Trainer Dieter Hecking (HSV). Foto: Valeria Witters/Witters/Pool via Michael Schwarz

Hamburg – Es ist möglicherweise der Tag der Entscheidung. Dieter Hecking, Trainer des Hamburger SV bis zum vergangenen Dienstag und Sportvorstand Jonas Boldt (38) trafen sich am vergangenen Mittwoch zur Saison-Analyse. Das Ergebnis fiel wohl ernüchternd aus und Fehler mussten auf allen Seiten eingeräumt werden. Der Zweitligist hat klare Vorstellung für eine weitere Zusammenarbeit, doch der 55-jährige Chefcoach auch.

„Sky“ berichtet bereits von Trennung

Nach übereinstimmenden Medienberichten könnte die Schere zu weit auseinander liegen. Heckings Forderungen kann oder will der Verein ihm anscheinend nicht zusagen. Große Sprünge kann der HSV ohnehin nicht mehr machen. Nach zwei verpassten Versuchen mit aller Macht zurück in die Bundesliga zurückzukehren, scheint man der Tatsache ins Auge zu blicken, dass es ein drittes Mal gar nicht erst versucht wird – sprich: das Ziel Aufstieg nicht auszuloben. Zu groß ist die Enttäuschung darüber ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga zu spielen. „Sky“ berichtet bereits, die Trennung sei beschlossene Sache.

Grammozis heißester Nachfolge-Kandidat

Ein Nachfolger soll nach Informationen des TV-Senders bereits schon feststehen. Dimitrios Grammozis soll es werden. Der 41-Jährige verlängerte seinen Vertrag bei Darmstadt 98 nicht und hat noch keinen neuen Club. In Hamburg ist er gut bekannt, spielte von 1998 bis 2000 für die Rothosen. Als Trainer rettete er im vergangenen Jahr nach der Winterpause als Neueinsteiger im Profibereich die Lilien vor dem Abstieg, führte sie auf Rang zehn. In dieser Saison landete er nur zwei Punkte hinter den Hamburgern auf Platz fünf. Grammozis wäre der vierte Übungsleiter zu Beginn des dritten Zweitligajahres an der Elbe. Insgesamt würde er Nummer 26 seit dem Jahrhundertwechsel.  

Noch als Darmstadt-Trainer: Dimitrios Grammozis in seinem alten „Wohnzimmer“
Foto: Lobeca/Gettschat

Vor einer Woche wollten beide noch

Vor dem blamablen 1:5 im letzten Saisonspiel gab es noch klare Signale von Boldt und Hecking für eine weitere Zusammenarbeit. Worte, die vermutlich innerhalb von wenigen Tagen im Wind verwehten. Bei einem Großteil der HSV-Fans ist das eine weitere Enttäuschung nach dem verpassten Aufstieg. Sie hätten sich Hecking gerne weiterhin als Trainer gewünscht. Noch ist allerdings nichts offiziell und sie dürfen noch darauf hoffen, dass es ihrem HSV einmal anders läuft…