimvorteil. Sollte der VfB in die Abstiegsrunde rutschen, brauchen wir die Punkte genauso. Die Aufgabe in einem Spiel auf des Gegners Platz wäre eine klare Benachteiligung und das finde ich unsportlich.“

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Über 1.000 Gästefans haben im Stadion Buniamshof nach dem Umbau Platz. Foto: Arno Reimann

Umzug nach Kiel oder Hamburg?

Dazu kommen noch die wirtschaftlichen Aspekte, denn ein Umzug zur Lohmühle würde vermutlich weitaus teurer sein als die Stadionmiete für den Buniamshof. Für den Phönix-Sportdirektor geht es allerdings um den sportlichen Aspekt. Er hat natürlich Verständnis, dass „Sicherheitsaspekte eine Rolle spielen“, verweist dabei allerdings darauf, dass das „Hinspiel ein friedliches Fußballfest war“. Sein Plan ist: „Ich möchte mir die Sicherheitsbedenken noch einmal erklären lassen und dann kommen wir zu einem Punkt, wo uns niemand die Lohmühle vorschreiben kann. Für die sogenannte Sportstadt Lübeck wäre das vielleicht ein schwaches Aushängeschild.“ Alternativen müssen möglicherweise her. Dazu sagt Salomon: „Wir haben lange auf die Antwort unserer Anfrage vom 29. November gewartet. Die Zeit läuft uns weg, denn wir müssen uns darum kümmern. In fünf Wochen soll das Spiel sein. Wir müssen dann klären, ob uns Kiel, Hamburg oder vielleicht Eichede ein Stadion mit den Sicherheitsaspekten zur Verfügung stellt. Das sind eine Menge Fragezeichen.“

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