
Bargteheide – Der SV Eichede hat den Kreispokal erneut gewonnen und seine Vormachtstellung in Stormarn eindrucksvoll untermauert. Im Finale setzte sich der Oberligist gegen den FC Ahrensburg mit 2:0 (0:0) nach Verlängerung durch. Vor stimmungsvoller Kulisse entwickelte sich ein intensives Endspiel, in dem der Favorit lange Geduld brauchte.
Es ist bereits der siebte Pokalsieg in Folge für den SV Eichede seit 2020. Auch in den vergangenen Jahren trafen beide Teams regelmäßig im Endspiel aufeinander – mit dem besseren Ende für Eichede. Die Partie am Freitag war Nummer drei nacheinander.
Geduldsspiel gegen kompakte Gäste
Von Beginn an übernahm der SVE die Kontrolle und verzeichnete deutlich mehr Ballbesitz. Doch die kompakt stehenden Gäste aus Ahrensburg machten es dem Favoriten schwer. In einer defensiv stabilen 4-5-1-Formation ließ der FCA nur wenig zu und setzte selbst auf Umschaltmomente.
Klare Torchancen blieben auf beiden Seiten zunächst Mangelware. Die beste Möglichkeit für den SVE in der regulären Spielzeit hatte Irmler, der mit einem Abschluss nur die Latte traf. Auf der anderen Seite bot sich Ahrensburg kurz vor Schluss die große Gelegenheit zur Überraschung, doch der Eicheder Schlussmann parierte einen Kopfball stark.
Entscheidung in der Verlängerung
So ging es torlos in die Verlängerung – und dort machten sich die Kräfteverhältnisse bemerkbar. Während Ahrensburg zunehmend nachließ und zudem eine Rote Karte hinnehmen musste, schlug Eichede eiskalt zu. Silas Meyer (97.) brach den Bann in der ersten Hälfte der Verlängerung. Kurz vor dem Ende sorgte Nachwuchsspieler Alik Himmelspach (116.) mit dem 2:0 für die Entscheidung.
„Ich bin eigentlich stolz auf meine Mannschaft“
Ahrensburgs Trainer Avni Ajvazi sagte nach der Partie zu HL-SPORTS: „Ich bin eigentlich stolz auf meine Mannschaft, weil die Niederlage doller weh tut als die davor, weil es diesmal spannend war, auch für die Zuschauer und nicht wie davor 5:1 und 5:0. Kurz vor den 90 Minuten haben wir noch diese Kopfballmöglichkeit – geht die rein, vielleicht schaukeln wir das dann und gewinnen das Spiel. Aber letztlich bin ich stolz auf meine Mannschaft. Ich bin ehrlich: In der Verlängerung wusste ich, dass die Kräfte nachlassen. Das ist klar, die sind einfach fitter, trainieren öfter, das ist eine Oberligamannschaft. Das hat ihnen in die Karten gespielt. Vielleicht habt ihr es auch gemerkt, dass ich schon viele Wechsel durchgezogen habe, aber die meisten konnten nicht mehr. Eigentlich wollten noch mehr raus, aber ich konnte nicht mehr wechseln. Und dann war das Tor – ein typisches Tor: Er trifft den Ball nicht richtig, kommt zum Mitspieler, er haut das Ding rein. War leider unglücklich, aber was soll man machen? Letztlich bin ich trotzdem stolz, diesmal haben wir uns sehr gut verkauft. Ich habe diesmal – hatte ich ja auch schon vorhin gesagt – meine besten, erfahrensten Spieler fast alle hinten spielen lassen. Außer Hamed, den habe ich zentral eingesetzt – wir haben 4-5-1 gespielt. Wir wollten diesmal kompakt stehen, defensiv arbeiten und versuchen, die Umschaltmomente zu nutzen. Das hat ab und zu funktioniert, aber vorne hat etwas die Durchschlagskraft gefehlt. Und das war, glaube ich, der entscheidende Punkt, weil mit Mankumbani und Bennett erfahrene Spieler dabei sind – Mankumbani sowieso jahrelang Regionalliga und Oberliga, das sieht man. Eichede tat sich eigentlich schwer. Aus dem Spiel heraus hatten sie nicht viele Möglichkeiten. Meistens wurde es gefährlich nach Ecken oder durch die Einwürfe von Irmler, die wie Flanken kamen. Das war, glaube ich, ausschlaggebend, dass wir uns heute besser verkauft haben als zuletzt.“
„War ein hartes Stück Arbeit“
Eichede-Trainer Paul Kujawski meinte: „Ja, war ein hartes Stück Arbeit, absolut. Ich finde, dass wir in den ersten Sequenzen doch Tempo drin hatten, da war Ahrensburg auch, finde ich, relativ frisch. Wir haben uns ein bisschen selber im Weg gestanden, dass wir die Tore nicht gemacht haben. Wir hatten schon Torchancen, aber ich hätte mir da noch ein bisschen mehr Klarheit vor der Kiste gewünscht, also gerade mehr Richtung Tor. Wir haben viel über Flanken gearbeitet, waren aber nicht in Überzahl im Zentrum, aber hatten trotzdem die Torchancen, machen sie nicht. Dann hatten wir so bestimmt in der ersten Halbzeit eine gewisse Phase, wo wir einfach das Tempo nicht mehr draufbekommen haben, dann hat das so ein bisschen vor sich her geplätschert, wir wirkten teilweise ideenlos. In der der zweiten Halbzeit ähnliches Spiel, aber insgesamt völlig verdient gewonnen. Ich finde, dass das superschwierig ist, wenn ein Gegner natürlich mit acht Mann hinten drinsteht, gut verteidigt und nur auf Konter fährt, das ist natürlich schwierig. Die Jungs gehen unfassbares Pensum die letzten Wochen und dass wir hier in die Verlängerung müssen, das hat uns nicht gutgetan. Trotzdem bin ich unfassbar stolz auf die Jungs. Man hat gesehen, dass sie wirklich aus dem letzten Loch pfeifen. Wir haben zwei U19-Spieler dabeigehabt, die alles reingeworfen, die hier komplett gekämpft haben. Einer macht sogar noch das Tor, freut mich unfassbar doll für die Jungs, deswegen das steht für mich komplett im Vordergrund.“ Weiter sagte er: „Ich glaube, am Ende des Tages ist es auch schön – jeder hat erwartet Eichede gewinnt hier 5, 6, 7:0, weiß ich nicht, ich nicht. Ich glaube schon, dass wir das Zeug dazu gehabt hätten, heute hier so zu gewinnen, wenn wir die Dinger machen. Am Ende des Tages war es jetzt ein enges Spiel, aber ich bin nicht weniger stolz auf die Jungs, sondern ich bin stolz, dass wir das Ding hier nach Hause gebracht haben und es ist nicht selbstverständlich, immer wieder den Pokal zu gewinnen.“
Serie hält an
Mit dem Erfolg setzt der SV Eichede seine beeindruckende Pokalserie fort und bleibt im Kreis Stormarn das Maß aller Dinge. Insgesamt war es der 17. Cup-Gewinn. Der FC Ahrensburg zeigte eine starke Leistung, belohnte sich jedoch nicht.
Ahrensburg geht nicht leer aus
Im Kreispokal für Untere Mannschaften gab es ebenfalls einen Erfolg für den SVE. Die Zweite Mannschaft gewann gegen die Reserve des TSV Bargteheide mit 5:0. Bei den Frauen ging der Pokal allerdings dann doch nach Ahrensburg. Der SSC Hagen gewann gegen TSV Trittau mit 8:0.






