Regionalliga Nord. Foto: objectivo

Lübeck – Nach einem Osterfest mit diversen Nachholspielen stehen in Meister- und Abstiegsrunde am Wochenende insgesamt zehn Partien auf dem Spielplan. Das volle Programm beinhaltet sicher einige reizvolle Duelle. Es wird jedoch überstrahlt von einem sehr wichtigen Spiel in Oldenburg: Zwischen dem VfB und Weiche Flensburg geht es am Sonntag um nicht weniger als den Titel der Regionalliga Nord.

Meisterrunde:

SV Werder Bremen II – Teutonia 05 Ottensen (Sa., 14 Uhr)

Man mag es gar nicht so recht glauben: Erst an diesem Mittwoch, beim 1:0 in Kiel, gelang den erfolgsverwöhnten Bremern der erste Sieg im fünften Spiel dieser Meisterrunde. Kein Wunder, dass Trainer Konrad Fünfstück nach all den Personalproblemen der vergangenen Wochen ziemlich gut leben konnte mit der Premiere. „Wir sind teilweise mit einem sehr dünnen Kader angetreten, trotzdem hat sich das Team gegen alle Widerstände gestellt und belohnte sich nun mit einem Erfolg bei einem sehr guten Gegner“, so der Werder-Coach. Der Gastgeber tritt fraglos mit neuem Schwung an. Sein Gegner absolvierte die letzte Partie bereits am 10. April, feierte beim 1:0 über den VfV Hildesheim aber ebenfalls den ersten Erfolg. Ihm möchte die ambitionierte Teutonia nun sicher weitere Dreier folgen lassen.

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Atlas Delmenhorst – VfB Lübeck (Sa., 16 Uhr)

Sie warten noch. Nach drei Unentschieden zum Auftakt gingen die vergangenen beiden Partien des Gastgebers verloren. Nun will Atlas natürlich endlich mal drei Punkte gewinnen. Ob das gegen den derzeit so starken VfB aus Lübeck möglich sein wird? Der Gast ist seit drei Partien ungeschlagen und trotzte dem VfB Oldenburg beim 0:0 gerade erst unerwartet einen Punkt ab. Dabei musste der VfB auch in dieser Partie auf seinen so wichtigen Spielgestalter Mirko Boland verzichten, dessen Bänderriss in dieser Saison vermutlich keinen Einsatz mehr zulassen wird. Aber womöglich liegen den Lübeckern ja die Spiele im Nordwesten Niedersachsens.

Holstein Kiel II – Hannover 96 II (So., 13.30 Uhr)

Die 0:1-Niederlage gegen Werder II war nicht unbedingt vorhersehbar gewesen, hatten die kleinen Störche sich zuvor doch recht stabil präsentiert und immerhin sieben Punkte aus vier Partien gewonnen. Nun wird der Gastgeber fünf Spiele vor dem Saisonende durch zehn Zähler vom Spitzenreiter VfB Oldenburg getrennt. Die Chance auf den Titel dürfte daher nur noch von theoretischer Natur sein. Diese Perspektive steht einem Heimsieg über den Gast aus Hannover aber natürlich nicht im Weg. Zum Selbstläufer wird das Spiel jedoch nicht: Beim 3:2 gegen den HSV II landeten die Niedersachsen erst am Mittwoch den ersten Sieg und verließen damit den letzten Tabellenplatz.

VfB Oldenburg – SC Weiche Flensburg (So., 15 Uhr)

Vorhang auf, das Spitzenspiel kann beginnen. Wobei: Der zuvor über Wochen souveräne VfB Oldenburg leistete sich beim 0:0 gegen den VfB Lübeck am Ostermontag nicht nur den Verlust zweier Punkte. Der Spitzenreiter trat in dieser Partie bisweilen zerfahren auf, knüpfte also nicht an die Leistungen der Vorwochen an. Als ideale Vorbereitung auf das so wichtige Duell mit dem Rivalen aus Schleswig-Holstein dürfte diese Erfahrung wohl nicht gelten. Noch liegt der VfB allerdings fünf Punkte vor dem SC Weiche, der allerdings ein Spiel weniger ausgetragen hat. Die Flensburger wittern jedenfalls eine reelle Chance. „Wir haben jetzt einen anderen Spirit im Team, so dass es sehr viel Spaß macht“, kommentierte Offensivspieler Marcel Cornils nach dem 2:0-Heimerfolg über Atlas am Gründonnerstag. Sein Team hatte in diesem Spiel bereits den vierten Sieg in Folge gefeiert – Weiche scheint also bereit für das Topspiel.

VfV Borussia 06 Hildesheim – Hamburger SV II (So., 15 Uhr)

Der VfV06 kassierte beim 0:4 in Kiel am letzten Wochenende bereits die vierte Niederlage im fünften Meisterrunden-Spiel, obwohl er dabei über eine Stunde in Überzahl agierte. Da ansonsten noch ein 1:1 gegen den VfB Lübeck in seiner Bilanz steht, wartet der Gastgeber also nach wie vor auf den ersten Sieg. Von Unruhe kann beim frischgebackenen Schlusslicht allerdings keine Rede sein: Beim VfV wissen sie die Situation, nämlich die Qualität der Gegner, sehr gut einzuschätzen. Gegen den HSV soll nun trotzdem der erste Sieg her. Der Gast aus Hamburg hatte sich zunächst Hoffnungen auf die Teilnahme am Titelkampf machen können, musste diese aber nach zwei Niederlagen in den vergangenen drei Partien aber aufgeben.

Die Tabelle

1.VfB Oldenburg1422 : 831
2.SC Weiche Flensburg1320 : 1026
3.Holstein Kiel II1320 : 1121
4.SV Werder Bremen II (U23)1324 : 1520
5.Hamburger SV II (U21)1320 : 1919
6.FC Teutonia 05 Ottensen1318 : 2419
7.VfB Lübeck1413 : 1516
8.SV Atlas Delmenhorst1311 : 1714
9.Hannover 96 II (U23)1318 : 259
10.VfV Borussia 06 Hildesheim1311 : 338

Abstiegsrunde:

Eintracht Norderstedt – SSV Jeddeloh (Fr., 19 Uhr)

Die Eintracht hatte sich mit einem 2:0 über den BSV Rehden in die Osterpause verabschiedet, blieb dabei auch im fünften Spiel ungeschlagen (3-2-0) und dürfte vorbereitet sein. Der SSV aus Jeddeloh blieb beim 0:0 gegen den FC St. Pauli II zum dritten Mal ungeschlagen. Der Tabellenvierte sollte sich ähnlich wie die zweitplatzierte Eintracht aus dem Tabellenkeller heraushalten können. In Jeddeloh plant man nun jedenfalls die Zukunft: Der Verein gab bekannt, den Vertrag mit Trainer Oliver Reck nicht zu verlängern. Darauf habe man sich einvernehmlich geeinigt. „Beide Seiten haben jetzt frühzeitig die Gelegenheit, sich neu zu orientieren“, so Ansgar Schnabel, Sportlicher Leiter des SSV. Für Reck steht fest: „Wir haben in jeder Saison die Herausforderung Klassenerhalt gehabt und diese Aufgabe gemeinsam gemeistert. Das wird uns auch dieses Jahr gelingen.“ Ein Sieg in Norderstedt würde den SSV diesem Ziel sicher noch ein gutes Stück näherbringen.

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Heider SV – Lüneburger SK Hansa (Sa., 14 Uhr)

Das spektakuläre 4:4 im Spiel gegen den HSC Hannover machte es einmal mehr deutlich: Der Heider SV hat sich noch nicht aufgegeben. Schließlich folgte die Punkteteilung auf zwei Siege. Den Tabellenneunten trennen zwar weiterhin sieben Punkte vom rettenden Ufer. Sollte er aber weiterhin in dieser Weise punkten, erscheint eine erfolgreiche Aufholjagd durchaus möglich. Sie
setzt wohl einen Heimsieg gegen den LSK voraus. Der Gast tritt als Tabellensiebter an, mit nur vier Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Es ist etwas drin für den LSK, der nun allerdings seit fünf Partien sieglos ist und noch von den beiden Auftaktsiegen dieser Abstiegsrunde zehrt. Dabei war dem LSK allerdings auch ein 2:0 über den Heider SV gelungen.

Altona 93 – HSC Hannover (Sa., 15 Uhr)

Der Gastgeber war zuletzt Anfang des Monats aktiv, trennte sich dabei mit einem 2:2 vom FC St. Pauli II. Die Hamburger, als Zehnter mittlerweile sieben Punkte von einem Nichtabstiegsplatz entfernt, warten noch immer auf den ersten Sieg dieser Runde. Gelingt er gegen den HSC, ist vielleicht noch etwas möglich. Der Gast – Tabellenachter mit fünf Punkten Rückstand – tritt allerdings ebenfalls mit der Aussicht auf drei wichtige Punkte an. Ihm war beim 4:4 in Heide immerhin ein Punktgewinn nach zuvor zwei Niederlagen in Folge gelungen.

FC St. Pauli II – FC Oberneuland (So., 14 Uhr)

Die Bilanz liest sich nach wie vor durchwachsen: In den fünf Spielen der Abstiegsrunde gelang St. Pauli lediglich ein Sieg (1-2-2). „Ich verbuche den Punkt heute als glücklich, er ist aber wichtig und kann noch Gold wert sein“, kommentierte Pauli-Coach Joachim Philipkowski das 0:0 gegen Jeddeloh – der Punkteteilung war ein 0:5 in Rehden vorausgegangen. Wirklich zufrieden gab sich der Trainer allerdings nicht. Aus dem Plan, sich möglichst schnell und deutlich von den Abstiegsplätzen abzusetzen, ist bislang ja auch nichts geworden. Den Tabellenfünften trennen nur fünf Punkte vom ersten Abstiegsplatz. Ein Heimsieg gegen das nahezu abgeschlagene Schlusslicht aus Oberneuland erscheint deshalb als Pflichtaufgabe. Allerdings: Gegen den FCO waren die Hamburger bereits im ersten Spiel der Abstiegsrunde nicht über ein 1:1 hinausgekommen.

Phönix Lübeck – BSV Rehden (So., 14 Uhr)

Der Gastgeber gilt angesichts von fünf Siegen in fünf Spielen als Maß der Dinge dieser Abstiegsrunde. Er tritt nun auch zum Duell mit dem BSV als klarer Favorit an. Während Phönix den Klassenerhalt mehr oder weniger gesichert hat, geht es für den Gast noch um eine ganze Menge. Lediglich vier Zähler trennen die Rehdener vom ersten Abstiegsplatz. Dabei liegt eigentlich eine sehr ordentliche Serie hinter dem Team: Bevor zuletzt das Spiel in Norderstedt mit 0:2 verloren ging, hatte der BSV drei von vier Partien gewonnen. Ob seine Verfassung reicht, um den Lübeckern erstmals einen oder gar drei Punkte abzunehmen?

Spielfrei: SV Drochtersen/Assel

Die Tabelle

1.1. FC Phönix Lübeck1527 : 1732
2.FC Eintracht Norderstedt1526 : 1028
3.SV Drochtersen/​Assel1518 : 1227
4.SSV Jeddeloh1422 : 1524
5.FC St. Pauli II1520 : 1820
6.BSV Rehden1428 : 2119
7.Lüneburger Sport-Klub Hansa1411 : 1715
8.HSC Hannover1415 : 2714
9.Heider SV1520 : 2812
10.Altona 931516 : 2712
11.FC Oberneuland1414 : 2510

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