
Tensfeld – Schon am Mittwochabend kam es zu einem Nachholspiel. Der TuS Tensfeld empfing den SV Rickling, wobei es vor allem für den Coach der Hausherren ein besonderes Wiedersehen war. Nach über 90 Minuten sollte im Duell der beiden Segeberger Teams kein Sieger gefunden werden. Zweimal antwortete der TuS, nachdem Rickling jeweils ein Blitzstart gelang. Am Freitagabend wird dann der siebte Spieltag in der Kreisliga Südost eröffnet. Gleich auf zwei Plätzen rollt der Ball, wobei es jeweils enorm spannend wird. Es sind zwei Partien zu erwarten, die offen sind und wo man im Vorfeld noch nicht genau sagen kann, welchen Ausgang diese finden. Daher darf man sich sehr freuen, wenn es unter Flutlicht wieder ordentlich zur Sache geht.
TuS Tensfeld – SV Rickling 2:2 (1:1)
Es sollte für Christoph Hinz ein besonderes Spiel am Mittwochabend werden. Am heimischen Bahndamm empfing der Trainer mit seinem TuS Tensfeld den SV Rickling. Den Aufsteiger kennt Hinz noch sehr gut, denn er hat einen großen Anteil als Cheftrainer und Sportlicher Leiter, dass der SVR nun dort steht, wo er eben steht. Dementsprechend wusste er allerdings auch klar um die Stärken sowie Schwächen des Gegners. Mit drei Siegen im Rücken sollte der TuS mit einer großen Portion Selbstvertrauen ins Spiel gehen. Der Gegner, der nach einem Fehlstart sich etwas stabilisiert hat, sollte allerdings ebenfalls mit einer breiten Brust in die „Kuhle“ fahren, denn vier Punkte wurden aus den vergangenen zwei Spielen geholt. Dementsprechend wollte man den Schwung auch direkt mitnehmen und peilte, nach zwei verlorenen Punkten gegen Großenbrode, den zweiten Saisonsieg an. Früh startete Rickling mit Schwung, doch der erste Abschluss gehörte der Heimelf. Luka-Noel Pietzsch zog über die Latte. Auf der anderen Seite näherte sich der Aufsteiger durch eine verzogene Flanke von Joe Pagenstecher, der es kurz darauf dann allerdings besser machte. Ein Fehler im Spielaufbau der Tensfelder lud den Gegner ein. Unterschiedsspieler Shafii Bakari zog ab, scheiterte an Torhüter Jonas Frahm, doch Pagenstecher (5.) schweißte den zweiten Ball eiskalt ein. So führte der Aufsteiger und vor diesem Spiel eigentlich klare Underdog mit 1:0.
Pietzsch trifft per Freistoß
Tensfeld war im Anschluss immer spielbestimmender, sollte zunächst zu Halbchancen kommen, doch die Präzision im Abschluss war noch dürftig. Nach knapp 20 Minuten sollte Frederic Link dann mal eine richtig gute Möglichkeit haben, wo der Gästekeeper gefordert war. Die Heimmannschaft kam nach und nach besser ins Spiel, doch leidenschaftlich hielt Rickling dagegen und ließ wenig in der ersten halben Stunde zu. Es war ein Auftritt, der nach den schwierigen ersten Wochen wirklich Mut machte. Dann sollte der Ball allerdings doch im Tor von Kevin-Shawn Offermann zappeln, denn Luka-Noel Pietzsch (33.) verwandelte einen direkten Freistoß. Tensfeld war zurück und nun schien das Spiel noch vor der Pause zu kippen, denn nur eine Minute später rettete Offermann mit einer Glanzparade nach einem Volley von Pietzsch. So ging es mit dem 1:1 in die Pause. Die Gäste starteten gut und stachen mit einer der ersten Chancen direkt zu. Danach wurde es allerdings das erwartete Spiel, indem die Hausherren tonangebend waren, doch gegen kompakte Ricklinger nicht allzu viele klare Chancen erspielten.
Pagenstecher schnürt Doppelpack, doch Standardexperten schlagen wieder zu
Zum zweiten Durchgang sollte es mit Blick auf das Ergebnis also komplett offen bleiben, auch wenn das Spiel vermehrt in Richtung Tensfeld kippte. Den Aufsteiger durfte man an diesem Abend allerdings keineswegs abschreiben, denn vor allem der pfeilschnelle Bakari belebte die Offensive enorm. So war es auch wenige Minuten nach dem Wiederbeginn, als der besagte Top-Torjäger der vergangenen Saison beim SVR mal das Tempo anzog, nicht zu stoppen war und letztlich für Pagenstecher (50.) querlegte. Es war der erneute Blitzstart, wie bereits in Durchgang Eins, sodass man erneut in Führung war. Tensfeld brauchte nun deutlich mehr Zug nach vorne. Das Spiel sollte allerdings nach und nach immer körperlicher werden. Zweikämpfe und auch Fouls häuften sich. Dies störte durchaus den Spielfluss. An der immer hochkochender Emotion auf dem Feld hatte für Gästecoach Latendorf auch der Schiedsrichter seinen Anteil: „Der Schiedsrichter hat leider durch seine Leistung und fehlende Kommunikation mit seinem Assistenten dafür gesorgt, dass das Spiel früh sehr hitzig wurd. Vielleicht sollte man bei solchen Spielen, wie dieses Derby, mal darüber nachdenken, dass Vielleicht mal erfahrenere Schiedsrichter und Assistenten angesetzt werden.“
Standards als Waffe
Tensfeld sollte sich gegen die Fünferkette der Gäste, die kompakt und tief vereidigten und über Konter für Gefahr sorgten, sehr schwertun. Aus dem Spiel ging kaum etwas, also waren sollten es Standards sein, die für Gefahr sorgen. Der 1:1-Ausgleich war bereits ein direkt verwandelter Freistoß und diesmal sollte der Ball in der Entstehung des Treffers erneut ruhen. Yannick Teffner brachte einen Freistoß in die Box, wo der Tensfeld-Kapitän einnickte. Die Kopfballstärke beim Team aus der „Kuhle“ schlug wieder zu. Es waren im Anschluss noch zehn Minuten zu spielen, doch die wirklich großen Gelegenheiten blieben aus. So sollte es eine Punkteteilung im Nachholspiel geben. Die Spielanteile waren zwar mehr auf Seiten der Heimmannschaft, doch aufgrund einer starken Defensivleistung sollte sich der SV Rickling mit einem Punkt belohnen. Der Coach war von der starken Moral seines Teams begeistert. Beide Teams setzten somit ihre Form fort, auch wenn es für Tensfeld nach drei Siegen mal wieder ein Punktverlust war.
Tensfeld fehlt die Klarheit und Gefahr im letzten Drittel
Für Tensfeld war es nach drei Siegen, mal wieder ein Punktverlust. Christoph Hinz sagt dazu: „Es war das Derby, das wir erwartet haben. Körperlich intensiv, viele Zweikämpfe, viele Unterbrechungen und dadurch wenig Rhythmus im Spiel. Rickling hat sehr kompakt und tief verteidigt und uns damit vor eine Aufgabe gestellt, für die wir heute nicht immer die richtigen Lösungen gefunden haben. Wir müssen es schaffen, solche Situationen schon aus dem Mittelfeld besser vorzubereiten, damit wir im letzten Drittel mehr Klarheit haben und gefährlicher werden. Genau aus solchen Spielen nehmen die Jungs aber auch viel mit. Wir sind als Mannschaft noch in einer Entwicklung und müssen lernen, auch für solche Aufgaben Lösungen zu finden. Mit dem 2:2 sind wir nicht ganz zufrieden, aber auch dieses Spiel wird uns weiterbringen.“
Latendorf zeigt sich stolz
Sebastian Latendorf, der das Cheftraineramt nach dem Rückrtritt von Oliver Pekrun übernommen hat, sagte nach dem dritten ungeschlagenen Spiel: „Totgesagte leben länger. Wir sind absolut zufrieden, denn der Punkt fühlt sich wie ein Sieg an. Wir haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben und wollten es in den 90 Minuten unbedingt. Auf dieser Leistung lässt sich absolut aufbauen.“ Es geht derzeit ganz klar in die richtige Richtung beim Aufsteiger. Den Trainer macht dies sehr stolz. Er sagt: „Schön das so langsam fast alle verletzen spieler zurück beim Team sind und wir frei aufspielen können. Es ist einfach unfassbar schön der Trainer von so einer tollen Mannschaft sein zu dürfen. Wir gehen gemeinsam weiter unseren Weg. Forza Rickling!“
Ausblick auf den 7. Spieltag
FT Preetz – SC Cismar (Fr., 19 Uhr)
Am Freitagabend kommt es im Fichtestadion zum Duell zweier Kreisligisten, die durchaus nach oben in der Tabelle schauen. Während der SC Cismar den Tabellenplatz der vergangenen Saison mindestens mal bestätigen möchte, schaut auch die FT Preetz nach oben. Die Neuzugänge machen Hoffnung und auch die ersten Wochen, denn diese waren deutlich besser, als die Punktausbeute aussagt. Mit neun Punkten aus sechs Partien steht die FT derzeit auf dem neunten Rang im Niemandsland der Tabelle. Dies ist eine Platzierung besser als die Endplatzierung der vergangenen Saison, doch schaut man auf die ersten Spiele, dann wäre wohl deutlich mehr möglich gewesen. Die eigene Chancenverwertung kostete viele Punkte wie in Tensfeld oder Großenbrode. Viele Unentschieden, bereits drei an der Zahl, sind der Grund, weshalb die Mannschaft von Florian Manstein nicht zum oberen Tabellendrittel gehört. Zuletzt sollte diese zeigen, dass die Qualität dafür vorhanden wäre, denn mit der SG Göhl/Oldenburg wurde ein Titelaspirant verdient mit 3:1 bezwungen. Vorne brach der Bann bei Neuzugang Michael Danberg, der nach so vielen vergebenen Chancen endlich seinen ersten Saisontreffer erzielte. Dieser war dann gleich ein wirklich sehenswerter. Was für die Mannen aus dem Kreis Plön ganz klar spricht, ist die stabilisierte Defensive. Viele Gegentore gab es in den vergangenen Jahren, doch in diesem sind es erst NEUN: Nur zwei Mannschaften kassierten weniger.
Personalsorgen halten an
Zu Gast am Freitagabend ist eine Mannschaft, die über hohe Qualität verfügt, doch zuletzt immer wieder mit personellen Ausfällen hadert. Daher musste der SC Cismar schmerzliche Punktverluste hinnehmen, wie zuletzt gegen Gremersdorf (0:3) und Dannau (4:4). In beiden Spielen fehlten wichtige Leistungsträger, was auf dem Feld zu spüren war. Sieben Gegentreffer waren nicht wirklich nach dem Geschmack von Cheftrainer Sascha Pretzel. Dadurch stehen nun nämlich bereits zwölf Gegentore auf dem Konto der Ostholsteiner. Dies ist durchwachsen, doch insgesamt kein Grund zur Aufregung, wenn man das Startprogramm beachtet. So begegneten die Grömitzer bereits Lensahn, Dersau, Kirchbarkau und auch Tabellenführer Gremersdorf. Das Startprogramm hatte es also absolut in sich und dennoch ist der Rückstand an die Tabellenspitze nur vier Punkte groß. Es herrscht trotz des kleinen Tiefs also kein Grund zur Sorge, doch es braucht schnell wieder einige Rückkehrer im Team. Mit Ben Nachbarschulte und Paul Schröder fehlen direkt wieder zwei Leistungsträger nach ihren beiden Gelb-Roten Karten gegen Dannau. Einfacher wird es daher für den SCC nicht. Zudem fühlt man sich im Fichtestadion auch nicht allzu wohl, denn vergangene Saison unterlag man dort am ersten Spieltag mit 1:5. Vor dem kommenden Aufeinandertreffen sagt Co-Trainer Daniel Temme: „Uns erwartet ein sehr schweres Auswärtsspiel gegen Preetz, die zu Hause immer unangenehm sind. Es wird wieder mal darauf ankommen, wie wir in das Spiel gehen, welche Einstellung und Leidenschaft wir zeigen. Gegen Dannau spielen wir es teilweise ganz gut, aber machen einfach zu viele Fehler und laden den Gegner dadurch zu Torchancen ein. Daran arbeiten wir und müssen es schnellstmöglich abstellen. Unser Kader ist aufgrund vieler Verletzungen und Sperrungen in der Breite nicht gut besetzt. Dennoch fahren wir nach Preetz, um drei Punkte mitzunehmen. Das ist ganz klar das Ziel.“
TSV Lütjenburg – SV Großenbrode (Fr., 19 Uhr)
Nach einem 1:1-Unentschieden beim SV Rickling war Peter Thomm, Trainer des SV Großenbrode, alles andere als zufrieden mit dem Auftritt seines Teams. Er sprach von einer „desolaten Mannschaftsleistung“, sodass die vermeintliche Pflichtaufgabe nur zum Teil gemeistert wurde und eine am Ende schwache Chancenverwertung des Gegners die Ostholsteiner vor der dritten Niederlage im fünften Spiel bewahrte. Nun soll am Freitagabend ein anderes Gesicht gezeigt werden, denn es wartet ein ähnliches Spiel. Zu Gast ist der SVG beim TSV Lütjenburg, einer Mannschaft, die bereits früh mit dem Rücken zur Wand steht. Sechs Spiele, null Punkte und 3:39 Tore sind der Wert eines Absteigers. Der Umbruch im Sommer an der Kieler Straße war einfach zu groß und nach knapp einem Monat in dieser Saison kann man nicht wirklich von fehlendem Spielglück beziehungsweise Pech sprechen. Die Qualität reicht einfach nicht beim TSV, was die 0:12-Klatsche am vergangenen Sonnabend klar aufzeigte.
Für Großenbrode zählt nur der Sieg
Der SV Großenbrode geht also als haushoher Favorit in das zweite Auswärtsspiel in Folge. In der Fremde holte man bisher vier der fünf Punkte und die nächsten drei sind eigentlich schon Pflicht. Man wird mehr für das Spiel tun müssen als am vergangenen Sonntag. Zudem benötigt es mehr Zielstrebigkeit und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, damit die Chancen effizient genutzt werden. Vergangene Saison trafen sich beide Teams bereits, wobei es zwei Heimsiege gab. In der Hinrunde feierte der TSV Lütjenburg einen 3:0-Erfolg. Nach dem Jahreswechsel sollte sich Großenbrode mit 4:2 durchsetzen. Diese Spiele sind allerdings schwer zu bewerten, denn personell ist kaum noch ein Spieler beim TSV dabei, der in diesen beiden Partien auflief. Für Großenbrode wird es darauf ankommen, nun endlich der Favoritenrolle gerecht zu werden, denn diese liegt ihnen nicht so richtig. Dies zeigten die Spiele gegen Rickling, weite Strecken in Dannau oder aber die vergangene Saison. Gegen die sang- und klanglos abgestiegene SpVgg Putlos blieben die Ostholsteiner als einziges Team ohne Sieg. Nun sollen die vermeintlichen Pflichtaufgaben endlich mal gemeistert werden. Thomm sagt vor dem Spiel an der Kieler Straße: „Der Gegner hat einen großen Umbruch hinter sich und ich glaube, das sieht man gerade auch. Ich erwarte einen Gegner, der vielleicht zwar nicht fußballerisch so gut ist, aber wir müssen dort körperlich dagegenhalten. Wir müssen mehr Willen an den Tag legen. Letzte Woche haben wir gut verarbeitet, aber man darf auch nicht vergessen, dass wir dort auch einen Punkt mitgenommen und nicht verloren haben. Personell sieht es ganz gut aus. Natürlich habe ich hier und da mal drei, vier Fragezeichen. Wir brauchen nicht darüber reden, dass die Verletztenliste bei uns lang ist, auch mit Langzeitverletzten, aber nichtsdestotrotz haben wir eine gute Truppe zusammen. Wir fahren dorthin und wollen einfach drei Punkte holen, denn alles andere ist völlig belanglos.“
Der 7. Spieltag im Überblick
TuS Tensfeld – SV Rickling 2:2
FT Preetz – SC Cismar (Fr., 19 Uhr)
TSV Lütjenburg – SV Großenbrode
SG Bösdorf/Malente – SV Rickling (Sa., 14 Uhr)
SG Dersau/Kalübbe – Eutin 08 II (15 Uhr)
FSG Saxonia – TuS Tensfeld (16 Uhr)
SG Göhl/Oldenburg – SG Insel Fehmarn (16.30 Uhr)
TSV Lensahn – TSV Dannau (So., 13 Uhr)
SV Kirchbarkau – TSV Gremersdorf (15 Uhr)1. TSV Gremersdorf 6 16 : 7 14 2. SG Insel Fehmarn 5 33 : 7 12 3. TSV Lensahn 6 26 : 14 12 4. SV Kirchbarkau 6 20 : 14 12 5. SG Bösdorf / Malente 6 20 : 12 11 6. TuS Tensfeld 6 14 : 16 11 7. SC Cismar 6 20 : 12 10 8. Göhl/Oldenburg 6 25 : 16 9 9. FT Preetz 6 18 : 9 9 10. FSG Saxonia 6 12 : 12 8 11. SG Dersau/Kalübbe 6 22 : 15 7 12. SV Großenbrode 5 6 : 10 5 13. SV Rickling 6 8 : 28 5 14. TSV Dannau 6 14 : 28 4 15. Eutin 08 II 6 8 : 26 3 16. TSV Lütjenburg 6 3 : 39 0









