Tagelanger Kampf um Ole Werner bei Holstein Kiel – war der eigene Druck zu hoch?

Stöver ohne Druck auf Trainersuche

Trainer Ole Werner (ehemals Holstein Kiel). Foto: Lobeca/Marcus Kaben

Kiel – Die Suche nach einem Nachfolger des zurückgetretenen Cheftrainer Ole Werner bei Holstein Kiel hat begonnen. Zwei Tage hat das Präsidium zusammen mit Geschäftsführer Uwe Stöver versucht das Störche-Urgestein zu überreden nicht hinzuschmeißen, doch der blockte ab.

Bremser keine langfristige Option

Nun ist erstmal Dirk Bremser verantwortlich, darf allerdings maximal beim Auswärtsspiel in Paderborn am kommenden Sonnabend und eine Woche danach im Heimspiel gegen Hansa Rostock auf der Bank sitzen. Der 55-Jährige kann keine Fußball-Lehrer-Lizenz vorweisen, sondern nur eine A-Lizenz. Die ist allerdings für die 2. Bundesliga nicht für das Amt eines Cheftrainers gültig.

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Dirk Bremser (Co-Trainer). Archiv-Foto: Lobeca/Felix Schlikis

Nur ein Sieg aus sieben Spielen: war der eigene Anspruch zu hoch?

Stöver bekräftigte am Dienstag noch einmal, dass die Entscheidung Werners überraschend kam. „Wir sind nicht seiner Meinung gewesen, dass die Mannschaft neue Impulse braucht“, sagte der Sportchef am Rande des Trainings. Werner wurde wie folgt in der Pressemitteilung zitiert: „Die nach der turbulenten und anspruchsvollen letzten Saison vereinbarten neuen Reize haben leider bis zum heutigen Tag nicht den erhofften, nachhaltigen Effekt gehabt.“ Der schlechte Saisonstart der „Störche“ mit nur einem Sieg aus sieben Partien und die kräfteraubende vergangene Spielzeit mit zwei Corona-Quarantäne-Pausen und dem Scheitern in der Relegation zur Bundesliga dürften Werner den Rest gegeben haben. Er wollte anscheinend einfach nicht mehr, zog für sich die Reißleine. Eine weitere Stellungnahme gab es vom 33-Jährigen nicht.

Drei Wochen Zeit für die Trainersuche

Ein neuer Trainer muss also in den kommenden drei Wochen gefunden werden. Nach den beiden Spielen haben die Kieler Glück, denn danach kommt eine Länderspielpause – also noch einmal mehr Zeit den richtigen Chefcoach zur Förde zu lotsen.

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Markus Kauczinski (Ex-Trainer FC St. Pauli). Archiv-Foto: Lobeca/Michael Raasch

Wer wird Nachfolger?

Namen wurden schon direkt nach dem Rücktritt von Montagabend gehandelt. Dabei könnte Markus Kauczinski gute Karten haben. Der 51-Jährige arbeitete schon beim FC St. Pauli mit Stöver zusammen, ist nach seiner Entlassung bei Dynamo Dresden im vergangenen April vereinslos. Aber auch Daniel Thioune (ehemals Hamburger SV) und Florian Kohfeldt (zuletzt Werder Bremen) könnten in das Raster des „Kieler Weges“ passen.

Oder wieder aus den eigenen Reihen?

Allerdings ist auch nicht auszuschließen, dass der Club wieder in den eigenen Reihen schaut. Eine Option wäre Sebastian Gunkel ist Trainer der U23, die derzeit in der Regionalliga an der Tabellenspitze steht. Der 46-Jährige spielte früher selbst bei den „Störchen“ und steht für Entwicklung. Schon Werner wurde vor zwei Jahren aus dieser Mannschaft „hochgezogen“. Fakt ist, dass man sich im Holstein-Stadion Zeit lassen möchte. Stöver: „Wir haben uns keine Deadline gesetzt.“

Weitere Trainerentlassung in der 2. Bundesliga

Am Dienstag gab der SV Sandhausen bekannt, dass das Cheftrainer-Duo Gerhard Kleppinger und Stefan Kulovits freigestellt wurde. Bereits am vergangenen Sonntag wurde Aleksey Shpilevski beim FC Erzgebirge Aue entlassen.

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