Stadt-Duell mit Hamburger Luft: Zu Gast beim FC St. Pauli – „Dieses Mal ist es eine andere HSV-Mannschaft“

113. Derby steigt am Freitag am Millerntor

Miro Muheim und Nicolai Remberg (Hamburger SV) brennen auf Revanche gegen Danel Sinani (FC St. Pauli), Foto: Lobeca/Henning Rohlfs

Hamburg – Es ist angerichtet für einen besonderen Freitagabend: Am 19. Spieltag der Bundesliga kommt es zum Hamburger Stadt-Derby zwischen dem FC St. Pauli und dem Hamburger SV. Die Partie am Millerntor ist das einzige Stadt-Duell der Saison 2025/2026 und steht entsprechend stark im Fokus – sportlich wie emotional. Anpfiff ist um 20.30 Uhr.

Deutliche Derby-Bilanz für den HSV

Zum insgesamt 113. Mal treffen beide Clubs in einem Pflichtspiel aufeinander. Die historische Bilanz spricht klar für den HSV: 70 Siege, 17 Unentschieden und 25 Niederlagen stehen aus Sicht der Rothosen zu Buche. In der Bundesliga gab es das Derby bislang 17-mal. Achtmal gewann der HSV, der FC St. Pauli entschied drei Duelle für sich, sechsmal endete die Partie remis. Das Torverhältnis in der Bundesliga: 29:16 für den HSV.

Standards sicher, Offensive ausbaufähig

Ein Treffer nach einer Ecke wäre statistisch eine Überraschung. Der HSV ist gemeinsam mit dem VfL Wolfsburg in dieser Saison noch ohne Gegentor nach Eckbällen, St. Pauli kassierte bislang lediglich eines (ligaweit Rang 3). Offensiv hingegen tun sich beide Hamburger Clubs schwer. Der HSV kommt auf 17 Saisontore (Rang 16), St. Pauli auf 16 Treffer und stellt damit die schwächste Offensive der Liga. Auffällig: Während die Kiezkicker ligaweit die wenigsten Torschüsse (183) abgaben, liegt die Rothosen mit 224 Abschlüssen auf Rang sechs.

Konterstärke gegen Heim- und Auswärtsschwäche

Ein klares HSV-Plus liegt im Umschaltspiel: Fünf Tore erzielten die Rothosen nach Kontern, nur Bayern München war hier erfolgreicher. Die Braun-Weißen hingegen trafen erst einmal nach einem Gegenangriff. Zudem treffen zwei Negativserien aufeinander: St. Pauli holte zu Hause erst sieben Punkte, der HSV ist als einziges Team der Liga noch ohne Auswärtssieg. Ironie des Spielplans: Der erste Auswärtsdreier könnte ausgerechnet in der eigenen Stadt gelingen. Es wäre die Revanche des Aufsteigers für die 0:2-Hinspielpleite. Die Sterne stehen am Freitag möglicherweise für die Gäste gut, sie stehen in der Tabelle vor den Hausherren.

Erfahrung auf beiden Seiten

Der HSV bringt einige Akteure mit internationaler Derby-Erfahrung mit, darunter Nicolas Capaldo, Sambi Lokonga, Fabio Vieira und Giorgi Gocholeishvili. Bakery Jatta und Daniel Heuer Fernandes stehen mit je acht Stadtderbys an der Spitze des aktuellen HSV-Kaders, Robert Glatzel traf in diesem Duell dreimal in sechs Spielen. Bei St. Pauli gelten Nikola Vasilj (sieben Derbys) und Eric Smith (sechs) als die erfahrensten Akteure.

Polzin: „Wir wollen nicht reden, sondern liefern“

HSV-Trainer Merlin Polzin stellte auf der Pressekonferenz vor allem die Herangehensweise in den Vordergrund. Zur Personallage sagte er: „Wir können es relativ kurz und kompakt machen: Yussuf Poulsen fällt bekanntlich weiterhin aus, und befindet sich noch in seinem Reha-Prozess. Ansonsten steht Gui Ramos nicht zur Verfügung, da er sich in Gesprächen um seine sportliche Zukunft befindet (HL-SPORTS berichtete). Alle anderen Spieler sollten einsatzbereit sein.“

Zur Bedeutung des Spiels erklärte Polzin: „Für uns wird es darum gehen, die Emotionen so zu nutzen, dass sie uns beflügeln und helfen. Gleichzeitig brauchen wir einen klaren Kopf und dürfen uns nicht von Dingen leiten lassen, die wir nicht beeinflussen können.“ Mit Blick auf die Entwicklung seines Teams betonte der HSV-Coach: „Dieses Mal ist es eine andere HSV-Mannschaft.“

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Verkleinertes Millerntor

Für die Hansestadt wird es das Spiel des Jahres. Rund 3.000 Anhänger des Hamburger SV stehen knapp 27.000 Braun-Weißen gegenüber. Neben dem Gästeblock wurde eine Pufferzone eingerichtet, so dass die Kapazität des Stadions etwas weniger ist. Die HSV-Fans werden einen Derby-Marsch veranstalten, der Gegner ebenso.

Der 19. Spieltag (23.-25.1.2025)

St. Pauli – Hamburg (Fr., 20.30 Uhr)
München – Augsburg (Sa., 15.30 Uhr)
Leverkusen – Bremen
Frankfurt – Hoffenheim
Mainz – Wolfsburg
Heidenheim – Leipzig
Berlin – Dortmund (18.30 Uhr)
Mönchengladbach – Stuttgart (So., 15.30 Uhr)
Freiburg – Köln (17.30 Uhr)

Die Tabelle

1.FC Bayern München1871 : 1450
2.Borussia Dortmund1835 : 1739
3.TSG Hoffenheim1735 : 2133
4.VfB Stuttgart1833 : 2633
5.RB Leipzig1733 : 2432
6.Bayer 04 Leverkusen1734 : 2529
7.Eintracht Frankfurt1838 : 3927
8.Sport-Club Freiburg1829 : 3124
9.1. FC Union Berlin1824 : 2724
10.1. FC Köln1827 : 3020
11.Bor. Mönchengladbach1823 : 2920
12.VfL Wolfsburg1827 : 3819
13.SV Werder Bremen1721 : 3418
14.Hamburger SV1717 : 2717
15.FC Augsburg1820 : 3516
16.1. FC Heidenheim1817 : 3913
17.1. FSV Mainz 051818 : 3112
18.FC St. Pauli1716 : 3112

Schafft der SV Todesfelde den Durchmarsch in die 2. Liga?

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Bildquellen

  • Muheim: Lobeca/Henning Rohlfs
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