Im Nachholspiel gewann der TSV Schlutup gegen den VfL Rethwisch. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Lübeck – Die Kreisliga Südost bot am Dienstag- und Mittwochabend jeweils ein Nachholspiel. Dabei gab es eine Menge Tore und zwei Auswärtssiege. Während es im Duell zwischen Lübeck 1876 und dem ATSV Stockelsdorf tabellarisch nicht mehr um viel ging, sollte der TSV Schlutup mit einem Auswärtssieg gegen den VfL Rethwisch den Rückstand auf Platz zwei verkleinern. Zudem geht der Blick auf die beiden Freitagsspiele des 29. Spieltags, der bereits vor der Tür steht.

Lübeck 1876 – ATSV Stockelsdorf 2:4 (1:1)

Im Duell am Dienstagabend zwischen Lübeck 1876 und dem ATSV Stockelsdorf ging es um die berühmte „Goldene Ananas“. Nachdem der ATSV Stockelsdorf am Sonnabend mit einem 9:2-Sieg den Klassenerhalt gegen den TSV Gudow sicherte, sollte es für beide Mannschaften weder nach oben noch nach unten große Ambitionen geben: Die Saison soll schnell ein Ende finden, denn insgesamt sind wohl beide Mannschaften mit ihrer Ausbeute über die vergangenen Monate nicht zufrieden. Sowohl Lübeck 1876 als auch Stockelsdorf galten vor der Saison als Kandidaten für die oberen Tabellenplätze, doch die Realität sah ganz anders aus. Während 1876 sich im Tabellenmittelfeld wiedergefunden hat, musste der ATSV bis in die Schlussphase der Saison zittern. Beide holten aus ihrer hohen Qualität zu wenig heraus, was allerdings unterschiedliche Gründe hatte. Die Mannschaft von Uwe Buchholz musste immer wieder Ausfälle von wichtigen Spielern kompensieren. Dies war einfach nicht möglich, sodass man zu selten Konstanz in die Ergebnisse bekam. Beim Team von Jan Mehlfeld war es eine katastrophale Defensive, die dafür sorgte, dass allein nach dem Winter zahlreiche Führungen leichtfertig aus der Hand gegeben wurden. Insgesamt war die Defensive oft nicht stabil genug.

Benthien antwortet Seeger

Im Duell am Dienstagabend wollte Lübeck 1876 auf dem heimischen Platz nach vier sieglosen Spielen wieder einen Sieg einfahren. Drei Niederlagen, darunter zwei echte Klatschen, sowie am Wochenende ein später Punktgewinn gegen Fortuna St. Jürgen waren die Ergebnisse aus den Vorwochen. Die Saison sollte somit mit einem positiven Gefühl beendet werden. Stockelsdorf wollte nach dem 9:2-Sieg nochmal nachlegen und zumindest den VfL Rethwisch noch hinter sich lassen. Personell standen auf beiden Seiten einige neue Spieler in der ersten Elf, die zurückkehrten. Dennoch war bei 1876 die Bank hochkarätig besetzt. Bereits nach wenigen Minuten musste man auch schon wechseln, denn für Joshua Romeiks kam Jonas Jacobsen. Der erste Treffer fiel vier Minuten später, denn Tim-Niklas Seeger (10.) brachte Stockelsdorf in Führung. Diese hielt allerdings nicht lange, denn Justin Benthien (16.) glich aus. Kurz danach ging es für Marvin Kuppert nicht weiter, sodass Kevin Uwe Son kam. Noch vor dem Pausentee gab es dann auch schon den dritten Wechsel, denn für Norman Bierle, der in die Startelf zurückkehrte, war ebenfalls vorzeitig Schluss. Mohammed Sadiq kam. Zwei Tore und drei Wechsel standen somit nach 45 Minuten bereits im Spielbericht.

Lübeck 1876 geht in Führung

Zur zweiten Hälfte brachte Jan Mehlfeld mit Ivan Dervejanko einen neuen Stürmer, der am Sonnabend dreifach traf. Dieser sollte mehr Impulse setzen, doch der Treffer fiel zunächst auf der anderen Seite. Cihan Kilic (51.) sorgte für die erneute Heimführung, die bis in die letzten 20 Minuten hielt. Dann spielte sich der Gast allerdings nochmal in einen Rausch und drehte die Partie. Seeger (70.) glich mit seinem zweiten Treffer aus und Tobias Schöning (77.) traf zum 3:2. Ivan Dervejanko (84.) erhöhte und machte somit den zweiten Sieg des ATSV Stockelsdorf in Folge perfekt. Der Cheftrainer fasste das Spiel folgendermaßen zusammen: „Erste Hälfte war Lübeck 1876 etwas besser, aber am Ende ist der Sieg aufgrund der Endphase der zweiten Hälfte verdient. Eine gute Leistung und Reaktion nach dem 2:1-Rückstand. Den positiven Schwung nehmen wir jetzt mit in den Saisonendspurt.“ Lübeck 1876 bleibt weiterhin außer Form und gastiert nun am Sonntag beim in 2026 ungeschlagenen TSV Pansdorf II.

VfL Rethwisch – TSV Schlutup 2:5 (0:2)

Beim VfL Rethwisch wird man froh sein, wenn die Saison in etwas mehr als einer Woche beendet ist. Die Rückrunde lief alles andere als positiv für die Mannschaft von Malte Gerich, der im Winter das Traineramt von Walter Thielenhaus übernahm. Zehn Niederlagen aus 13 Spielen in der Rückrunde ließen den VfL nochmal minimal zittern. Der Klassenerhalt wurde dennoch eingefahren, allerdings sprach der aktuelle Trend nicht wirklich für Rethwisch. Nun traf man am Mittwochabend im Nachholspiel auf den TSV Schlutup, der vor dem Spiel noch minimale Hoffnungen auf den Aufstieg hatte. Ein Sieg war Pflicht, denn ansonsten wäre die Vizemeisterschaft endgültig vom Tisch und der Aufstiegstraum geplatzt, wobei die Chancen auch mit einem Dreier im Nachholspiel sehr minimal wären. Im Hinspiel gewann Schlutup mit 6:0 gegen die Stormarner, doch Christian Clasen warnte davor, dass man den Gegner nicht unterschätzen dürfe. Eine katastrophale erste Hälfte des VfL führte zu dieser deutlichen Pleite, denn nach der Pause fiel kein weiteres Tor.

Schlutup legt vor

Personell gab es in der ersten Elf des TSV zwei große Überraschungen. Mit Alexander Lage und Mert Büyükdemir saßen die beiden besten Torschützen zunächst nur auf der Bank. Lage blieb bereits am vergangenen Sonntag zunächst draußen, doch glänzte mit einem Doppelpack im Derby beim TSV Kücknitz nach seiner Einwechslung. Es sollte also spannend werden, wie der Tabellendritte offensiv auftreten würde. Zweimal startete man holprig und kassierte ein frühes Gegentor, doch diesmal legte man schwungvoll los. Daniel Pfaff und Jan Oliver Rathke näherten sich in den ersten Minuten an. Die beste Chance der Anfangsphase ging allerdings auf das Konto von Philipp Stellmacher, der am stark reagierenden Lukas Below scheiterte. Anschließend näherte sich auch der VfL Rethwisch mal an, doch zunächst verpasste Timo Schröder und anschließend retteten die Gäste nach einem Schuss von Christopher Willuhn kurz vor der Linie. Beide Mannschaften hatten also durchaus Chancen, in Führung zu gehen, doch der Treffer fiel für die Lübecker. Manuel Homfeld (16.) konnte völlig frei in der Mitte einschieben. Somit war Schlutup auf Kurs und drei Minuten später zappelte die Kugel erneut im Netz. Eyad Alshekhi traf, doch es lag eine Abseitsposition vor. Anschließend gab es weitere Abschlüsse, mehr von Seiten des Favoriten. Lasse Ohde (38.) traf aus der Distanz zum 2:0 und brachte seine Mannschaft ein großes Stück näher an den Sieg.

Vorentscheidung direkt nach dem Anschluss

In den letzten Minuten vor der Pause verbuchte allerdings der VfL nochmal die ein oder andere Torchance. Sowohl Gerrit Schubring als auch Benjamin Hieckmann zogen knapp am Kasten vorbei. So ging es mit einem 0:2 in die Halbzeit. Nach dieser wollten die Stormarner schnell zurück ins Spiel finden, doch der Gegner ließ sie nicht. Direkt kamen die Mannen vom Palinger Weg mit Schwung raus und verpassten knapp das dritte Tor. Homfeld traf nur den Pfosten. Nach einer Stunde war es dann ein Eigentor von Marcel Abt, das für das 3:0 sorgte. Die Partie war vorzeitig entschieden, auch wenn die Gastgeber unter der Leitung von Tobias Chylla zum Anschlusstreffer kamen. Schönwald trat den Freistoß, Willuhn legte ab und Marcel Abt (68.) traf. Der Abstand hatte allerdings nur zwei Minuten Bestand, denn Philip Stellmacher (70.) zog per Volley ab und traf zum 4:1. Anschließend ließ Schlutup mehrere gute Gelegenheiten liegen, doch die beste hatte Rethwisch durch Jonas Klaus. Im direkten Gegenzug kam ein langer Ball durch zu Alexander Lage (79.), der eiskalt traf. In den Schlussminuten gab es nochmal mehrere Annäherungen der Elf vom Buchrader Weg. Mit der letzten Aktion fiel dann noch der Treffer zum 2:5, als eine Schönwald-Ecke direkt bei Gerrit Schubring (90.) landete. Dennoch brannte für Schlutup nichts mehr an, sodass der Auswärtssieg perfekt war. Man sammelte die drei Punkte und verkleinerte den Abstand auf Pansdorf II nun auf fünf Punkte. Man hat den zweiten Platz nicht in der eigenen Hand und muss auf zwei Niederlagen der Pansdorfer hoffen. Gleichzeitig braucht es gegen Reinfeld/Kronsforde und Lübeck 1876 die Maximalausbeute.

Anzeige
AOK
Anzeige
Anzeige
Anzeige
AOK
Anzeige
VfB Lübeck

Ausblick auf den 29. Spieltag

SG Breitenfelde/Mölln – ATSV Stockelsdorf (Fr., 19.30 Uhr)

Nur drei Tage nach dem Nachholspiel bei Lübeck 1876 steht für den ATSV Stockelsdorf bereits die nächste Aufgabe an. Es geht in den Kreis Herzogtum Lauenburg, wo die SG Breitenfelde/Mölln wartet. Dort möchte der ATSV den dritten Sieg in Serie einfahren und die gute Form fortsetzen. Vor allem offensiv gilt es, an die jüngsten beiden Auftritte anzuknüpfen. Der Gegner ist allerdings eine ganz schwierige Aufgabe. Das Team von Arne Riewe ist ebenfalls offensivstark, was insgesamt 76 Tore zeigen. Dies ist eines mehr, als Stockelsdorf auf seinem Konto hat. Die aktuelle Form spricht allerdings eher für die Gäste, denn aus den vergangenen fünf Spielen holte man neun Punkte, während die SG nur zwei der vergangenen sechs Spiele gewann. Gleichzeitig verlor die Riewe-Elf auch nur zweimal, was zeigt, wie schwer sie zu schlagen ist. Die vielen Gegentore sind allerdings das Problem. Im Hinspiel gab es zwischen diesen beiden Mannschaften neun Treffer, denn Breitenfelde/Mölln gewann mit 6:2.

Eintracht Groß Grönau II – Fortuna St. Jürgen (Fr., 19.45)

Am Freitagabend steht ein Derby an. Der TSV Eintracht Groß Grönau II trifft auf den SV Fortuna St. Jürgen und anders als in vielen Spielen des 29. Spieltags geht es hier durchaus noch um einiges. Für die Mannschaft vom Torfmoor geht es nämlich noch um den Klassenerhalt. Die Hoffnung auf diesen ist nach dem Sieg am vergangenen Wochenende gegen den SV Viktoria 08 zurückgekehrt, als man den ersten Dreier nach der Winterpause holte. Für Cheftrainer Alexander Wollmer war es der erste Erfolg als Trainer der Eintracht. Nun soll der zweite folgen, doch die Aufgabe ist nicht einfach. Fortuna geht als Favorit ins Spiel, blieb zuletzt jedoch dreimal sieglos. Nur eines der vergangenen sechs Spiele entschied die Mannschaft von Andre Meese für sich. Personell sah es zuletzt schwierig aus, sodass Spieler auf fremden Positionen spielen mussten. Dennoch war man vergangenes Wochenende nicht weit vom Sieg entfernt, doch ein Gegentreffer in der Nachspielzeit verhinderte den Auswärtssieg. Nun soll es aber gelingen, die Aufgabe wird allerdings nicht einfach. Schon im Hinspiel mühte sich St. Jürgen, als es einen späten 3:2-Sieg gab. Auf Seiten der Zweitvertretung stand allerdings eine nahezu komplett andere Mannschaft.

Alexander Wollmer (Groß Grönau II): „Derby am Koggenweg: Mal gucken, was so geht. Wir brauchen jeden Punkt, egal wie, wo und mit wem. Feuer frei!“

Nikolay Frech (Fortuna): „Am Freitag treffen wir auf die Reserve aus Grönau. Grönau hat durch den Sieg gegen Viktoria wieder Aufwind gewonnen und wird alles für den Klassenerhalt geben. Wir werden uns natürlich mit allen Kräften dagegen stemmen, um den Sieg zum Kalkbrenner zu holen.“

Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.

- Anzeige -

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein