
Lübeck – Geht es nach den Mitgliedern, Fans und Sponsoren ist die Zukunft des VfB Lübeck mit Dr. Dieter Gudel klar. Der 50-Jährige soll bleiben. Auch eine Umfrage bei HL-SPORTS vom Pfingstsonntag zeigt ein klares Bild. 70 Prozent (von fast 700 Teilnehmern) wollen, dass der Vorstandsvorsitzender auf der Lohmühle weitermacht.
Ob dieser Wunsch ihnen erfüllt wird, ist offiziell noch nicht raus. Doch hinter verschlossenen Türen scheint die Entscheidung längst gefallen zu sein. Nach zwei Jahren ist für Gudel vermutlich Schluss. Spätestens rund um das kommende Wochenende will der Aufsichtsrat seine Entscheidung bekanntgeben. Wie das im Umfeld der Lohmühle diese Nachricht aufnehmen würde, ist derzeit noch nicht abzuschätzen. Zuletzt äußerten vor allem Sponsoren Kritik an der Informationspolitik (HL-SPORTS berichtete).
Zwei Vorstände bleiben
Völlig unklar ist allerdings aktuell, wie es danach weitergehen würde. Der Regionalligist steht wieder einmal vor einem Neuanfang – mit neuen Leuten an der Vereinsspitze? Fest steht aber jetzt schon, dass Tobias Redlich (Vorstand Breitensport) und Sebastian Rath (Vorstand Finanzen) definitiv bleiben. Ein dritter Vorstand, der von Amtswegen für die Geschäfte des Clubs notwendig ist, müsste her, sollte Gudel gehen.
Das Namenkarussell hat bereits begonnen, denn zudem benötigt der VfB Lübeck für die neue “Fußball-Spielbetriebs GmbH“ zwei Geschäftsführer. Diese werden vom Vorstand ernannt. Einen Gudel 2.0 wird es dann wohl nicht geben und so ist auch die neue Ausrichtung für die Grün-Weißen nicht bekannt. Was wird aus der “Vision 2030“ (HL-SPORTS berichtete)?
Ex-Audi-Manager mit erstem Erfolg in der Hansestadt
Möglich, dass das Kontrollgremium auf einen Sieger setzt. Dieter Skalweit holte im vergangenen Jahr in der Altersklasse Herren 60 bei der Lübecker Tennis-Stadtmeisterschaft den Titel. Der ehemalige Audi-Manager soll bereits länger als Berater des VfB-Aufsichtsrat agieren. Beim Autobauer war er eine Führungskraft (Head of Group Finance / Accounting). In dieser Funktion war Skalweit bei der AUDI Immobilien Verwaltung GmbH als Geschäftsführer tätig, was ihn unternehmerisch mit der FC Ingolstadt 04 Stadionbetreiber GmbH verknüpfte. Die Verbindung zum Fußball wäre also gegeben.
Dassendorf-Connection beim VfB?
Zwei weitere bekannte Gesichter sind Maximilian Ahlschwede sowie Martin Harnik.
Beide verbindet die TuS Dassendorf, wo sie gemeinsam spielten. Der Verteidiger kickte in der Jugend beim VfB Lübeck, ehe er zum VfL Wolfsburg wechselte. Als Profi kam der gebürtige Bad Oldesloer auf 233 Begegnungen in der 3. Liga, die meisten davon absolvierte der 36-Jährige für den F.C. Hansa Rostock. Bei den Grün-Weißen war Ahlschwede bereits Kaderplaner und Scout.
Harnik wurde bereits 2020 mit der Lohmühle in Verbindung gebracht, dementierte allerdings damals, da er noch bei Werder Bremen unter Vertrag stand und seine Profi-Kariere beenden wollte. Der damalige Lübecker Sportdirektor Rocco Leeser bestätigte Gespräche. Kurz danach wechselte der Stürmer nach Dassendorf, wo er auch wohnt. Der 38-Jähirge kommt aus der Region.
Ein Ex-Storch auf der Lohmühle?
Ein weiterer Kandidat könnte Carsten Wehlmann sein. Der frühere Torwart des FC St. Pauli und von Hannover 96 war zuletzt bei Holstein Kiel als Geschäftsführer Sport sowie Vize-Präsident tätig. Dort wurde er im April des vergangenen Jahres freigestellt. Auch Wehlmann hat eine Vergangenheit auf der Lohmühle, stand zwischen 2003 und 2007 im Kasten der Grün-Weißen.
Hut von Dennis Kruppke ebenfalls im Ring
Und dann gibt es noch eine Reihe anderer Namen, die im Fußballgeschäft tätig sind oder waren. Unter anderem Dennis Kruppe. Der 46-Jährige spielte früher in der Jugend des FC Dornbreite und wechselte von dort aus zum VfB, den er 2003 Richtung SC Freiburg verließ und von dort wieder in die Hansestadt verliehen wurde. Aktuell ist der gebürtige Münsteraner Sportkoordinator bei Eintracht Braunschweig. Die Kandidatenliste beim VfB Lübeck ist lang. Spätestens zur Ausgliederung sollten den Mitgliedern reiner Wein eingeschenkt werden. Der Aufsichtsrat blieb bisher allerdings cool und scheint einen klaren Plan zu verfolgen.
Montag, 15. Juni: Stichtag für den VfB Lübeck
Zu dieser außerordentlichen Mitgliederversammlung lud der Vorstand nun ordnungsgemäß am gestrigen Mittwoch ein. Der Termin ist der 15. Juni 2026 um 19.19 Uhr bei JUNIPER Event (Herrenholz 12, 23556 Lübeck). Es gibt lediglich zwei entscheidende Punkte, die den Mitgliedern vom Vorstand vorgelegt werden. „Antrag des Vorstandes und Aufsichtsrates zur Ausgliederung des Spielbetriebs der 1. Herrenmannschaft des VfB Lübeck von 1919 e.V. zum 01.07.2026 auf die VfB Lübeck Fußballspielbetrieb GmbH“ und „Antrag des Vorstandes und Aufsichtsrates zur Änderung der Satzung des VfB Lübeck von 1919 e.V.“. Für beide Anträge reicht jeweils eine einfache Mehrheit aus. Eine Frage bleibt: Wer macht’s?
Bildquellen
- Gudel: Lobeca
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