Top-Favoriten mit Sand im Getriebe – Aufsteiger grüßt von der Spitze

Ratzeburg und Stockelsdorf bleiben sieglos

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Lübeck – Am dritten Spieltag in der Kreisliga Süd kam es wieder zu einigen spannenden Duellen. Dabei trafen formstarke Mannschaften aufeinander. So kam es zum Aufeinandertreffen zweier Mannschaften, die in den ersten beiden Spielen ungeschlagen blieben. Der Donnerstagabend bot wieder einige Tore und spannende Duelle. Nun ist die Pause bis zum nächsten Spiel nicht allzu groß, denn schon am Sonnabend wird der vierte Spieltag eröffnet.

Ratzeburger SV II – SV Azadi Lübeck II 0:2 (0:1)

Sowohl der Ratzeburger SV II als auch SV Azadi Lübeck II sind eher schleppend in die neue Saison gekommen. Beide haben noch nicht ihre Form gefunden und daher auch nur mäßig überzeugen können. Die Lübecker starteten mit einer 1:4-Niederlage in Zarpen, wo man insgesamt enttäuschte. Die Offensivstärke war kaum sichtbar und hinten herrschte keine allzu große Sicherheit. Es folgte zwar ein Sieg in Krummesse, doch auch dort war es eher durchwachsen. Viel Ballbesitz, doch wenig klare Ideen sorgten dafür, dass man erst spät einen 0:1-Rückstand drehte und die drei Punkte in der Hansestadt behielt. Ratzeburg verlor zum Auftakt beim KSV, wo es insgesamt ein enttäuschender Auftritt war, bei dem der lange Zeit ungeschlagene Aufsteiger nicht in sein Spiel fand. Gegen den ATSV Stockelsdorf klappte dies besser, doch nach verdienter 1:0-Führung geriet die Mannschaft von Paul Dietz in Rückstand. Am Ende wurde aus einem 1:3 doch noch ein 3:3, was sogar aufgrund des Spielverlaufs zu wenig für die Mannschaft vom Riemann war. Diese empfing nun mit Azadi II eine Art Angstgegner, denn im gemeinsamen A-Klassenjahr blieb sie in beiden Spielen sieglos. Es sollte unbedingt klappen mit dem ersten Saisonsieg, doch früh gab es einen Dämpfer. Ahmed Khodr (8.) traf früh zum 1:0 der Lübecker. Paul Dietz sagte: „Die ersten zehn Minuten gehören dem Gast, wir kommen noch nicht in die gewünschte Grundordnung und müssen uns erstmal sortieren, in der Phase erzielt Azadi das 0:1.

Im Anschluss versuchte Ratzeburg zu antworten, doch die Lauenburger taten sich schwer. „Im Anschluss stehen wir hinten sehr sicher und lassen nach dem Gegentor überhaupt nichts zu, kommen selber aber kaum gefährlich vors Tor. Zweite Halbzeit dann ein ähnliches Bild, Mitte der Hälfte werden wir etwas offensiver, wodurch wir zu einigen wenigen Chancen kommen, es aber nicht sauber zu Ende spielen und Azadi ein paar Mal kontert und mit einer starken Einzelaktion den Schlusspunkt setzt.“ So blieb es lange Zeit beim 0:1, bis der eingewechselte Emmanuel Tarlue (90.) den Deckel draufmachte. Es war der zweite Sieg der Lübecker in Folge, während der Aufsteiger sieglos bleibt. Dieser schätzte das Spiel allerdings aufgrund der personellen Situation realistisch ein: „Wir konnten nur durch Unterstützung der ersten Herren überhaupt spielen und haben es für die etlichen Ausfälle den Umständen entsprechend ganz vernünftig gemacht, gerade defensiv lassen wir wenig zu, wodurch die Offensive allerdings nicht ganz ins Rollen kommt.“

TSV Zarpen – SV Grün-Weiß Siebenbäumen 3:1 (2:0)

Auf den TSV Zarpen wartete mit dem SV Grün-Weiß Siebenbäumen einer der Top-Favoriten auf den Aufstieg. Dieser stieg aus der Verbandsliga ab, spielte vor wenigen Jahren sogar noch in der Ober- und Landesliga und hat sich personell namhaft verstärkt. Auch der Saisonstart mit zwei Siegen bestätigte dies, sodass die Mannschaft von Marco Urban als Tabellenführer in den Norden Stormarns reiste. Die Hausherren stellten sich auf einen starken Gegner ein, der im Otto-Dechert-Stadion allerdings auch noch unbekannt ist. Verstecken wollte sich der TSV dort allerdings nicht, denn mit vier Punkten aus den ersten beiden Saisonspielen ist das Selbstvertrauen beim Aufsteiger groß. In der Startelf sollten einige wichtige Spieler beim TSV fehlen, wie die beiden Stürmer Nico Scheel und Nico Henkel. Dennoch war es eine schlagkräftige Truppe, die allerdings nach wenigen Sekunden bereits großes Glück hatte, dass Kokouvi Ahiandjipe einen Fehler der Hausherren nicht bestrafte. Es musste eigentlich die Führung sein, denn der Torhüter war bereits geschlagen. Auf der anderen Seite sollte es im Gegenzug allerdings ebenfalls brandgefährlich werden, doch Pohl nahm die Einladung des GWS-Verteidigers nicht an und scheiterte an Simon Reiss. Es war ein munterer Start im Otto-Dechert-Stadion, denn früh wurden beide Teams brandgefährlich.Es folgte im Anschluss eine Phase, in der Siebenbäumen immer wieder nach Eckbällen gefährlich wurde. Insgesamt fehlte dem Favoriten allerdings klar die Präzision im Abschluss, sodass sogar aus aussichtsreichen Positionen teils kläglich versagt wurde. Hinten machten die Lauenburger einen offenen Eindruck, denn immer wieder kam Zarpen durch. Beide ließen viele Chancen liegen, denn vor allem die Gäste machten zu wenig aus ihren Chancen. Nach 26 Minuten sollte dann der Führungstreffer fallen, allerdings nicht für den Favoriten. Sidney Munier (26.) traf für den TSV. Zwei Minuten später unterlief GWS wieder ein schwerer Fehler, den Pohl allerdings nicht bestrafte. Anders sah es wenig später aus, als Luca Rohr (34.) völlig ungestört durchlief und zum 2:0 traf. Es deutete sich eine große Überraschung an, doch vier Minuten nach dem zweiten Tor sollte Schlatow frei vor Jonas Neumeister auftauchen, doch der Mittelfeldspieler scheiterte am Keeper.

Es war ein Tag, an dem der Ball einfach nicht reingehen sollte für die Gäste. Zur zweiten Hälfte nahmen sich diese viel vor, wollten ein anderes Gesicht zeigen, doch schnell wurde dies über den Haufen geschmissen. Defensiv war es erneut zu wenig, sodass Lucas Pohl (47.) ungestört in Richtung Tor marschieren konnte und in aller Ruhe zum 3:0 traf. Es war defensiv ein rabenschwarzer Tag für die Mannschaft von Marco Urban. Vorne boten sich die Chancen, doch die Verwertung ließ an diesem Tag zu wünschen übrig. Zwar kam seine Mannschaft durch einen Foulelfmeter nach Foul an Schlatow, in Person von Vejsi Kurt (65.) ran, doch die anschließenden Bemühungen führten nicht mehr dazu, dass Spannung aufkam.

Der TSV Zarpen verteidigte bis auf vereinzelte Halbchancen und ein Abseitstor alles weg und setzte sogar selbst noch Konter, wo der vierte Treffer möglich gewesen wäre. Hinten durften sich die Stormarner glücklich schätzen, dass der Verbandsligaabsteiger einen Tag erwischte, an dem es einfach nicht klappen sollte. Es war wie verhext und so sollte die Heimserie des Aufsteigers tatsächlich weiter anhalten. Nun wurde sogar ein echter Titelfavorit bezwungen, was Trainer Tobias Clasen sehr stolz machte: „Siebenbäumen war eine mega starke Truppe, die haben meine Jungs echt gefordert. Wir haben als Truppe zusammengehalten, richtig Gas gegeben und wollten es vielleicht auch ein bisschen mehr als Siebenbäumen, vom Einsatz waren wir einfach stark, besonders wie wir gegen den Ball gearbeitet haben. Im Endeffekt ist der Sieg natürlich auch ein bisschen glücklich, aber das zeigt Moral, wenn du solche Spiele gewinnst. Und das im Otto-Dechert-Stadion bei solch einer Unterstützung von den eigenen Fans.“

ATSV Stockelsdorf – TSV Travemünde 0:6 (0:2)

Der ATSV Stockelsdorf blieb in den ersten beiden Spielen sieglos, dabei wäre deutlich mehr drin. Nach einem XXL-Umbruch war der Auftakt mit den Spielen gegen Rethwisch und Ratzeburg II eigentlich kein Hammerprogramm und dennoch gab es für die Mannschaft von Yannik Biemann dort lediglich einen Punkt zu holen. Dieser wurde zuletzt beim RSV II eingesackt, dabei führte man mit 3:1. Nach 90 Minuten war man glücklich über diesen Teilerfolg, denn der Gegner war dem Dreier letztlich sogar näher. Nun stand mit dem Heimspiel gegen den TSV Travemünde eine ganz schwierige Aufgabe an, denn die Gäste von der Ivendorfer Landstraße hatten Wut im Bauch. Die 0:1-Niederlage in Rethwisch war ein herber Dämpfer nach dem furiosen 5:1-Auftaktsieg gegen Viktoria, sodass nur wenige Tage vor dem Topspiel gegen Eichholz II dringend eine Reaktion her musste. Diese sollte es auch geben, auch wenn Trainer Christian Jetz fleißig schonte. Mit Thomas Aldermann, Wilhelm Citea und Lennard Hesebeck blieben gleich drei Spieler die volle Distanz draußen. Dennoch machte es die restliche Truppe sehr gut. So sollte Yigit Keremsah sein Debüt für den TSV feiern. Dieser kam in diesem Sommer spät noch als Neuzugang dazu und kennt die Liga bereits, denn vor wenigen Jahren glänzte er dort als Torjäger. Stockelsdorf musste ohne den verletzten Marten Rohde auskommen, der sich gegen Ratzeburg schwer verletzte und daher ausfiel. Stattdessen sollte David Iwoha sein Debüt bei der Heimelf feiern. Diese musste am Ende allerdings eine deutliche Heimniederlage verkraften. Bereits nach nicht einmal zehn Minuten traf Lennard Prüßmann (7.). Neun Minuten später legte Christian Furchtmann (16.) zur 2:0-Pausenführung nach.

Im zweiten Durchgang sollten sich die Monte-Kicker für ihre Überlegenheit belohnen und durch erneut Prüßmann (66.), sowie zwei weitere Male Furchtmann (77./79.) und den eingewechselten Alexander Kanehl (85.) auf 6:0 erhöhen. Ein deutlicher Sieg wurde somit vor dem Topspiel gegen Eichholz eingefahren. Trainer Christian Jetz sagte dazu: „Gute Antwort auf das die Rethwisch-Niederlage, wir spielen heute aus einem etwas anderen System und haben ein gutes Mittelmaß aus Offensivpower und defensiver Stabilität hinbekommen. Am Samstag frohlockt der kommende Meister. Stöpsel und der FC Bayern der Kreisliga kommt in die Edeka Payk Arena. Wir sind nicht chancenlos.“ Stockelsdorf verlor deutlich und wartet weiterhin auf den ersten Sieg. Yannik Biemann sagt: „Das Spiel müssen wir abhaken. Wir waren einfach zu langsam, haben zu viele Fehlpässe in der Vorwärtsbewegung gehabt und den Gegner häufig eingeladen. Mund abwischen, weitermachen. Aus solchen Spielen müssen wir lernen.“

SG Breitenfelde/Mölln – SV Viktoria 08 2:1 (1:0)

Am Sonntag haderte die SG Breitenfelde/Mölln enorm mit der eigenen Chancenverwertung. Beim TSV Kücknitz gelang es der Mannschaft von Arne Riewe nicht, an der Torausbeute vom 6:1-Sieg gegen Lübeck 1876 anzuknüpfen, sodass es eine knappe Niederlage gab. Nun hatte man allerdings wenige Tage später die große Chance, es besser zu machen, doch der Gegner kam mit Selbstvertrauen. Schließlich bezwang der SV Viktoria 08 mit dem Eichholzer SV II den klaren Titelfavoriten und setzte somit ein Ausrufezeichen. Nun sollte auswärts nachgelegt werden, doch man haderte mit dem Geläuf am Uhlenbusch: „Man kann ganz klar sagen, dass das einzig schlechte an diesem Spiel der Rasenplatz war. Ansonsten haben sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch geliefert, aber auch beide nicht so die sehr guten Chancen kreieren können, weil die Platzverhältnisse dies vielleicht aber auch nicht wiedergegeben haben.“ Ansonsten war es ein hochklassiges, allerdings ausgeglichenes Spiel im ersten Durchgang. Auf beiden Seiten gab es Möglichkeiten, wobei es noch nicht sehr viele zwingende waren. Mit Pausenpfiff sollte eine dann allerdings den Weg ins Tor finden durch Philipp Reimann (45.). Der Stürmer trifft und trifft, sodass er nahtlos an seiner Form der vergangenen Saison angeknüpft hat.

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Viktoria investierte viel für das Spiel, während SG-Coach Arne Riewe einen zu ängstlichen Aufbau seiner Mannschaft beklagte, worunter das Offensivspiel litt. 18 Minuten vor dem Ende belohnten sich die Lübecker dann mit dem Ausgleich durch Jonathan Thelitz (72.), sodass es so schien, als würde es eine Punkteteilung geben. In der Nachspielzeit war es dann allerdings Marvin Edler (92.), der für die Lauenburger zum späten Sieg traf und den zweiten Heimsieg in Folge sicherte. „Dennoch war es über 90 Minuten mit den Chancen relativ ausgeglichen. Ich habe mir es schon vor dem Spiel gedacht, dass die Mannschaft, die weniger Fehler macht, die drei Punkte mitnehmen wird. Ein Remis wäre unter dem Strich für beide verdient gewesen, aber die glücklichere Mannschaft und auch die, die einen Fehler weniger gemacht hat auf diesem Rasen, hat am Ende die Punkte dann auch zu Hause behalten. Bitter, das Tor zu kassieren, aber wir müssen uns davon schnellstens erholen und dann am Sonntag mit drei Punkten nachlegen“, sagte Akgün.

SG-Coach Riewe sagte nach dem 2:1-Sieg seiner Mannschaft: „2:1-Sieg am heimischen Uhlenbusch. Am Ende vielleicht ein glücklicher Sieg. Denn Viktoria hat in der zweiten Halbzeit echt viel investiert und kam auch neben dem Anschlusstreffer zu häufig in unser eigenes letztes Drittel, aber wir haben es trotzdem verteidigen können. In der ersten Halbzeit ist es ein Spiel auf Augenhöhe. Ich würde sagen mit Chancen auf beiden Seiten, aber mit dem besseren Ende für uns zur Pause. Zweite Halbzeit sind wir zu ängstlich, hinten raus zu kommen. Uns war klar, dass Viktoria weiter drücken wird, gerade da dürfen wir ruhig lockerer werden. Wir freuen uns, unser Tor gemacht zu haben und das ist wichtig. Vielleicht regt man sich jetzt über den Platz auf oder irgendwelchen anderen Dingen, aber am Ende spielen wir alle auf demselben Platz. Viel Erfolg an Viktoria bis zum Rückspiel und alles Gute.“

Krummesser SV – TSV Schlutup 1:2 (1:0)

Nach einem Sieg und einer Niederlage empfing der Krummesser SV nun den TSV Schlutup zum zweiten Heimspiel der Saison. Eine schwierige Aufgabe wartete auf die Lauenburger, doch keine unmögliche. Schließlich ließ der Vorjahresdritte auch gegen Mitaufsteiger Zarpen zwei Punkte liegen. Dort haderte der TSV mit der Chancenverwertung. Krummesse musste erneut personell auf einige Spieler verzichten, sodass auch am Donnerstagabend die Optionen von der Bank fehlten. Schlutup war von Beginn an klar tonangebend und verzeichnete bereits in der ersten Hälfte einige gute Chancen. Dabei scheiterte das Team vom Palinger Weg immer wieder am herausragenden Torhüter Fynn Westphal, der die Angreifer verzweifeln ließ. Statt einer Führung der Heimmannschaft sollte es allerdings kurz vor der Pause den Treffer auf der anderen Seite geben. Mika Jensen (42.) schockte die Schlutuper mit einem Schuss ins lange Eck, sodass der Aufsteiger auch im dritten Ligaspiel mit 1:0 in Führung ging.Nach der Pause wollte der TSV Schlutup an der Leistung anknüpfen, allerdings nun auch die Chancen nutzen. Dies sollte gelingen, denn sechs Minuten nach dem Seitenwechsel glich Mehmet Sütlü (51.) wuchtig aus.

Es war alles wieder auf Null, doch erneut schwanden die Kräfte beim KSV. Die Zeit lief runter und kurz vor dem Ende gelang tatsächlich der Siegtreffer. Mert Büyükdemir (86.) stand zu frei und nutzte dies gnadenlos aus. Zwar verzeichnete Bekir Kasikci im direkten Gegenzug einen Torschuss, doch die Antwort blieb aus. So feierte die Mannschaft von Robertino Borja seinen zweiten Sieg im dritten Spiel und bleibt weiterhin ungeschlagen. Der Trainer sagt: „Ein verdienter Sieg. Die Jungs haben das heute richtig gut gemacht. Über die gesamte Spielzeit haben wir das Spiel bestimmt und uns zahlreiche Torchancen herausgespielt. Zur Halbzeit müssen wir eigentlich mit 2:0 oder 3:0 führen. Stattdessen gehen wir nach dem ersten Torschuss von Krummesse sogar in Rückstand. Aber die Jungs sind in der zweiten Halbzeit ruhig geblieben, haben sachlich weitergespielt und an sich geglaubt. Am Ende haben wir uns für unseren Aufwand belohnt und verdient die drei Punkte mit nach Hause genommen. Eine starke Leistung der gesamten Mannschaft.“

Zudem hatte Borja noch ein Sonderlob für einen Spieler der Heimmannschaft: „Dabei muss man den Torwart von Krummesse noch einmal ausdrücklich hervorheben. Er war mit Abstand der beste Mann seiner Mannschaft und hat unsere zahlreichen Torchancen mit starken Paraden immer wieder vereitelt. Ohne ihn wäre das Spiel wahrscheinlich schon früher entschieden gewesen.“ Auch von seinem eigenen Coach, Andre Bargholt, erntete Westphal Lobeshymnen. Dazu sagte er: „Wir gehen wieder in Führung, halten das Spiel bis in die Schlussphase auf Punkteteilung, nachdem wir nach der Halbzeit durch einen Distanzschuss direkt die kalte Dusche bekamen, und kassieren vier Minuten vor Schluss nach einer Flanke den Gegentreffer. Man muss aber diesmal sagen, dass der TSV Schlutup uns stellenweise unsere Grenzen aufgezeigt hat und verdient mit den drei Punkten heimwärts fährt. Dass dieses Spiel so lange offen war, lag vor allem an der überragenden Leistung von Fynn Westphal, der den Gegner zeitweise zur Verzweiflung gebracht hat. Danke an den TSV Schlutup für das faire Spiel und viel Erfolg für den weiteren Saisonverlauf.“

SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg – TSV Kücknitz

Die SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg wollte nach der enttäuschenden 0:2-Niederlage bei Lübeck 1876 zu Hause ein anderes Gesicht zeigen. Die ersten Punkte sollten her, doch mit dem TSV Kücknitz gastierte eine Mannschaft, die ebenfalls Ambitionen auf einen Platzierung im oberen Tabellendrittel hat. Zuletzt haderte diese allerdings mit der Verwertung von Chancen, sodass Kücknitz dort dringend mehr Kaltschnäuzigkeit brauchte. Im ersten Durchgang war es eine sehr ausgeglichene Partie. Beide neutralisierten sich, wobei die beste Chance allerdings in Person von Lennart Krüger auf Seiten der SGWSS war. Insgesamt waren es aber noch eher wenige Torschüsse. Nach der Pause änderte sich dies. Durch einen Konter ging Kücknitz durch Pierre Witt (48.) in Führung. Im Anschluss verpassten die Gäste nachzulegen, wie Hadler verriet: „Danach schwimmen wir fünf, sechs Minuten.“ Dennoch gelang der Ausgleich aus dem Gewühl durch Fritz Witten (53.). Im Anschluss ließ der TSV eine weitere Riesenchance liegen im Eins-gegen-Eins vor dem Tor, sodass sich die Hausherren glücklich schätzen durften, dass es nicht prompt den erneuten Rückstand gab. Stattdessen rächte sich dies aus Sicht der Lübecker erneut, denn Witten (57.) verwandelte einen Freistoß sehenswert zum 2:1 der Heimelf.Beeindruckt zeigte sich die Gastmannschaft davon nicht, denn Witt (60.) schnürte ebenfalls den Doppelpack zum 2:2. Am Ende sollte der Sieg dennoch an die Gastgeber gehen, die einen deutlich clevereren und effizienteren Auftritt hinlegten, als noch zuletzt. Hadler sagt: „Letzte Woche hätte uns das gebrochen, aber dieses Mal nicht. Lennart Krüger schließt einen Konter überragend zum 3:2 ab und Patrick Großer macht mit 4:2 den Deckel drauf. Es war ein 50/50-Spiel, was wir dieses Mal mit etwas Glück, aber vor allem starker Moral auf unsere Seite ziehen. Ähnlich wie Kücknitz es schon sagte, stellt sich uns aber die Frage, warum man in der Ferienzeit eine englische Woche ansetzt und dann noch solche Fahrstrecken. Das hätte man vom Verband auch anders lösen können oder so etwas dann später in der Saison spielen.“

Eichholzer SV II – VfL Rethwisch 6:4 (6:1)

Nach der ersten Niederlage seit 16 Spielen wollte der Eichholzer SV II am Pöbelberg eine Reaktion zeigen. Es sollte einen Sieg geben und somit auch eine gelungene Generalprobe vor dem Duell am Sonnabend mit Travemünde. Mit dem VfL Rethwisch gastierte allerdings ein Team, das gut gestartet war und die ersten beiden Spiele jeweils gewann. Personell wurde Eichholz von Yasin Varol und Mustafa Salih aus dem Kader der Landesligamannschaft unterstützt, was sich nochmals bemerkbar machte. Bereits zur Pause führte der Favorit mit 6:1, es war eine Machtdemonstration der Zweitvertretung. Niklas Hamer (3./5./16./45.) und Yasin Varol (21./45.) waren kaum zu stoppen, für Rethwisch verkürzte Rene Bossert (28.) zwischenzeitlich auf 1:4. Dennoch war es keine gute erste Hälfte des VfL, wie Trainer Till Kniffka verriet: „Wir sind leider sehr schlecht in die Partie gestartet. Haben uns in den ersten fünf Minuten zwei Tore fast selber reingelegt. Wir konnten uns dann langsam ein bisschen fangen und erste Chancen herausspielen, die wir leider nicht gemacht haben. Wir konnten aber die ganze erste Halbzeit nicht überzeugen und Eichholz hat absolut verdient zur Pause geführt.“

Im zweiten Durchgang war es ein anderes Bild. Eichholz war nun völlig von der Rolle und der Gegner drängte aufs Tor. Rene Bossert (50.), Timo Schröder (62.) und Jannes Schönwald (75.) stellten auf 4:6 und es wäre noch deutlich mehr möglich gewesen. ESV-Keeper Lasse Borkenhagen bewahrte seine Mannschaft vor einer Katastrophe und rettete, trotz 6:1-Pausenführung, seinem Team den Sieg. Rethwisch zeigte eine beeindruckende Moral, auch wenn es am Ende nichts Zählbares gab: „Zweite Halbzeit haben wir ein komplett anderes Gesicht gezeigt. Alles, was wir uns vorgenommen haben, wurde nun umgesetzt und das Spiel begann sich von der ersten Minute an zu drehen. Am Ende muss man sagen, dass Eichholz in der 2. Hälfte sogar noch verlieren hätte können, weil meine Mannschaft sich minütlich Torchancen erspielt hat und wir nur selten etwas zugelassen haben. Am Ende hätten wir uns den Punkt sicherlich noch verdient gehabt, haben aber am Ende aufgrund einer schlechten ersten Halbzeit dann doch verdient verloren. Glückwunsch an Eichholz, die wirklich super in der ersten Hälfte gespielt haben“, sagt Kniffka. Der siegreiche Stephan Lindhoff sah zwei Gesichter seines Teams, bei dem mit Varol sogar noch ein Spieler kurz vor dem Ende mit Gelb-Rot vom Feld musste. Zum Spiel sagte Lindhoff: „Wieder vogelwildes Spiel gegen Rethwisch. Wie letzte Saison führen wir verdient zur Halbzeit mit 6:1. In der zweiten Halbzeit finden wir gar nicht mehr statt und stellen das Fußballspielen ein. Wir können uns bei Lasse bedanken, dass das Spiel nicht komplett kippt. Es ist noch viel Sand im Getriebe. Wir nehmen die drei Punkte mit, wissen aber auch, dass es mit nur 45 guten Minuten nicht reichen wird. Samstag geht es weiter in Travemünde.“

Fortuna St. Jürgen – Lübeck 1876 3:2 (1:0)

Nach dem 2:0-Sieg gegen die SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg, wollte Lübeck 1876 am Donnerstagabend nachlegen. Zu Gast war die Mannschaft von der Travemünder Allee bei einer Mannschaft, die zum Start zweimal verlor und daher nun unbedingt den ersten Dreier wollte. Der SV Fortuna St. Jürgen nahm sich viel vor und sollte sich im ersten Durchgang auch belohnen. Das Team von Andre Meese war nämlich das bessere und so sollte es bereits nach elf Minuten die Führung geben. Dominik Schaarschmidt (11.) traf bei seinem Startelfdebüt in dieser Saison. Lübeck 1876 wurde somit früh geknackt, denn sie fanden noch nicht so richtig im Spiel. Uwe Buchholz sagte: „Das war das Spiel was wir erwartet haben. Viele Zweikämpfe, Fortuna spielte oft lange Bälle und ein schlechter Platz. Fortuna war in der Anfangsphase aggressiver und wir hatten Probleme ins Spiel zu finden. So führt Fortuna nicht unverdient mit 1:0 zur Halbzeit.“ Dabei hatte auch 1876 zwei, drei vielversprechende Gelegenheiten.


Nach der Pause änderte sich das Bild, denn Lübeck 1876 wurde stärker. Sie waren spielbestimmend und glichen daher auch hochverdient durch Furkan Yüksel (61.) aus. Die Hausherren zeigten darauf allerdings genau die richtige Antwort, sodass Schaarschmidt (65.) mit seinem Doppelpack zur erneuten Führung des SV Fortuna traf. Ein Konter sorgte für diesen. Die Gastmannschaft musste sich danach erst einmal wieder finden. Es herrschte kurzzeitig Unordnung, doch dann kam Lübeck 1876 wieder ins Spiel. Nach einer Ecke sollte Norman Bierle (81.) für den erneuten Ausgleich sorgen, bevor der Stürmer tatsächlich nur wenige Minuten später zum Matchwinner wurde. Er traf (87.) doppelt und machte somit den zweiten Sieg in Folge für seine Mannschaft perfekt. Fortunas Fehlstart dagegen ist nun endgültig besiegelt. Null Punkte aus den ersten drei Spielen, sowie gleich mehrere verspielte Führungen, sorgen für Unzufriedenheit. Man wollte dieses Jahr unbedingt gut starten, doch erneut kam man noch nicht in der neuen Saison an. Zur gestrigen Niederlage sagt Nikolay Frech: „Am Ende ist Lübeck 1876 mit zwei späten Treffern der glückliche Sieger. Insgesamt ist es ein Spiel, das wir so eigentlich nicht verlieren dürfen.“

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Jubel von Lübeck 1876 nach dem Siegtreffer in St. Jürgen. Foto: Philipp Drenckhahn

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