Traumtore, Platzverweise und zu wenige Ideen: SC Cismar verliert erstmals in 2026

Putlos unterliegt im Kellerduell

Am Freitagabend war der SC Cismar zu Gast beim Heikendorfer SV II. Dabei mussten sich die Grömitzer geschlagen geben. Foto: Lobeca/Niklas Runne
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Lübeck – Der 26. Spieltag in der Kreisliga Ost wurde bereits am Freitagabend eröffnet. Es gab spannende Duelle, in denen sowohl der Abstiegs- als auch Aufstiegskampf im Fokus stand. Während im Tabellenkeller die SpVgg Putlos zur wohl letzten Chance nach Raisdorf fuhr, wollte der SC Cismar im Kampf um den Aufstieg vorlegen. Beide mussten die weite Fahrt zurück nach Ostholstein allerdings ohne Punkte antreten.

Raisdorfer TSV – SpVgg Putlos 3:0 (2:0)

Erst vor wenigen Wochen trafen sich der Raisdorfer TSV und die SpVgg Putlos im Rahmen eines Nachholspiels. Für beide war der Druck groß, denn der Rückstand aufs rettende Ufer war bereits zu diesem Zeitpunkt ziemlich groß. Damals sollte sich der RTSV mit 3:0 an der Strandstraße durchsetzen, was über 90 Minuten hochverdient war. Mehr Spielanteile und das Chancenplus standen auf der Seite des Aufsteigers. Nun trafen sich die beiden am gestrigen Freitagabend erneut, denn auf dem Gerd-Scheerenberger-Platz stand das Rückspiel an. Für Putlos, die ohnehin mit nur sechs Punkten ein Wunder benötigen, war es die allerletzte Chance. Nach 20 sieglosen Spielen in Serie brauchte es gegen den Tabellennachbarn endlich mal wieder einen Dreier. Personell sah es dabei allerdings ganz übel für Putlos aus. Es fehlten wie so oft zahlreiche Stammspieler und auf der Bank nahmen mit Maximilian Siemes und Trainer Jens Martens selbst nur zwei Optionen Platz. Die Voraussetzungen waren also sehr durchwachsen. Nach einer Anfangsphase, die Putlos noch überstand, sollte nach knapp 20 Minuten der Führungstreffer für Raisdorf folgen. Daniel Hilbert (19.) brachte den Gastgeber in Führung und kurz darauf folgte bereits das 2:0. Marvin Braun (22.) erhöhte, sodass es bereits früh schien, als würde die Messe gelesen sein. Das Rückspiel hatte klare Parallelen zum Hinspiel, denn schon dort war es ein Doppelschlag in den ersten 23 Minuten. Es sprach wenig für das Tabellenschlusslicht, das nach der Pause mit dem 3:0 durch erneut Hilbert (54.) die Vorentscheidung kassierte. Dadurch rückt Raisdorf nun auf elf Punkte weg von der SpVgg. Selbst hat die Mannschaft von Dennis Schnidt noch die Möglichkeit, den 14. Platz zu erreichen, denn bei einem Spiel weniger sind es nur noch fünf Punkte. Für die Gäste sind es 16 Punkte, die man hinter dem 14. Platz liegt. Zwar ist es rechnerisch noch möglich, doch spätestens mit der gestrigen Niederlage beim direkten Tabellennachbarn höchst unwahrscheinlich.

Raisdorf setzte sich auch im Rückspiel gegen Putlos durch. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Heikendorfer SV II – SC Cismar 3:2 (2:1)

Der SC Cismar wollte nach acht ungeschlagenen Spielen in Folge im Kampf um die Top-Zwei vorlegen. Für eine Nacht wäre der Sprung auf Rang vier möglich gewesen, doch dazu benötigte es einen Dreier am Freitagabend. Zu Gast waren die Grömitzer beim Heikendorfer SV II, die sich in der Tabelle im unteren Drittel wiederfinden. Ein Sieg aus sechs Spielen war die Ausbeute der Verbandsliga-Reserve nach der Winterpause, doch diesen fuhr man gegen die SG Dobersdorf/P’hagen ein. Cismar war also durchaus gewarnt, auch wenn es im Hinspiel einen souveränen 4:2-Sieg gab. Personell sah es bei ihnen durchwachsen aus. Der Kader war zwar ziemlich groß, doch vor allem in der Offensive musste auf viele Spieler verzichtet werden. So standen Lennard Siebrecht, Tom Andres und Pascal Sievers nicht zur Verfügung, zusätzlich zu den Langzeitverletzten wie Bennet Kern. Es musste also improvisiert werden in der Offensive. Die Hoffnung lag auf Ben Nachbarschulte und Timo Groth über die Außen sowie Paul Schröder und Linus Munzel im Zentrum. Gegenüber stand ihnen eine Mannschaft, die gegen den Ball sehr kompakt stand und vor allem das Zentrum sehr eng machte. Offensiv lauerte man auf Umschaltmomente über die Außen.

Wenig Abschlüsse in der Anfangsphase

Das Spiel fand viel im Mittelfeld statt und war noch ziemlich hektisch. Abschlüsse ließen noch auf sich warten. Nach 13 Minuten unterlief SCC-Kapitän Luis Treutler ein Fehler, den die Defensive nicht konsequent genug klären konnte, doch Heikendorfs Langner schoss vorbei. Dabei war noch ein Fuß dazwischen, sodass es Eckball gab. Diese kam gefährlich, denn Kolja Czermak stand ziemlich frei, doch köpfte den Ball nicht platziert genug auf das Tor. Die ersten Annäherungen gingen auf das Konto des HSV. Nach 17 Minuten nahm Cismar dann mal Tempo auf. Paul Schröder marschierte los, doch konnte nur mit einem Foul gestoppt werden. Es gab Freistoß aus rund 20 Metern und diesen ließ sich der Gefoulte nicht nehmen. Schröder (18.) zirkelte den Ball über die Mauer, unhaltbar ins rechte untere Eck. Es war der erste Schuss aufs Tor der Gäste und schon zappelte dieser im Netz. Elf Minuten später kam Heikendorf mal mit Tempo über die linke Seite, doch in der Mitte rettete Johann Broschinski in höchster Not. Das Spiel nahm nun mehr Fahrt auf und bot mehr Chancen. Nach einem Standard verteidigte Cismar nicht entschlossen genug, sodass der zweite Ball zu Fritjof Gotzian (30.) kam, der die Kugel über die Linie drückte. Es war der nicht unverdiente Ausgleich, denn Heikendorf machte ein gutes Spiel. Elf Minuten vor der Pause hatten die Grömitzer allerdings eine Riesenchance. Per Kopf forderte man Luca Wiese zu einer Glanzparade. Die Platzherren hatten in den letzten Minuten vor der Pause eine gute Chance durch Jonas Diergarten. Der Treffer fiel drei Minuten später, als Leonhard Botschatzke (44.) traumhaft den Ball aus halbrechter Position von außerhalb des Strafraums verwandelte. Großer Jubel brach beim HSV aus, die sich für eine starke erste Hälfte mit der Führung belohnten.

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Cismar kommt gut aus der Pause

Cismar spielte keine gute erste Hälfte, machte zu viele einfache Fehler im Spielaufbau und hatte kaum Ideen, Gefahr aus dem Spiel heraus zu erzeugen. Somit reagierte Trainer Sascha Pretzel und brachte mit Stanko Novak einen neuen Mittelfeldspieler rein. Dieser sollte keine 120 Sekunden nach Wiederbeginn in den Fokus rücken, als er sehenswert aus der zweiten Reihe traf (47.). Cismar kam mit Schwung aus der Pause und glich direkt aus, sodass die Chance da war, das Spiel komplett auf seine Seite zu ziehen. Mehr Zugriff und Kontrolle hatten die Ostholsteiner in den ersten Minuten als noch vor der Halbzeit. Nach einer Stunde gab es dann allerdings plötzlich die Riesenchance für Heikendorf. Ein langer Ball kam zum auffälligen Paul Langner, der den Ball mitnahm und am stark reagierenden Larik Siebrecht scheiterte. Die Platzherren waren nun wieder mutiger und aktiver. Die Folge war der dritte Treffer, der allerdings für große Diskussionen sorgte. SCC-Verteidiger Henrik Schattka blieb mit einer klar erkennbaren Kopfverletzung liegen, doch der Schiedsrichter unterbrach die Partie nicht. Rund eine halbe Minute spielten die Hausherren weiter, kreierten den nächsten Angriff und trafen durch Langner (65.) ins lange Eck. Während der Jubel beim HSV II groß war, sollte die Aufregung der Gäste groß sein. Schattka musste behandelt werden, konnte anschließend weitermachen. Für Cismar sollte es in den letzten 25 Minuten richtig schwer werden, denn es brauchte mehr Ideen gegen die kompakte Defensive.

Rote Karten auf beiden Seiten

Die Schlussphase brach an und plötzlich gab es eine Szene, die erneut für Aufregung sorgte. Der vier Minuten zuvor eingewechselte Jack Palm trat gegen Broschinski nach und sah mit etwas Verzögerung die Rote Karte. Nun sollten die Cismaraner in Überzahl die Schlussphase bestreiten, doch einfacher wurde es dadurch nicht. Zwar hatte man noch mehr Ballbesitz als noch zuvor, doch der Gegner stand nun immer kompakter. Man warf sich in alles rein, sodass es kaum Lücken für den SCC gab, die genutzt werden konnten. Klare Chancen waren daher Mangelware, dennoch verpasste Schröder aus der zweiten Reihe knapp den Ausgleich. In der 87. Minute sollte es dann erneut Aufregung geben. Ben Boller wurde durchgesteckt, lief mit hohem Tempo durch. Er versuchte abzubremsen, doch lief in Torwart Wiese hinein. Dies mit den Händen voraus, sodass der Heikendorfer zu Boden ging und dabei an den Pfosten prallte. Der Keeper musste behandelt werden, doch dabei blieb es nicht, denn für den zuvor eingewechselten Boller gab es die Rote Karte. Eine harte Entscheidung, denn Absicht lag hierbei klar erkennbar nicht vor. So ging es mit zehn gegen zehn in die Nachspielzeit, die acht Minuten betrug. Der SCC lief an, doch es blieb dabei, dass man kaum Ideen hatte. So blieben die klaren Chancen aus und die Heimmannschaft, die ein starkes Spiel ablieferte, brachte die Führung über die Zeit. Für Cismar war dies die erste Niederlage nach der Winterpause und seit neun Spielen. Es bleibt dabei, dass man sich in der Fremde deutlich schwerer tut als an der heimischen Gildestraße. Heikendorf dagegen bezwang die nächste Mannschaft aus der oberen Tabellenregion und vergrößert durch den Heimsieg den Vorsprung zu Platz 14 auf sechs Zähler.

Cismar warf am Ende alles rein, doch die Ideen fehlten. Foto: Lobeca/Niklas Runne

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