Trainer trifft sehenswert aus der Distanz: Teutonia Alveslohe fügt Tabellenführer die zweite Saisonniederlage zu

Segeberger setzen ein Statement

Der TuS Teutonia Alveslohe und Tralauer SV eröffneten den 14. Spieltag. Foto: Lobeca/Niklas Runne
Anzeige

Alveslohe – Es war ein Spiel mit Topspielcharakter, das am Freitagabend in der Kreisliga Südwest stattfand. Der TuS Teutonia Alveslohe empfing mit erfolgreichen Wochen im Rücken den Tabellenführer und Ligaprimus Tralau. Ein packendes Fußballspiel unter Flutlicht war also zu erwarten und genau dieses bekamen die Zuschauer auch geboten. Es war intensiv, doch wenig von Chancen geprägt. Dennoch sollte die erste Hälfte bereits vier Tore mitbringen. Im zweiten Durchgang schwanden die Kräfte, doch ein Sonntagsschuss machte den Sieg der Heimmannschaft perfekt.

Alveslohe empfing die Last-Minute-Könige

Nur eines der vergangenen neun Spiele verlor der TuS Teutonia Alveslohe vor dem Duell am gestrigen Freitagabend gegen den Tralauer SV. Nur gegen Top-Favorit SV Henstedt-Ulzburg musste sich die Mannschaft von der Bahnhofstraße geschlagen geben. Ansonsten waren es einige starke Auftritte, die abgeliefert wurden. Dabei sollte es Aufholjagden geben wie in Trittau oder aber Möhnsen, doch auch souveräne Erfolge. Zugleich gab es allerdings auch Punktverluste, die sehr schmerzten und nicht hätten sein müssen. Dabei ist an die späten Remis gegen Alsterland und Hartenholm zurückzudenken. Beide Spiele hatte der TuS komplett im Griff und kurz davor, über die Ziellinie zu bringen, doch dann gab es doch noch den Gegentreffer. Es sind vier Punkte, die ihnen fehlen, sodass es tabellarisch noch nicht ganz für das obere Drittel reichte. Das Potenzial dazu war dennoch klar vorhanden. Tralau dagegen ist der Primus in der Kreisliga Südwest, denn mit Ausnahme der Niederlage am zweiten Spieltag in Wahlstedt sollte es bis auf ein Remis in Henstedt-Ulzburg nur Siege geben. Die Folge ist die Tabellenführung. Die Mannschaft übersteht Widerstände wie große Personalsorgen oder auch Rückstände und ist einfach nicht zu schlagen. Dies zeigte auch der Dienstagabend, als es gegen Möhnsen in der 90. Minute den 2:2-Ausgleich nach 2:0-Führung gab und dennoch am Ende die drei Punkte in Travenbrück blieben. Dies war nicht das erste Mal und zeigte, dass man den TSV bis zur letzten Sekunde auf dem Zettel haben muss.

- Anzeige -

Ausfälle und Fragezeichen auf beiden Seiten

Personell war auf dieses Spiel mit großer Spannung zu blicken. Alveslohe sollte etwas Sorgen haben, denn so waren es nur 13 Mann im Training am Dienstag. Eine Anzahl, die sehr unüblich für die Mannschaft aus dem Kreis Segeberg ist. Der Sieg beim VfL Oldesloe am Sonntag wurde teuer bezahlt, denn mit Gabriel Stockinger und Felix Burkhardt nahmen zwei wichtige Schlüsselspieler der Offensive Wehwehchen mit. Hinzu kamen krankheitsbedingte Ausfälle, sodass die Vorzeichen vor dem Spiel nicht gut aussahen. Die Startelf sollte allerdings einige Fragezeichen klären. Stockinger, Nils Neumann und Niclas Sräding fehlten und wurden durch Lars Vollbrecht, Timo Glinka und Tom Städing ersetzt. Tralau hatte die vergangenen Wochen immer wieder Ausfälle zu beklagen, so auch am Freitagabend. Dennoch schickte man eine starke Truppe ins Rennen. Nichtsdestotrotz sollten einige Akteure fehlen und sich die Situation auch zu Dienstag noch einmal verschlechtern. So war der Ausfall von Kapitän und Defensivmann Marius Krebs schmerzhaft. Er wurde durch den reaktivierten Lucas Timm ersetzt. Hinzu kam, dass einige Spieler angeschlagen oder auch erkältet in die Partie gehen sollten. Es sollte sich also zeigen, wie sehr die Körner beim Tabellenführer reichten. Trainer Roman Ismagilov sagte: „Wir wussten von Anfang an, dass die Ausgangslage für dieses Spiel maximal kompliziert werden würde. Wir haben versucht, alles zu mobilisieren, was unser Kader noch hergegeben hat. Aber nach drei Spielen innerhalb von sieben Tagen war die Belastungsgrenze einfach erreicht. In Sachen Laufbereitschaft, Zweikampfhärte und Frische konnten wir nicht mehr das auf den Platz bringen. Dazu kam ein guter und hochmotivierter Gegner, der es über 90 Minuten wirklich stark gemacht hat.“

Alveslohe geht vorne drauf

Alveslohe wollte ganz klar auf sich und sein Spiel schauen und zudem die Schwächen des Tabellenführers bespielen. Diese konnte man im Vorfeld identifizieren. Tralau dagegen stellte sich auf zwei Varianten ein, wie der Gegner auftreten würde. Sowohl ein abwartendes und auf Konter lauerndes als auch ein mutiges, hochpressendes Alveslohe wurden erwartet. Die 90 Minuten am Freitagabend sollten die Antwort liefern. Die Heimelf stand hoch und lief den Gegner früh an. Dennoch waren beide Teams auch etwas vorsichtig und mit einer großen Portion Respekt gegenüber dem anderen ausgestattet. So war es eine chancenarme erste Hälfte. Alveslohe schien dabei griffiger und hatte etwas mehr Zugriff auf die Partie. Erst nach rund 25 Minuten schien die bis dahin sehr ausgeglichene Partie vermehrt in Richtung Alveslohe zu kippen. Es gab die erste Torchance, als Burkhardt den Ball reinbrachte und Lars Vollbrecht ein gutes Stück verzog. Dort war bereits mehr drin, doch der Außenspieler traf die Kugel freistehend nicht richtig.

img 0150 @ Trainer trifft sehenswert aus der Distanz: Teutonia Alveslohe fügt Tabellenführer die zweite Saisonniederlage zu
Es war eine erste Halbzeit mit wenigen Torchancen. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Aus 2:0 wird 2:2 noch vor der Pause

Im Anschluss ging es über Rechtsaußen und in der Mitte sollte Jonas Ihde ins lange Eck treffen. Es war die Führung für die Heimelf, die sich nicht andeutete durch wenige Torchancen, doch aufgrund der Minuten zuvor, in denen sie immer mehr Kontrolle bekamen, sollte es auch nicht unverdient sein. Zudem wurde der TuS mutiger und näherte sich vermehrt dem letzten Drittel an. Tralau musste sich etwas schütteln, doch verlor direkt in der nächsten Aktion den Ball, sodass Teutonia schnell umschaltete und erhöhte. Aus wenig machte der TuS ganz viel, denn mit drei Torschüssen erzielten sie zwei Tore. Es war ein guter Vorsprung und nun brauchte der Tabellenführer schnell mehr Ideen, um Torgefahr zu erzeugen. Ein Standard sollte her und genau dieser führte zum Anschlusstreffer. Nico Ploog trat die Ecke von der rechten Seite, visierte den zweiten Pfosten an und traf tatsächlich direkt. Es war ein sehenswertes Tor der Gäste, die nun direkt auf den Ausgleich gingen. Sie liefen an, fanden die Lücke in der gegnerischen Defensive, sodass Hannes Lüneburg allein vor dem Tor auftauchte und durch die Hosenträger von Marten von Elling ins Tor einschob. Es war der Ausgleich, sodass alles wieder auf Null stand. Zugleich war dies auch der Pausenstand für den TuS.

img 0321 @ Trainer trifft sehenswert aus der Distanz: Teutonia Alveslohe fügt Tabellenführer die zweite Saisonniederlage zu
Kevin Öz und sein Tralauer SV glichen noch vor der Pause aus. Foto: Lobeca/Niklas Runne

„Am Ende war einfach nicht mehr drin“ – Tralau kämpft mit den Kräften

Mit Spannung sollte auf den zweiten Durchgang geblickt werden. Tralau hatte knapp 100 Minuten vom Dienstag in den Knochen, sodass die Körner fehlten. Der Spitzenreiter lief auf dem Zahnfleisch, es fehlten die Körner und die Spritzigkeit, was auf dem Platz klar zu merken war. Der Trainer sagte: „Wir gehen mit einem für uns schmeichelhaften 2:2 in die Halbzeit, obwohl Alveslohe das Spiel eigentlich weitgehend im Griff hatte. Uns war klar, dass wir nochmal eine Schippe drauflegen mussten. Wir haben versucht, die letzten Körner zu mobilisieren und irgendwie neue Energie freizusetzen. Aber am Ende war einfach nicht mehr drin.“ Nach Wiederbeginn sollte es allerdings wieder ein Spiel sein, in dem keine Mannschaft zu viel Risiko ging. Zwar kam mit Classen nun für Tralau ein schneller Flügelspieler, sodass Torschütze Lüneburg eine Position zurückrückte, doch es blieb dabei, dass Tralau ihr gewohntes Tempo nicht auf den Platz bekam. Die Spritzigkeit und Genauigkeit fehlten. So sollten die ersten Chancen nach dem Seitenwechsel an Alveslohe gehen. Der Treffer ließ allerdings auf sich warten.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
VfB Lübeck
Anzeige
Anzeige
Anzeige
AOK
img 0425 @ Trainer trifft sehenswert aus der Distanz: Teutonia Alveslohe fügt Tabellenführer die zweite Saisonniederlage zu
Tralau fehlten letztlich die Kräfte, sodass es wenige klare Chancen gab Foto: Lobeca/Niklas Runne

Trainer kommt und trifft

Nach einer knappen Stunde kam dann TuS-Coach Dennis Rerop in die Partie. Er agierte als Stürmer und sollte vorne immer wieder die Bälle festmachen und den schnellen Jonas Ihde in Szene setzen. Dies gelang durchaus auch, doch in der 82. Minute hatte der spielende Cheftrainer eine andere Idee. Er zog selbst ab und plötzlich zappelte der Ball im Netz. Es war ein unglaubliches Tor und dass ausgerechnet der Coach dieses erzielte, sollte es ganz besonders machen. Der Torschütze schilderte das Tor aus seiner Sicht: „Ich habe gesehen, dass Marten den Ball abgefangen hat und habe mich extra zu dem kleineren Innenverteidiger positioniert, um dann einfach meinen Körper einbringen zu können. Ich habe gesehen, dass der springt, habe mich dann einfach gedreht und instinktiv auf das Tor geschossen. Dass ich den dann so treffe, das ist dann irgendwie auch ein bisschen Glück, aber ich wusste, als der Ball den Fuß verlassen hat, dass das Ding reingeht.“

img 0737 @ Trainer trifft sehenswert aus der Distanz: Teutonia Alveslohe fügt Tabellenführer die zweite Saisonniederlage zu
Alveslohe-Coach Dennis Rerop kam in die Partie und sollte zum Matchwinner werden. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Aufreger in der Nachspielzeit

Nun musste Tralau wieder einem Rückstand hinterherlaufen. Der Tabellenführer kam ins letzte Drittel, doch dort sollte einfach zu wenig Gefahr erzeugt werden. Hereingaben wurden abgefangen oder aber waren zu ungenau, sodass Alveslohe alles wegverteidigte. Auf der anderen Seite boten sich mehr Räume und Umschaltmomente für die Platzherren, doch Ihde ließ dabei die beste Möglichkeit auf das 4:2 liegen. So brach die Nachspielzeit an und es sollte einen echten Aufreger geben. Lucas Timm, der eigentlich schon verabschiedet wurde, da es ihn nach Lüneburg zog und für das heutige Spiel reaktiviert wurde, sollte an TuS-Keeper von Elling vorbeiziehen, doch dieser legte ihn. Die Pfeife des Unparteiischen blieb stumm, sodass den Gästen ein klarer Elfmeter verwehrt blieb. Es gab den klaren Kontakt, doch der Spielleiter sah es anders. Im Anschluss passierte nichts mehr, sodass der Heimsieg perfekt war.

Tralau-Coach kann keinem Spieler einen Vorwurf machen

Alveslohe setzt seine Serie fort, setzt ein dickes Ausrufezeichen in der Liga und fügt Tralau die zweite Saisonniederlage zu. Der geschlagene Coach zog nach dem Spiel folgendes Fazit: „Bei all dem Aufwand, den unsere Jungs betreiben, und der enorm komplizierten personellen Situation kann ich keinem einzigen Spieler einen Vorwurf machen. Ganz im Gegenteil. Ich muss mich bei allen bedanken, die trotz Erkältungen und Verletzungen die Knochen für die Mannschaft hingehalten und alles versucht haben. Gleichzeitig muss ich auch selbstkritisch eingestehen, dass ich mich als Trainer bei einigen Entscheidungen etwas verzockt habe und heute nicht unbedingt das glücklichste Händchen hatte. Das soll aber keinesfalls die Leistung von Alveslohe schmälern. Sie haben heute alles reingeworfen, waren in den entscheidenden Bereichen einfach besser und haben sich diesen Sieg absolut verdient.“

Rerop ist überrascht von seinem Team

Für Alveslohe ist es nun vorerst der Sprung auf Rang vier und zugleich ein Zeichen an die Liga. Man entwickelt sich immer weiter und ist mit dem jungen Team immer mehr in der Spitzengruppe angekommen. Der Sieg gegen den Primus und Favoriten untermauerte dies. Der siegreiche Coach zeigte sich nach dem Abpfiff sichtbar stolz auf sein Team, das im Regen von Alveslohe einen richtig starken Fight lieferte und in den Schlussminuten alles reinwarf, um die Führung über die Ziellinie zu bringen. Er sagt zum Heimerfolg: „Wir haben das Spiel super angenommen, wussten, dass es auch ein bisschen darum geht, auch mal ein bisschen weniger den Ball zu haben, weil wir wussten, dass Tralau mit dem Ball unglaubliche Qualitäten hat. Dass wir so scharf, so willig und gierig waren, das habe ich nicht gedacht, dass wir das über 90 Minuten schon so durchziehen können, weil ich glaube, die erste Halbzeit war schon sehr intensiv, da waren wir auch meiner Meinung nach klar besser. Tralau hatte zwei Chancen und macht daraus zwei Tore. Wir waren sehr griffig und hätten es verdient gehabt, auch mit der Führung in die Pause zu gehen. Am Ende haben wir aber gesagt, dass wir nochmal so eine Halbzeit brauchen, um hier etwas mitnehmen zu können.“

Die Tabelle der Kreisliga Südwest

1.Tralauer SV1352 : 2031
2.SV Wahlstedt1343 : 2329
3.Bargteheide-Hammoor1335 : 3027
4.Teutonia Alveslohe1341 : 2526
5.FSG Alsterland1337 : 2724
6.Henstedt-Ulzburg1338 : 2123
7.TuS Hoisdorf1329 : 2822
8.Eintracht Segeberg1236 : 2621
9.SSV Großensee1327 : 4016
10.Hartenholm II1321 : 3715
11.Leezener SC1222 : 2713
12.TSV Trittau II1125 : 2911
13.SV Bor. Möhnsen1324 : 3311
14.SV Sülfeld1318 : 3311
15.Bargfelder SV1221 : 339
16.VfL Oldesloe128 : 451

Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein