TSV Kücknitz schlägt Favoriten und setzt Serie fort – Last-Minute-Pleite für Viktoria

Spätes Remis in Travemünde

Der TSV Kücknitz bezwang den SV Grün-Weiß Siebenbäumen. Foto: 11ven Pixel
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Lübeck – Nach dem 2:0-Sieg des ATSV Stockelsdorf am Freitagabend bei Lübeck 1876 folgten an den Folgetagen sieben weitere Spiele in der Kreisliga Süd. Am Sonnabend standen zwei schwierige Aufgaben für Aufsteiger an, die einen unterschiedlichen Ausgang hatten. So gab es einen deutlichen Sieg sowie ein spätes Remis. Am Sonntag sollte der TSV Kücknitz einen beeindruckenden Heimerfolg gegen einen der Top-Favoriten einfahren. Zudem verlor Zarpen auch in Breitenfelde. Für die Kellerkinder Viktoria und Fortuna St. Jürgen gab es ein bitteres Wochenende. Die 08er verloren in der letzten Sekunde und standen trotz gutem Auftritt mit leeren Händen da. Fortuna war in Wentorf chancenlos.

Eichholzer SV II – Krummesser SV 8:1 (2:1)

Mit dem Sieg gegen den TSV Zarpen holte sich der Eichholzer SV II die Tabellenführung. Es war ein starker Auftritt mit einer beeindruckenden Effizienz, denn es brauchte nicht viele Chancen, um am Ende fünf Treffer zu erzielen. Nun stand das nächste Spiel gegen einen Aufsteiger an und dieser feierte in der Vorwoche einen 4:0-Sieg gegen den TSV Travemünde. Es war ein Ausrufezeichen, das der Krummesser SV setzte, und mit diesem Spiel im Rücken und etwas mehr Selbstvertrauen als in den Wochen zuvor sollte das nächste Top-Team geärgert werden. Doch es war eine Mammutaufgabe, denn schließlich verlor der Gegner knapp zehn Monate nicht mehr zu Hause. Die Lübecker waren personell allerdings dezimiert, denn einige Spieler fehlten verletzt beziehungsweise waren angeschlagen. So sollte in Zarpen bereits Niklas Hamer mit Rückenproblemen ausfallen und auch Marcel Stellbrinck und Tom Meier waren nicht ganz fit. Für Hamer reichte es nun für die Bank, genauso auch bei Stellbrinck. Der Aufsteiger war personell, wie seit Wochen schon, nicht in Bestbesetzung, doch war dennoch zuversichtlich, die Überraschung landen zu können. Von Beginn an übernahm die Zweitvertretung das Kommando. Sie machte das Spiel und ging durch Caspar Stark (9.) in Führung. Davon ließ sich der KSV allerdings nicht aus dem Konzept bringen, sodass Bekir Kasikci (26.) ausglich. Das 1:1 war von nicht allzu langer Dauer, denn noch vor der Pause sollte Maik Germann (36.) die Führung wiederherstellen.

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Eichholz II machte es nach der Pause deutlich. Foto: Andreas Schock/Eichholzer SV

Mit einem knappen Rückstand ging es für Krummesse in den zweiten Durchgang, der denkbar schlecht begann. Erneut traf Stark (53.), sodass die Messe früh gelesen schien. Die Köpfe sanken beim Gast, was der klar überlegene Gegner gnadenlos nutzte. Neo Bargmann (61.), Dominic Mau (64.) und Joker Niklas Hamer (69.) stellten auf 6:1. Es wurde nun richtig deutlich am Pöbelberg, denn Henry Michels (83.) und erneut Maik Germann (90.) machten den 8:1-Sieg perfekt. Es war ein deutlicher Sieg für den Top-Favoriten, der es am Ende auch deutlich machte. Für den Aufsteiger war es nach dem Erfolg in der Vorwoche wieder ein kleiner Dämpfer. Trainer Andre Bargholt sagt dazu: „In der ersten Halbzeit machen wir es der durch Landesligaspieler verstärkten Eichholzer Mannschaft noch schwer, geraten durch zwei individuelle Fehler zweimal in Rückstand, nachdem wir durch einen sehenswerten Freistoß von Bekir Kasikci zum Ausgleich gekommen sind. In der zweiten Halbzeit fehlt dann die Kraft, das hohe Pensum wie im ersten Durchgang mitgehen zu können. Durch mangelnde Wechselmöglichkeiten bekommen wir dann mal wieder die Bude voll und können uns bei Fynn Westphal bedanken, dass es nicht noch deutlich höher wurde. Positiv ist zu sagen, dass wir diesmal voraussichtlich keine weiteren großen Verletzungen hinnehmen mussten. Wir blicken deshalb jetzt positiv nach vorne und erwarten nächste Woche die SG Breitenfelde/Mölln bei uns vor heimischer Kulisse, wo wir auf Verletzungsrückkehrer hoffen können.“ Der siegreiche Coach Stephan Lindhoff sagte: „Starke Leistung gegen Krummesse. Wir sind von der ersten Minute an sehr präsent und spielen einen guten Ball. Nach neun Minuten gehen wir verdient in Führung und lassen danach einige Chancen liegen. Ein sehenswerter Freistoß führt zum 1:1-Ausgleich. Kurz vor der Pause erzielen wir das 2:1. In der zweiten Halbzeit sind wir vor dem Tor konsequenter und gewinnen dadurch am Ende auch in der Höhe verdient mit 8:1. Krummesse wünschen wir weiterhin viel Erfolg in der Saison.“

TSV Travemünde – Ratzeburger SV II 2:2 (2:1)

Zwei Gegensätze trafen in Travemünde aufeinander. Während der heimische TSV in den vergangenen Wochen wenig Grund zur Freude hatte und die vergangenen drei Pflichtspiele allesamt verlor, sollte Gegner Ratzeburg II mit Selbstvertrauen anreisen. Zwei Siege, jeweils zu Null, wurden eingefahren, sodass die Lauenburger nun endlich in der Liga angekommen zu sein schienen. An der Ivendorfer Landstraße wollte man nachlegen, doch dies sollte ohne den gesperrten Jan-Hendrik Braasch erfolgen. Der Stürmer und Top-Torjäger der Aufstiegssaison flog beim Sieg gegen Rethwisch vom Feld und musste daher ersetzt werden. Es war einer von vielen Ausfällen beim RSV II. Dem TSV sollte erneut Thomas Aldermann fehlen und John Liehr saß nur auf der Bank. Zudem sollte es im Rahmen eines Schiedsrichteraustauschs eine Spielleitung durch den Ostholsteiner Stefan Baldin geben. Von Beginn an zeigten die Hausherren, dass sie etwas wiedergutzumachen hatten. Man nahm das Zepter in die Hand und startete direkt mit Offensivpower. Lennart Prüßmann (6.) traf zum 1:0. Im Anschluss sollten die Gäste allerdings besser in die Partie finden und den Favoriten schocken. Marvin Volkening (13.) glich aus. Dennoch blieb es dabei, dass die Heimmannschaft klar den Ton angeben würde, doch die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig.

Mit Pausenpfiff sollte sich der TSV Travemünde dann allerdings doch belohnen. Wilhelm Citea (45.) sorgte für das 2:1 zur Halbzeit. Ratzeburg, das personell auf dem Zahnfleisch lief, blieb dennoch im Spiel, auch wenn die Monte-Kicker lange Zeit das aktivere Team waren. Man lief dem Rückstand hinterher und in der Schlussphase sollte der Aufsteiger ein Übergewicht entwickeln. Die Kräfte der Platzherren schwanden und der Ausgleich lag in der Luft. Dieser ließ bis in die Schlussphase auf sich warten, doch dann zappelte der Ball im Netz. Jonas Hornig (91.) rettete seiner Mannschaft einen Punkt. Im Anschluss sollten noch zwei Monte-Kicker mit Gelb-Rot vom Platz fliegen. Sowohl Alexander Kanehl als auch John Liehr. Am Spielausgang änderte dies allerdings nichts mehr. Es gab eine Punkteteilung, die für den Favoriten enorm schmerzte. Erneut gab es keinen Sieg und dazu noch zwei Sperren. Trainer Christian Jetz sagt: „Wir sind 70 Minuten die bessere Mannschaft, nutzen unsere Großchancen leider nicht. Am Ende fehlen uns leider die Kräfte und Ratzeburg drückte auf das 2:2, daher war es nicht unverdient. Der Schiedsrichteraustausch zwischen den Kreisen hat meiner Meinung nach leider dieses Mal nicht funktioniert, dieses Spiel gab keine 3 gelb-roten Karten her und einen Sonderbericht her, wenn es am Ende so inflationär Karten hagelt, dann musst du jedes zweite Kreisligaspiel abbrechen, weil nicht mehr genug Spieler auf dem Feld sind. Wir wünschen Ratzeburg alles Gute für den weiteren Verlauf in der Saison.“

Für den RSV war es nun das dritte ungeschlagene Ligaspiel in Serie und wettbewerbsübergreifend bereits schon das vierte. Man ist mit etwas Verspätung in der Kreisliga angekommen und zeigt derzeit, welch großes Potenzial im Team steckt. Trotz zahlreicher Ausfälle war es ein guter Auftritt, der mit einem Punkt belohnt wurde. Paul Dietz, Trainer des RSV, sagte: „Travemünde startet sehr aktiv in die Partie und wir brauchen zehn Minuten, um uns zu finden. Mit dem Ausgleich haben wir dann für 15 Minuten eine gute Phase, wo wir am Drücker sind. Ansonsten macht Travemünde bis Minute 65 mehr für das Spiel und erarbeitet sich ein leichtes Chancenplus. Wir gewinnen quasi keinen zweiten Ball und kommen überhaupt nicht in die Zweikämpfe, was sich ab Minute 65 ändern sollte. Von da an legen wir einen Schalter um und sind mental voll da, gewinnen die zweiten Bälle und Zweikämpfe und erzielen so folgerichtig den Ausgleich. Da uns heute bis auf die Defensive eigentlich die komplette Startelf gefehlt hat, können wir gut mit der aus meiner Sicht gerechten Punkteteilung leben. Danke an Travemünde für das faire Spiel und viel Erfolg.“

SV Viktoria 08 – TSV Schlutup 1:2 (0:0)

Mit sechs sieglosen Spielen im Rücken war der Druck beim SV Viktoria 08 durchaus schon größer. Der Saisonstart ging in die Hose, denn man belegt einen Tabellenplatz tief im Keller und aufgrund personeller Sorgen gab es zuletzt auch wenig Hoffnung für die Wende. Nun gastierte der TSV Schlutup, der zuletzt nach 0:2-Rückstand bei Lübeck 1876 gewann. Die Aufgabe sollte also nicht einfach werden, doch der Favorit tat sich an der Falkenwiese enorm schwer. Trainer Robertino Borja sagte: „In der ersten Halbzeit sind wir überhaupt nicht gut ins Spiel gekommen. In den ersten 30 Minuten fehlte es an Laufbereitschaft, wir hatten zu viele Fehlpässe und unser Spiel nach vorne war zu statisch. Zum Ende der ersten Halbzeit wurde es besser und wir konnten uns noch ein bis zwei gute Chancen erspielen.“ Es ging ohne Tore in die Pause. Borja setzte fort: „In der zweiten Halbzeit dann ein anderes Gesicht. Nach einigen Umstellungen waren wir deutlich zielstrebiger und standen auch defensiv besser. Der Aufwand wurde belohnt und wir gingen verdient mit 1:0 in Führung.“ Gerrit Dühring (48.) traf und schockte die Hausherren.

Der eingewechselte Tilo Karsten (70.) sollte allerdings für den SV Viktoria ausgleichen. Nun war man dem ersten Punktgewinn nach zwei Niederlagen in Folge sehr nah, doch mit der nahezu letzten Aktion des Spiels gelang der Gastmannschaft der späte Lucky Punch. Borja sagte: „Die Jungs haben weiter an sich geglaubt und bis zur letzten Sekunde alles reingeworfen. Als eigentlich schon alle mit einem Unentschieden gerechnet haben, haben wir mit der letzten Aktion des Spiels den Siegtreffer erzwungen und uns für den großen Kampf belohnt.“ Ein Eigentor von Elias Maurer sollte Viktoria erneut mit leeren Händen dastehen lassen. Timur Akgün sagte nach Abpfiff: „Heute mussten wir wieder auf Spieler der Zweiten zurückgreifen, weil die Verletztenserie leider nicht weniger wird. Der ein oder andere Spieler ist zwar zurückgekommen, aber braucht noch Spiel- und Trainingspraxis. Wir waren also wieder nicht optimal aufgestellt und dennoch haben wir uns über die 90 Minuten sehr gut verkauft. In der ersten Halbzeit haben wir mehr Ballbesitz gehabt, aber Spielwitz und -anteile hat man gemerkt, waren bei Schlutup etwas besser. Aufgrund der Chancen geht es gerechterweise mit Remis in die Halbzeit. Schlutup kam danach besser ins Spiel, weil wir individuell kurzzeitig nicht vorsichtig genug waren. Das 1:1 machen wir durch unseren Stürmer Tilo. Es entwickelte sich danach ein offener Schlagabtausch mit mehr Spielanteilen und Spielwitz bei uns. Wir waren dran, ins letzte Drittel zu kommen und Chancen zu kreieren, doch bereits zum dritten Mal in dieser Saison geben wir ein Spiel nach der 90. Minute wieder ab. Es war wieder sehr bitter, nach einem guten Spiel gegen eine gute Schlutuper Mannschaft ohne Punkte dazustehen. Sehr schade für die Jungs, die sich kämpferisch aufgeopfert haben. Nächstes Wochenende in Siebenbäumen werden wir es besser machen müssen. Dort müssen wir ein Lebenssignal setzen und der Liga zeigen, dass wir so langsam wieder zurückkommen.“

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SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg – SV Fortuna St. Jürgen 3:0 (2:0)

Der SV Fortuna St. Jürgen wartet weiterhin sehnsüchtig darauf, dass der Knoten platzt. Nur ein Sieg stand nach den ersten neun Partien auf dem Konto, sodass man am Tabellenende in der Kreisliga Süd steht. Nun ging es zur SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg, die zu Hause enorm stark ist. Allgemein gab es nur eine Niederlage aus den vergangenen sechs Ligaspielen für die Lauenburger. Nun wollte man nachlegen, auch wenn mit Lasse Löffler ein wichtiger Spieler fehlen sollte. Bereits nach wenigen Minuten köpfte Lennart Krüger (5.) zur Führung ein. Es war der Fehlstart für die Gäste, die sich so viel vornahmen, und nach einer knappen halben Stunde kam es noch bitterer. Fritz Witten (28.) verwandelte einen Freistoß und erhöhte auf 2:0. Nach dem Seitenwechsel sollte Luis Zak (50.) den Sack endgültig zumachen, sodass der Heimsieg für die SGWSS perfekt war. Trainer Dennis Hadler sagte: „Wir gewinnen heute verdient mit 3:0. Ein Kopfball von Lennart Krüger und ein direkt verwandelter Freistoß von Fritz Witten bringen uns auf die Siegerstraße. Luis Zak macht dann per Kopf nach einem Freistoß den Deckel drauf. Insgesamt war es nicht das beste Fußballspiel, aber die drei Punkte nehmen wir gern mit. Nächste Woche werden wir uns allerdings steigern müssen, was die Defensivarbeit angeht.“ Für den SV Fortuna war es nun schon wieder die vierte Partie ohne Sieg. Nikolay Frech sagte: „Glückwunsch an den Gegner zum Sieg. Für uns hat es mit der heutigen Leistung leider nicht gereicht, um etwas Zählbares mitzunehmen. Wir wissen jetzt aber auch, dass die Stunde geschlagen hat. Am Freitag gegen Stockelsdorf steht ein absolutes Sechs-Punkte-Spiel an. Dort müssen und wollen wir wieder ein anderes Gesicht zeigen, mit mehr Energie, Einsatz und Konsequenz auftreten und alles dafür tun, die drei Punkte zu erkämpfen.“

VfL Rethwisch – SV Azadi Lübeck II 4:2 (2:2)

Der VfL Rethwisch wollte nach einer 0:4-Pleite beim Ratzeburger SV II eine Reaktion zeigen. Es war ein schwacher Auftritt der Stormarner, der schnell abgeschüttelt werden sollte. Am heimischen Burchrader Weg war man hochmotiviert und wollte an den Sieg vor zwei Wochen gegen Krummesse anknüpfen. Der Gegner hatte allerdings ebenfalls etwas wiedergutzumachen, nachdem dieser in den vergangenen Wochen wenig Grund zum Jubeln hatte. Der SV Azadi Lübeck II reiste mit einer Serie von vier Niederlagen an, sodass man sogar zwei Punkte weniger als Rethwisch auf dem Konto hatte. Es war kein guter Saisonstart mit nur drei Siegen. Doch in Stormarn sollte man richtig gut in die Partie starten. Nach sechs Minuten ließ Yasin El Gafsi bereits die Großchance liegen. Der Angreifer legte den Ball an Keeper Chylla vorbei, sodass er nur noch einschieben musste, doch den schwachen Abschluss klärte Sämann. Es wäre um ein Haar der Blitzstart für den Gast gewesen. Dieser sollte drei Minuten später dann allerdings doch in Führung gehen. Rogesh Sherzad (9.) traf platziert links unten zur Führung. Kurz darauf war es ein individueller Fehler der VfL-Defensive, sodass der Torschütze erneut durch war und Chylla zum 2:0 überlupfte (12.). Es war der Fehlstart für die Platzherren, die im Anschluss Glück hatten, dass der Gegner nicht noch das dritte Tor nachlegte. Cibrail und Araz Hassan verpassten binnen weniger Momente.

Im Anschluss fand die Mannschaft von Till Knifka dann allerdings immer besser ins Spiel und verkürzte. Nach einem Freistoß gewann Schubring das wichtige Kopfballduell und legte in die Mitte, wo Tim Sämann (31.) aus fünf Metern traf. Kurz vor der Pause fiel dann sogar der Ausgleich. Bossert brachte eine Ecke vors Tor, den Malte Gerich (43.) ins rechte Eck nickte. So war es ein erster Durchgang, in dem zunächst Azadi eigentlich das Spiel bereits entscheiden kann, doch das dritte Tor liegen ließ. Danach verlor die Zweitvertretung den Faden und zwei Standards stellten wieder auf null. Ruhende Bälle sollten auch nach der Pause ein Mittel sein, denn Bossert brachte einen scharfen Freistoß rein, der zunächst abprallte, doch Jannes Schönwald machte den Ball noch einmal heiß, den Gerrit Schubring (50.) letztlich über die Linie drückte. Im Anschluss fuhr sich Azadi noch einmal etwas hoch, doch ohne allzu gefährliche Chancen zu kreieren. Ein Konter der Heimmannschaft, den Jannes Schönwald (59.) letztlich über die Linie drückte, sollte somit für das 4:2 sorgen. Es war die Vorentscheidung, auch wenn Azadi in der Schlussphase noch vereinzelte Abschlüsse verzeichnete. Am Ende reichten 20 gute Minuten einfach nicht, um Punkte mitzunehmen. Hinzu kam eine desolate Verteidigung bei Standards, sodass es letztlich drei ruhende Bälle waren, die für die fünfte Niederlage in Serie sorgten. Rethwisch zeigte eine starke Moral. Ihr Trainer Till Knifka sagte nach dem Spiel: „Heute sind wir absolut schlecht ins Spiel gestartet und lagen nach 15 min verdient 2 zu null hinten. Danach konnten wir uns durch einen Standard wieder zurückkämpfen und ab dann ging es los. Sind ab dann die bessere Mannschaft gewesen. Haben nichts mehr anbrennen lassen und verdient 4:2 gewonnen.“

TSV Kücknitz – SV Grün-Weiß Siebenbäumen 3:2 (2:0)

Es war das Topspiel am vergangenen Wochenende in der Kreisliga Süd. Der heimstarke TSV Kücknitz empfing den SV Grün-Weiß Siebenbäumen, der voller Selbstvertrauen nach drei Siegen in Serie und 12:1-Toren anreiste. Man nahm sich enorm viel vor am Roten Hahn, wo es allerdings noch keiner Mannschaft in dieser Saison gelang, den TSV zu bezwingen. Dieser hatte zuletzt ein spielfreies Wochenende, doch blieb zuvor fünfmal ungeschlagen. 13 von 15 Punkten wurden eingefahren, sodass auch die Lübecker mit einer breiten Brust ins Spiel gingen. Die erste Chance im Spiel gehörte allerdings der Gastmannschaft, die allerdings ungenutzt blieb. Auf der Gegenseite sollte allerdings Simon Reiss zweimal glänzend parieren und den Verbandsligaabsteiger vor dem Rückstand bewahren. Diesen gab es nach einem individuellen Fehler in der GWS-Abwehr, sodass Kevin Bohnsack (15.) traf. Es war nicht unverdient und nach einer halben Stunde sollte Pierre Witt (31.) erhöhen. Erneut halfen die Gäste fleißig mit, was gegen einen solch starken Gegner fahrlässig war. Im Anschluss sollten sie noch zu Möglichkeiten kommen, doch der Anschlusstreffer vor der Pause blieb aus.

Nach dem Seitenwechsel nahmen sich die Lauenburger einiges vor. Trainer Marco Urban brachte mit Thorge Schlüter und Timo Dankert zwei frische Kräfte, die der Mannschaft noch einmal richtig guttun sollten. Doch es kam zehn Minuten nach dem Wiederbeginn ganz bitter, denn Alexander Birkholz (55.) erhöhte auf 3:0. Die Hausherren wollten es unbedingt und insgesamt einfach mehr als Siebenbäumen. Entschieden war allerdings längst noch nichts am Roten Hahn. Luke Pantas (76.) verkürzte und kurz vor Schluss sollte Kaleb Begna (89.) auf 2:3 verkürzen. Nun war die Urban-Elf drauf und dran, hier die Aufholjagd mit einem Punkt zu krönen, doch das 3:3 blieb aus. Kücknitz brachte die Führung über die Zeit und machte den 3:2-Heimsieg perfekt. Dieser war am Ende verdient, denn man wollte es unbedingt und machte ein richtig gutes Spiel gegen den Favoriten. Der siegreiche Coach Mirco Groß sagte nach Abpfiff: „Meine Jungs haben heute eine herausragende erste Halbzeit gespielt. Wir waren von Beginn an präsent, haben Siebenbäumen unter Druck gesetzt und sind völlig verdient mit 3:0 in die Halbzeit gegangen. Dabei hätten wir die Führung sogar noch deutlicher gestalten können. Bis etwa zur 60. Minute hatten wir das Spiel weiterhin gut im Griff. Danach mussten wir dem hohen Tempo etwas Tribut zollen. Aufgrund unserer aktuellen personellen Situation konnten wir zudem nicht entsprechend nachlegen, sodass es am Ende noch einmal unnötig spannend wurde. Gegen einen starken Gegner haben wir heute genau die Leistung gezeigt, die notwendig war. Ich bin mit dem Auftritt meiner Jungs sehr zufrieden.“

SG Breitenfelde/Mölln – TSV Zarpen 4:2 (1:1)

Die SG Breitenfelde/Mölln hatte einiges vor am Sonntagnachmittag. Trainer Arne Riewe kündigte ein „Feuerwerk“ an, das seine Mannschaft abbrennen würde. Nach vier Punkten aus zwei Spielen war die heimstarke SG also voller Selbstvertrauen und Zuversicht, dass es erneut drei Punkte am Uhlenbusch geben würde. Zu Gast war mit dem TSV Zarpen allerdings alles andere als ein normaler Aufsteiger. In der Vorwoche verlor dieser erstmals, doch bot gegen Ligaprimus Eichholz II ein starkes Spiel. Die Effizienz war letztlich entscheidend. Man war also gewarnt vor einem starken Gegner, der in der Fremde vor diesem Spiel schließlich zehn von möglichen zwölf Punkten holte. Einen Punkt weniger aus dieser Spielanzahl holte die SG zu Hause. Es war also ein spannendes Duell zu erwarten, in dem der Heimcoach in der Startelf ohne Torjäger Philipp Reimann auskommen musste. Drei Absagen sowie drei angeschlagene Spieler sollten die Vorbereitung für die SG erschweren. Zarpen war personell stark dezimiert, denn einige Spieler fielen aus. Heimtrainer Riewe sagte: „Nachdem ich heute Morgen noch drei Komplett-Absagen sowie drei angeschlagene Nachrichten bekommen habe wegen Schnupfen. Zarpen war auch nicht top besetzt, da haben wir dann etwas Glück. Erste Hälfte spielen wir fast nur auf Zarpens Tor, Konter konnte Zarpen nicht unterbringen. Wir machen aber auch nicht das erlösende Tor.“ Dieses ließ über eine halbe Stunde auf sich warten, doch dann sollte Jannes Stöver (33.) jubeln. Dies allerdings nur von kurzer Dauer, denn Breitenfelde klärte nicht konsequent genug, sodass Nico Scheel (38.) ausglich. Es war der Pausenstand. Riewe sagte: „Meines Erachtens dürfen wir auch mit zwei, drei Toren mehr in die Pause.“

Nach der Pause machte sich auf beiden Seiten bemerkbar, dass die Optionen fehlten. Beide Mannschaften wurden müder. Dennoch ging die Heimelf erneut durch Stöver (61.) in Führung und eine Viertelstunde später erhöhte Marvin Edler (75.). Staffan Sachau (82.) machte es noch einmal spannend, doch mit dem vierten Tor durch Finn Sult (92.) war der Deckel drauf. Breitenfelde feierte den nächsten Heimsieg. Der Coach sagte: „Am Ende freue ich mich über eine tolle Teamleistung meiner Mannen und wünsche Zarpen alles Gute. Bis zur Rückrunde.“ Zarpen verlor zum zweiten Mal in Folge. Trainer Tobias Clasen überraschte dies allerdings nicht unbedingt: „Es hat sich tatsächlich in der Trainingswoche schon abgezeichnet. Wir waren relativ wenige, hatten viele Verletzte und Kranke. Am Freitag war es echt noch schwierig, einen Kader auf die Beine zu stellen. Wir hatten einen aus der Altherren dabei. Es hat sich tatsächlich auch auf dem Platz so widergespiegelt. Es war kein schönes Fußballspiel von beiden Mannschaften. Wir haben nichts auf die Kette gekriegt und verstolpern in Situationen, wo wir das Tor hätten machen müssen. Genauso hat es aber auch Breitenfelde. Ich glaube, es kann sich keiner beschweren, wenn dieses Spiel 3:3 ausgeht. Das wäre gerecht gewesen, weil dieses Spiel keinen Sieger verdient gehabt hätte. Breitenfelde hat die Situationen nachher einfach viel besser ausgespielt und wir haben zwei, drei individuelle Fehler gemacht, die uns nicht passieren dürfen. So verlierst du ein Spiel, wo wir eine ganz schlechte Leistung gebracht haben, aber es geht weiter.“

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