DFB-Pokal 2019/20: Bakery Jatta (HSV) gegen Santiago Ascscibar (VfB Stuttgart)
Foto: Lobeca/Gettschat
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Hamburg – HSV-Club-Chef Bernd Hoffmann sagte vor ein paar Tagen: „Wir dürfen nicht den Fehler machen, plötzlich alles als schlecht zu erachten, was vor acht Tagen noch auf dem richtigen Weg war.“ Darum schaut man bei den Rothosen in die Zukunft. Die verlorenen Punkte aus den vergangenen beiden Partien gegen FC St. Pauli (0:2) und Erzgebirge Aue (0:3) kommen nicht wieder. Es gilt die Zukunft. Und die bringt am Sonnabend Jahn Regensburg ins Volksparkstadion. Der Angstgegner, denn aus drei Spielen schafften die Hamburger nur ein Unentschieden. Verlieren verboten!

Drei Punkte sind Pflicht!

„Wir müssen am Wochenende drei Punkte holen und den Negativtrend stoppen. Mit der Einstellung gehen wir ins Spiel“, sagt Adrian Fein, der nach seinem Jochbeinbruch zurück in der Startelf erwartet wird. Auch weil Gideon Jung seine Gelb-Rote Karte absitzen muss. „Sobald wir ein Erfolgserlebnis haben, werden wir wieder befreiter aufspielen können. Wir müssen daran arbeiten, dass wir uns wieder belohnen“, so der Mittelfeldakteur, der aktuell mit Gesichtsmaske auf dem Platz steht. Gibt es keine drei Punkte gegen den Tabellenneunten, ist die bestätigte „Krise“ von Hoffmann noch größer. Arminia Bielefeld leistet sich einfach keine Fehler, marschiert vorne in der Tabelle voran. Der VfB Stuttgart ist in einem ähnlichen Dilemma, steht aber noch auf Rang zwei. Hamburg als Dritter müsste in die Relegation, doch das will niemand. Vor allem, weil der 1. FC Heidenheim von hinten drückt und nur drei Punkte Rückstand auf den HSV hat.

Trainer: Dieter Hecking (HSV) und Jos Luhukay (FC St. Pauli)
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Derby-Aussage fällt Hecking vielleicht auf die Füße

Trainer Dieter Hecking sagte vor dem Stadtderby gegen St. Pauli: „Von mir aus können wir verlieren und steigen trotzdem auf.“ An dieser gewagten Aussage wird es sich nun messen lassen.

Fans zögerlich

Der Zuspruch der eigenen Anhänger bröckelt zusätzlich. Für das Regensburg-Spiel wurden knapp 40.000 Karten abgesetzt. Da ist noch Luft nach oben. Fein: „Ich kann den Frust der Fans aktuell verstehen. Das verlorene Stadtderby und die Niederlage in Aue waren sehr enttäuschend. Jetzt brauchen wir unsere Anhänger aber ganz besonders, dieser Zusammenhalt hat uns die ganze Saison stark gemacht.“ Er hofft also auf Unterstützung. Dafür muss sich die Einstellung allerdings ändern.

HSV-Fans
Foto: Lobeca/Gettschat

Qualitätsmangel oder doch nur Überheblichkeit?

Der Aufstieg, ob nun direkt oder über die Relegation ist in Gefahr. Die Protagonisten müssen begreifen, dass ihre Spielphilosophie ausgeguckt ist. Der Gegner stellt sich darauf ein. Neue Ideen müssen her und die kreativen Köpfe auf dem Platz sind da gefragt. Vorne weg Aaron Hunt. Der Kapitän ist noch nicht bei 100 Prozent, kann dem Team noch nicht die gewünschte Richtung geben. Teilweise blitzt er auf, taucht allerdings schnell wieder ab. Sonny Kittel wirkt überfordert und spielt tagesformabhängig. Oder ist es am Ende doch ein Qualitätsmangel im Kader. Die Defensive wirkt ebenso überheblich. Klare Kante gibt es nur selten. Und von Schönspielerei wird es nicht besser. Die Mannschaft weiß, worum es geht und nun muss sie danach handeln.

Der Strafraum scheint einfach zu gefährlich

Der HSV hat ein großes Problem: Zu viel Schnörkel und zu viel drumherum. Der Strafraum scheint vermint zu sein. So sieht es teilweise aus. Wie die Defensivabteilung, sind die Stürmer ebenso zu unentschlossen. 0,3 Tore weniger sind es in der Rückrunde bisher in sieben Begegnungen. Von Platz zwei vor dem Winter heißt es nunmehr Mittelmaß und Rang sechs.

Rick van Drongelen (HSV)
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Fairness ist gut, aber muss es denn Platz eins sein?

Mit 27 Gelben und je einer Roten und Gelb-Roten Karte wird zumindest die Fairness-Tabelle durch die Hamburger angeführt. Fairness ist natürlich gut, aber für diese Wertung kann man sich nichts kaufen. Bielefeld rangiert allerdings direkt dahinter und nur die Schwaben stehen auf Platz elf in diesem Bereich. Beim HSV ist Bakery Jatta der „fieseste“ von allen. Er kommt auf vier Gelbe und eine Rote Karte (gegen Holstein Kiel). Rick van Drongelen folgt ihm mit fünf Gelben. Als Stürmer kann Lukas Hinterseer mit der gleichen Anzahl an Verwarnungen allerdings mitreden. Da kann nur noch Tim Leibold auf der linken Abwehrseite mit ebenfalls vier Gelben Karten mithalten. Der Rest der Mannschaft ist dafür viel zu brav. Fußball als Kontaktsport zu nutzen und dem Gegner klarzumachen, wer in die harte 1. Liga möchte, wäre eine Idee…

Klartext und klare Kante

Summa Summarum heißt es im Klartext: Der HSV muss aufwachen und nicht mehr vom Aufstieg träumen, sonst gibt es ein zweites Jahr hintereinander ein böses Erwachen. Klare Kante ist nun angesagt!

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